Das europäische Hartporzellan besteht im wesentlichen aus feuerfester,
weißer Kaolinerde und Feldspat, die gemischt und bei sehr hohen
Hitzegraden gebrannt werden. Die Malerei erfolgt entweder vor Auftrag
der Glasur (Unterglasur oder Scharffeuerfarben) oder auf das glasierte,
fertig gebrannte Porzellan mittels Emailfarben, die in einem dritten,
schwächeren Brande aufgeschmolzen werden. Frankreich und England
erzeugten dagegen ein kaolinfreies Weichporzellan, das im Gegensatze
zum Hartporzellan geringerer Hitzegrade zu seiner Herstellung bedurfte,
daher bei der Bemalung über eine größere Anzahl von Farben ermöglichte
und auch sonst in künstlerischer Hinsicht manche Vorzüge vor dem
Hartporzellan besaß, dafür aber in technischer Beziehung minderwertig
war. Im folgenden Raume hat das deutsche Porzellan mit Ausnahme von
Wien Aufstellung gefunden.