Zu Blatt 10. $Die Scheidebank.$

Hier sehen wir die bergmännische Jugend versammelt, Jungen vom 14. Jahre

an. Sie scheiden mit der Hand die reicheren Erze vom tauben Gestein,

mit dem es in der Grube auf den Erzgängen bricht. Der Scheidesteiger

belehrt und beaufsichtigt sie, doch benutzen sie dennoch jeden

unbeobachteten Augenblick zu muthwilligen Ausbrüchen, welche sie dann

mit den sogenannten Vogelpolzen, eine vieltheilige Peitsche, deren Enden

mit Knoten versehen sind, durch einige Schläge büssen müssen. Es ist

ein eigenthümlich lebendiger Anblick, vielleicht fünfzig solche Jungen

in emsiger Arbeit begriffen zu sehen, wobei es, wenn sie nicht Takt im

Schlagen halten, einen betäubenden Lärm giebt.

Album für Freunde des Bergbaues, enthaltend eine Folge von vierzehn bildlichen Darstellungen aus dem Berufsleben des Berg- und Hüttenmannes. · 第 14 / 18 题