Denkmal Georgs des Bärtigen, des Gründers der Stadt. Die Kaiser
Wilhelm-Straße setzt die Buchholzer Straße fort. An ihr links das
Stadttheater. Später das Bismarckdenkmal. Rechts über die Brücke und
die Bismarckstraße weiter. Ohne Unterbrechung sind wir so nach Buchholz
gelangt. Nur die Sehma trennt die beiden Städte. (Eine Vereinigung
beider wird von vielen wohlmeinenden Seiten angestrebt.)
_Buchholz._ Stadt mit 11000 Einwohnern, 557 ~m~ (Rathaus) hoch
gelegen. Die Industrie erzeugt: Posamenten, Spitzen, Kartonagen.
Die Stadt wurde um einige Jahre später (1501) als Annaberg
von Friedrich dem Weisen gegründet. Eine frühere Ansiedelung
hieß bereits Buchholz. Der Name der neuen Stadt wurde St.
Katharinenberg im Buchenholz. Ursprünglich reiche Ausbeute an
Silber und Zinn. Als der Bergsegen erlosch, wandte man sich,
wie in Annaberg, der aufstrebenden Posamentenindustrie zu. Die
Kirche ist sehenswert. Auf dem Markt das Denkmal Friedrichs des
Weisen.
Wir gehen die Karlsbader Straße entlang bis zum Schluß. Rechts
der Friedhof mit Begräbniskapelle. Ca. 2 Minuten vom Ende der
Friedhofsmauer betreten wir die prächtigen Waldanlagen. Wir
durchschreiten sie. Die Scheibenberger Straße geht links neben uns her.
Auf einen freien Platz. Hier links auf die Straße und dieselbe rechts
weiter. Forsthaus (mit Gasthaus). Nach Verlassen des Waldes rechts das
Gasthaus Neu-Amerika. Endlich nach _Schlettau_.
Stadt mit 3700 Einwohnern, 584 ~m~ hoch gelegen im Talkessel
an der Zschopau. Die Industrie erzeugt: Posamenten,
landwirtschaftliche Maschinen, Leim, Knochenpräparate.
1367 war die Stadt im Besitz der Markgrafen von Meißen. Später
waren die Herren von Schönberg auf Hassenstein Besitzer. 1413
gehörte die Stadt dem Kloster Grünhain. Nach dem Hussitenkriege
wurde sie von Abt Nikolaus an Sigismund von Miltitz verpfändet.
1464 verbot Friedrich der Sanftmütige eine weitere Veräußerung.
Das Schloß war Wohnung des kurfürstlichen Forstmeisters. An der
östlichen Chorwand der Kirche befindet sich ein Mönchsgesicht,
das Wahrzeichen der Stadt.
Nun links über den Schloßplatz, die Buchholzer Straße weiter, über den
Markt und die Schwarzenberger Straße hinan. An Siegesdenkmal und Kirche
rechts vorbei. Links der Bahnhof. Die Geleise überschreiten und die
Ahornallee empor. So nach _Scheibenberg_.
Stadt mit 2700 Einwohnern, 625 ~m~ hoch am Fuße des
Scheibenberges gelegen. Die Stadt wurde 1522 durch Ernst und
Wolf von Scheibenberg als Bergstadt gegründet. Die Industrie
befaßt sich mit Posamenten, Darmsaiten, Korsetts, Zigarren.
Scheibenberg war der Wirkungsort des Pfarrers Christ. Lehmann,
des Verfassers des »Historischen Schauplatzes des oberen
Erzgebirges«, des zuverlässigsten älteren Quellenwerkes über
das Erzgebirge. Scheibenberg wird als Sommerfrische aufgesucht.
Vom Markte gehen wir zur Kirche hinauf. Von dieser links ab, geradeaus
durch die Pfarrgasse. Nun rechts nach dem Schießhause, welches rechts
liegen bleibt. Neben der Straße läuft ein Promenadenweg hinauf bis
zur Spitze. Hübsche Anlagen. Bei der Wegteilung rechts weiter.
Wegmarkierung ist blau-weiß bis zum Gipfel des _Scheibenberges_.
807 ~m~ hoch. Basaltberg. Turm und Berggasthaus. Die prächtige
Aussicht wird durch eine Orientierungstafel auf dem Turme
erläutert. Wegweiser führen zu einigen hübschen Punkten:
Waldfrieden, Schafpüschel, Zwergloch, Orgelpfeifen, Ostpanorama.
Vom Scheibenberg zurück zur Stadt und zu der 10 Minuten entfernten
Station.
Bahnfahrt über Zwönitz nach Chemnitz zurück.
24. Zum Fichtel- und Keilberg.
Das Kammgebiet des Erzgebirges wird von den Bergmassen des
Fichtel- und Keilberges beherrscht. Den Wanderer wird es immer
zu diesen Bergen ziehen, die neben ausgezeichneter Aussicht
frische Höhenluft und würzige Waldluft spenden. Durch die
Bauten des Erzgebirgsvereins veranlaßt, ist der Fichtelberg und
somit das ganze Gebiet der großen Touristenwelt aufgeschlossen
worden. Manches Ursprüngliche ging dadurch verloren, aber
der Wanderer braucht ja nicht auf den großen Heerstraßen zu
den Bergriesen zu ziehen, es gibt genug echte Wanderpfade.
Besonders von diesen sollen einige angeführt werden. Ein
Aufstieg zum Keilberg wurde schon unter Wandervorschlag 22
behandelt. Der Entfernung von Chemnitz wegen empfiehlt es sich,
am Vorabend der Wanderung zum Ausgangspunkt derselben zu reisen.
~a~) _Bärenstein_ -- _Kretscham-Rothensehma_ (1½ Std.) -- _Rotes
Vorwerk_ (1½ Std.) -- _Fichtelberg_ (½ Std.) -- _Neues Haus_ (½ Std.)
-- _Gottesgab_ (½ Std.) -- _Keilberg_ (1 Std.) -- _Oberwiesenthal_ (1
Std.).
Wanderzeit: 6½ Std.
Ausgangspunkt: Bärenstein. Station der Linie
Chemnitz--Annaberg--Weipert. Hierher mit der Bahn oder wie
unter 23 ~b~ und ~c~ beschrieben.
Vom Bahnhof bis zur Annaberger Straße. Auf dieser ein paar Schritte,
dann links an Häusern vorbei, über Felder zum Waldrand. An diesem nach
links auf einen Fahrweg bis zum Wegweiser »Neudorf« rechts, diesem in
den Wald folgen auf dem sogenannten Feuerturmweg. Diesen weitergehen.
Die Pasche-Straße überschreiten bis auf die breite Torfstraße.
Auf dieser wenige Schritte nach links. Dann auf dem weiß-rot-weiß
bezeichneten Wege über eine Waldwiese. Er führt auf eine Waldstraße.
Diese nach rechts zum Erlenheidenweg. Ein Prachtstück von einer Fichte
ist hier zu sehen. Nun den Zeichen nach bis zum Waldrand. An diesem
hin, über Feld nach _Kretscham-Rothensehma_.
Sommerfrische an der Bahn Cranzahl--Oberwiesenthal, 780 ~m~
hoch gelegen, hufeisenförmig von 800 ~m~ hohen Bergrücken
umgeben. Nach drei Seiten Wald.
Nun den weiß-rot-weiß bezeichneten Weg weiter. Auf der Straße weiter
bis zu dem Wege, der oberhalb der Haltestelle rechts in den Wald
geht. Immer im Walde aufwärts zum »Flügel«, den man ca. 20 Minuten
verfolgt und der schließlich in die Eisenstraße mündet, von der aus
man prächtige Blicke auf den Wald genießen kann. Die Eisenstraße umgeht
den Eisenberg, einen 1028 ~m~ hohen Nebengipfel des Fichtelberges. Sie
führt beim _Roten Vorwerk_ (schönes Berggasthaus 978 ~m~ hoch gelegen),
auf die Vierenstraße. Nun den steilen Fichtelbergsteig, 230 ~m~
Steigung überwindend, hinauf zum Gipfel des _Fichtelberges_.
Höchster Berg Sachsens, der Glimmerschieferformation
angehörend. Der früher kahle Gipfel wurde 1852--64 vom
Oberförster Starke aufgeforstet. Ein Denkstein in der Nähe
des Turmes erinnert daran. Großes Unterkunftshaus mit Turm,
vom sächsischen Erzgebirgsverein errichtet und unterhalten.
Der Chemnitzer wird besonders das hübsche Chemnitzer Zimmer
aufsuchen, das vom Zweigverein Chemnitz gestiftet wurde. Die
Aussicht vom Turm ist großartig! Zu Füßen Oberwiesenthal und
Böhmisch-Wiesenthal, dahinter die Wirbelsteine, vor diesen
Gasthaus Hofberg an der Kupferberger Straße. Dahinter am
Horizont das Lysengebirge. Über der Oberwiesenthaler Kirche
hinaus der Weiße Berg bei Prag, links davon Saaz, die Eger
und Kaaden. Über Böhmisch-Wiesenthal der kahle Kupferhübel.
Links davon weit entfernt die Hasenburg bei Lobositz und
der spitze Wostrey. Im Osten: Links von Böhmisch-Wiesenthal
Stolzenhain, dahinter der steile Borschen bei Bilin, links
davon der pyramidenförmige Milleschauer mit Turm, links davon
Jeschken und Lausche (nur bei sehr günstiger Aussicht zu
sehen). Im Nordosten: In der Nähe zu unseren Füßen das Rote
Vorwerk, dahinter am Horizont der Kahleberg bei Altenberg,
rechts davon etwas näher von links nach rechts: Haßberg,
Preßnitzer Spitzberg, Sebastiansberg. Weiter entfernt das
Mückentürmchen mit Turm. Im Norden: der breite Pöhlberg, rechts
davon Mildenau. In der Nähe Kretscham-Rothensehma. Dahinter die
Dreibrüderhöhe (an der Baumgruppe erkenntlich), rechts davon
die hohe Esse bei Halsbrücke, rechts in der Nähe Bärenstein,
dann im Tale Weipert. Dahinter am Horizont Schloß Frauenstein.
Rechts davon die Saydaer Kirche, dann der Schwartenberg,
links vom Pöhlberg die Augustusburg, links davon in der Nähe
Annaberg, davon links am Horizont der Beutenberg, weiter links
der Greifenstein (die Felsen ähneln einer Baumgruppe), davor
Walthers Höhe, dahinter am Horizont der Kolmberg, links davon
nahe der Scheibenberg, dahinter am Horizont der Rochlitzer
Berg. Im Süden: Keilberg mit Turm, rechts davon sehr weit
Rachel, Arber und Osser im bayrischen Wald. Rechts davon
am Horizonte: Siebenberge bei Hostau, Ohrenberg, Glaß- und
Tillenberg. Ganz nahe: Gottesgab. Rechts davon der Pleßberg mit
Turm, rechts am Horizont der Bahnhof von Eger. Südwestlich:
nahe der Gottesgaber Spitzberg, darüber der Ochsenkopf
im Fichtelgebirge. Rechts im Vordergrund der Peindlberg,
rechts davon der Schneeberg (Fichtelgebirge). Auf der Höhe
des Kammes in nächster Nähe Irrgang und Seifen (zerstreut
liegende Häuser). Rechts dahinter am Horizont: Der Waldstein
in Bayern. Westen: der Auersberg (Turm), links davon im Tale
Johanngeorgenstadt, darüber hinaus der Rammelsberg. Rechts vom
Auersberg der Kuhberg b. Schönheide, weiter rechts dann die
Morgenleite, rechts davon Turm des Gleesberg und Keilberg b.
Schneeberg, weiter der Spiegelwaldturm.
Wir folgen nun der Markierung weiß-rot ×. Der Weg (Prinzenweg) führt
auf dem Rücken des Fichtelberges hin. Dieser Weg bringt uns zum _Neuen
Haus_. Gasthaus an der Landstraße nach Gottesgab, 1092 ~m~ hoch gelegen.
Nun die Landstraße rechts ab bis nach _Gottesgab_.
Höchstgelegene Stadt (1028 ~m~) Mitteleuropas mit 2600
Einwohnern. Die Industrie erzeugt Spitzen, Seidenhandschuhe,
Kartonagen. Für Botaniker bietet das die Stadt umgebende
Hochmoor viel Interessantes. Gottesgab ist der Wohnsitz des
erzgebirgischen Volksdichters Anton Günther.
In Gottesgab nicht zu lange Rast halten, trotz des traulichen
Aufenthalts bei Oppl, Kranl usw.
Nun die Landstraße in östlicher Richtung zurück. Nach ca. 10 Minuten
teilt sich die Straße. Wir wandern rechts zu den _Sonnenwirbelhäusern_,
1155 ~m~ hoch gelegen, höchste Ansiedlung des böhmischen Erzgebirges.
Wir bleiben noch ca. 10 Minuten auf der Landstraße, der sogenannten
Kaiserstraße: dann rechts, einem Wegweiser folgend, auf der Fahrstraße
zum _Keilberg_.
1245 ~m~. Höchste Erhebung des Erzgebirges. Auf dem Gipfel
Berggasthaus mit Turm, Eigentum des Erzgebirgsvereins
Joachimsthal.
Die Aussicht ist großartig. In Norden: der Fichtelberg
mit Berghaus, rechts davon das Rote Vorwerk, darüber der
Greifenstein (Felsgruppe, einer Baumgruppe ähnelnd),
rechts davon der Beutenbergturm, rechts davon etwas näher
Annaberg, drüber Schloß Augustusburg, rechts davon der
Pöhlberg. Nordosten: rechts am Pöhlberg der Bärenstein,
darunter Dorf Bärenstein und Weipert, vor diesem tief im Tal:
Unterwiesenthal, darüber die Kirche von Jöhstadt, dahinter am
Horizonte die Halsbrücker Esse. Rechts von Jöhstadt Zöblitz,
davon rechts Sayda (Kirche), dahinter Schloß Frauenstein.
Vor diesem Bahnhof Reitzenhain. Rechts im Vordergrunde der
Preßnitzer Spitzberg und Haßberg, unter diesem etwas rechts
im Osten: Preßnitzer Kirche, davor der Kupferhübel mit
Kapelle. Links davon das Mückentürmchen, davon links der Hohe
Schneeberg. Rechts vom Kupferhübel am Horizont die Lausche,
daneben der Kletschen, darunter der Borschen bei Bilin.
Darüber der spitze Milleschauer, vor diesem tiefer der Brüxer
Schloßberg. Rechts vom Milleschauer der Jeschken. Im Südosten:
Ganz nahe die Wirbelsteine. Darüber hinaus die spitze Ruine
Schönburg bei Klösterle, dahinter Saaz und die Saazer Ebene.
Etwas rechts der Wirbelsteine am Horizont sehr undeutlich der
Weiße Berg bei Prag. Rechts der Ruine Schönburg der spitze
Egerberg. Weiter rechts hinten das Lysengebirge, dann der
Schwarzenberg. Rechts vom Lysengebirge der Herrgottstuhl,
rechts davon der Hengstberg. Im Süden: Der Pleßberg mit Turm
(sehr nahe), rechts davon am Horizont der Arber (Bayernwald).
Rechts vom Arber: Rachel und weiter rechts der Osser. Im
Vordergrund der Schwarzfels, dahinter die Eger, darüber die
Stefanienwarte bei Karlsbad. Weiter rechts im Mittelgrunde die
Kirche von Pfaffengrün, links darüber der Drei-Kreuzberg und
Aberg bei Karlsbad. Südwesten: Im Vordergrund etwas tiefer
der Hofer Berg bei Joachimsthal, dahinter am Horizont: der
Waldstein in Bayern. Nahe die Häuser von Hengstererben, darüber
der Rammelsberg, rechts davon der Plattenberg, rechts davon am
Horizont der Auersberg mit Turm. Vor diesem in der Nähe der
Gottesgaber Spitzberg. Rechts etwas unterhalb des Auersberges
der Kuhberg bei Schönheide, rechts davon die Morgenleite,
weiter rechts der Spiegelwaldturm, Elterlein, Zwönitzer Höhen
und wiederum im Norden der Fichtelbergturm.
Aus dem Keilberghaus tretend um die Ecke. Die Markierung bis
Oberwiesenthal ist weiß-rot ×. Zunächst hinunter zur Straße. Diese
überschreiten und den Marken nach bis zum Grenzbach bei der Knopfmühle.
Den Grenzbach überschreiten wir auf einem Holzstege und gehen dem Wege
nach, der an der Stirnseite der Mühle vorbeiführt. Er bringt uns nach
_Oberwiesenthal_.
Höchste Stadt Deutschlands (914 ~m~) mit 1900 Einwohnern.
Besuchte Sommerfrische. Bedeutender Wintersportplatz. Die
Industrie erzeugt: Posamenten, Handschuhe, Klöppeleien und
Kartonagen. 1527 wurde die Stadt gegründet. Silberbergbau. Auf
dem Markte eine kursächsische Postsäule von 1730. Beet mit
Alpen- und Erzgebirgspflanzen.
Wer die Absicht hat, in Oberwiesenthal oder auf dem
Fichtelberge zu übernachten, bestelle das Nachtlager, der
Überfüllung wegen, vorher. Endstation der Gebirgsbahn
Cranzahl--Oberwiesenthal.
Mit der Bahn über Cranzahl, Annaberg nach Chemnitz zurück.
~b~) _Weipert_ -- _Schlössel_ (1¾ Std.) -- _Lauxmühle_ -- _Hofberg_ --
_Keilberg_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 3¼ Std.
Ausgangspunkt: Weipert. Hierher mit der Bahn
Chemnitz--Annaberg--Weipert.
_Weipert_ ist böhmische Grenzstadt mit 12000 Einwohnern,
713 ~m~ hoch gelegen. Industrie: Posamenten, Weberei, Wirkerei,
Färberei, Handschuhe, Strümpfe, Gewehre, Papier. Unmittelbar
damit verbunden der sächsische Marktflecken Bärenstein.
Vom Bahnhof zum Kaiser Josefs-Platz. Nun auf die Karlsbaderstraße,
zunächst an Häusern vorbei, dann durch Wald nach _Schlössel_. 5
Minuten davon die _Lauxmühle_, Sommerfrische und Vergnügungslokal.
Wir gehen nun von der Straße ab und benutzen den Fußweg, der an
der Mühle steil hinauf zum »Riegel« führt; dies ist der Bergrücken
zwischen Grenzbach und Stolzenhainer Bach. Auf der Höhe geradefort,
aus dem Walde heraus. Schöne Aussicht: Rechts Oberwiesenthal und
Fichtelberg, links Stolzenhain. In südöstlicher Richtung bis zu dem von
Böhmisch-Wiesenthal heraufkommenden Fahrweg. Auf diesem zum Gasthaus
Hofberg. Dahinter links den Weg von der Fahrstraße ab, den Kammzeichen
folgend, nach dem Keilberg. Weiteres siehe 24 ~a~.
~c~) _Cranzahl_ -- _Kretscham-Rothensehma_ (1½ Std.).
Mit der Bahn bis Cranzahl, Linie
Chemnitz--Annaberg--Weipert.
_Cranzahl._ Gewerbfleißiges Dorf mit 2500 Einwohnern, 654 ~m~
hoch gelegen. Posamentenindustrie.
Wir folgen den weiß-rot-weißen Marken. Vom Bahnhof links und gleich
links über die Bahn. Auf dem Triftweg hinauf zum Wald. In diesem
wandern wir bis zum Lampertsbach. Nun rechts auf der Torfstraße weiter
durch prächtigen Wald. Unser Weg vereinigt sich mit dem Frauenturmweg,
der von Bärenstein kommt. Dann den Markierungszeichen nach auf einem
Fußweg über eine Waldwiese mit prächtigen Buchen. Der Weg bringt uns
auf eine Waldstraße. Diese rechts weiter verfolgen zum Erlenheidenweg.
Mächtige Fichte. Nun zum Waldrand, an diesem hin, über Feld nach
Kretscham-Rothensehma.
Über diesen Punkt, sowie Weiterwanderung nach dem Fichtelberg siehe
Seite 183 u. f.
~d~) _Crottendorf_ -- _Joachimsthaler Straße_ -- _Reitsteig_ --
_Fichtelberg_.
Wanderzeit: 3¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Obercrottendorf. Station der Linie
Schlettau--Obercrottendorf.
Hierher am Vorabend der Wanderung mit der Bahn über Annaberg. Nach
Belieben kann man auch in Annaberg übernachten und mit dem ersten
Frühzuge nach Obercrottendorf fahren.
Crottendorf, ein gewerbfleißiges Dorf mit 4800 Einwohnern,
650 ~m~ hoch am Oberlauf der Zschopau gelegen. Die Industrie
befaßt sich mit Posamentenerzeugung, Fabrikation von
Emaillierwaren, Zement- und Strumpfwaren. Im Jahre 1575
wurde hier Marmor entdeckt und ergiebig gebrochen. Er
fand z. B. Verwendung beim Rathaus zu Amsterdam, Gellert-
und Friedrich August-Denkmal in Leipzig, bei der Dresdner
Hofkirche und für das Königin Mathilden-Denkmal in Kopenhagen.
Die Marmorgewinnung ging infolge der Einführung besseren
ausländischen Marmors zurück. Seit 1825 benutzt man ihn nur
noch zur Herstellung von Kalk. Der Kalkofen ist gegenwärtig
nicht mehr im Betrieb.
Vom Bahnhof Obercrottendorf den gelb-weißen Marken folgend links.
Von der Bahnhofsrestauration rechts über die Zschopau. Nun links
und dann rechts. Den Marken nach bis zum Gasthaus Glashütte.
Wegteilung: Geradeaus zum Forsthause. Wegteilung. Wir folgen weiter
den weiß-gelb-weißen Marken nach rechts in knapp 20 Minuten zum
Wald. Wegteilung: Geradeaus. Die breite Waldstraße, Joachimsthaler
Straße, weiter, ungefähr 2 Stunden. Straßenteilung. Nicht auf der
Joachimsthaler Straße weiter, sondern links ab. Nach ½ Stunde bei
Abteilung 52 rechts den Reitsteig hinan. Wir wandern an einem Quellbach
der Zschopau hin, steil hinauf zum Fichtelberg. Weiteres siehe 24 ~a~.
~e~) _Mittweida-Markersbach_ -- _Mittweidatal_ -- _Nitzschhammer_ (1
Std.) -- _Wolfner Mühle_ -- _Fichtelberg_ (3 Std.).
Wanderzeit: 4 Std.
Ausgangspunkt: Station Mittweida-Markersbach. Linie
Annaberg--Schwarzenberg--Aue.
Station für die Dörfer Mittweida (1400 Einwohner) und
Markersbach mit Unterscheibe (950 Einwohner). Ausgangspunkt am
Vorabend der Wanderung erreichen!
Eine sehr einsame aber prächtige Wanderung. Wegmarkierung
weiß-blau-weiß. Vom Bahnhof im Tal aufwärts unter dem großen
Viadukt hinweg zum Nitzschhammer in Obermittweida. (Gasthaus und
Sommerfrische). Nach ca. 5 Minuten Wegteilung: links im Tal der Großen
Mittweida weiter. An zwei Holzschleifereien vorüber zur _Wolfner
Mühle_. Hier ist letzte Einkehrgelegenheit. Weiter an zwei Fabriken
vorbei. Wir wandern immer im Mittweidatal aufwärts, überschreiten
die Waldstraße von Oberrittersgrün nach Neudorf und gelangen zu
einer Quelle. Nun steil hinauf zum Prinzenweg. Diesen nach links zum
Fichtelberg.
Weiteres unter 24 ~a~.
~f~) _Oberrittersgrün_ -- _Tellerhäuser_ (1¾ Std.) -- _Fichtelberg_ (1¾
Std.).
Wanderzeit: 3½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Oberrittersgrün.
Linie Grünstädtel--Oberrittersgrün. Von Chemnitz nach Aue, dann
mit der Bahn Werdau--Annaberg weiter bis Grünstädtel. Hier in die
Schmalspurbahn umsteigen. Anfahrt möglichst am Vorabend erledigen.
_Oberrittersgrün_, 631 ~m~ hoch an der Grenze gelegen
mit 940 Einwohnern, die meist in Holzstoff- und
Pappenfabriken beschäftigt sind oder Spitzen klöppeln.
Übernachtungsgelegenheiten im Erzgeb. Hof, Goldenen Engel oder
bei Edelmann.
Der Weg nach dem Fichtelberg ist rot-weiß markiert. Vom Bahnhof die
Talstraße aufwärts zum Gasthaus Böhmische Mühle. Kurz vorher teilt sich
die Straße, wir gehen links weiter, am Gasthaus der Ludmilla Paatsch
vorüber. Häuser von Ehrenzipfel, einem Ortsteil von Rittersgrün. Immer
den rot-weißen Marken nach bis zum einsamen Walddorfe _Zweibach_.
(Waldschenke). Nun geht die Straße steil im Hochwalde bergan nach
_Tellerhäuser_.
921 ~m~ hoch, höchstgelegenes Dorf in Sachsen mit 150
Einwohnern, die meist im Walde beschäftigt sind. Das Dorf wurde
1570 durch den Bergmann Teller gegründet. Sommerfrische.
Die Straße weiter aufwärts bis zur Wegtafel 1050 »Fichtelberg«. Links
steil hinauf zum querkommenden Prinzenweg und auf diesen links zum
_Fichtelberg_.
Weiteres unter 24 ~a~.
~g~) _Johanngeorgenstadt_ -- _Schwarzwassertal_ -- _Gottesgab_ (4 Std.)
-- _Fichtelberg_ (¾ Std.) -- _Keilberg_ (1 Std.) -- _Oberwiesenthal_ (1
Std.)
Wanderzeit: 6¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Johanngeorgenstadt.
Linie Schwarzenberg--Johanngeorgenstadt. Hierher über Annaberg oder
Aue, möglichst am Vorabend der Wanderung.
_Johanngeorgenstadt_, Stadt auf dem Fastenberg, 670 bis
820 ~m~ hoch gelegen mit 6400 Einwohnern. Jüngste Stadt des
Erzgebirges. 1654 von aus Böhmen vertriebenen Protestanten
gegründet. Die Industrie erzeugt: Glacéhandschuhe, Pianinos,
Zigarren, Schatullen, Bureaumöbel, Uhrgehäuse. Der Bergbau
beschränkt sich nur noch auf die Gewinnung von Wismut,
Eisenstein und Uranpecherz. Bedeutender Touristenverkehr
und Wintersportplatz. Beliebter Ausflugsort der Karlsbader
Kurgäste. Auf dem Markte das Denkmal des Kurfürsten Johann
Georg I., des Begründers der Stadt und eine kurfürstliche
Postsäule aus dem Jahr 1728. Auf dem Postplatze das Denkmal des
erzgebirgischen Dialektdichters Röder, der 1900 hier starb. Im
nahen Breitenbach die beliebte »Dreckschänke«.
Vom Bahnhof durch die Talstraße am Pochwerk der Gruben vorbei. Nach
Kilometerstein 18,7 über die Brücke nach _Wittigsthal_. Überschreiten
der Landesgrenze. Damit in _Breitenbach_ angelangt. Böhmisches
Grenzdorf mit 450 Einwohnern. Straßenteilung. Rechts geht es zur
Dreckschänke. Wir gehen links weiter, dem Wegweiser Seifen-Gottesgab
und den blau-roten Marken folgend. Im Schwarzwassertal weiter. Bald in
den Wald. Wegteilung: rechts weiter. Bei einer Schneidemühle über die
Brücke nach _Brettmühl_, zu Breitenbach gehörend. Schöne Talwanderung.
Wir gelangen nach _Junghengst_, 826 ~m~ hoch gelegen. Dann nach
_Zwittermühl_, 880 ~m~ hoch gelegen. Hinter dem Gasthaus links
weiter bis zur Seifener Mühle. Oberhalb derselben das Schwarzwasser
überschreiten und hinauf nach _Seifen_.
Kirchdorf mit 600 Einwohnern, 960 ~m~ hoch an der Kammstraße
von Platten nach Gottesgab gelegen.
Auf dieser links weiter. Neben der Straße läuft der Plattner
Bergwerksgraben hin. Immer auf der Straße bleiben bis zu den
_Försterhäusern_, auch Spitzberghäuser genannt. Weiter durch öde
Hochmoorgegend, wo an einzelnen Stellen Torf gestochen wird. Endlich
hinauf nach _Gottesgab_. (Siehe Seite 185).
Vom Hotel »Grünes Haus« die Landstraße 10 Minuten lang weiter.
Straßenteilung: links über die Grenze zum »Neuen Haus« und Fichtelberg,
rechts zu den Sonnenwirbelhäusern und zum _Keilberg_. Weiteres siehe
unter 23 ~a~.
Es empfiehlt sich zuerst zum Fichtelberg zu wandern, dann bis
zur erwähnten Straßenteilung zurück und dann zum Keilberg und
Oberwiesenthal.
25. Nach Einsiedel und Umgebung.
Den landschaftlich schönsten Teil des Zwönitztales bildet die
Umgebung Einsiedels. Die Wanderung im Tale selbst ist nur
zwischen Einsiedel und Burkhardtsdorf so recht lohnend, die
Zahl der Ausflüge jedoch, die von dem Tale aus unternommen
werden können, ist um so größer. In Verbindung mit dem
lieblichen Einsiedel besucht man die aussichtsreichen Berge und
Felsbildungen Geiersberg, Dittersdorfer Höhe, Kemtauer Felsen,
Burgstein und Adelsberg. Ausflüge hierher werden besonders gern
zur Zeit der Baumblüte unternommen.
~a~) _Altchemnitz_ (_Neue Welt_) -- _Einsiedel_.
Wanderzeit: 1¼ Std.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahnlinie ~A~ in
Altchemnitz (Reichels Neue Welt).