Gestern abend (ich entwickelte gerade Bilder) hatte ich noch die
Freude, Tom gesund wieder zu sehen. Es kam mir ganz unerwartet. Tom
war riesig vergnügt und erzählte seine Erlebnisse sehr amüsant. Bis
5 Uhr morgens durchmarschiert, im Walde versteckt gelagert, Brot und
Wurst gegessen, dann in der nächsten Nacht zu der Höhle und den Temben
geschlichen. Dort bis zur Morgendämmerung gelauert. Der Boy hatte
vergessen, während der Nacht etwas Tee zu kochen, also wieder nichts
Warmes, und dann auf dem Bauch zu den verschiedenen Temben gekrochen.
Sie sind so leise herangeschlichen, daß sie die Leute drinnen sprechen
hörten; endlich sind alle Temben umstellt, und Tom gibt das Zeichen,
daß jeder die Tür seiner Tembe öffnen lassen sollte. Er selbst war
bei der Haupttembe, wo sich folgende Szene abgespielt hat. Toms Leute
haben an die Türe geklopft und zunächst in der Wahehesprache gefordert,
sie möchten die Tür aufmachen, „sie seien Leute von Quawa“ -- keine
Antwort, darauf auf Kissangu, „sie seien Leute von Merere“, -- keine
Antwort, nun auf Suaheli, „sie seien Leute von bwana mkubwa“, worauf
sofort die Tür aufgemacht wurde. Es waren friedliche Menschen, die
uns treu gesinnt sind und Quawa fürchten. Tom ist sich ganz dumm
vorgekommen; soviel Anstrengung, um unschuldige Leute aus dem Schlaf
zu stören. Wäre Quawa darin gewesen, er hätte nicht entwischen können.
Hoffentlich gelingt es mit Quawa ein andermal. Tom ist aber sehr froh,
doch dagewesen zu sein, da er jetzt weiß, daß dort sichere Leute sitzen.