»Aus Ostrau,« erwiederte Anton schnell das Haupt erhebend. Das Verhör
wurde ihm drückend, er wußte selbst nicht, weshalb, und seine
Schüchternheit verflog vor dem aufsteigenden Aerger.
»Mein Freund, stolze Herrin, ist ein halber Slave,« sagte Fink, zur
rechten Zeit dazwischen tretend, »obgleich er leidenschaftlich dagegen
protestirt, wenn man an seiner deutschen Herkunft zweifelt. Dafür macht
er Hoffnung, dereinst ein guter Engländer zu werden. In diesem
Augenblick theilt er meinen Wunsch, Gnade vor Ihren Augen zu finden. Ich
empfehle ihn Ihrer Huld; Sie haben so eben eine Probe von Ihrem Talent
gegeben, fremder Menschen Natur zu erforschen; gönnen Sie jetzt meinem
Freunde, was wir Alle an Ihnen bewundern, Ihre sanfte Nachsicht mit
fremder Unvollkommenheit.« -- Die Frauen lächelten, einige der Herren
wendeten sich ab, um ihr Lachen zu verbergen, und Betty saß mit
gesträubten Federn da, wie ein Raubvogel, dem ein größerer seine Beute
abgejagt hat.
Anton eilte, sich dem Blick dieser Gruppe zu entziehen, er schlüpfte in
eine andere Ecke und gedachte sich durch ruhiges Beobachten der
Gesellschaft von der Anstrengung seiner Präsentation zu erholen. Da
schlug ein Battisttuch leicht an seinen Arm und eine dreiste
Mädchenstimme frug: »Herr Wohlfart, kennen Sie Ihre alten Freunde nicht
mehr? Es ist das zweite Mal, daß ich Sie zuerst grüßen muß.«
Anton wandte sich schnell zur Seite. Vor ihm stand eine hohe schlanke
Gestalt mit blondem Haar und großen tiefblauen Augen, welche ihm
lächelnd in's Gesicht sah. So sprechend war der Ausdruck des Entzückens
auf Antons Antlitz, daß Lenore sich nicht enthalten konnte, ihm
freundlich zuzunicken und zu sagen: »Ich freue mich, daß Sie hier sind.
Die Herren sind mir alle fremde Gesichter. Aber wie kommen Sie hierher?«
Anton erklärte das in einer Stimmung, welche ihn fast der Herrschaft
über seine Worte beraubte, verloren im Anblick des Fräuleins, welches
jahrelang, ohne es zu wissen, in seiner Dachstube unumschränkt
geherrscht hatte. Wie war sie in der letzten Zeit groß, voll und schön
geworden! Und das luftige weiße Kleid und der Blumenkranz von nie
dagewesenen Blumen im Haar! Mächtig glänzte das Auge in dem entzückenden
Gesicht, und ihre Haltung war die einer Fürstin.
Schnell waren Beide in eifrigem Gespräch, es war zum dritten Mal, daß
sie einander sahen, aber sie hatten so viel zu erzählen, als hätten sie
Jahre gemeinsam verlebt.
»Wir werden heute Alle durcheinander tanzen und uns um unsern
Tanzmeister gar nicht kümmern,« sagte endlich das Fräulein. »So ist
mir's am liebsten. -- Sie dürfen jetzt nicht länger mit mir allein
sprechen, unterhalten Sie sich mit andern Damen. Ich gehe zu meiner
Mutter. Wenn die Musik anfängt, kommen Sie zu mir, ich werde Sie der
Mama vorstellen.«
So winkte sie ihm gnädig zu und schritt majestätisch durch den Saal in
einen Kreis von Frauen.
Jetzt war Anton gefeit gegen alle Schrecken der Gesellschaft, seine
Befangenheit war verschwunden, eine angenehme Begeisterung erfüllte ihn.
Was konnten ihm doch diese hell gekleideten, buntgebänderten Gestalten
sein, welche um ihn hüpften, oder fest gewurzelt standen? Sie waren ihm
gleichgültig, wie eine Schaar kleiner Vögel, oder wie die Pflanzen auf
der Wiese. Er suchte schnell Fink auf und ließ sich von ihm einem
Dutzend Herren vorstellen, ohne irgend einen Namen der Vorgestellten zu
behalten. Darauf bat er Fink sofort, ihn zu einzelnen der jungen Damen
zu führen.
»Hast du mit der Tochter vom Hause gesprochen?« frug Fink.
»Nein,« sagte Anton lustig.
»Schnell hin, Unseliger,« ermahnte Fink, »mache dich gefaßt auf
schlechte Behandlung.«
»Ist mir ganz gleichgültig,« sprach Anton, den Arm seines Freundes
drückend, diesem in's Ohr, während er vor Fräulein Eugenie aufgestellt
wurde.
Das Fräulein war so kalt gegen Anton, als sich nach der langen
Vernachlässigung nur irgend erwarten ließ. Er hatte Mühe, einige kurze
Antworten zu erlangen, und wurde durch den Anblick ihres Hinterzopfes
beglückt, sobald Lieutnant von Zernitz an sie herantrat.
Auch diese Niederlage war ihm sehr gleichgültig. In seiner Nähe waltete
Frau von Baldereck und beobachtete mit einem Auge die Gesellschaft, mit
dem andern ihre Tochter und mit dem unnennbaren sechsten Sinn, welchen
die Fledermäuse in so ausgezeichnetem Grade besitzen sollen, Herrn von
Fink. Schnell trat Anton an sie heran und bat, ihn mit einem
rosafarbenen Wesen, welches braunes Haar und silberne Kornähren zu
tragen schien, bekannt zu machen.
»Sie meinen Comteß Lara?« frug die Dame vom Hause.
Natürlich verneigte sich Anton bejahend, Lara, Tara oder Gutgewicht war
ihm in diesem Augenblick ganz gleichgültig. Die Comteß sah ihn befremdet
an, er aber sprach mit gemüthlicher Wärme in sie hinein, von den Freuden
der zu erwartenden Tanzstunde, von der allerliebsten Decoration des
Salons, und wie schön man jetzt Säle auszuschmücken wisse, und von dem
neuen Wintergarten in Paris, den er am Tage zuvor aus irgend einer
Zeitung kennen gelernt hatte. Er schilderte ihr Springbrunnen und
Glaskuppeln und vergoldete Gitter und künstliche Felsen mit tropischen
Pflanzen und kleine Salamander, welche zur Freude des Publikums
dazwischen umherschlüpfen, Alles mit einem Feuer, daß die kleine Dame in
Rosa nach und nach aufthaute und endlich, als er bei den Eidechsen
angekommen war, ebenfalls beweglich wurde und ihrerseits von zwei
Feuermolchen erzählte, die sie einmal auf einem Stein gesehen, und von
dem Entsetzen, das sie ihr eingejagt. Wenn sie Anton gesagt hätte, daß
die beiden Molche mit untergeschlagenen Beinen auf dem Felsen gesessen
und Bier aus einem Deckelglase getrunken hätten, so wäre ihm auch das
als ein alltägliches Ereigniß aus dem Nachtgebiete der Natur erschienen.
Da gerade, als Anton wieder den Uebergang machte vom Molch zu einer
großen Ausstellung von Kürbissen, welche einige Wochen zuvor in der
Stadt gewesen war, da dröhnte die Pauke, da schmetterte die Trompete,
und das rosafarbene Kleid so wie die silbernen Aehren versanken vor
seinen Augen in den Boden, er machte eine kurze Wendung und verließ das
betroffene Fräulein, bevor er seine Rede geendet hatte.
Dort stand seine Königin im Gespräch mit ihrer Mutter, welche, jetzt
kleiner als die hoch aufgeschossene Gestalt der Tochter, zu dieser
aufsehen mußte. Der kriegerische Trotz Antons verschwand, als er vor die
Baronin trat. Das waren die feinen Züge, das unaussprechlich vornehme
Wesen, welches ihn einst so sehr in Erstaunen gesetzt hatte. Die letzte
Vergangenheit hatte die Schönheit der Baronin nicht vermindert, und die
Nähe, in welcher Anton sie jetzt betrachtete, erhöhte den Zauber, den
ihre Erscheinung auf ihn ausübte. Die erfahrene Frau sah mit dem ersten
Blick in Anton einen Neuling der Gesellschaft, seine Annäherung zeigte
einen Ueberfluß von Hochachtung, und sein Hut, den er im Arme hielt, war
von dem Druck wollig geworden und sah aus, wie mit einem Pudelfell
überzogen.
»Dies ist Herr Wohlfart,« sagte Lenore mit einer empfehlenden
Handbewegung, »hier ist der Herr, um dessen willen du mich schon einmal
ausgescholten hast. Ja, mein Herr, ich habe damals, als ich Sie zuerst
sah, von Mama Schelte bekommen, weil ich Sie so lange in unserm Garten
aufgehalten hatte.«
»Das macht mich sehr unglücklich,« erwiederte Anton mit dem Ausdruck
eines unsäglichen Leidens. »Ach, Sie können nicht ahnen, Frau Baronin,
wie glücklich ich damals durch die Theilnahme des gnädigen Fräuleins
geworden bin; ich ging zu fremden Menschen und in eine ungewisse
Zukunft. Ihre freundlichen Worte haben mir Muth gegeben. Und oft sind
sie mir seitdem in einsamen Stunden wieder in die Erinnerung gekommen,
als eine gute Prophezeiung für meine Zukunft.«
»Sie wissen das so rührend zu sagen,« rief Lenore ihn unverwandt
ansehend.
Die Baronin hörte verwundert den Erguß Antons und betrachtete den
gefühlvollen Tänzer mit einer Neugierde, die nicht ohne leises Unbehagen
war. Lenore aber unterbrach die beginnende Unterhaltung Antons mit ihrer
Mutter, indem sie unruhig sagte: »Man tritt an, wir müssen zum Tanz.«
Anton ergriff ihre Hand mit den Fingerspitzen und führte sie in den
Kreis der tanzenden Paare.
»Er walzt erträglich, etwas spießbürgerlich, zu viel Zirkel, aber es ist
Haltung darin,« brummte Fink.
»Ein distinguirtes Paar,« rief Frau von Baldereck in der Nähe der
Baronin von Rothsattel, als Anton und Lenore vorbei walzten.
»Sie spricht zu viel mit ihm,« sagte Frau von Rothsattel zu ihrem
Gemahl, welcher in diesem Augenblick zu ihr trat.
»Mit ihm?« frug der Freiherr, »wer ist der junge Mann? Ich habe das
Gesicht noch nicht gesehen.«
»Er gehört zu den Poursuivants des Herrn von Fink, er ist nicht von
Familie, er soll reiche Verwandte in Amerika oder Rußland haben. Mir
gefällt das Entrée für Lenore nicht.«
»Nun,« erwiederte der Freiherr, »er hat das Aussehen eines frischen
Jungen. Für dieses Kindervergnügen ist eine solche Gestalt immer noch
besser, als die alten Knaben, die ich hier im Kreise sehe. Die Jüngeren
amüsiren sich und ihre Tänzerinnen, während Benno Tönnchen sich nur
belustigen wird, wenn er die Mädchen roth macht, oder ihnen das
Rothwerden abgewöhnt. Lenore sieht recht gut aus. Ich gehe zu meinem
Whist, laß mich rufen, wenn du den Wagen befiehlst.«
Anton hörte nichts von Allem, was über ihn und seine Tänzerin gesprochen
wurde, und wenn die Gesellschaft um ihn herum so laut gesummt hätte, wie
die große Glocke am höchsten Kirchthurm der Stadt, er hätte nichts
gehört. Der Erdball war für ihn sehr klein geworden, nicht größer als
der Kreis, den er mit seiner Tänzerin durchmaß, was etwa noch außerhalb
existirte, war Finsterniß, Oede, ein Nichts, nur was er im Arm halten
durfte, das nahm alle seine Sinne gefangen. Das schöne blonde Haar, so
nahe an seinem Haupt, daß er mit seinen Locken die ihren berühren
konnte, ihr warmer Athem, der seine Wange streifte, der unsägliche Reiz
des weißen Handschuhes, der ihre weiche Hand versteckte, das Parfüm
ihres Taschentuches, die rothe Blüthe, welche vorn am Kleide befestigt
war, das sah und empfand er, und sonst nichts. Wenn sie im Tanz sich
vertrauend von seinem Arm umschlingen ließ, wenn sie ihn fröhlich ansah
auch während des Tanzes, wenn er sie athemlos anhielt und sie sich
langsam von seiner Hand löste, ein Armband zurecht rückte oder ihr
allerliebstes Taschentuch einen Augenblick an den Mund hielt, wie
reizend waren nicht alle ihre Bewegungen. Wie bezaubernd der freundliche
Gruß ihrer Augen oder ihr leises Lächeln, wenn Anton etwas sagte, was
ihr gefiel.
Und er hatte das Glück, ihr zu gefallen; sie sagte ihm, er spreche
allerliebst und es höre sich ihm gut zu. Ach, was er plauderte, war
gleichgültig, er hätte vielleicht nicht weniger Erfolg gehabt, wenn er
von Neuseeländern oder dem Kaiser von Japan gesprochen hätte. Denn nicht
was er erzählte, sondern wie er es sagte, die stille Huldigung seiner
Augen, der bebende Ton seiner Stimme, das drang schmeichelnd in die
Seele seiner Tänzerin.
Die Pauke schwieg, der Trompeter setzte sein Blech ab, der Erdball löste
sich auf in ein lichtloses Chaos. »Schade!« rief Lenore, als die letzte
Note verklungen war.
»Ich danke Ihnen für dieses Glück,« sagte Anton, als er das Fräulein an
ihren Platz führte.
Als er jetzt unter den fremden Menschen umhertrieb, wie ein steuerloses
Schiff unter rauschenden Wellen, trat Fink zu ihm und sagte: »Höre, du
Duckmäuser, entweder hast du süßen Wein getrunken, oder du bist ein
heimlicher Intrigant. Woher kennst du die Rothsattel? du hast mir ja nie
etwas von der Bekanntschaft gesagt. Sie ist eine hübsche Figur und ein
classisches Gesicht. Hat sie denn auch Verstand?«
Anton hätte in diesem Augenblick seinem Freund erklären können, daß er
ihn auf's Tiefste verachte. Eine solche Rohheit des Ausdrucks konnte nur
aus einem ganz entmenschten Gemüth kommen.
»Verstand?« erwiederte er und sah Fink mit einem Blick tödtlicher
Feindschaft an; »wer daran zweifeln kann, muß selbst sehr wenig
besitzen.«
»Nun, nun,« sagte Fink erstaunt, »ich bin nicht in dieser trostlosen
Lage. Ich finde das Mädchen, oder was ihrer würdiger sein wird, das
junge Fräulein sehr einnehmend, ja, um in der Sprache eines gebildeten
Menschen die Wahrheit zu sagen, ungewöhnlich liebenswürdig, und wenn ich
nicht anderweitig kleine Verpflichtungen hätte, so weiß ich nicht, ob
ich nicht genöthigt würde, das Fräulein, dessen Namen ich so eben
auszusprechen wagte, für die Herrin meines Herzens zu erklären. So
freilich darf ich sie nur von fern bewundern.«
Fink war doch nicht so schlecht. Er war in seinen Ausdrücken nicht immer
gewählt, aber er hatte im Grunde ein sehr richtiges Gefühl und ein
treues Gemüth. Deßhalb faßte Anton seinen Arm, drückte ihn kräftig und
sagte: »Du hast Recht.«
»Wirklich?« fuhr Fink wieder in seiner gewöhnlichen Weise fort. »Na! du
fängst gut an, ich will mich lieber mit einem Stück brennenden Schwefel
in ein Pulverfaß setzen, als mit dir und deinem schüchternen Wesen.
Uebrigens vergiß nicht, Fräulein Eugenie zum nächsten Tanz aufzufordern,
du wirst einen Korb bekommen, denn sie ist bereits engagirt. Du hast
dich bis jetzt gut gehalten, fahr' so fort, mein Sohn.«
Und Anton fuhr fort, seinem Lehrer Ehre zu machen. Wohl war er
berauscht, aber durch einen stärkern Trank, als süßen Wein. Die Musik,
die Aufregung des Tanzes und das fröhliche Geschwirr um ihn herum
steigerten seine Begeisterung, er fühlte sich den ganzen Abend sicher,
ja übermüthig, und betrug sich, einige kleine Verstöße abgerechnet, wie
Einer, der täglich von Wachskerzen und servirenden Dienern umgeben ist.
Er wurde bemerkt, er machte als Fremder einiges Aufsehen. Dunkle Sagen
von seinen geheimnißvollen Verbindungen flogen aus einer Ecke des Saals,
wo Mütter prüfend und richtend zusammensaßen, bis in die andere. Es
wurde unzweifelhaft, daß dies heitere und harmlose Sichgehenlassen die
Folge eines ganz besondern Selbstgefühls war. Er erfuhr Zuvorkommenheit
von den älteren Frauen, bald auch von einzelnen Herren.
Und endlich kam der Cotillon. O du längster und merkwürdigster aller
Tänze! du halb Spiel und halb Tanz! reizend, wenn du die einzelnen Paare
im Kreise umhertreibst, noch reizender, wenn du ihnen erlaubst,
ungestört und ein wenig versteckt zu plaudern. Wir hören, daß du dem
Geschlecht der Gegenwart für veraltet und spießbürgerlich giltst.
Wankelmüthiges Jahrhundert! Wissenschaft und Staatskunst werden nichts
Neues erfinden, was so vielfachen Bedürfnissen des Menschengeschlechts
Genüge thut, als du. Da ist das kindliche Gemüth, es kann sich als
Pyramide aufstellen, es kann sich in Schlangenwindungen umherdrehen, es
kann hier und dort hinlaufen, alte Herren vom Spieltisch zu Extratouren
holen, es kann auf dem Stuhle sitzend drei bis vier junge Damen
verächtlich vor sich stehen lassen, es kann von Tanzlust ergriffen
plötzlich aufspringen, irgend eine Dame ergreifen und im Kreise
umhertanzen, und kein Mensch kann es ihm verwehren. Da sind höher
strebende Naturen, welche Gefühle haben oder Ehrgeiz oder Bosheit und
Menschenhaß; allen bist du gefällig. Du giebst jedem Herrn das Recht,
sich mehr als einmal eine Tänzerin nach seinem Herzen zu suchen, du
erlaubst jeder Dame, in der allerzartesten Weise anzudeuten, welche zwei
oder drei Herren ihre höchste Achtung genießen, du vertheilst an
strebsame Cavaliere Schleifen und Orden, du heftest massenhafte
Blumensträuße vor die Brust der gefeierten Dame. Du läßt aber auch
verschmähte Herren zähneknirschend umherlaufen und sich irgend eine
Surrogattänzerin suchen; du offenbarst die Lieblinge der Gesellschaft,
aber du machst den Unbekannten und Unbeliebten noch einsamer und
verlassener. Wenn du beginnst, werden die Blicke der Mütter besorgt, die
Nasen vieler Tanten spitz. Du kindischer, lustiger, endloser Tanz! wie
viele Glückliche hast du gemacht, wie viele stille Thränen hast du
verursacht, wie manches Brautpaar hast du zusammengeführt, und welche
Qualen der Eifersucht hast du erregt! Freilich hast du auch endlosen
Staub aufgerührt, zahllose Toiletten unscheinbar gemacht, und manche
grimmige Feindschaft hervorgerufen. So bist du in deiner Blüthenzeit
gewesen, die Freude der Jugend, die große Angelegenheit der Mütter, die
Furcht der ermüdeten Väter, ein Greuel nur für die Musiker.
Als dieser vielseitige Tanz herankam, suchte Anton wieder in Lenorens
Nähe zu kommen; er bat sie um den Tanz.
»Ich wußte, daß Sie mit mir tanzen würden,« sagte sie aufrichtig; er
holte ihr einen Stuhl, schob sich neben sie und war selig. Und als er
die Aufgabe hatte, in der Tour eine fremde Dame zu holen, dieser etwas
zu schenken, was in einem Körbchen mitten im Kreise aufgestellt war, und
darauf mit ihr zu tanzen, da gab er der Welt die energische Erklärung
ab, daß für keine andere Dame die Möglichkeit irgend einer Stellung in
seinem Herzen vorhanden sei; er holte sein Geschenk aus dem Korbe,
wartete, bis seine Tänzerin auf ihren Platz zurückkam, und überreichte
dann ihr die rothe Schleife. Das war für Beide der größte Augenblick in
dem ganzen großen Abend.
Was darauf folgte, war nur undeutliches Traumgesicht. Er sah sich mit
Fink Arm in Arm durch den Saal schlendern, er hörte sich mit ihm und
andern Herren über Allerlei sprechen und lachen, er bemerkte sich vor
der Dame vom Hause einen Dank murmeln und eine Verbeugung machen; es kam
ihm vor, als ob ihm ein Diener den Paletot überreichte, worauf er in die
Tasche griff und ihm etwas in die Hand drückte. Schattenhaft und unklar
waren alle diese Begebenheiten. Nur Eins sah er noch deutlich, einen
weißen Damenmantel mit einem seidenen Capuchon und einer Quaste daran, o
diese Quaste, sie war unsäglich entzückend! Noch einmal fiel ein Blick
aus den großen Augen voll und glänzend auf ihn, und er hörte von ihren
Lippen noch ein leises Flüstern, wie »gute Nacht.« Das Uebrige war
wieder ein nichtssagender Traum, daß er neben Fink die Treppe
herunterstieg und die spöttischen Reden des Freundes nur mit halbem Ohr
hörte, daß er in seiner kleinen Stube ankam, die Lampe anzündete und
sich umsah, ob er auch wirklich hier wohne, und daß er sich langsam
entkleidete, sich noch in seinem Bett wunderte, daß er all diese
Herrlichkeit erlebt hatte, und endlich ermüdet einschlief. Und ein Traum
war's, daß sein Hausgeist, die gelbe Katze, sich auf ihrem Postament
hoch aufrichtete und den Kopf schüttelte über den langen Zug
fremdartiger Bilder und Gefühle, welche in der friedlichen Stube
eingekehrt waren.
~II.~
Seit diesem großen Abend hatte die Tanzstunde regelmäßigen Verlauf. Als
Anton das Fegefeuer der Einführung bestanden hatte, fühlte er sich unter
den Florkleidern, den vornehmen Namen und den Sophakissen mit gestickten
Wappen bald heimisch. Er selbst wurde ein nützliches Mitglied des
Kränzchens, und zwar durch die bürgerlichsten aller Tugenden, durch
Ordnung und Pflichttreue. Und das ging so zu. Das Kränzchen war keine
gewöhnliche Tanzstunde, denn bei sämmtlichen Theilnehmern wurden die
ersten Anfänge der Kunst vorausgesetzt; es hatte vielmehr den Zweck,
einige neue Tänze einzuüben und nebenbei eine Vereinigung der
befreundeten Familien in bequemer Façon hervorzubringen. Nun ergab sich
bald, daß die bequeme Façon allerdings nach Finks Herzen war, das
Einstudiren neuer Tänze aber von ihm und mehreren seiner Kameraden mit
einer sträflichen Lauheit betrieben wurde. Er kam oft gegen Ende der
Tanzstunde, er betrachtete den Salon nur als eine Gelegenheit, die
jüngeren Damen zu necken und sich mit den reiferen Schönheiten eine
Stunde zu unterhalten; er vertrat zum Entsetzen des Tanzmeisters den
Grundsatz, wo man im Tanz nicht mit dem gewöhnlichen Schritt fortkomme,
sei das einfache Pas des Galopps für alle Fälle gut genug, und das
einzige Vergnügen bei unsern Tänzen sei, regelmäßig aus dem Takt und
wieder hineinzukommen. »Aber, Herr von Fink,« klagte der Tanzmeister,
»das heißt nicht mehr tanzen; dabei ist keine Kunst.«
»Es soll auch keine dabei sein,« sagte Fink, »was hat die Kunst mit
unserm Tanzen zu thun? Was Sie die Jugend lehren, ist weiter nichts als
eine gesellschaftliche Rotation um einen imaginairen Mittelpunkt. Mir
ist das langweilig, ich gehe deßhalb in Kometenbahn.« Und er blieb
dieser Ansicht getreu, er zwang die unglücklichen Opfer, welche er zu
engagiren sich herabließ, sich quer durch die Reihe der Tanzenden zu
stürzen, aus einer Ecke des Saals in die andere, aus dem Takt, wieder in
den Takt, wie es seiner Laune passend schien.
Gegenüber dieser excentrischen Auffassung, welche leider in dem
Kränzchen zahlreiche Anhänger fand, zeigte Wohlfart die Regelmäßigkeit
eines Mannes, der mit Entzücken seine Pflicht thut, er erschien
pünktlich, er machte jedes Pas, er tanzte jeden Tanz, er war immer in
guter Laune und fand eine Freude darin, vernachlässigte junge Damen zu
engagiren. Da bei der Sorglosigkeit Finks und seiner Genossen schnell
Mangel an Tänzern eintrat, wurde Anton in Kurzem eine anspruchslose
Hauptstütze des Salons, Liebling des Tanzmeisters und ein Vertrauter
der jungen Damen, durch welchen heimliche Wünsche von den hellen Rändern
des Saals zu der dunklen Mitte getragen wurden. Er selbst war in diesen
Stunden ein seliger Mann, und die freudige Verklärung, welche auf ihm
lag, fiel jungen wie älteren Damen als etwas Ungewöhnliches auf. Die
einen wurden in der Ueberzeugung bestärkt, daß er ein guter Junge sei,
und die letzteren in der keineswegs entgegengesetzten Ueberzeugung, daß
er ein unbekannter Prinz sei. Er selbst wußte am besten, warum er so
glücklich war. Alle seine Gedanken und Bewegungen bezogen sich im
Stillen auf sie, die unbestrittene Herrin seines Herzens. Alle andern
Tänze und jede Unterhaltung mit einer Dritten betrachtete er nur als
gesellschaftliche Schnörkel, die er mit der Feder seines Herzens um den
einen Namen beschrieb. Und er diente nicht ohne Erhörung. Er wurde von
ihr wie ein alter Freund unter Fremden behandelt. Sie bat ihn leise,
einen oder den andern Tanz mit ihr zu tanzen, ja sie bat ihn sogar
einmal, zu Gunsten eines neu angekommenen Vetters auf seine Rechte zu
verzichten. Und sie freute sich, als Anton über dies Ereigniß grenzenlos
betrübt war, keine andere Dame aufforderte, sondern still den Tanzenden
zusah. Niemals entfernte er sich eher, bis sie den Saal verlassen hatte,
dann stand er unweit der Thür, um noch die letzten Aufträge, einen Gruß,
einen Blick ihres glänzenden Auges zu erhalten. Und auch ihr Auge flog,
so oft sie in den Saal trat, suchend in den Kreis der schwarzröckigen
Herren, bis sie Antons braunen Kopf erkannt hatte, dann erst fühlte sie
sich heimisch in dem erleuchteten Raum.
Auch mit vielen der Herren kam Anton in ein freundliches Verhältniß.
Fink beeilte sich, ihn bei Feroni einzuführen. Zwar gefiel ihm Manches
an seinen neuen Bekannten nicht, ihre Urtheile waren zuweilen roher, als
ihm behaglich war, und er hatte mehrere von ihnen bald in Verdacht,
herzlich ungebildet zu sein. Aber ihre Art zu sprechen und sich zu
geberden imponirte ihm doch, vor Allem eine gewisse ritterliche
Atmosphäre, die sie umgab, etwas Salonduft, etwas Stallluft und viel
von dem Aroma der Weinstube. Da Anton eine harmlose Laune bewies, der
nächste Bekannte des mächtigen Fink war und zuweilen eigenen Willen
zeigte, wenn er nach Mitternacht gegen eine vorgeschlagene letzte
Flasche protestirte, oder die abwesenden Damen gegen eine übermüthige
Kritik mit frommem Ernst vertheidigte, so erhielt er unter den andern
Herren der Tanzstunde das Renommée eines guten Kerls.
Gleich in den ersten Wochen hatte Anton Gelegenheit, seine angebetete
Tänzerin in einer Situation zu sehen, welche die gewaltigsten
menschlichen Leidenschaften aufregte. Die jüngeren Damen des Kränzchens
waren natürlich unter einander alle ein Herz und eine Seele, jedoch
verstand sich von selbst, daß einige in der Stille andere nicht recht
leiden konnten. So entstanden Parteien. Bald bildeten sich zwei große
Bundesgenossenschaften, zwischen denen Einzelne hin und her schwankten,
die aber im Ganzen fest zusammenhielten und im Geheimen starke
Antipathien gegen die Gegenpartei nährten. Es kam so weit, daß an einem
Abend sämmtliche Damen der einen Partei eine weiße Camellie in der Mitte
ihres Ballstraußes trugen und ein sehr auffallendes hellbraunes Band von
dem Strauß herunterhängen ließen; dies hatte zur nothwendigen Folge, daß
die Gegenpartei am nächsten Abend mit rothen Camellien im Strauß
erschien und ein grünes Band darum wand. An der Spitze der Braunen stand
Lenore, das Haupt der Grünen war Eugenie, die Tochter des Hauses. Im
Vertrauen gesagt, die Grünen waren unerträglich. Sie machten Ansprüche
ohne Berechtigung, sie waren moquant, sie gaben sich das Air, älter zu
sein, als die Braunen. Weil Hulda Werner und Mechthild Fiorelli den
Winter zuvor in der Residenz gewesen waren und auf den Hofbällen getanzt
hatten, und weil Fanny Mareschalk bei einem lebenden Bild die Genoveva
dargestellt hatte, mit ihrem kleinen Bruder und einem Rehkalb zur Seite,
die durch Bänder an die hölzerne Rasenbank festgebunden waren, deßhalb
erhoben sie solche Ansprüche. Zu den Braunen gehörten Theone Lara und
die reizende Hildegard Salt, zwei innige Freundinnen, die immer Arm in
Arm gingen, gleiche Ballroben trugen, und im Anfange des Winters
geschworen hatten, einander nie zu verlassen, ein Schwur, gegen dessen
Erfüllung sich die einzige Schwierigkeit erhob, daß ihre Eltern den
Sommer über in den beiden entgegengesetzten Ecken der Provinz wohnten.
Beide waren schwärmerische Naturen, die alle Gefühle mit einander
theilten, Beide sangen, Beide spielten den Flügel, Beide liebten
dieselben Dichter, Beide hatten einen unüberwindlichen Abscheu vor
Herren mit Kinnbärten, Beide saßen wie zwei Sympathievögel zusammen und
fanden ihr höchstes Glück darin, einander die Gefühle in's Ohr zu
flüstern, die ihnen das Benehmen eines Herrn erregte, oder das
melancholische Vorspiel eines Walzers. Diese Beiden schlossen sich bald
innig an Lenore Rothsattel; sie, Valeska Panin und Hortense Leloup
bildeten den Mittelpunkt der braunen Partei; Lenorens stattliche Größe
ragte aus dem Kreise dieser Getreuen hervor, wie die Gestalt eines
Häuptlings unter seinen Kriegern. Wenn ein Tanz beendet war, machte
sich's von selbst, daß die Braunen zusammentraten; wenn sie in der
Quadrille gegen einander tanzten, so erhoben sie unmerklich ihren Strauß
und grüßten einander.
Natürlich war Anton braun, braun vom Kopf bis zum Fuß, und als er über
seine Gemüthsstimmung ein offenes Bekenntniß ablegte, indem er an einem
Abend in braun und weiß gestreifter Ballweste erschien, wurde er in der
ersten Tour des Cotillons von allen Damen der Partei auf Verabredung
geholt, ein Ereigniß, welches sogar bei den Ehrendamen am Rande des
Salons große Aufregung hervorbrachte. Es thut dem wahrhaftigen
Geschichtschreiber leid, zu melden, daß Fink unter die Grünen gerechnet
wurde, nicht unbedingt, denn er behandelte, wie die Braunen behaupteten,
seine grünen Tänzerinnen sehr nachlässig, aber da Eugenie Baldereck
seine Dienste vorzugsweise in Anspruch nahm, so war es, wie Anton
entschuldigend sagte, seinem Freunde nicht möglich, sich dem Einfluß
dieser Farbe ganz zu entziehen. Nun begab sich Folgendes:
Theone Lara hatte ein Tagebuch, in das sie ihre Empfindungen mit einer
schwarzen Krähenfeder durch winzig kleine Buchstaben einzeichnete. Außer
der bereits früher erwähnten Geschichte von den zwei Molchen stand alles
Andere darin, was ihr Herz jemals erregt hatte, ihre Ansichten über
Natur, die Menschen und das Kränzchen. Es war ihr höchster Schatz. In
einer himmlischen Stunde hatte sie Hildegard Salt in die Geheimnisse
dieses Buches eingeweiht, Beide hatten einander geküßt und viel geweint
und über diesem Buche ewige Freundschaft beschworen. Von da ab führten
Beide das Tagebuch gemeinschaftlich. Ihre vertrautesten Gefühle, die
allergeheimsten Bemerkungen waren darin aufgezeichnet. Nach einem
Kränzchenabend, wo Lenore sehr nett gegen sie gewesen war, schlossen sie
ihr Herz auch gegen diese auf und zeigten ihr wenigstens einige Blätter
des Buchs. Seit der Zeit hatte auch Lenore zuweilen den Vorzug gehabt,
etwas hineinzuschreiben. Da aber ihre Stärke nicht sowohl war, Gefühle
aufzuzeichnen, als vielmehr Gesichter und lächerliche Männchen zu malen,
so hatte sie einige Karrikaturen hineingesetzt, und Hildegard, welche
Gedichte machen konnte, hatte zu jedem Bilde einige Zeilen gedichtet. In
dieses theure Buch durfte kein fremdes Auge blicken, Niemand durfte das
Heiligthum sehen und berühren. Theone trennte sich niemals davon. Am
Tage und in der Nacht trug sie es bei sich. Bei Nacht lag es unter ihrem
Kopfkissen, und während die Kammerjungfer sie anzog, steckte sie es
heimlich oben in den Schnürleib hinein und trug es an ihrem warmen
unschuldigen Herzen. Es war ein ganz kleines dünnes Buch in carmoisine
Seide gebunden. Wenn Hildegard sie zärtlich ansah, oder Lenore sie mit
dem Ballstrauß auf den Arm schlug, so deutete sie mit dem Finger
heimlich auf ihre Brust. An diesem Abend hatte sie das Buch wieder an
seine Stelle geschoben, während der ersten Tänze hatte sie es deutlich
gefühlt. Nach einer Quadrille fühlte sie danach, das Buch war
verschwunden.
Es war verschwunden, es war nicht mehr an ihr, es mußte während des
Tanzes hinausgesprungen oder hinabgeglitten sein bis auf den Fußboden.
Wie so etwas möglich war, ist ihr selbst und allen Betheiligten ewig ein
finsteres Räthsel geblieben. -- Sie war einer Ohnmacht nahe; kaum
vermochte sie Hildegard bei Seite zu ziehen und ihr das Schreckliche zu
klagen. Hildegard rief Lenoren, vernichtet standen die Drei neben
einander. Das Bundesheiligthum war verloren, es war in fremde Hände
gefallen, ja entsetzlich zu denken, vielleicht sogar in die Hände der
Grünen. Auf jeder der letzten Seiten waren schelmische Bemerkungen,
sämmtliche Herren waren darin aufgeführt, mit fremden Namen zwar, Fink
hieß Zeisig, Tönnchen Nußknacker, aber wer konnte dafür stehen, daß sie
nicht diese Chiffresprache herausbrachten? Und was mußte dann geschehen!
Es war Untergang! Ruin der Tanzstunde, Familienzwist, Auflösung aller
menschlichen Bande. Theone saß verstört, sie dachte einen Augenblick an
Gift, dann wieder an Flucht, weit hinweg aus allen Ländern, in denen man
tanzte. Lenore faßte sich zuerst. »Laß uns suchen,« rief sie, Hildegard
am Arme fassend, »vielleicht liegt's noch irgendwo im Saale. Ich sehe
nach der Mitte, den Herren unter die Füße, du unter die Sitze der
Damen.«
So zogen sie mit einander durch den Saal, äußerlich lustwandelnd, in dem
Herzen die Hölle, scheinbar mit einander plaudernd, innerlich weinend.
Zuweilen redete ein langweiliger Herr sie an und zwang sie, still zu
stehen und zu antworten, während die fliegende Angst in ihrem Haupte
umherraste: »jetzt vielleicht findet's ein Anderer.« Sie kamen durch die
Gruppe der Grünen, wo sie nach allen Seiten anhalten mußten, um zu
lächeln und Freundliches zu sagen, sie kamen zu Eugenie Baldereck, die
sie frug, ob es nicht zweckmäßig sei, noch einen Tanz anzuhängen,
während sie daran denken mußten, daß in dem Buch ein unverkennbares
Portrait zu sehen war mit der Unterschrift: »Naseweis, gefühllos, keck
ist E...... B.......;« sie kamen, wehe, wehe! sogar in Finks Nähe, von
dem eine schreckliche Zeichnung war, wie er mit Herrn von Tönnchen in
einem Rebenstock saß, mit der Unterschrift:
Ein Zeisig und Nußknacker tranken sich voll,
Der Zeisig sang: mein Schnabel ist spitz,
Grün sind meine Federn und grün mein Witz:
Der Nußknacker seufzte: ich bin so hohl,
Ich weiß nicht, was das bedeuten soll.
So zogen sie zwei Mal durch den Saal; ein drittes Mal wagten sie's nicht
mehr, sie hatten nichts gefunden. Trostlos kamen sie zu Theone zurück.
»Es giebt nur ein Mittel,« rief Lenore. »Wo ist Herr Wohlfart?«