Im ersten Schranke des auf die antiken Vasen folgenden Kompartiments
sind die spanisch-maurischen Fayencen mit Lüsterdekor ausgestellt,
Arbeiten, die den Übergang von den orientalischen Fayencen zu den
italienischen Majoliken bilden. Die ältesten Nachrichten über diese
Fabrikation reichen bis ins XII. Jahrhundert zurück. Mittelalterliche
Stücke aus sarazenischer Zeit sind aber äußerst selten. Von der
berühmten Alhambra-Vase aus dem XIV. Jahrhundert in Goldlüster und
Blau gibt eine Kopie von Th. Deck in der Ecke links neben dem Eingange
ungefähr eine Vorstellung. Die Mehrzahl der auf uns gekommenen
spanisch-maurischen Fayencen besteht aus Schüsseln, Becken und Töpfen.
Sie sind innen und außen mit gelblich getönter Zinnglasur überzogen
und auf der Rückseite wie auf der Schauseite mit einer Verzierung in
Goldlüster versehen. Manchmal tritt stellenweise Bemalung in Kobaltblau
hinzu, auch Buckelungen nach Art getriebener Metallgefäße sind beliebt.
Im XV. und XVI. Jahrhundert werden die Flächen durch Verteilung der
Muster in Felder und Bordüren noch scharf gegliedert, Blattwerk
erscheint hierbei gotisch stilisiert, die maurischen Schriftzeichen
werden verständnislos ornamental verwendet, wovon die große Schüssel
mit Kupferlüster, Reihe 3 rechts, ein Beispiel gibt. In späterer Zeit
erscheinen an Stelle des prächtigen Goldlüsters dunklere Töne und vom
XVIII. Jahrhundert an beginnt der Lüster eine grelle kupferrote Färbung
anzunehmen. In der untersten Reihe sind Schüsseln, ebenfalls mit
Metallreflex aus Diruta unweit Perugia ausgestellt.