Der große Palast seines Gastfreundes war wie ausgestorben, denn der
Vater Emilios war nur für einige Tage zum Empfange seines Sohnes nach
Rom gekommen; er hatte ihn in feierlicher Audienz beim Papste vorgeführt
und war dann wieder auf sein Sommerschloß zurückgekehrt, indes Emilio
noch in Rom seine Angelegenheiten ordnete. Das alles erfuhr Riccardo am
Abend, da die beiden Kameraden, von einem aufmerksamen Kammerdiener
trefflich bedient, bei einer Flasche edlen Weines ihr Abendmahl hielten
und Erinnerungen auffrischten. Sie sprachen über gemeinsame Bekannte,
über die Aussichten des nächsten Frühjahrs und seiner Unternehmungen,
und Riccardo schien wieder der lebensfrohe und gute Offizier, wie ihn
seine Kameraden liebten und schätzten. Er war angeregt und fast heiter,
und als gar da Spada den Namen Palma erwähnte, der Riccardo plötzlich
still gemacht hatte, und davon sprach, daß die Palma die Nachbarn seiner
Eltern in Bosco rado seien, da wurde Riccardo fast übermütig in seiner
Freude, er erhob das Glas und leerte es, er ließ sich von dem gern
bereiten Emilio immer wieder von der Schönheit Francescas, der jungen
Gräfin und Schwester Ermetes, vorschwärmen und war schon ganz bereit,
mit seinem Kameraden und lieben Freunde Emilio gleich am zweitnächsten
Tage in die Berge zu reiten. Denn der Wein war gut und rollte wie Feuer
durch seine Adern.
»Schade, daß Ermete nicht zu Hause ist, bitterschade!« sagte Emilio,
»jeder Tag wäre zu einem Feste geworden!«
»Ja, bitterschade!« wiederholte Riccardo; er war ernst geworden. »Den
hätte ich gern gesehen! Sie haben in Genua viel von ihm gesprochen!«
»Und sicher nur Gutes!« rühmte Emilio. »Die Männer lieben ihn und mit
den Weibern versteht es keiner wie er! Den müßtest du kennen lernen,
Riccardo, und wenn das Glück es gut meint, kommt er früher heim, als
seine Eltern glauben. Mit dem würdest du bald Freund sein, ihr paßt
zusammen!«
Da war Riccardo von seinem Sessel aufgesprungen, er glaubte seinen
Schwertgriff in den Händen zu halten und schwang doch das Weinglas, daß
der rote Wein blutig über seine Hand spritzte. Er wollte etwas
Furchtbares sagen, seine Augen funkelten, aber es gelang ihm nicht, und
er sank hilflos und verloren lachend in seinen Sessel zurück.
Da brachte ihn Beppino zu Bette.