Trockengläschen.]

+Heyse+[26] hat eine Veraschungsvorrichtung vorgeschlagen unter

Verwendung eines Porzellantiegels mit durchlochtem Deckel. Durch

das Loch ragt ein mit einer feinen Öffnung versehenes hartgelötetes

Kupferrohr mit Platinspitze, durch welches während des Veraschens mit

Hilfe eines Gummiballes Luft in den Tiegel geblasen wird. Hierdurch

wird der Verbrennungsprozeß wesentlich beschleunigt. Beim Einblasen der

Luft muß man natürlich vorsichtig zu Werke gehen, da sonst leicht Asche

aus dem Tiegel fortgeblasen werden kann.

Es folgt nunmehr die qualitative Bestimmung des in der Asche

enthaltenen Füllstoffes, deren Erörterung indessen außer dem

Bereich dieser Anleitung liegt; es soll hier nur der Grund kurz

angegeben werden, weshalb eine qualitative Analyse zu einer genauen

Aschenuntersuchung erforderlich ist.

Bei der Veraschung finden mit den im Papier vorhandenen mineralischen

Füllstoffen infolge des Glühens mehr oder weniger weitgreifende

chemische Veränderungen statt, indem teilweise Bestandteile

ausgetrieben, teilweise Füllstoffe in andere Verbindungen übergeführt

werden; es sei hierfür nur ein Beispiel erwähnt.

Angenommen, es wäre einem Papierstoff Gips zugesetzt, wasserhaltiger

schwefelsaurer Kalk, von der Zusammensetzung CaSO_{4} + 2 H_{2}O.

Dieser Körper gibt beim Glühen sein Wasser ab, und in der Asche

bleibt nur wasserfreier schwefelsaurer Kalk (CaSO_{4}) zurück.

Unter Zugrundelegung der angegebenen Formel ergibt sich, daß 172

Gewichtsteile Gips 136 Gewichtsteile schwefelsauren Kalk hinterlassen.

Somit hat man einen Glühverlust von rund 21%, der in Rechnung zu ziehen

ist durch Erhöhung des gefundenen Aschengehaltes um rund 26%.

Außerdem kann ein Teil des Gipses bei ungenügendem Luftzutritt während

der Veraschung in Calciumsulfid übergeführt werden, wodurch ein

weiterer Verlust entsteht.

[26] Wochenblatt für Papierfabrikation 1899, S. 239.

Mikroskopische Untersuchung.

Die Aufgabe der mikroskopischen Papierprüfung besteht hauptsächlich

darin, die Art der Fasern zu bestimmen, aus denen ein Papier

hergestellt ist; in zweiter Linie soll sie Aufschluß darüber geben,

in welchem Zustand sich die Fasern befinden und in welchen Mengen

sie vorhanden sind, soweit sich letzteres durch Abschätzung des

mikroskopischen Bildes im Vergleich mit Mischungen von bekannter

Zusammensetzung beurteilen läßt.

Durch Anwendung von Jodlösungen verschiedener Art gelingt es, die

Papierfasern in Gruppen zu trennen, die das Auge leicht durch ihre

verschiedene Färbung unterscheiden kann. Innerhalb dieser Gruppen

wiederum Unterschiede durch Färbung hervorzurufen, ist trotz aller

Versuche bisher nicht gelungen. Eine sichere Kenntnis des Baues der

Fasern bleibt daher ein unbedingtes Erfordernis zu ihrer Erkennung. Der

Bau der Zelle gibt hierzu Anhaltspunkte, obschon diese nicht immer so

sicher sind, daß Verwechselungen einzelner Fasern ausgeschlossen wären.

Vorbereitung des Papiers.

Das Papier als solches ist zum Mikroskopieren nicht ohne weiteres

geeignet. Stellenweise wird vorgeschrieben, ein kleines Stück des

zu untersuchenden Papiers auf dem Objektglase in einem Tropfen

Wasser, Glycerin o. a. mit Präpariernadeln zu zerfasern und unter dem

Mikroskope zu betrachten; diese Methode ist roh und unvollkommen, weil

die neben den Fasern im Papier vorhandenen Körper, wie Leim, Stärke,

Füllstoffe u. s. w., den Bau der Zelle verdecken und ihr Erkennen

erschweren. Um diese der Untersuchung hinderlichen Bestandteile zu

entfernen, ist es erforderlich, das Papier zunächst in ganz verdünnter

Natron- oder Kalilauge zu kochen.

Zur Erlangung einer guten Durchschnittsprobe entnimmt man, am besten

aus verschiedenen Bogen, kleine Stücke des zu untersuchenden

Materials, übergießt sie in einer Porzellanschale mit einer geringen

Menge etwa 5prozentiger Natronlauge, läßt diese einige Zeit einwirken,

fügt dann Wasser hinzu und erhitzt das Ganze zum Kochen. Schon

bei diesem Kochen verrät sich die Anwesenheit eines Faserstoffes,

nämlich die des Holzschliffes. Holzschliffhaltiges Papier färbt sich

erbsengelb, während holzschlifffreies Papier im Aussehen unverändert

bleibt.

Man kocht ungefähr eine Viertelstunde und rührt dabei häufig mit

einem Glasstabe um; Papiere aus geringerem Material verlieren hierbei

ihren Zusammenhang ziemlich leicht und liefern eine breiige Masse,

während festere Papiere sich erst nach längerem Rühren zerfasern. Ist

das Kochen beendet, so bringt man das Ganze in einen unten durch ein

feinmaschiges Sieb verschlossenen Spültrichter von nebenstehender Form

(Fig. 29) und gießt Wasser über die darin befindliche Masse, um die den

Fasern anhaftende Lauge zu entfernen.

[Illustration: Fig. 29.

Papierprüfung: Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier · 第 41 / 90 题