In den beiden vorstehenden Büchlein habe ich Hymnen für den täglichen
Gottesdienst und eigene für die hohen Feste zusammengestellt. Nun bleibt
mir noch übrig, zur Verherrlichung des himmlischen Königs und zur
gemeinsamen Erbauung der Gläubigen den Sitz der himmlischen Residenz mit
würdigen Lobeshymnen nach Kräften zu erheben. Mögen mich bei diesem Werke
die Verdienste derjenigen unterstützen, deren ruhmreiches Andenken ich
durch den bescheidenen Zoll meiner Lobpreisungen erhöhen möchte -- nach dem
Wort der Schrift: »Das Gedächtnis des Gerechten ermangelt nicht des Lobes«,
und wiederum: »Lasset uns preisen die Ruhmvollen« u. s. w.
Auch euch bitte ich, teure, Christo geweihte Schwestern, auf deren Flehen
hauptsächlich ich dies Werk in Angriff genommen habe: unterstützet mich
durch die Andacht eures Gebetes, denket an jenen frommen Gesetzgeber, der
mit seinem Gebet mehr ausrichtete, als das Volk mit dem Schwert. Und eure
Liebe wird sich reich erweisen in der Fülle des Gebetes, wenn ihr daran
denket, wie freigebig ich in Erfüllung eures Wunsches gewesen bin. Während
ich mich nach den schwachen Kräften meines Geistes mühte, das Lob der
göttlichen Gnade würdig zu singen, habe ich durch die Menge der Lieder zu
ersetzen gesucht, was ihnen an Schönheit des Ausdrucks abging, und so habe
ich für die nächtliche Feier jedes einzelnen Festes eigene Hymnen
gedichtet, während bisher nur Ein bestimmter Hymnus bei der Nachtfeier von
Festen und Feiertagen gesungen wurde.
Vier Hymnen also habe ich für jedes Fest so bestimmt, daß bei jeder der
drei nächtlichen Vigilien ein besonderer Hymnus gesungen werden kann, und
außerdem noch die Matutine ihren eigenen hat. Ferner habe ich die
Bestimmung getroffen, daß von diesen vier Hymnen bei der Vigilie zwei zu
einem Hymnus verbunden werden und die beiden andern in ähnlicher Weise bei
der Vesper am Festtage selbst gesungen werden können; oder daß sie je zwei
und zwei auf jede Vesper verteilt, und so der eine Hymnus mit den beiden
ersten Psalmen, der andere mit den beiden übrigen gesungen werden.
Dem Kreuz habe ich fünf Hymnen gewidmet, von denen der erste die
jedesmaligen Horen einleiten mag, indem er den Diakon auffordert, das Kreuz
vom Altar zu heben, es in die Mitte des Chors zu tragen und dort zur
Anbetung und Verehrung aufzustellen, so daß es über die ganze Zeit der
gottesdienstlichen Feier anwesend ist.