Die keramische Sammlung ist im neuen Museumszubau im ersten Stock
aufgestellt und gibt ein anschauliches Bild der Entwicklung dieses
Industriezweiges von der Antike bis in die Gegenwart.
Der Töpferton, ein Verwitterungsprodukt tonerdehaltiger Gesteine, ist
teils seiner natürlichen Beschaffenheit nach, teils infolge künstlicher
Beimengungen ein Material von außerordentlich mannigfaltigen
Qualitäten, dessen Verwendung in die Frühzeit menschlicher Kultur
zurückreicht. Verschiedenheiten des keramischen Produktes ergeben sich
aus der Beschaffenheit und Zusammensetzung des Tones, der Stärke des
Brandes, sowie aus der Art des Überzuges, der Glasur.
Die wichtigsten Etappen in der Entwicklung der europäischen Keramik
bilden die Erfindung der Töpferscheibe, die Anwendung der Zinnglasur
und damit die Herstellung der echten Fayence und die Entdeckung des
Kaolintones, wodurch die Herstellung keramischer Erzeugnisse ermöglicht
wurde, welche dem ostasiatischen Porzellan in allen wesentlichen
Eigenschaften gleich kommen.
Die Aufstellung beginnt links vom Haupteingange mit der Sammlung
antiker Vasen und Terrakotten.[27]