Dr. +Klemm+[67] hat für die Abstufung der Löschpapiere nach ihrer
Saugfähigkeit folgende Einteilung in Vorschlag gebracht:
+Saughöhe nach 10 Min.+ +Saugfähigkeit.+
weniger als 20 mm +ungenügend+
20-40 mm +schwach+
41-60 „ +mittel+
61-90 „ +groß+
mehr als 90 mm +sehr groß+.
In Verbraucherkreisen zeigt sich vielfach eine besondere Vorliebe für
ausländische, namentlich englische Löschpapiere, die sachlich nicht
begründet ist. Zahlreiche Versuche[68] haben gezeigt, daß man nicht
nach ausländischen Erzeugnissen zu greifen braucht, um einer großen
Löschfähigkeit sicher zu sein; es gibt zur Genüge deutsche Fabrikate,
die den höchsten in dieser Hinsicht zu stellenden Anforderungen
genügen.
[66] Das von +Favier+ vorgeschlagene Verfahren, die Löschfähigkeit
von der Fläche aus zu bestimmen, hat sich nicht als brauchbar
erwiesen. (Vergl. Mitt. a. d. techn. Vers. Anst. 1896, S. 46.)
[67] Papier-Industriekalender.
[68] Mitt. a. d. techn. Vers. Anst. 1896, S. 46.
Prüfung von Filtrierpapier.
Bei der Beurteilung eines Filtrierpapiers spielt die Geschwindigkeit,
mit der Flüssigkeiten durchlaufen, eine hervorragende Rolle;
unter sonst gleichen Umständen wird das Papier um so wertvoller
sein, je schneller das Durchlaufen erfolgt. Diese Eigenschaft des
Filtrierpapiers kann man zahlenmäßig zum Ausdruck bringen, indem
man die Zeit bestimmt, die eine bestimmte Menge Wasser braucht, um
unter einem bestimmten Druck durch eine bestimmte Fläche des Papiers
hindurchzulaufen. Meist geht man so zu Werke, daß man Filter von
bestimmter Größe in Trichter von bestimmtem Winkel legt und eine
bestimmte Wassermenge auf das Filter bringt. Bei diesem Vorgehen sind
aber die Versuchsbedingungen nicht immer die gleichen; die wirkende
Fläche des Filters ist nicht immer gleich groß, der Wasserdruck
schwankt, und außerdem kann das Ergebnis durch Nebenumstände (z. B.
Saugwirkungen) beeinflußt werden.
Bei dem nachstehenden, in der Versuchsanstalt unter Zugrundelegung des
+Mariotte+schen Prinzips gebauten Apparat werden diese Fehlerquellen
vermieden.
Beschreibung des Apparates.
Die Hauptteile und die Wirkungsweise des Apparates sind aus Fig. 65 zu
ersehen.
Ein oben und unten offenes Glasrohr _G_ ist unten in eine Messinghülse
_M_ eingekittet. Oben ist eine mit 2 Bohrungen versehene Messingkappe
_N_ luftdicht aufgekittet; durch die eine Öffnung geht ein Trichterrohr
_T_, durch die andere ein mit einem Hahn _H_ versehenes Glasrohr.
Das so durch das Glasrohr _G_ gebildete Gefäß steht durch das mit einem
Dreiwegehahn _D_ versehene Rohr _R_ mit dem aus Messing gefertigten
Filtrierzylinder _F_ in Verbindung; der obere abnehmbare und mit der
Ablaufrinne _A_ versehene Teil _E_ des Zylinders kann durch Schrauben
mit dem unteren Teil verbunden werden. Zwischen _F_ und _E_ wird das
zu prüfende Papier eingespannt; das aus _E_ durch die Ablaufrinne _A_
ablaufende Wasser wird in dem Kolben _K_ aufgefangen und gemessen.
Versuchsausführung.
Aus dem zu prüfenden Papier werden zunächst kreisrunde Stücke von
etwa 5 cm Durchmesser, wenn möglich je eins aus 10 verschiedenen
Bogen, entnommen. Man entfernt dann _E_ von _F_, stellt _D_ so, daß
durch _R_ kein Wasser abfließen kann, öffnet _H_ und gießt durch _T_
+destilliertes, vor dem Gebrauch stark ausgekochtes Wasser+ von etwa
20° C. in _G_; nach beendigter Füllung wird _H_ wieder geschlossen.
Dann wird _D_ so gestellt, daß langsam Wasser in den unteren Teil des
Filtrierzylinders tritt; ist dieser gefüllt und zwar so weit, daß
die Wasserkuppe über den oberen Rand von _F_ hervorragt, so stellt
man den Wasserzufluß bei _D_ ab und legt eins der 10 Blätter auf den
abgeflachten Rand von _F_; hierauf wird _E_ aufgesetzt, fest auf _F_
geschraubt und dann durch Drehen von _D_ die Verbindung von _G_ mit _F_
wieder hergestellt. Das Wasser dringt nun durch das Papier, füllt _E_
und läuft dann durch _A_ in den Kolben _K_. Man kann nun bestimmen,
innerhalb welcher Zeit eine bestimmte Menge Wasser (z. B. 100 ccm)
durch das Papier hindurch geht.
[Illustration: Fig. 65.