Glasröhrchen und Platinnetz zum Veraschen.]

Da sich die Platinnetze beim Gebrauch häufig verbiegen und

zusammendrücken und die Asche sich dann schwer aus ihnen entfernen

läßt, so weitet man sie von Zeit zu Zeit dadurch wieder auf, daß man

sie über einen entsprechend starken Holzstab zieht. Das Röhrchen,

welches jetzt die Asche des Papiers enthält, wird nunmehr auf die obere

Wagschale gelegt und das Grammgewicht, welches beim Abwägen des Papiers

von der Schale fortgenommen wurde, auf diese zurückgebracht.

Die Zunge der Wage wird nun naturgemäß nach der Seite der beiden

Wagschalen zu ausschlagen, und zwar um so mehr, je größer das Gewicht

der Asche ist. Um dieses zu bestimmen, entfernt man von den kleinen

Gewichten allmählich so viel, daß der Ausschlag der Zunge nach beiden

Seiten des Nullstriches gleich groß ist. Die Summe dieser Gewichte

ergibt das Gewicht der Asche; in Centigrammen ausgedrückt, bedeutet sie

den Prozentgehalt des Papiers an unverbrennlichen Bestandteilen. Wären

beispielsweise behufs Herstellung des Gleichgewichtes der Wage nach dem

Auflegen des Röhrchens mit der Asche 11 cg heruntergenommen worden,

so hätten 1 g oder 100 cg Papier 11 cg unverbrennliche Bestandteile

hinterlassen, d. h. das Papier würde 11% Asche enthalten.

Es erübrigt noch zu bemerken, daß Bruchteile von Centigrammen an dem

Ausschlagen auf der Teilung abgelesen werden; die Wagen sind meist so

gebaut, daß ein Ausschlag von zwei Teilstrichen einer Belastung von

1 cg entspricht; auf diese Weise läßt sich also der Aschengehalt auf

Viertelprozente genau ablesen.

Handelt es sich darum, genauere Angaben als diese über die im

Papier enthaltenen Füllstoffe zu erhalten, so reichen die beiden

beschriebenen Wagen für die Bestimmung nicht mehr aus und es muß eine

quantitative Bestimmung mit Hilfe der chemischen Wage vorgenommen

werden.

Hierbei ist dann auch die im Papier enthaltene Feuchtigkeit zu

berücksichtigen, welche bei den eben erwähnten Methoden wegen des

geringen Einflusses, den sie auf das Endergebnis ausübt, nicht in

Betracht gezogen ist.

Um den Feuchtigkeitsgehalt im Papier zu bestimmen, werden ungefähr 1-2

g in ein Trockengläschen gebracht, wie es Fig. 28 zeigt; dieses wird

dann ohne Deckel in einem Luftbad 30 Minuten lang auf ungefähr 105° C.

bis zum gleichbleibenden Gewicht erhitzt.

Nach Abzug des Gewichtes der Trockenflasche erhält man das Gewicht des

Papiers.

Das getrocknete Papier wird darauf, auf eine Platinnadel gespießt

oder mit einem Platindraht umwickelt, verbrannt und der Rückstand in

einem kleinen Porzellan- oder Platintiegel so lange geglüht, bis zwei

aufeinanderfolgende Wägungen dasselbe Ergebnis liefern. Beim Glühen

stellt man den Tiegel schräg und legt den Deckel schräg gegen die

Tiegelöffnung, damit die Luft besser hinzutreten kann.

Aus dem Gewicht des Papiers und des Rückstandes läßt sich dann der

Aschengehalt in Prozenten berechnen.

[Illustration: Fig. 28.

Papierprüfung: Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier · 第 40 / 90 题