Veraschungs-Gestell.]

Einen Verlust hat man während dieses Umdrehens und auch bei dem ganzen

Versuch nicht zu befürchten, da die Asche auch bei den feineren

Papieren in sich zusammenhält. Man kann nun allerdings der Asche nicht

ohne weiteres ansehen, wann sie vollständig ausgeglüht und alles

Organische verbrannt ist. Meist wird dies der Fall sein, wenn nach dem

Entfernen der Flamme in dem Rückstand Glimmen nicht mehr zu bemerken

ist. Sieht man noch Teile der Asche weiter glimmen, besonders wenn man

mit der Hand vorsichtig etwas Luft dagegen fächelt, so ist dies ein

Beweis dafür, daß noch unverbrannte Kohleteilchen vorhanden sind; das

Glühen muß sodann fortgesetzt werden, bis diese Erscheinung nicht mehr

auftritt.

Die Asche erscheint alsdann als eine weiße bis weißgraue Masse,

vorausgesetzt, daß das verwendete Papier nicht mit einem farbigen,

unorganischen Farbstoff gefärbt war, der auch in der Glühhitze seine

Farbe nicht verliert.

Nach dem vollständigen Erkalten bringt man das Netz mit seinem

Inhalt in das Gehänge der Wage und liest ab, über welchem Teilstrich

der Zeiger spielt; die Zahl der angezeigten Centigramme gibt den

Aschengehalt des Papiers in Prozenten an.

Zahlreiche Vergleichsversuche, die mit Hilfe einer chemischen Wage

angestellt wurden, ergaben als größten Fehler der Postschen Aschenwage

0,23%, so daß sie für praktische Zwecke als vollkommen genügend

bezeichnet werden kann. Auf zwei kleine Fehlerquellen, die sie in sich

birgt, wird später noch eingegangen.

Hat man den Aschengehalt durch Ablesen an der Teilung festgestellt, so

muß man sich überzeugen, ob die Veraschung vollständig durchgeführt

ist; denn häufig sieht der Rückstand sehr weiß aus und glimmt auch nach

dem Entfernen der Flamme nicht mehr nach, und dennoch befinden sich

im Innern noch Kohleteilchen, bis zu denen keine atmosphärische Luft

gedrungen ist und welche aus diesem Grunde nicht verbrennen konnten.

Man drückt deshalb nach dem Ablesen die Asche auf einem Papierblatt

mit Hilfe eines Glasstabes auseinander; finden sich im Innern noch

schwarze, unverbrannte Teile vor, so ist der Versuch als verfehlt zu

betrachten und es muß ein anderer ausgeführt werden.

Von den beiden Fehlerquellen, die oben kurz erwähnt wurden, steckt die

eine in dem Platinnetz, die andere in dem an dem Netz befindlichen

Griff aus Messing.

Dadurch, daß der Platindraht in der Glühhitze mit der Kohle aus dem

Papier zusammenkommt, entsteht eine Verbindung des Platins mit dem

Kohlenstoff, das sogenannte +Kohlenstoffplatin+, das sich in der

Glühhitze verflüchtigt.

Das Platinnetz wird also während des Versuches leichter.

Ein Netz, welches in der Versuchsanstalt gebraucht wurde und welches

ursprünglich 16,566 g schwer war, wog nach 74 Veraschungen nur noch

16,142; es hatte demnach 0,424 g oder 2,6% seines Anfangsgewichtes

verloren.

Die Zerstörung des Platinnetzes geht schließlich so weit, daß die

ursprünglich etwa 1 mm starken Drähte haardünn werden und das Netz

durch ein neues ersetzt werden muß.

Die andere Fehlerquelle liegt, wie schon erwähnt, in dem Messinggriff

des Netzes; beim Erhitzen des Papiers entstehen im Innern, wo die Luft

nicht sofort zutreten kann, Produkte der trockenen Destillation; diese

Kohlenwasserstoffe schlagen sich an dem kälteren Griff zum Teil nieder

und bilden hier eine schwarze, kohlige, schwer zu entfernende Masse.

Der Metallgriff wird also während des Versuches schwerer und hebt mehr

oder weniger den durch das Platinnetz verursachten Fehler wieder auf.

Diese beiden Unzuträglichkeiten sind bei der +Reimann+schen Aschenwage

vermieden.

Reimanns Aschenwage.

Der eine Arm des Wagebalkens ist mit einem Gewicht aus einem Stück

gearbeitet (Fig. 26); der andere trägt zwei Wagschalen, von denen

die obere zum Auflegen eines Glasröhrchens (Fig. 27), die untere für

Gewichte bestimmt ist. Da die Wage ohne Glasrohr bei einer Belastung

von 21 g sich im Gleichgewicht befindet, so wähle man das Röhrchen

so aus, daß es dem Gewicht von etwa 19 g nahe kommt, ohne jedoch

diese Grenze zu überschreiten. Auf die untere Wagschale bringt man an

Gewichten 2 g und zwar ein Grammgewicht als solches und den Rest in

Deci- und Centigrammstücken. Eine etwaige Differenz gleicht man auf

der unteren Wagschale mit kleinen Metallstückchen sowie mittels der zu

diesem Zweck angebrachten Schraube _R_ aus.

[Illustration: Fig. 26.

Papierprüfung: Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier · 第 38 / 90 题