Spültrichter.]

Der Brei wird dann in eine weithalsige, mit Glasstopfen versehene

Flasche gebracht, deren Boden etwa 2 cm hoch mit kleinen Granaten

bedeckt und die außerdem etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Die

weitere Zerfaserung wird nun dadurch bewirkt, daß die Flasche kräftig

geschüttelt wird, bis die Stoffklumpen verschwunden sind und ein

gleichmäßiger dünner Brei entstanden ist. Der so erhaltene Ganzstoff

wird mittels des erwähnten Siebtrichters abfiltriert und aus dem Brei

dann das Material für die mikroskopischen Präparate entnommen.

Man erhält auf diese Weise klare mikroskopische Bilder, da die Fasern

durch den Kochprozeß von allen Stoffen befreit sind, die ihren Bau

verdecken und die mikroskopische Untersuchung erschweren; ferner läßt

sich der gewonnene Brei bequem präparieren und schließlich stellt die

erhaltene breiige Masse eine gute Durchschnittsprobe dar.

Der Wasserzusatz in der Schüttelflasche hat einerseits den Zweck, die

Beweglichkeit des Stoffes zu erhöhen und die Fasern der Einwirkung

der Granaten leichter zugänglich zu machen, andererseits dient er

dazu, eine zu starke Einwirkung zu verhindern; nimmt man zu wenig

Wasser, so kann es vorkommen, daß die Fasern durch das Schütteln so

stark angegriffen werden, daß sie im mikroskopischen Bilde entstellt

erscheinen. Dieser Fall wird besonders dann eintreten, wenn man bei

wenig Brei und wenig Wasser sehr lange und kräftig schüttelt. Aber

auch bei hinreichendem Wasserzusatz ist das Schütteln nur so lange

fortzusetzen, bis die klumpigen Massen zerteilt sind.

Bei Beobachtung dieser Vorsicht hat man keine störende Veränderung im

Zustande der Fasern zu befürchten.

Sehr bequem ist, besonders bei kleinen Proben und sehr festem Papier,

die Vorbereitung im Reagensglase ohne Verwendung von Granaten. Man

kocht die Probe mehrere Minuten mit einer etwa 5prozentigen Lauge,

kühlt etwas ab, verschließt die Mündung des Röhrchens mit dem Daumen

und schüttelt so lange, bis vollständige Zerfaserung eingetreten ist.

Der Inhalt des Röhrchens wird dann auf ein kleines Sieb gebracht und

die zurückbleibende Fasermasse, nachdem sie mit Wasser gewaschen ist,

zur Herstellung der mikroskopischen Präparate benutzt.

Die Reinigung der Schüttelflaschen, der Siebtrichter und

Porzellanschalen wird am besten gleich nach dem Gebrauch vorgenommen,

oder man stellt die benutzten Gegenstände (die Schüttelflaschen

geöffnet) in ein großes Gefäß mit Wasser, damit die Faserreste nicht

antrocknen. Die Schüttelflasche wird behufs Reinigung zur Hälfte mit

Wasser gefüllt, tüchtig durchgeschüttelt, wieder entleert und so

weiterbehandelt, bis in dem über den Granaten stehenden Wasser keine

Fasern mehr bemerkt werden; auch ganz vereinzelte Fasern sind in dem

Wasser deutlich sichtbar.

Pappen und Preßspäne, welche beim Kochen mit Lauge nur schwer

erweichen, spaltet man vorher in dünne Blätter, um sie der Einwirkung

der Lauge leichter zugänglich zu machen. In solchen Fällen leistet

außerdem ein mechanisches Rührwerk, das sich z. B. leicht mit der

kleinen +Raabe+schen Turbine antreiben läßt, gute Dienste.

Gefärbte Papiere werden im allgemeinen nicht anders behandelt

als ungefärbte. Die Farbe wird häufig schon durch den Kochprozeß

vollständig zerstört oder so umgewandelt, daß sie bei der Untersuchung

nicht hindert; auch bei widerstandsfähigeren Farben pflegt die

mikroskopische Untersuchung von gefärbtem Papierbrei im allgemeinen

nicht größere Schwierigkeiten zu machen als das Mikroskopieren von

ungefärbtem Brei. Eine besondere Behandlung des Papiers oder des

Breies zur Entfernung des Farbstoffes ist nur dann erforderlich, wenn

die Farbe so dunkel ist, daß sie den Bau der Faser verdeckt. Als

Farbstoff lösende oder zerstörende Mittel kommen hauptsächlich Alkohol,

Salzsäure, Salpetersäure und Chlorkalk in Betracht. Ein Verfahren,

das in allen Fällen zum Ziel führt, kann nicht angegeben werden, da

es in jedem Fall von der chemischen Natur des verwendeten Farbstoffes

abhängig ist.

Nicht geleimte Papiere, Löschpapiere, Filtrierpapiere, Halbstoffe

u. s. w. lassen sich schon mit Wasser zerkochen. Indessen tut man gut,

auch in diesen Fällen etwas Lauge hinzuzufügen, da hierdurch bessere

Färbungen und klarere mikroskopische Bilder erzielt werden. Nur bei

wollhaltigen Papieren (Kalanderpapier, Schrenzpapier, Dachpappe

u. s. w.) ist Lauge ganz zu vermeiden, da Wolle von Natronlauge

aufgelöst wird.

Herstellung der Präparate.

Wie schon erwähnt, wird das Erkennen der Fasern durch Anwendung

geeigneter färbender Lösungen wesentlich erleichtert; als solche kommen

vorzugsweise eine Jod-Jodkaliumlösung und eine Chlorzinkjodlösung von

bestimmter nachstehend angegebener Zusammensetzung in Betracht.

1. +Jod-Jodkaliumlösung.+

Wasser 20 ccm

Jodkalium 2 g

Jod 1,15 „

Glycerin 2 ccm

Papierprüfung: Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier · 第 42 / 90 题