Postsche Aschenwage.]

Auf 2 horizontal gelagerten Stahlplatten _P_ (Fig. 24) liegt der Hebel

_H_ mit einer Stahlschneide _S_ auf; das eine Ende desselben bildet

den Zeiger _Z_, an dem anderen ist eine Stahlschneide eingelassen,

auf welche das Gehänge _G_ aufgelegt ist; in diesem Gehänge liegt das

Platindrahtnetz _D_, in welchem die Veraschung des Papiers vorgenommen

wird; der Zeiger _Z_ spielt über einer Teilung von 0-150; jeder

Teilstrich entspricht einem Belastungszuwachs von 1 Centigramm.

Durch Niederdrücken des Hebels _A_ kann der ganze Hebel _H_ nebst dem

daran befindlichen Gehänge von den Platten _P_ abgehoben und so die

Wage festgestellt werden; auch dient _A_ dazu, heftige Schwingungen des

Zeigers, die beim Auflegen von Papier auf das Gehänge entstehen können,

zu mäßigen.

Beim Wägen muß selbstverständlich der Hebel _H_ so liegen, daß er die

Walze, in welcher die Schneide _S_ eingelassen ist, nicht berührt.

Mit Hilfe der Schraube _Sch_ wird die Wage so aufgestellt, daß bei

eingelegtem Drahtnetz der Zeiger sich auf den Nullpunkt der Teilung

einstellt.

Man stelle die Wage so, daß sie vor Erschütterungen möglichst geschützt

ist, am besten auf ein Konsol, das an einer Tragewand angebracht ist;

ist ein solches nicht zu haben, so vermeide man wenigstens ein häufiges

Wechseln des Standortes der Wage.

Der Versuch selbst geht in folgender Weise vor sich.

Sobald der Zeiger bei eingelegtem Drahtnetz auf Null einspielt, legt

man in das Gehänge einen Streifen Papier, der nicht ganz die Breite des

Drahtnetzes besitzt, damit er nach dem Zusammenrollen gut in dasselbe

hineingeht.

Zur Verwendung gelangt eine Papiermasse von dem Gewicht 1 g, weil

dann das Gewicht der Asche, in Centigrammen abgelesen, direkt den

Prozentgehalt bedeutet.

Geht der Zeiger der Wage nach dem Auflegen des Papierstreifens über

den Teilstrich 100 hinaus, so reißt man so lange kleine Stückchen von

dem Streifen ab, bis der Zeiger auf 100 einspielt; steht er mit dem

aufgelegten Papier unter 100, so fügt man nach und nach geringe Mengen

Papier hinzu, bis das Gewicht von 100 Centigramm voll ist.

Das nunmehr im Gehänge befindliche Papier wird darauf fest

zusammengerollt und in das Platindrahtnetz geschoben, in welchem es

verbrannt wird.

Die Verbrennung geschieht am besten durch Gas mit Hilfe eines

Bunsenschen Brenners, welcher einen fächerförmigen Aufsatz trägt (Fig.

25). Durch diesen Aufsatz erzielt man eine Flamme, welche das ganze

Drahtnetz gleichzeitig umspielt und zum Glühen bringt, während man bei

Anwendung eines einfachen Brenners ohne Aufsatz die Flamme von Zeit zu

Zeit verschieben muß, um alle Teile des Papiers in dieselbe zu bringen.

Steht Gas für diesen Versuch nicht zur Verfügung, so muß man sich mit

einer kräftigen Spiritusflamme begnügen, mit der man seinen Zweck

ebenso vollkommen, jedoch erst nach längerem Glühen erreicht.

Bei Anwendung von Gas ist der Versuch in längstens 10 Minuten beendigt.

Zum Auflegen des Drahtnetzes während der Veraschung bedient man

sich zweckmäßig einer Vorrichtung, wie sie in Fig. 25 dargestellt

ist. An einem Gestell _St_ befinden sich zwei durch Schrauben

festzulegende Gabeln _G_, welche in der dem Brenner entsprechenden

Höhe festgeschraubt werden. Die Drahtstangen der Gabeln sind mit

Porzellanröhrchen belegt, um eine Berührung des Platinnetzes mit dem

Eisendraht zu verhindern. Während des Versuches drehe man das Netz

häufiger, so daß die untere Seite auch nach oben zu liegen kommt, weil

die Verbrennung in dem dem Brenner zugekehrten Teile des Netzes nicht

so vollkommen ist wie oben.

[Illustration: Fig. 25.

Papierprüfung: Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier · 第 37 / 90 题