Die untere Seite des Papiers saugt, während sie mit dem Wasser in
Berührung ist, Feuchtigkeit auf und die Fasern quellen; nun legen sich
die Fasern, wie schon erwähnt, auf dem Siebe vorzugsweise parallel zur
Richtung des Maschinenlaufes, und da die einzelne Faser quer zu ihrer
Längsachse die größte Quellungsfähigkeit besitzt, so wird das Bestreben
der unteren Faserschicht sich auszudehnen, quer zur Maschinenrichtung
größer sein als in der Längsrichtung, und dies dürfte die Ursache des
Aufrollens der Ränder sein.
Die vorzugsweise Lagerung der Fasern in der Richtung des
Maschinenlaufes ist übrigens bei vielen Papieren mit bloßem Auge zu
erkennen, wenn man den Bogen schräg gegen das Licht hält, und ein
geübter Beobachter kann oft schon auf diese Weise erkennen, wie das
Papier auf der Maschine gelaufen ist.
Eine noch einfachere Methode zur Bestimmung der Maschinenrichtung ist
von +Nickel+ vorgeschlagen worden und besteht darin, daß man zwei
Streifen von gleichen Abmessungen aus den beiden in Frage kommenden
Richtungen so aufeinanderlegt, daß sie sich decken. Faßt man sie nun an
dem einen Ende mit Daumen und Zeigefinger und läßt das andere Ende frei
herunterhängen, so werden sie entweder aufeinanderliegen (Fig. 2a),
oder auseinanderklaffen (Fig. 2b). Im ersten Fall ist der untere, im
zweiten der obere Streifen der aus der Maschinenrichtung.
Die Erklärung dieser Erscheinung dürfte auch hier durch die Lagerung
der Fasern gegeben sein; bei dem aus der Maschinenrichtung herrührenden
Streifen liegen mehr Fasern mit ihrer Längsachse parallel zum Streifen
als bei dem Streifen aus der Querrichtung; die Folge davon wird sein,
daß sich ersterer beim Überhängen weniger durchbiegt als der letztere.
[Illustration:
Fig. 2a. Fig. 2b.