9. März 1897.

Unsere Sorge um Graf Fugger war, Gott sei Dank, umsonst; heute

nachmittag kam er unerwartet an. Er hat die verdächtige Gegend

gesäubert und bringt erbeutetes Vieh mit. Kaum sind wir dieser

Sorge enthoben, kommt eine neue Unglücksbotschaft: ein von Tom

eingesetzter Msagira, Schabruma, ist von einem früher ausgebrochenen

Kettengefangenen Jumba-Jumba, einem Halbbruder Quawas, ermordet worden.

Quawa sichert sich seinen Einfluß auf die Großen seines Landes mit

Energie: er schickt ihnen nachts einige ihm treu ergebene Anhänger zu,

die ihnen die Wahl lassen zwischen Tod oder Gefolgschaft. Nichts zeigt

übrigens so deutlich, daß wir es bei den Wahehe mit einem einigen,

von +einem+ Willen gelenkten +Volke+ zu tun haben und nicht bloß mit

einzelnen verbündeten Stämmen, als die Tatsache, daß es hier allerorten

gleichzeitig im Lande spukt: Quawas mächtige Hand macht sich überall

fühlbar, und all unser Denken und Sorgen, fast wie das einer Braut, die

stets nur den Geliebten im Sinne trägt, beschäftigt sich mit „Ihm“.

Eine deutsche Frau im Innern Deutsch-Ostafrikas Elf Jahre nach Tagebuchblättern erzählt · 第 45 / 132 题