Die Chinesen sind zur Zeit der Tang-Dynastie (618-907) die ersten
Erfinder des Porzellans gewesen. Bis zum XIV. Jahrhundert waren
Bronzeformen für das gewöhnlich noch einfarbig glasierte Porzellan
vorbildlich. Erst unter der Ming-Dynastie (1368-1643) beginnt nicht
nur eine selbständige Entwicklung der Formen, sondern auch eine
eigentliche Porzellanmalerei. Drei Arten werden dabei unterschieden:
Die Unterglasurmalerei in Kobaltblau, die feuerbeständigste aller
keramischen Farben, und daneben ein Kupferrot, das bald allein, bald
in Kombination mit Kobaltblau erscheint. Ferner eine Schmelzmalerei
auf Biskuit, endlich die Überglasurmalerei in bunten Schmelzfarben.
Zu neuer Blüte gelangte das chinesische Porzellan wieder unter Kaiser
Kang-shi (1662-1723), in welcher Zeit auch der Ausfuhrhandel nach
Europa einen hohen Aufschwung nimmt. Porzellane mit gesprenkeltem
blauen Grund (bleu fouetté) und solche mit ausgesparten weißen
Mumeblüten auf blauem Grunde wurden in vorzüglicher Qualität
hergestellt. Unter Kien-lung endlich (1736-1796) bevorzugte man
namentlich die Überglasurmalerei in opaken Farben, die Porzellane der
„famille rose“, die bereits unter dem vorangegangenen Kaiser Yung-chêng
(1723-1735) erzeugt worden waren, und die, in denen ein Smaragdgrün
vorherrscht (famille verte). Ferner kam in dieser Zeit das sogenannte
Eierschalenporzellan auf und das durchbrochene und mit Glasur wieder
geschlossene, das die Franzosen „grain de riz“ nennen.
Die Aufstellung der ostasiatischen Porzellane konnte nicht in
chronologischer Reihenfolge durchgeführt werden, dagegen wurden die
verschiedenen Gattungen zu größeren Gruppen vereinigt. Links vom
Eingang sind die chinesischen, rechts die japanischen Porzellane
untergebracht. Im ersten Schranke finden wir chinesische Exportware,
zumeist Schüsseln und Teller, in der oberen Reihe vier Schüsseln der
famille verte, eine davon mit dem Wappen von Friesland, dazwischen
Kannen mit Blaumalerei, darunter eine mit vergoldeter Bronzemontierung
aus dem Anfange des XVII. Jahrhunderts, eine sogenannte Wasserblase
der grünen Familie und drei Waschbecken in Muschelform mit den
dazu gehörigen Kannen. Die übrigen Schüsseln und Teller sind nach
europäischen Vorlagen, meist Kupferstichen, in Schwarzlot, zum
Teil mit etwas Gold dekoriert, manche von ihnen auch in bunten
Emailfarben. Wappen, Monogramme, Genreszenen, Landschaften und
biblische Darstellungen bilden die Motive, die durch ihre Umdeutung
ins Chinesische einen ganz eigenartigen Charakter gewonnen haben.
Diese Arbeiten entstammen durchwegs der Regierungszeit des Kaisers
Kang-shi (1662-1723) und wurden hauptsächlich in Kanton ausgeführt.
Im zunächst stehenden großen Schrank erblicken wir in zwei Reihen
Seladonporzellane älterer und neuerer Provenienz, glatt, mit Reliefs
oder mit eingravierten Ornamenten versehen. Diese mit Eisenoxyd trüb
grünlich gefärbten Porzellane wurden bereits im Mittelalter erzeugt,
fanden auch außerhalb Chinas schon in früher Zeit große Verbreitung
und sind wahrscheinlich aus dem Bestreben hervorgegangen, den wegen
seiner Härte hochgeschätzten Nephrit oder Jadeit nachzuahmen. Den Namen
Seladonporzellan erhielt es nach dem grün gekleideten Helden eines
Romanes des XVII. Jahrhunderts, „L’Astrée“ von Honoré d’Urfé. Der
Hauptfabrikationsort ist Lungchüam (Provinz Chê-hiang).
In der obersten Reihe und an der linken Schmalseite des Schrankes
befinden sich prächtige lasurblaue Porzellane, mit zum Teil bereits
verwischtem leichtem Golddekor, Vasen und große Schalen aus der Periode
Kien-lung, die großen Vasen in prächtiger, französischer Bronzefassung
aus der Zeit um 1770. Eine an der Ecke stehende, im Hauptkörper
zylindrische Vase mit langer Goldinschrift, ein schönes Beispiel des
sogenannten bleu fouetté. An der entgegengesetzten Ecke zwei Vasen mit
braunem Schuppenmuster im Fond und eine Wasserpfeife der Ming-Dynastie.
Die folgende Breitseite des Schrankes nimmt in den unteren zwei
Reihen die für Persien erzeugte chinesische Exportware ein, die
durch einige für Siam angefertigte Stücke ergänzt wird. Bei diesen
Porzellanen kommt, im Gegensatze zu den für China selbst erzeugten, das
architektonische Dekorationsprinzip, das auf regelmäßiger Einteilung in
verschiedene Dekorationsfelder beruht, mehr zur Geltung.
Im gegenüberstehenden Schranke sind verschiedene Dekorationsweisen
in bunten Emailfarben vom Beginn des XVIII. Jahrhunderts bis in die
Gegenwart zur Anschauung gebracht, besonders beachtenswert die fünf
großen in Bronze gefaßten Vasen mit bemalten Reliefblumen und die
Porzellane der rosa und der grünen Familie.
Im nächststehenden Schranke finden wir das chinesische und japanische
Weißporzellan vereinigt, das elfenbeinfarben abgetönte sogenannte
„blanc de Chine“ das mit Relief geschmückt, mit eingravierten Linien
oder eingepreßten Ornamenten verzierte und das mit kalten Farben
(Gold, Rot, Grün) bemalte Weißporzellan. Ferner sind hier mit
Kupferoxydglasuren gefärbte meist chinesische Porzellane, rotes,
sogenanntes „sang de bœuf“ und mannigfach geflecktes oder rot, violett,
blau und grün geflammtes Porzellan („flambés“) zu einer Gruppe
vereinigt. Darunter ein seltenes Beispiel des sehr geschätzten „peach
bloom“, eine gesprenkelte Glasur, der Haut des Pfirsichs gleichend (das
kugelförmige Töpfchen in der Mitte), und eine krakelierte hellblaue
Vase mit untersatzartigem durchbrochenem Fußansatz aus der Zeit der
Ming-Dynastie, 1368 bis 1643 (Mittelreihe links).
Der gegenüber befindliche Schrank enthält japanische Erzeugnisse, und
zwar ältere Imari-Ware, so genannt nach dem Ausfuhrhafen für Porzellane
aus Arita. Besonders hervorragende Stücke davon sind die drei Vasen
mit buntem Blumendekor zwischen hellblauen Ornamentfeldern und manche
von jenen in Emailfarben mit zarten Mustern dekorierten Stücken, die
in Meißen und in Wien in den ersten Jahren ihrer Porzellanfabrikation
als Vorbilder gedient haben (vergl. die älteren Stücke im Schranke mit
dem Meißener Porzellan). Auf der gegenüberliegenden Breitseite des
Schrankes befinden sich die braunrot dekorierten Porzellane aus Kutani
in der Provinz Kaga, wo um 1660 eine Porzellanmanufaktur entstand.
Man wählte hier, um die nicht ganz reine Masse zu verhüllen, einen
den Grund möglichst deckenden Dekor. Ein dunkles Eisenrot bildet die
Hauptfarbe, zu dem noch etwas Grün, Gelb und Schwarz hinzukommt.
An der gegen das Fenster zu gekehrten Schmalseite dieses Schrankes ist
die elfenbeinfarbene mit goldenen und farbigen Malereien verzierte
Satsuma-Ware zusammengestellt, Arbeiten, die durchwegs Exportartikel
aus dem vorigen Jahrhundert sind, die an eine ältere, bessere Ware aus
dem XVIII. Jahrhundert anknüpfen.
In dem gegenüber befindlichen Eckschranke sowie in den vier Ecken des
Raumes sind die in Unterglasurblau bemalten japanischen Porzellane,
namentlich große Schüsseln und Vasen, und die in Unterglasurblau,
Eisenrot und Gold dekorierten Prunkstücke ähnlicher Art aufgestellt,
die vom XVII. Jahrhundert an die vornehmste Exportware der Provinz
Hizen bildeten.
In dem kleineren vor dem Fenster befindlichen Schranke finden wir
japanisches und koreanisches Steinzeug verschiedener Art, vorwiegend
mit ein- oder mehrfarbigen Glasuren ohne Malereien verziert, namentlich
kleinere und größere Schalen und Töpfchen mit Überlaufglasuren u. dgl.