3. April 1897.

Ich war eben auf unser Haus geklettert, das sich jetzt zwar in das

Kleid der Hoffnung zu hüllen anfängt, ja es hofft wohl selbst bald

fertig zu werden, aber das ist leichtsinnig, denn die Arbeiter denken

anders darüber. Ich glaube, die haben anscheinend die Absicht, es

erst zur nächsten Regenszeit fertig zu stellen, sicher aber nicht vor

Juni. Ein kleines Küken ist darüber lebensmüde geworden und hat sich

in einen Farbentopf gestürzt. Ich wollte es noch retten, aber trotz

aller Wiederbelebungsversuche war es verloren. Ich fürchte, die Puten

gehen auch ein, trotz Aloepillen, Kur und Doktorei. Das weiße Schwein

überlegt sich, wo es den besten Speck ansetzen will; daß es fleißig

gemästet wird, scheint ihm sehr zu gefallen. Sobald Tom kommt, muß es

daran glauben. Es hat Reißen oder Gicht in den Hinterpfoten und kann

nicht mehr gehen.

Nun bin ich schon ein halbes Jahr hier und gottlob! trotz all der

Aufregung habe ich kein Fieber mehr gehabt, nachdem die Fieberbazillen,

die ich unten in so reichem Maße hineingeschluckt, abgewirtschaftet

hatten. Daß es hier so gesund ist, mag neben der Höhe auch an der

gleichmäßigen Temperatur liegen, die des Morgens zwischen 12 bis 16°,

mittags zwischen 20 bis 25°, abends zwischen 13 bis 15° schwankt; durch

Regen ist es manchmal mittags kühler.

Eine deutsche Frau im Innern Deutsch-Ostafrikas Elf Jahre nach Tagebuchblättern erzählt · 第 64 / 132 题