III.

In den beiden vorstehenden Büchlein habe ich Hymnen für den täglichen

Gottesdienst und eigene für die hohen Feste zusammengestellt. Nun bleibt

mir noch übrig, zur Verherrlichung des himmlischen Königs und zur

gemeinsamen Erbauung der Gläubigen den Sitz der himmlischen Residenz mit

würdigen Lobeshymnen nach Kräften zu erheben. Mögen mich bei diesem Werke

die Verdienste derjenigen unterstützen, deren ruhmreiches Andenken ich

durch den bescheidenen Zoll meiner Lobpreisungen erhöhen möchte -- nach dem

Wort der Schrift: »Das Gedächtnis des Gerechten ermangelt nicht des Lobes«,

und wiederum: »Lasset uns preisen die Ruhmvollen« u. s. w.

Auch euch bitte ich, teure, Christo geweihte Schwestern, auf deren Flehen

hauptsächlich ich dies Werk in Angriff genommen habe: unterstützet mich

durch die Andacht eures Gebetes, denket an jenen frommen Gesetzgeber, der

mit seinem Gebet mehr ausrichtete, als das Volk mit dem Schwert. Und eure

Liebe wird sich reich erweisen in der Fülle des Gebetes, wenn ihr daran

denket, wie freigebig ich in Erfüllung eures Wunsches gewesen bin. Während

ich mich nach den schwachen Kräften meines Geistes mühte, das Lob der

göttlichen Gnade würdig zu singen, habe ich durch die Menge der Lieder zu

ersetzen gesucht, was ihnen an Schönheit des Ausdrucks abging, und so habe

ich für die nächtliche Feier jedes einzelnen Festes eigene Hymnen

gedichtet, während bisher nur Ein bestimmter Hymnus bei der Nachtfeier von

Festen und Feiertagen gesungen wurde.

Vier Hymnen also habe ich für jedes Fest so bestimmt, daß bei jeder der

drei nächtlichen Vigilien ein besonderer Hymnus gesungen werden kann, und

außerdem noch die Matutine ihren eigenen hat. Ferner habe ich die

Bestimmung getroffen, daß von diesen vier Hymnen bei der Vigilie zwei zu

einem Hymnus verbunden werden und die beiden andern in ähnlicher Weise bei

der Vesper am Festtage selbst gesungen werden können; oder daß sie je zwei

und zwei auf jede Vesper verteilt, und so der eine Hymnus mit den beiden

ersten Psalmen, der andere mit den beiden übrigen gesungen werden.

Dem Kreuz habe ich fünf Hymnen gewidmet, von denen der erste die

jedesmaligen Horen einleiten mag, indem er den Diakon auffordert, das Kreuz

vom Altar zu heben, es in die Mitte des Chors zu tragen und dort zur

Anbetung und Verehrung aufzustellen, so daß es über die ganze Zeit der

gottesdienstlichen Feier anwesend ist.

Briefwechsel zwischen Abaelard und Heloise, mit der Leidensgeschichte Abaelards · 第 14 / 17 题