Der Abend schließt mit der Nachricht eines Überfalls und der Morgen
beginnt damit. Zur Nervenberuhigung spielten wir gestern vor dem
Schlafengehen noch Skat, als plötzlich ein schwarzes Gesicht und ein
Gewehr sich am offenen Fenster zeigten; ich erschrak nicht wenig,
aber der Soldatenkopf, der gleich darauf erschien, beruhigte mich
über des Negers Absicht. Er war der traurige Rest von den Postleuten,
die aus Langenburg am Nyassa-See die Post brachten, die andern waren
von einem Trupp Wahehe erschlagen worden. Die Bestätigung also der
gestrigen Nachricht Prinages war handgreiflich da; wir hatten schon
unsere Verwunderung geäußert, warum Quawa die Karawanenstraße nicht
beunruhige. Lasten von Langenburg sind hierher unterwegs; sie haben
Askaribegleitkommando bekommen und dürfen nicht weiter (desgleichen
Träger der Mission nach der Küste), da die nötigen Askaris zu den
Begleitkommandos fehlen. Es wird jetzt schon schwer, Träger und Boten
zu bekommen, sie wollen schon immer nicht mehr ohne Askaris gehen.
Heute morgen kam Nachricht, daß in der Tembe, dicht hinter der Mission
2 Stunden von hier, wo ich mit Tom auf Safari war und Tom einen Jumben
eingesetzt hatte, das Vieh weggetrieben und zwei Leute dabei erschlagen
worden seien. Der Jumbe ist gleich mit zwei Askaris und der Hälfte
seiner Leute dem Vieh nachgegangen; die andere Hälfte ist zu Quawa
übergelaufen. Mittags kam die Nachricht, daß drei Mann von Leuten
Quawas angeschossen seien. _Dr._ Stierling ging gleich herunter, auch
nur 1 Stunde von hier, und hat sie verbunden, morgen sollen sie auf die
Station gebracht werden. Als _Dr._ Stierling etwas lange ausblieb,
wieder große Sorge! Also bis dicht vor unsere Tür wagt sich Quawa! Das
Schlimme bei der Sache ist, daß die gutgesinnten Wahehe das Vertrauen
zu uns verlieren, wenn unsere Anhänger so vor der Nase weggeschlachtet
werden.