durch Herrenstraße, Marienplatz, Schneebergerstraße, Schützenplatz und
schlagen den gegenüber der Grabnermühle links abzweigenden Weg ein, der
nach dem »Waldfrieden« (Restaurant und Sommerfrische) führt. An diesem
vorüber gelangen wir durch das Heilige Holz nach dem Großen Stein.
Vorher ist auf einem Schild ein Weg nach dem Guten Brunnen angegeben,
den wir aber nicht gehen! Wir gehen unsern Weg weiter über den Großen
Stein und wandern zur _Brettmühle_, eigentlich Gasthaus Jägerhaus,
zu Niederzwönitz gehörend. Von hier gehen wir dem blau-weiß-blau
bezeichneten Wege nach zum Bad »_Guter Brunnen_«.
600 ~m~ hoch gelegenes Gasthaus, Badehaus und idyllischer
Weiher, ruhig im Walde gelegen. Die Quellen enthalten
kohlensauren Kalk salzsaures Magnesia, sie wurden 1498 entdeckt
und ähneln den Gasteiner Wässern.
Den blau-weiß-blau bezeichneten Waldpfad weiter, dann Feldweg bis
auf die Stollberger Straße. Diese weiter. Die Höhe überschreiten, am
Feldschlößchen vorüber, über die Bahngeleise zum Bahnhof _Zwönitz_.
(Siehe Wanderung 26 ~d~.)
Zwönitz ist Haltestelle der Bahn Chemnitz--Aue. Mit der Bahn nach
Chemnitz zurück.
~d~) _Zwönitz_ -- _Moosheide_ (¾ Std.) -- _Grünhain_ (¾ Std.)
-- _Spiegelwald_ (20 Min.) -- _Fürstenbrunn_ (1 Std.) -- _St.
Oswaldskirche_ -- _Langenberg_ -- _Schwarzbach_ -- _Elterlein_ (2 Std.).
Wanderzeit: 5 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Zwönitz. Linie Chemnitz--Aue.
Über Zwönitz siehe Wanderung 26 ~d~.
Vom Bahnhof nach dem Markte, die Annaberger Straße weiter, dann rechts
die Schützenstraße aufwärts zum Schützenhaus. Dahinter geradeaus, den
weiß-gelben Marken folgend, nach _Moosheide_. Einfaches Gasthaus,
630 ~m~ hoch gelegen. Nun den rot-weiß-roten Marken nach, die
Fahrstraße weiter nach _Grünhain_.
Stadt mit 2600 Einwohnern, 630 ~m~ hoch gelegen. Industrie:
Posamenten, Blechwaren, Spielsachen, Emaillegeräte. Grünhain
wurde 1236 vom Burggrafen Meinhardt II. von Meißen gegründet,
zunächst als Cistercienserkloster. Es entwickelte sich zu
einem der reichsten und angesehensten in ganz Sachsen. 1429
wurde es von den Hussiten verwüstet und 1553 aufgelöst.
Die Gebäude wurden durch Krieg und Brand zum größten Teil
vernichtet, nur geringe Reste zeugen von verschwundener Pracht,
so der »Fuchsturm«, in welchem Kunz v. Kauffungen die Nacht
nach seiner Gefangennahme zugebracht haben soll.
Vom Marktplatze die Hauptstraße aufwärts bis vor die Eisenbahnbrücke.
Nun links den rot-weißen Marken nach. Über die Bahn, dann links ab.
Zum Walde empor. An der Waldecke nach rechts, Fahrweg durch den
_Spiegelwald_ zum _König-Albert-Turm_.
727 ~m~ hoch. Aussichtsturm und Sommerwirtschaft. Die Aussicht
ist ganz prächtig. Nordost: Unter uns Grünhain; links davon
die Greifensteine, darüber hinaus Schloß Augustusburg, rechts
von Grünhain die Dreibrüderhöhe. Im Osten: der grabähnliche
Pöhlberg, rechts davon der Scheibenberg, dahinter der
Bärenstein. Weiter hinter diesem der Preßnitzer Spitzberg. Im
Südosten: Fichtel- und Keilberg, rechts davon der Gottesgaber
Spitzberg und der Pleßberg (kahl, mit Turm). Süden: unter
uns Beierfeld, tief im Tale Schwarzenberg, am Horizont der
Plattenberg, rechts hinter Schwarzenberg die Morgenleite
mit Aussichtsturm, sowie der Auersberg. Westen: das Auer
Tal, dahinter der Filzteich bei Schneeberg, rechts davon die
Zwickauer Gegend, dann der Totenstein. Norden: der Rochlitzer
Berg.
Wir folgen nun den gelb-weißen liegenden Kreuzen. Zunächst Richtung
Grünhain bis zur Waldecke. Nun rechts am Walde hin. Über die Bahn,
rechts der Bahnhof Beierfeld. Nun halblinks die Straße überschreiten,
dann rechts. Die Wegsäule gibt uns die Richtung zum »Fürstenberg« an.
In den Wald. Kurz darauf Wegteilung: rechts hinab. Der Weg bringt
uns wieder auf die Fahrstraße, die wir vorher überschritten. Diese
nach rechts. Es folgt eine Wegteilung: geradeaus. Bei der nächsten
Straßenteilung nach ca. 10 Minuten wiederum geradefort. Dem Wegweiser
»Raschau« folgen. An einzelnen Häusern vorüber. Der Weg geht bergab
und führt in den Wald. Dem Wegweiser folgend, den 1. Weg rechts ab.
Links die König Albert-Buche, 1889 gepflanzt. Nun links hinunter zum
_Fürstenbrunn_.
Hier wurde am 8. Juli 1455 Prinz Albert, der Stammvater
der albertinischen Wettiner aus den Räuberhänden Kunz von
Kauffungens befreit. An diese Begebenheit erinnert ein
Granitobelisk über dem Fürstenbrunn. Daneben ein Blockhaus mit
Restaurationsbetrieb, in dessen Gastzimmer sich einige, den
Prinzenraub darstellende Bilder befinden.
Nun zu dem nahen Dörfchen _Haide_, mit der sagenumwobenen _St.
Oswalds-_ oder _Dudelkirche_.
Sie soll 1514 durch den Grünhainer Abt Georg Küttner gegründet
und wegen Dazwischenkunft der Reformation nicht ausgebaut
worden sein. Die Sage erzählt jedoch folgendes: Der reiche
Hammerherr Kaspar Klinger habe den Bergherrn Wolf Götterer
aus Elterlein, von dem er sich beleidigt glaubte, meuchlings
erschlagen. Er erbot sich, zur Sühne dem heiligen Oswald
eine Kirche zu bauen. Dem reichen Hammerherrn gestatteten
die Richter solch teure Lösung. Aber der Himmel ließ sich
nicht bestechen. Als die Kirche geweiht werden sollte, zog
ein schwarzes Wetter herauf. Als der Priester den Hammerherrn
ermahnte, den Zorn Gottes durch Reue zu besänftigen, wurde
er verlacht. Da fuhr ein Blitzschlag hernieder, erschlug den
Sünder und vernichtete die Kirche, sodaß nur die Trümmer übrig
blieben. Fromme Scheu hinderte den Wiederaufbau des Kirchleins.
Von hier auf der Raschauer Straße weiter nach dem Dorfe _Langenberg_
mit dem Rittergut _Förstel_, das von der Leipziger Ortskrankenkasse
als Erholungsheim eingerichtet wurde. Vor dem Rittergute erhebt sich
ziemlich frei aus der Erde der Silberemlerfelsen.
Wir folgen nun den weiß-rot-weißen Marken durch das Dorf nach
_Schwarzbach_ und _Elterlein_.
Stadt mit 2500 Einwohnern, 620 ~m~ hoch gelegen.
Weiteres siehe 28 ~e~.
Mit der Bahn über Zwönitz nach Chemnitz zurück.
~e~) _Zwönitz_ -- _Ziegenberg_ (20 Min.) -- _Moosheide_ (45 Min.) --
_Schatzenstein_ (45 Min.) -- _Elterlein_ (45 Min.) -- _Schwarzbach_ (25
Min.) -- _Förstel_ -- _Langenberg_ (45 Min.) -- _Schwarzenberg_ (40
Min.).
Wanderzeit: 4½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Zwönitz. Linie Chemnitz--Aue.
Über Zwönitz siehe 26 ~d~.
Vom Bahnhof zum Markt. Dann auf der Annaberger Straße, den
weiß-gelb-weißen Marken folgend, bis zur Schützenstraße. Durch diese
bis zum Schützenhaus. Hier links zum _Ziegenberg_.
651 ~m~ hoch. Obelisk mit Medaillons Kaiser Wilhelms I., König
Alberts, Moltkes und Bismarcks. Hübsche Ausblicke auf das
Zwönitztal, Lößnitz und Schneeberg.
Nun in südwestlicher Richtung hinab zur Straße und auf dieser (schön
schattig!) bis an den Wald zur _Moosheide_.
676 ~m~ hoch gelegenes Gasthaus. Vor dem Hause bergan und nach links.
Den Zeichen nach auf hübschen Waldwegen zum _Schatzenstein_.
Felsklippen aus Glimmerschiefer, 763 ~m~ hoch gelegen, tief
im Walde versteckt. Der höchste Felsen ist verwachsen, bietet
daher keine Aussicht. Von den westlich gelegenen hat man gute
Aussicht auf das obere Erzgebirge.
Vom Schatzenstein den Marken weiter folgend bis zum Ausgang aus dem
Wald. Am Waldrande hin und zur Grünhain-Elterleiner Straße. Auf dieser
nach links zur Stadt _Elterlein_.
620 ~m~ hoch gelegen mit ca. 2500 Einwohnern. Früher wurde
hier Eisenstein gewonnen und im Hammerwerk und Regelschmiede
weiterverarbeitet. Jetzt beschäftigt man sich mit Posamenten-
und Gorlnäherei und Landwirtschaft. Auch Eisengießerei und
Maschinenbau. Auf dem Markte ein Denkmal der Barbara Uttmann,
die hier geboren sein soll.
Wir folgen nun den weiß-rot-weißen Marken südlich nach Schwarzbach.
Weiter durch das Schwarzwassertal zum Rittergut Förstel, wo
im Rittergut das Genesungsheim der Leipziger Ortskrankenkasse
untergebracht ist. Vor dem Rittergute ein isolierter Felsen, der
Silberemlerfelsen. Weiter durch Dorf Langenberg nach _Schwarzenberg_.
Stadt, 465 ~m~ hoch gelegen, in prächtiger Umgebung. Hier
fließen Schwarzwasser und große Mittweida zusammen. Die
Stadt ist von allen Seiten mit waldigen Höhen umgeben.
Industrie: Blechwarenfabriken, Emaillierwerke, Eisengießerei,
Kammgarnspinnerei, Pappenfabrik, Posamenten. 7800 Einwohner.
Das Schloß gibt der Stadt ein malerisches Ansehen. Reiche
historische Erinnerungen. Schon 1150 ging die zur bayerischen
Ostmark gehörige Herrschaft Schwarzenberg käuflich in den
Besitz Friedrich Barbarossas über. Friedrich II. schenkte sie
an Böhmen, wo sie über 200 Jahre verblieb. 1459 kam sie als
Heiratsgut an den Sohn Friedrich des Sanftmütigen, Herzog
Albrecht, der mit einer böhmischen Prinzessin vermählt war.
Letztgenannter verkaufte in Geldnöten den Besitz an die Familie
v. Tettau. Von ihr erwarb sie Kurfürst Johann Friedrich der
Großmütige zurück. Den steinernen Schloßbau führte, an Stelle
eines morsch gewordenen hölzernen, 1555 Kurfürst August auf.
Durch Kriege und Brände hatten Stadt und Schloß viel zu leiden.
Heute ist im Schlosse das Amtsgericht untergebracht.
Station der Linie Annaberg--Aue--Werdau. Wir fahren über Aue nach
Chemnitz zurück.
Man kann mit dieser Wanderung auch einen Besuch des Oswaldkirchleins
und Fürstenbrunnens verbinden. Man geht nach Durchwanderung Langenbergs
rechts den Weg nach Haide mit der _Oswaldskirche_ (Seite 229) und
von hier zum Fürstenbrunn. Nun nach Schwarzenberg: Aus dem Gasthaus
kommend geradefort, den prächtigen Waldweg. Nach 20 Minuten aus dem
Walde. Bei schöner Aussicht auf Schwarzenberg durch Wiesen hinunter,
den Schwarzbach überschreiten, den Weg im Tal weiter. Dann nach
_Wildenau_, zu Schwarzenberg gehörend, am 1. Hause links ab, sofort
aber nach rechts abbiegen. Unter der Bahn weg. Am Schützenhaus vorbei.
Bei Kilometerstein 9,6 teilt sich der Weg. Rechts führt ein Fußweg in
5 Minuten zum Bahnhof; links auf der Fahrstraße weiter zur Stadt. (¼
Std.).
~f~) _Grünhain_ -- _Spiegelwald_ (20 Min.) -- _Fürstenbrunn_ (1 Std.)
-- _Oswaldkirche_ (10 Min.) -- _Waschleithe_ -- _Grünhain_ (1¼ Std.) --
bez. _Zwönitz_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 2¾ Std. bez. 4¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Grünhain. Linie
Zwönitz--Scheibenberg.
Von Chemnitz hierher über Zwönitz.
Vom Bahnhof zum Markte. Dann die Hauptstraße bis zur Eisenbahnbrücke.
Kurz zuvor zeigt links ein Wegweiser den Weg zum Spiegelwald mit
dem König-Albert-Turm. Der Weg ist rot-weiß bezeichnet. Über die
Bahn, links zum Wald. Von hier rechts den Fahrweg weiter zum Turm.
Beschreibung der Aussicht usw., sowie Wanderung zum Fürstenbrunn und
zur Oswaldkirche siehe Wanderung 28 ~d~.
Von der Oswaldkirche den weiß-blau-weißen Marken folgen. Unser Weg
führt im schönen Oswaldtale zum Dörfchen _Waschleithe_. Von hier windet
sich der Weg im Walde empor und führt nach Grünhain zurück. Von hier
mit der Bahn zurück. Man kann die Wanderung bis Zwönitz fortsetzen, was
bez. des Bahnanschlusses leicht geboten erscheint. Auf der Zwönitzer
Straße wandert man über die _Mooshaide_ (Restauration) bequem in 1½
Stunde nach Zwönitz.
~g~) _Lößnitz_ -- _Alberoda_ -- _Dürre Henne_ -- _Hohe Warte_ --
_Prinzenhöhle_ (1½ Std.) -- _Niederschlema_ (1 Std.) -- _Floßgraben_ --
_Aue_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 3¾ Std.
Ausgangspunkt: Lößnitz, unterer Bahnhof. Linie
Chemnitz--Aue.
_Lößnitz._ Stadt mit 7400 Einwohnern, 422 ~m~ hoch gelegen. Man fährt
bis zum unteren Bahnhof, da er näher an der Stadt liegt als der obere.
Lößnitz ist eine der ältesten Ansiedelungen des ganzen Gebirges.
Industrie: Strumpf-, Schuh-, Baumwollwaren-, Wäschefabrikation.
Unser Weg ist weiß-blau-weiß bezeichnet. Durch eine prächtige
Lindenallee kommen wir zu dem aussichtsreichen _Schießhause_. Prächtige
Aussicht! Nun hinab nach dem Dorfe _Alberoda_ (1855 Einwohner). Nun
hinauf zum Gasthaus »_Dürre Henne_«, einer einsamen Ansiedelung. Von
hier zum Aussichtspunkt _Hohe Warte_, 503 ~m~ hoch gelegen. Großartiger
Blick ins Muldental auf- und abwärts, sowie durch das Schlematal mit
dem Dörfchen Nieder- und Oberschlema, und der Stadt Schneeberg.
Nun zunächst auf Feldwegen, dann durch Wald hinab ins Muldental. Den
Talweg rechts weiter bis zu einem Wegweiser. Diesem rechts hinauf
folgen zur _Prinzenhöhle_.
Diese ist ohne Zweifel ein angefangener aber nicht weiter
gebauter Stollen. Wir stehen am Schauplatze einer Szene aus dem
bekannten Prinzenraube. Der Hergang war kurz folgender: Kunz
v. Kauffungen hatte in der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1455 die
beiden Söhne des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen aus dem
Altenburger Schlosse geraubt. Während er seinen Spießgesellen
den 14jährigen Ernst übergab, behielt er den 12jährigen Albert
bei sich. Die Prinzen sollten nach dem Schlosse Eisenberg in
Böhmen gebracht werden. Auf getrennten Wegen eilten die Räuber
durchs Erzgebirge. Eingeschüchtert durch das Sturmläuten
versteckten sich die Genossen Kunzens, Mosen und Schönfels,
mit ihrem Prinzen Ernst in der hiesigen Kluft. Als sie nun von
dem Schicksale Kunzens erfuhren, der inzwischen in der Nähe
des Fürstenbrunns gefangen genommen worden war, boten sie dem
Amtshauptmann von Zwickau die Auslieferung des Prinzen an, wenn
sie selbst an Gut, Leib und Leben ungestraft blieben. Auf diese
Bedingungen ging man ein und verschaffte so dem Prinzen Ernst
die Freiheit.
Am Eingange der Höhle befindet sich eine Marmortafel, die an das
Ereignis erinnert. In der Nähe liegt das im Schweizerstil gebaute
Forsthaus mit Restauration und prachtvollem Blick ins Muldental.
Von hier den weiß-blau-weißen Marken weiter folgend. Auch ein Wegweiser
gibt die Richtung an, ins Muldental hinab. Die Eisenbahnbrücke
überschreiten, dann rechts. Über die Grabenbrücke und dann über die
eiserne Muldenbrücke.
Man kann nach Überschreiten der letzteren einen Abstecher hinauf zur
Ruine Eisenburg oder Isenburg unternehmen. Ein Fußsteig führt rechts
hinauf. Die geringen Mauerreste gehörten jedenfalls zu einer Vorburg
des Schlosses Stein. Sonstige Nachrichten fehlen.
Wir gehen auf unsern Weg zurück. Auf Waldweg hinauf zum Bismarckstein.
Hier Tourentafel 165 ~b~. Der Weg teilt sich. Wir gehen links hinab
nach _Niederschlema_.
Dorf mit 2600 Einwohnern, 300 ~m~ hoch gelegen. Industrie:
Papier- und Maschinenfabriken.
Unsere Marken führen uns weiter zum _Floßgraben_.
Dieser 1556 bis 1559 angelegte Kanal führte einen Teil des
Muldenwassers von Bockau nach Oberschlema-Schneeberg, er diente
einst der Holzflößerei. Der Weg an ihm hin ist ganz herrlich.
Er bringt uns am Genesungsheim des D. V. d. H. vorüber.
Dahinter links den Fußweg hinab nach _Aue_.
Weiteres siehe Wanderung 29 ~a~.
Von Aue mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
_h_) _Stollberg_ -- _Oberdorf_ -- _Beutha_ (1¼ Std.) -- _Raum_ (20
Min.) -- _Meisterei_ (¼ Std.) -- _Prinzenhöhle_ (¾ Std.) -- _Stein_ (¾
Std.) -- _Hartenstein_ (20 Min.) -- _Raum_ (½ Std.) -- _Beutha_ (20
Min.) -- _Stollberg_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 5¾--6 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Stollberg. Hierher mit der Bahn.
Über Stollberg siehe Seite 224. Vom Bahnhof durch die Bahnhofstraße
zum Markt. Nun durch die Herrenstraße über den Marienplatz, die
Schneeberger Straße entlang. Bei Landgrafs Restaurant rechts ab, auf
der Teichstraße weiter, sie setzt sich als Dorfstraße durch _Mittel-_
und _Oberdorf_ fort. Wir kommen am Walkteiche vorüber und gelangen
schließlich zum Bahnhof Oberdorf-Beutha. Nun links über die Höhe nach
_Beutha_. An der Kirche vorüber, rechts in die Dorfstraße einbiegen.
Später links die Straße nach _Raum_. Hier nimmt uns die Staatsstraße
Lichtenstein--Hartenstein auf, die wir links einbiegend, ein Stück
gehen. Dann beim Restaurant rechts auf einem Feldweg zur _Meisterei_.
Früher eine Scharfrichterei und Abdeckerei, jetzt gern
aufgesuchter Gasthof mit Garten.
Nun links in den Wald bis zum Wegweiser »Prinzenhöhle«. Diesen Weg
schlagen wir ein, er ist rot-weiß bezeichnet. Wir kommen zu einer
Waldblöße, auf dem dem verstorbenen Fürsten von Schönburg-Waldenburg
ein Denkstein errichtet worden ist. Auf unsern Weg zurück. Prächtiger
Buchenwald nimmt uns auf, der »Knoblochberg« genannt, was zu Zeiten
auch mit den Geruchsorganen wahrzunehmen ist. Der Weg geht immer
abwärts, zuletzt etwas steil. Wir halten uns links und kommen zum
_Forsthaus_ (auch Schankbetrieb). Hübsche Ausblicke auf das jenseitige
Muldenufer mit dem Dorfe Wildbach und der Isenburg-Ruine (siehe vorige
Wanderung). Nun durch den herrlichen Wald auf felsigem Steig hinab zur
_Prinzenhöhle_. (Siehe Wanderung 28 ~g~).
Wir gehen nun weiter talabwärts zur Zwickauer Mulde und am rechten Ufer
derselben nach _Stein_ mit dem altehrwürdigen Schlosse.
Das Dörfchen zählt 110 Einwohner. Das Schloß, hoch auf dem
Felsen thronend, gibt dem Orte ein überaus malerisches
Ansehen. Es gehört der Herrschaft Schönburg-Waldenburg und
dient jetzt zu Wohnzwecken für Beamte. Die Besichtigung ist
gestattet. 194 Stufen hinauf auf den alten Hauptturm, der einen
schönen Ausblick gewährt. Burgverlies, Ruine der Burgkapelle,
Verteidigungsgalerie, 32 ~m~ hoher Eckturm.
Nun beim Teiche rechts hinauf nach der Stadt _Hartenstein_.
Stadt mit 2800 Einwohnern, 350 ~m~ hoch gelegen. Der Markt
macht mit seinen altertümlichen Gasthäusern einen hübschen
Eindruck. Auf dem 396 ~m~ hohen Schloßberge das imposante
Schloß Hartenstein, dem Fürsten von Schönburg-Waldenburg
gehörend. In Abwesenheit der Besitzer kann das Schloß
besichtigt werden. Allerlei Altertümer, darunter eine
Feldschlange, die bei den Freudenschüssen nach Beendigung des
Krieges 1871, scheinbar trüber Ahnungen voll, zersprang.
Vom Schlosse rechts hinauf, durch ein Waldstück, auf unsere frühere
Straße, auf der wir hergekommen sind. Zurück nach Raum und weiter nach
Station Oberdorf-Beutha. Bei günstiger Gelegenheit benutzt man von hier
aus die Bahn bis Stollberg; im andern Falle wandert man über Oberdorf
nach _Stollberg_ zurück.
Von Stollberg nach Chemnitz mit der Bahn.
29. Ins Schwarzwasser-, obere Muldental und zum Auersberg.
Ein jeden Naturfreund hocherfreuendes Gebiet. Aus engen,
geradezu klammartigen Tälern steigt man auf waldigen Wegen
zu aussichtsreichen Höhen hinauf. Das rasch emporblühende
Aue, das altehrwürdige Schneeberg, die echten Gebirgsstädte
Johanngeorgenstadt und Eibenstock, das liebliche Schwarzenberg
umschließen ein Gebiet, das auf Schritt und Tritt neue
Schönheiten erschließt. Die Genüsse einer einsamen
Waldwanderung können hier am besten ausgekostet werden.
Den Glanzpunkt dieser Gegend, wie überhaupt einen des ganzen
Gebirges, bildet der Auersberg, von allen Naturfreunden geliebt
und gern aufgesucht. Der ungünstigen Bahnverhältnisse wegen ist
es zu empfehlen, die Fahrt zum Ausgangspunkt am Vorabend der
Wanderung zu erledigen.
~a~) _Schwarzenberg_ -- _Konradswiese_ -- _Morgenleite_ (2 Std.) --
_Jägerhaus am Ochsenkopf_ (¾ Std.) -- _Antonsthal_ -- _Erlabrunn_ (1¼
Std.) -- _Johanngeorgenstadt_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 5¼ Std.
Ausgangspunkt: Schwarzenberg. Hierher über Aue.
Vom Bahnhof in ¼ Stunde zum Markt. Nun die Schneeberg-Eibenstocker
Straße hinaus. Am Friedhof vorbei. Bei Kilometerstein 0,0 teilt
sich der Weg. Den rot-gelben Marken nach, links aufwärts. Wegweiser
»Morgenleite«. Auf der Höhe Wegteilung: dem Wegweiser folgend
rechts weiter. Nach ca. 20 Minuten Wegkreuzung. Nun rechts weiter,
den blau-roten Marken nach. Am Wald Wegteilung: links weiter. Nach
kurzer Zeit den Wald verlassen und den Fußweg halblinks weiter bis
zur Waldecke. Einen Fahrweg überschreiten, geradefort. Über Wiesen.
Ein Fahrweg kommt von rechts; auf diesem links weiter, dem Wegweiser
»Konradswiese« folgend. Wegteilung: rechts gehen. 4fache Wegteilung:
rechts weiter. Wir gelangen zur _Konradswiese_. Waldwärterhaus in
ganz prächtiger Lage. Einfache Schankwirtschaft. Schöner Ausblick.
Das Gebäude verlassend wandern wir nach links, an 2 Teichen vorüber.
Dahinter Wegteilung: Rechts, den gelb-weißen Marken nach. Einen breiten
Fahrweg überschreiten. Geradeaus weiter zur _Morgenleite_.
813 ~m~ hoch. Aussichtsgerüst und Unterkunftshütte. Die
Aussicht ist ganz hervorragend. Osten: Schwarzenberg,
Raschau, der Raschauer Grund, die Stadt Scheibenberg, rechts
davon der Bärenstein, dahinter der Haßberg bei Preßnitz.
Süden: Gottesgaber Spitzberg, rechts Seifen (Böhmen), weiter
im Vordergrund Rittersgrün, rechts davon Breitenbrunner
Waldhäuser, im Vordergrunde Crandorf, Johanngeorgenstadt.
Südwesten: Auersberg, davon rechts Eibenstock. Westen:
Karlsturm bei Reiboldsgrün. Nordwesten: Kirchberg, rechts
davon Schächte von Zwickau. Norden: Hohenstein, dahinter
der Rochlitzer Berg, im Vordergrunde Oberpfannenstiel, die
Bernsbacher Höhe, Bernsbach; rechts davon Beierfeld, dahinter
die Augustusburg. Nordosten: Annenkirche zu Annaberg, davon
links Großrückerswalde (weißer Turm), rechts davon der
Pöhlberg. Herrlich ist der Überblick über das Waldmeer.
Vom Aussichtsgerüst den blau-weißen Marken nach bis zur Wegtafel.
Wir gehen nun in Richtung »Jägerhaus-Bockau«. Bald zu einer
einfachen Wegteilung: rechts, den blau-weiß bezeichneten »Lauterer
Grenzflügelweg« ab. Nach einer Wanderung von ca. 20 Minuten gelangen
wir zum Treffpunkt der Straße von Aue und Bockau. Links, die Straße
weiter, den weiß-gelb-weißen Marken folgend zum _Jägerhaus am
Ochsenkopf_.
782 ~m~ hoch, einsame Siedlung, zu Bermsgrün gehörig.
Gasthaus. Das Jagdhaus wurde von den sächsischen Fürsten gern
aufgesucht. 1693--1711 lebte hier Herzog Wilhelm Christian von
Holstein-Wiesenburg; er starb auch hier. Kreuzungspunkt der
Straßen Schwarzenberg--Eibenstock und Bockau--Breitenhof.
Wir folgen nun dem Wegweiser »Breitenhof«. Die Straße geht erst
eben dahin, dann rechts durch das Halsbachtal steiler hinab nach
_Antonsthal_. Nun auf der Landstraße weiter. Bei Stein 13,0 Wegteilung:
links fort, dem Wegweiser nach. Bei Stein 14,3 kommen wir auf die
Talstraße des Schwarzwassertales. Diese aufwärts wandernd gelangen
wir nach Station _Erlabrunn_. Die Talstraße weiter hinauf bis
_Johanngeorgenstadt_.
Weiteres siehe Wanderung 24 ~g~.
Mit der Bahn über Schwarzenberg--Aue oder Schwarzenberg--Annaberg nach
Chemnitz zurück.
~b~) _Schwarzenberg_ -- _Antonsthal_ (1½ Std.) -- _Jägerhaus am
Ochsenkopf_ (1 Std.) -- _Morgenleite_ (¾ Std.) -- _Bockau_ (1 Std.)
-- _Rechenhaus_ (¾ Std.) -- _Floßgraben_ -- _Auerhammer_ (1¾ Std.) --
_Aue_ (½ Std.).
Wanderzeit: 7¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Schwarzenberg. Hierher über Aue.
Vom Bahnhof zum Markt. Nun auf die Erlaer Straße. Die
Schwarzwasserbrücke überschreiten. Der Weg ist rot-weiß bezeichnet. Im
Schwarzwassertale an der Bahnlinie hin, hinauf nach _Erla_.
Dörfchen mit 260 Einwohnern, 467 ~m~ hoch gelegen.
Nun die Talstraße weiter nach _Antonsthal_, 521 ~m~ hoch gelegener
Ortsteil von Bermsgrün.
Von hier rechts in den Wald und durch das Halsbachtal, am linken Ufer
des Halsbaches hinauf; eine köstliche Waldtalwanderung! Wir kommen an
einzelnen Häusern vorüber, den Waldhäusern der Gruben Ritter St. Georg,
Unverhofft Glück, Weißer Adler, Fünf Brüder. Vom Waldrande hübsche
Ausblicke. Der Halsbachtalweg stößt auf die Schwarzenberg-Sosaer
Straße. Diese links weiter zum _Jägerhaus am Ochsenkopf_.
Weiteres siehe Wanderung 29 ~a~.
Wir folgen nun den weiß-gelb-weißen Marken auf der Straße Aue--Bockau.
Wir gehen bis zu einer sechsfachen Wegteilung, hier den blau-weiß
bezeichneten Weg, den sogenannten Lauterer Grenzflügelweg weiter. Bei
einer weiteren Wegteilung ebenfalls den blau-weißen Marken nach zum
Aussichtsgerüst auf der _Morgenleite_.
Weiteres siehe Wanderung 29 ~a~.
Vom Gerüst zur Wegteilung; nun den gelb-weißen Marken nach rechts
abwärts. Wir überschreiten einen Fahrweg, den Schneisenweg immer
abwärts folgend. Er bringt uns auf einen von rechts kommenden Fahrweg.
Diesen links weiter, an einem kleinen Teiche vorbei zur _Konradswiese_
(siehe 29 ~a~).
Nachdem wir das Gebäude verlassen, gehen wir den blau-roten Marken
nach rechts in den Wald. Nach Verlassen desselben über Feld hinab nach
_Bockau_.