20. März 1897.

Tom wird wahrscheinlich Merere hier als Sultan einsetzen, um ihn mit

zu dem großen Schlag benutzen zu können. Seine Leute sollen sich hier

in der Nähe ansiedeln, damit sie an der Station einen Halt haben. Den

ganzen Tag starker Regen.

Vorgestern waren wir im Garten und freuten uns, wie hier alles gedeiht,

Weizen, Kartoffeln, alle Gemüsearten, sogar Rosenkohl, Salate,

Radieschen, Rettich haben angesetzt. Auch die von der katholischen

Missionsstation in Mrogoro geschenkten Apfelsinen-, Zitronen-

und Mangobäumchen setzen Triebe an. Mapera, Papayen und Bananen

selbstverständlich, auch das von Kisaki von uns mitgebrachte Gras und

der Kaktus.

Ein vorzüglicher Boden ist hier: als Fata Morgana sehe ich schon alles

mit Weißen besiedelt. So hatten wir im Garten einen Kohlkopf von 15

Pfund Gewicht. Rosen- und Kaffeebäumchen hat uns die Mission später

auch geschickt.

Heute kam die Nachricht, daß zwei Soldaten und sieben Träger

totgeschlagen seien auf dem Wege zu Kiwanga. Es ist furchtbar! Aber

wenn ich bedenke, wie uns die erste Mordtat aufregte, kann ich uns

beinahe gleichgültig der Nachricht gegenüber nennen. Nur ein Gedanke

steht jetzt im Vordergrund: wie ist dem Zustand abzuhelfen? Was wird

der nächste Tag bringen? Die Wahehe fördern immer neue Überraschungen

zutage!

Eine deutsche Frau im Innern Deutsch-Ostafrikas Elf Jahre nach Tagebuchblättern erzählt · 第 54 / 132 题