Heute ist der zweite Mhehe gehängt worden, der einen unserer
Trägerführer am Ruaha ermordet hat. Mein Mann ließ diese durch die
traurige Notwendigkeit zur Unerläßlichkeit gewordene Hinrichtung
mit einer gewissen, auf die Gemüter der Eingeborenen wirksamen
Feierlichkeit ausführen: Sämtliche Wassagira aus Iringa mußten der
Exekution beiwohnen. Auch eine große schaulustige Menge hatte sich,
wie mir Tom nachher erzählte, zu dem traurigen Schauspiel eingefunden,
darunter sehr viele Frauen, welche Tom den Platz verlassen hieß. Die
Schaulust zeigte sich jedoch hier stärker als der sonst eingefleischte
Gehorsam, und erst als der Befehl durch Festnahme und Abführung eines
der Weiber gründlichen Nachdruck erhielt, bequemten sich die übrigen,
sich zu entfernen. Der Mörder ist so in sein Schicksal ergeben gewesen,
daß er den Kopf selbst in die Schlinge gesteckt hat. Ein Gnadenschuß,
den Tom bei solchen Exekutionen stets abgeben ließ, hatte den
sofortigen Tod des Verurteilten zur Folge. Das abschreckende Beispiel
einer solchen Hinrichtung ist um so nötiger, als auch einer unserer
Askaris, der seinerzeit bei dem anstrengenden Marsche hinter der
Kolonne zurückblieb, Meuchelmördern zum Opfer fiel. Die Täter sind noch
nicht entdeckt.
Von Quawa kamen zwei Leute, angeblich um sich zu unterwerfen; in
Wahrheit waren es Spione, die unsere Station auskundschaften wollten!
Sie verschwanden bald wieder, und Tom ließ sie durch Patrouillen
verfolgen.