Als Tom wieder abzog, hatte er starkes Fieber; noch habe ich keine
Nachricht von ihm, obwohl er besondere Leute für den Nachrichtendienst
mitnahm. O diese Ungewißheit; jetzt gilt es vor allem, sich die trüben
Gedanken, die aufregenden Vorstellungen von all den Gefahren fern zu
halten, die Tom jetzt drohen! Denn nichts ist gefährlicher als diese
Gemütserregungen, die meist heftige Fieberanfälle zur Folge haben
sollen. Um mich zu zerstreuen, bitte ich öfters den Zahlmeister zu
mir, auch der Lazarettgehilfe wird dann hinzugezogen, und da hilft
dann Kartenspiel, „Sechsundsechzig“, über manche Stunde der Einsamkeit
und der trüben Gedanken hinweg. Wir Europäer sind hier ganz besonders
aufeinander angewiesen. Wenn sonst mein Mann weg war, ist mir nie so
schwer zu Mute gewesen. Hier gilt es unsere ganze Zukunft, das Leben
meines geliebten Mannes, die Sorge lastet auf mir wie eine dunkle
Wolke.