Scharfensteiner Straße über die Bahn. Beim Walde den Fahrweg halblinks
aufwärts. Nach knapp 3 Minuten geht ein Fußweg links ab, den wir nicht
benutzen. Von rechts mündet ein Fahr-, von links ein Fußweg in unsern
Weg. Nach ungefähr 20 Schritten halbrechts den breiteren Fußweg. Von
unserm Wege kann man nach rechts einen Abstecher zu Mosens Ruhe machen,
um die schöne Aussicht zu genießen. Links folgen Forstabteilungen 13,
14, 15, rechts 23, 22, 21. Nach Besteigen der Höhe sind wir auf dem
vorderen Ziegenrück angekommen, der mit schönem Buchenwald bedeckt
ist. Wir wandern auf einem Bergrücken. Rechts das Zschopautal, links
das Hohndorfer Tal. Am Ende des Buchenwaldes teilt sich der Weg. Wir
gehen in derselben Richtung weiter. Unser Weg führt durch Nadelwald
und steigt etwas an. Wir gelangen zu einer Ruhebank, von der aus man
einen hübschen Blick ins Wilischtal mit dem Geiersberg im Hintergrunde
genießt. Mehrfache Wegteilung: In der alten Richtung am Buchenwalde
steil hinab. Wegteilung: Geradeaus. Es folgen die Abteilungsnummern
18/17. Kurz darnach zum höchsten Punkte unserer Wanderung, dem 535 m
hohen _hinteren Ziegenrück_.
Immer in unserer Richtung weiter, ohne links und rechts abzugehen. An
einem alten Grenzstein vorüber, zum Waldrande. Hübscher Gebirgsblick
auf die Dreibrüderhöhe mit Turm, den Hirtstein. Am Waldrande hin,
dann über Feld und dann rechts abwärts wieder in den Wald. Achtung!
Nach ca. 300 Schritten rechts einen empfehlenswerten Abstecher auf
die _Scharfensteiner Kanzel_ unternehmen. Von dieser Felsklippe ein
ganz großartiger Blick auf den Zschopaufluß. Zurück zu unserm Wege
und nun hinab zum _Kessel_, ein Talgrund, in dem zwei Waldbäche
zusammenfließen. Rechts die Brücke überschreiten und am Bache
abwärts bis zur Schloßbrauerei. Von hier links aufwärts zum Schloß
Scharfenstein. Siehe Seite 165.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~g~) _Scharfenstein_ -- _Hopfgarten_ (¾ Std.) -- _Warmbad_ --
_Wolkensteiner Schweiz_ -- _Wolkenstein_ (2 Std.).
Wanderzeit: 2¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Scharfenstein. Hierher mit der Bahn
oder wie unter 21 ~e~ und ~f~. Über Scharfenstein siehe
Seite 165.
Vom Bahnhof aus rechts. Über die Zschopaubrücke. Hernach geradeaus.
Wegteilung: links im Tale weiter, dem Wegweiser: »Hopfgarten« folgen.
Bald wieder eine Wegteilung: links, dem breiten Wege nach. Das Tal ist
anfangs breit, später treten die Talwände mehr zusammen. Der Rückblick
auf Scharfenstein ist sehr anmutig. Wir gelangen nach _Hopfgarten_.
Dorf mit 360 Einwohnern, an beiden Ufern der Zschopau gelegen.
Nun über die Holzbrücke aufs jenseitige Zschopauufer. Sofort rechts
weiter an der Bahn hin. Unter der Bahn weg, in südöstlicher Richtung
hinauf in den Wald und nach _Warmbad-Wolkenstein_.
Die wärmste Heilquelle Sachsens, 29° ~C~. Zur Unterbringung der
Badegäste dienen eine größere Anzahl an Baulichkeiten. An der
Quellenfassung ein Altarbild mit der Jahreszahl 1385. Das Bad
hieß in alten Zeiten »Das Warme Bad zu unsern lieben Frauen
auf dem Sande«. Jedenfalls war hier ein Wallfahrtsort. Von den
sächsischen Fürsten wurde die Quelle gern aufgesucht.
Nun durch den Hüttengrund abwärts bis zum Wegweiser »_Wolkensteiner
Schweiz_«. Der Weg zeigt blau-weiße Markierung. Steil empor, zuletzt
auf die Leiter zur _Viehtriffthöhe_ mit schöner Aussicht. Weiter zur
_Himmelsleiter_ mit Unterstandshütte. Nun zum _Echoplatz_, auf der Höhe
gelegen. Dabei einen Abstecher zur Brückenklippe, mit hervorragend
schönem Talblick. Nun zum Felsentor und aus dem Walde heraus. Zur
Straße und links zum Bahnhof _Wolkenstein_.
Stadt mit 2400 Einwohnern, Bahnhof 391, Stadt 470 ~m~ hoch
gelegen. Posamentenindustrie.
Zur Stadt (¼ Std.) geht man an Hotel Stadt Dresden vorbei. Dort den
Stadtberg empor, wobei man den Haganlagen einen Besuch abstatten kann.
Das Schloß Wolkenstein, im 13. Jahrhundert Besitz der
Waldenburger, fiel an das sächsische Fürstenhaus und wurde,
namentlich im 16. und 17. Jahrhundert, öfters von den Fürsten
bewohnt.
Wolkenstein ist Station der Linie Chemnitz--Annaberg und
Kopfstation der Preßnitztalbahn Wolkenstein--Jöhstadt.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~h~) _Dittersdorf_ -- _Weißbach_ (½ Std.) -- _Wilischthal_ (1 Std.) --
_Scharfenstein_ (¾ Std.) -- _Wolkenstein_ (2¾ Std.)
Wanderzeit: 5 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Dittersdorf. Linie:
Chemnitz--Aue--Adorf.
Nach Verlassen des Bahnhofs über das Geleise und zur Straße. Diese nach
rechts. Bei der Straßenteilung in der alten Richtung bleiben. Bis zu
Stöckels Gasthaus. Straßenteilung: rechts weiter. Nach _Weißbach_.
Langausgedehntes Dorf mit 1600 Einwohnern.
Vom Gasthof zur Linde links im Dorfe abwärts. Am Rittergut vorüber.
Straßenteilung: weiter im Dorfe in derselben Richtung abwärts. An
Kirche und Schule, sowie Gasthaus Lehngericht vorbei. Zum Gasthof
Mittel-Weißbach. Hier geradefort gehen. Am Gasthaus Wettin vorbei.
Beim Ausgang des Dorfes Wegteilung: in der alten Richtung weiter. Wir
gelangen ins Wilischtal zur Papierfabrik mit Einkehrgelegenheit. Nun
an der Wilisch weiter bis zur Mündung in die Zschopau. Dort über die
Zschopaubrücke zum Bahnhof _Wilischthal_.
Weiterwanderung unter 21 ~e~ bis Scharfenstein, dann unter 21 ~g~ bis
Wolkenstein.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
22. Durch das Preßnitztal zum Haßberg, Kupferhübel, Herrgottstuhl und
Keilberg.
Eine außerordentlich lohnende Wanderung für rüstige Fußgänger,
die von Chemnitz aus in 2 Tagen auszuführen ist. Ein Stück wird
das liebliche Preßnitztal durchgangen, dann berührt man die
wilde Gegend des Haßberges, genießt von einem der schönsten
Aussichtspunkte des ganzen Gebirges -- dem Kupferhübel --
eine prachtvolle Aussicht, steigt dann in das schöne Egertal
hinab, besteigt den wenig begangenen Herrgottstuhl und nimmt
einen alpinen Aufstieg zum Keilberg. Am 2. Tag bricht man
möglichst zeitig in Pürstein auf, um rechtzeitig den Abendzug
in Oberwiesenthal zu erreichen.
1. Tag: _Steinbach_ -- _Schmalzgrube_ (¾ Std.) -- _Christophhammer_ (¾
Std.) -- _Haßberg_ (1¼ Std.) -- _Preßnitz_ (1 Std.) -- _Kupferberg_ (1¼
Std.) -- _Kupferhübel_ (½ Std.) -- _Kleintal-Pürstein_ (2 Std.).
2. Tag: _Okenau_ (1 Std.) -- _Herrgottstuhl_ (1¼ Std.) -- _Krondorf_
-- _Hauenstein-Warta_ (1 Std.) -- _Hüttmesgrün_ -- _Hauensteiner
Forsthaus_ -- _Hofberg_ -- _Keilberg_ (4½ Std.) -- _Oberwiesenthal_ (1
Std.).
1. Tag.
Wanderzeit: 7½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Steinbach. Linie
Wolkenstein--Jöhstadt.
_Steinbach_, Dorf mit 1100 Einwohnern. Über die Bahn und am linken Ufer
der Preßnitz bis zur Brücke, weiter auf dem rechten Ufer am Flusse hin
bis zur Straße. Auf dieser nach _Schmalzgrube_. Dorf am Zusammenfluß
des Schwarzwassers und der Preßnitz, als Sommerfrische stark besucht.
Bis zum Gasthof Lorenzmühle. Dann über die Preßnitz und die linke
Straße gehen. Wir überschreiten die Grenze, gehen an einer Sägemühle
vorbei nach _Christophhammer_.
Böhmisches Grenzdorf mit 750 Einwohnern, 659 ~m~ hoch gelegen.
Es empfiehlt sich nun, zum Haßberg einen Führer mitzunehmen, da der
Besitzer, Graf Buquoi das Betreten des Waldes und das Anlegen jeglicher
Markierungen verbietet. Man wandert auf der Preßnitzer Straße bis zur
Brettmühle. Hier links ab zum Forsthaus. Von hier den breiten Fußweg
in nördlicher Richtung bis zur 2. Schneise, die rechts zur Höhe führt.
Auf dieser Schneise ca. 10 Minuten, dann rechts auf einen Fußpfad, der
sich zum Gipfel des _Haßberges_ emporschlängelt.
990 ~m~ hoch. Er besteht aus Leucitbasalt und ist fast ganz
bewachsen. Aussicht bietet er am besten noch von der nach
Christophhammer gelegenen Seite. Im Osten Sebastiansberg,
dahinter das böhmische Mittelgebirge. Südosten: Preßnitz,
Kupferhübel, Kupferberg, dahinter das Duppauer Gebirge. Rechts
vom Kupferberg: Schmiedeberg, Keil- und Fichtelberg, entfernter
rechts der Auersberg. Im Westen: Bärenstein und Scheibenberg,
rechts davon der Pöhlberg.
Den Abstieg nimmt man ohne Führer am besten auf dem Herwege bis zur
Brettmühle zurück, dann die Preßnitzer Straße weiter, am Mauthäusel
(Gasthaus) vorüber nach Preßnitz.
Man kann auch den mühsamen Weg vom Haßberggipfel auf der Südwestseite
durch das Steingeröll auf die Forststraße nehmen und den Kammzeichen
folgend am Forsthaus vorüber nach _Preßnitz_ wandern.
_Preßnitz_, Stadt mit 4000 Einwohnern, 721 ~m~ hoch gelegen,
früher freie Bergstadt. Eine echte Musikantenstadt. Scharen
von Musikern und Musikerinnen gehen alljährlich in die Welt
hinaus, bis nach der Türkei, Nordafrika und Amerika. Die
Hauptinstrumente sind Guitarre, Harfe, Violine und Cello. Ignaz
Walter 1776--92 Bürgermeister von Preßnitz ist der Begründer
des Preßnitzer Musikantenwesens. Er selbst war Harfenist und
führt den volkstümlichen Beinamen »König David«.
Nun an der Stadtkirche vorbei links zur Landstraße. Auf dieser am
Friedhof _rechts_ vorbei bis zur Brücke. Hier rechts den Fußweg ab.
Dieser kreuzt mehrere Feldwege, geht an drei einzelstehenden Kreuzen
vorbei. Immer in der Richtung bleiben. An einzelnen Häusern von
Köstlwald vorüber. Über die Höhe. Hinter dem Bahnwärterhaus die Bahn
überschreiten, rechts weiter zur Stadt _Kupferberg_.
Städtchen mit 1200 Einwohnern, 841 ~m~ hoch am Südabhang
des Erzgebirges gelegen. Einst ergiebiger Kupferbergbau.
Der Mariahilfstollen am Kupferhübel kann wegen seiner
Malachitbildungen gegen Eintrittsgeld besichtigt werden. ¼
Stunde nördlich der Stadt der _Kupferhübel_, 908 ~m~ hoch, der
eine der schönsten Aussichten des Erzgebirgskammes bietet.
Der Gipfel trägt ein Gasthaus, sowie die Mariahilf-Kapelle.
Die Aussicht ist prächtig. Nordosten: der Haßberg. Norden:
Preßnitzer Spitzberg. Nordwesten: Dorf Schmiedeberg. Westen:
Im Vordergrunde Oberhals, dahinter der Gottesgaber Spitzberg,
rechts davon der Keilberg, weiter rechts der Fichtelberg, das
einzelne Haus an seinem Westabhang ist das Neue Haus, links
vom Keilberg der Hauenstein. Im Süden und Osten überschauen
wir einen großen Teil des Egertales. Jenseits davon die Ruine
Engelhaus. Weiter das Mittel-, Lysen- und Duppauer Gebirge.
Im Osten: den Milleschauer. Im Südosten: Kaaden a. d. Eger,
etwas links davon Saaz. In dieser Richtung soll man bei
günstigem Wetter die Weißen Berge bei Prag erblicken. Im Süden:
Kupferberg, über dem Kirchturm gerade hinaus Ruine Egerburg.
Rechts davon der Lysenkamm. Vor diesem die Ruine Schönburg,
etwas rechts davon im Hintergrunde der Oedschloßberg bei Duppau.
Wir wandern von der Südecke des Städtchens weiter, schneiden die
Straßenwindungen ab und gelangen zur Sphinx, einem Felsgebilde. Nun
auf alpinen Steigen bei herrlicher Aussicht hinab nach _Steingrün_ und
_Kleinthal_, Ortschaften, deren Häuser weit verstreut sind. Dann am
Bühlbache weiter hinab nach _Pürstein_.
Dorf am Fuße des Himmelsberges, 351 ~m~ hoch gelegen. Oberhalb
davon die spärlichen Überreste der Burg Pürstein. Gelegenheit
zum Übernachten haben wir in den Gasthäusern Schloßberg, Stadt
Wien, Eisenhammer.
2. Tag.
Weiter abwärts zur Station Pürstein und auf der Straße nach _Okenau_.
Nun das »Kunststräßel« aufwärts zum Hegerhaus, wo man der Sicherheit
wegen noch einmal Wegerkundigungen einziehen kann. Nun nach rechts.
Ca. 150 ~m~ dahinter links an einer alten Buche vorbei, steil zur Höhe
hinauf. Von der Felsbastei, einem natürlichen Felsstuhl, aus herrliche
Aussicht ins Egertal.
Im Nordwesten unter uns das Dorf Wotsch. Im Westen der Keilberg
mit Turm, davor etwas rechts die Wirbelsteine. Im Nordosten:
Ruine Schömburg. Im Norden: Okenau, dahinter Pürstein. Weiter
hinaus der Kupferhübel. Im Westen: der Himmelstein.
Wir wandern nun auf bezeichnetem Wege westlich zu einem Jagdunterstand,
daneben ein Hochsitz. Dann in Windungen auf schmalem Fußweg hinab nach
_Krondorf-Sauerbrunn_.
400 ~m~ hoch gelegen. Hübsche Anlagen und Promenaden.
Kurrestaurant und Quellenhaus.
Nun hinab zur Station _Hauenstein-Warta_. Das Dorf Warta liegt am
jenseitigen Ufer der Eger, die wir überschreiten. (Brückengeld!)
Nun links durch das Dorf, die Fahrstraße weiter. Über eine Steinbrücke.
Dahinter rechts ab, dem Wegweiser folgend nach Dorf _Hauenstein_.
Malerisch liegt dabei auf einem Basaltfelsen das dem Grafen Buquoi
gehörige Schloß.
Beim 1. Hause von Hauenstein halblinks hinauf zur breiten Fahrstraße.
Auf dieser rechts weiter nach _Hüttmesgrün_. Vom Gasthause aus kürzen
wir auf einem steilen Fußwege die Straßenbogen. Steil hinauf zum
_Hauensteiner Forsthaus_, (volkstümlicher Name Reitförster). Der
Rückblick ist überwältigend schön. Am Forsthaus vorbei und auf der
Straße weiter wandern. Links die Felsklippen sind die 1094 ~m~ hohen
Wirbelsteine. Die Waldstraße bringt uns zum _Mauthaus_ (Wirtshaus),
an der Kaiserstraße nach Kupferberg gelegen. Mit dieser dann zum
Gasthaus _Hofberg_. Dahinter links hinauf in ½ Stunde zum Gipfel des
_Keilberges_.
Über den Keilberg und die Abstiege von demselben siehe auch Wanderung
24.
Nach Oberwiesenthal auf rot-weiß bezeichnetem Fußwege. Die Kaiserstraße
überschreitend zum Gasthaus Waldschlössel. Zum Waldrand und dann
zum Grenzbach hinab. Dann wieder bergan zu Stadt und Bahnhof
_Oberwiesenthal_.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
23. Nach Annaberg, dem Pöhlberg und Bärenstein oder Scheibenberg.
Neben den landschaftlichen Schönheiten bringt diese Wanderung
allerlei historisch und volkstümlich Wertvolles. Auf Schritt
und Tritt begegnet man Zeugen der einstigen Bergherrlichkeit.
Der Silberreichtum ist dahin, aber Annaberg hat seinen Ruf
als Hauptstadt des oberen Erzgebirges zu wahren gewußt.
Gern besucht der Wanderer die prächtige und geistig regsame
Bergstadt. Ehrwürdige Vergangenheit und vorwärtsstrebende
Gegenwart reichen sich hier die Hand. Schon die Bahnfahrt durch
das schöne Zschopautal ist genußreich. Wir verlassen die Bahn
in Schönfeld. Die Wanderungen sind wenig anstrengend und bequem
an einem Tage zu erledigen.
~a~) _Bahnhof Schönfeld_ -- _Markus Röhling_ -- _Käthchenstein_ --
_Schreckenberg_ -- _Frohnauer Hammer_ -- _Annaberg_ -- _Pöhlberg_.
Wanderzeit: ca. 3 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Schönfeld. Linie Chemnitz--Annaberg.
Vom Bahnhof rechts hinauf zum Restaurant Erholung. Nun rechts hinab
ins Tal. Unterhalb des Bahnhofes mündet die Sehma in die Zschopau. Nun
im Sehmatale links aufwärts bei der Fabrik Neudeck, den rot-weißen
Marken nach. Der Weg teilt sich. Rechts den gelb-weiß-gelben Marken
nach, hinauf nach _Markus-Röhling_, einem verlassenen Silberbergwerk
in idyllischer Lage mit einfacher Restauration. Nach Verlassen des
Gasthauses den gelb-weiß-gelben Marken folgend am Käthchenstein, einem
sagenumwobenen Felsen, vorüber nach dem _Schreckenberg_.
666 ~m~ hoch, mit einer künstlichen Ruine, von deren Turm aus
man einen ganz prächtigen Blick besonders auf Annaberg und den
Pöhlberg genießen kann.
Nun hinab auf steilem Wege zum _Frohnauer Hammer_.
Dieser älteste Profanbau der ganzen Gegend aus dem Jahre 1470
besitzt noch alle uralten Einrichtungen seines Betriebes.
Der Hammer ruht zwar, aber seine Einrichtung bleibt durch
den Hammerbund erhalten. Der ehemalige Besitzer Martin
erklärt das Werk. Das Herrenhaus stammt aus dem Jahre 1697
und birgt im Erdgeschoß eine erzgebirgische Schankstube,
während im Obergeschoß ein kleines Museum untergebracht ist,
dessen Hauptsehenswürdigkeit eine meisterlich geschnitzte
Weihnachts-Krippe vom Oberwiesenthaler Holzschnitzer Hertelt
bildet.
Wir gehen, aus dem Gasthaus tretend, links weiter. Rechts über die
Sehmabrücke, an der alten Herrenmühle, dem jetzigen Elektrizitätswerk
vorbei, unter der Bahn hindurch, den Frohnauer Kirchsteg, die Frohnauer
Gasse hinauf, rechts zur Bergkirche und zum Markt von _Annaberg_.
Die Hauptstadt des Obererzgebirges gehört zu den schönsten
Städten Sachsens. Am Abhange des Pöhlberges, 602 ~m~ hoch
gelegen mit ca. 20000 Einwohnern. Als Mittelpunkt der
erzgebirgischen Posamentenindustrie gilt die Stadt als
Hauptplatz für diesen Industriezweig neben Paris.
Die Stadt verdankt ihre Entstehung den reichen Erzfunden,
die Herzog Georg den Bärtigen 1496 zur Gründung der Stadt
veranlaßten. Ursprünglich »Neustadt am Schreckenberg« genannt,
verlieh ihr Kaiser Maximilian im Jahre 1501 Wappen und den
jetzigen Namen. Zu Ehren der Schutzheiligen erbaute man 1499
bis 1525 die herrliche St. Annenkirche. Die Glanzperiode des
Silberbergbaues fällt in das 16. Jahrhundert. Die in der
Annaberger Münze geprägten Engelsgroschen oder Schreckenberger
genossen wegen ihres hohen Silbergehaltes allgemeine
Wertschätzung. Der Ruf der Stadt zeigt sich in dem ehemals
bekannten Worte: »Bist ein reicher Annaberger, hast den Sack
voll Schreckenberger«. Beim Niedergang des Silberbergbaues
entwickelte sich die Band- und Bortenwirkerei, verbunden
mit der von Barbara Uttmann eingeführten Spitzenklöppelei,
und erhielt der Stadt ihre Bedeutung. Aus diesen Anfängen
entstand die heutige Posamentenindustrie, der sich noch andere
Industriezweige, die meist dem Luxus dienen, anschlossen.
So ward die Stadt mit den engverbundenen Nachbargemeinden
Buchholz und Sehma zur führenden Fabrikstadt des Erzgebirges.
Eine Reihe bedeutender Namen sind mit Annaberg verknüpft.
Der Rechenmeister Adam Ries lebte 1515--1559 hier als
Bergschreiber; Barbara Uttmann, die Wohltäterin des Erzgebirges
ward 1514 hier geboren und starb 1575. Christian Friedrich
Weiße, der Freund Lessings, als Kinderfreund bekannt und
geliebt, ward 1726 hier geboren. Der unter dem Namen Peter Gast
bekannt gewordene Komponist und Philosoph wurde als Heinrich
Köselitz 1854 in Annaberg geboren und starb 1918 in seiner
Vaterstadt. Er war der Freund und Deuter Friedrich Nietzsches
und nach dessem Tode Hauptmitarbeiter am Nietzsche-Archiv zu
Weimar.
Wir besuchen in Annaberg die Hauptkirche, das Erzgebirgsmuseum
und den Friedhof.
Auf dem Markte das Bronzedenkmal der Barbara Uttmann von R.
Henze. Nun durch die Große Kirchgasse zum Erzgebirgsmuseum,
gegenüber der Hauptkirche, Haus Nr. 16. Es gliedert sich in
kulturhistorische und touristische Abteilung. Die erstere
enthält geschichtliche, kunstgewerbliche und volkskundliche
Altertümer erzgebirgischer Bodenständigkeit, z. B. Kirchen-,
Haus- und Zunftgeräte, Waffen, Münzen, Kleidungs- und
Schmuckstücke, Bücher, Karten, Handschriften und Bilder.
Erzeugnisse der erzgebirgischen Industrie, wie Klöppeleien,
Chenille- und Seidenwirkwaren, keramische Erzeugnisse, Zinn,
Schnitzwerke, Weihnachtskrippen u. a. m. In der touristischen
Abteilung finden sich Bilder, Karten, Führer und Pläne,
Erzgebirgsliteratur, Darstellung des Erwerbslebens einzelner
Gegenden usw.
Die Hauptkirche kann man nach Anmeldung beim Kirchner, wohnhaft
Kleine Kirchgasse 23, besichtigen. Sie ist eine der schönsten
Kirchen Sachsens und inbezug auf Reichtum an Kunstdenkmälern
aus katholischer Zeit wohl die interessanteste. Der Bau ist
eine dreischiffige Hallenkirche mit Querschiff, der Turm ist
76 ~m~ hoch. Zwölf achtseitige Pfeiler tragen das Gewölbe.
Überaus groß ist die Fülle von prächtigen Skulpturen, Altären,
Fenstergemälden usw. Das Lebensalter des Mannes und der Frau
ist in köstlich naiven Reliefdarstellungen an den Emporen
angebracht. (Siehe die Schwindschen Bilder in der Wartburg.)
Der Hauptaltar ist 1522 vom Augsburger Meister Adolf Dowher
geschaffen worden. Großartige Orgel.
Nach Besichtigung der Kirche geht man durch die Kirchgasse
wieder zum Markt zurück und durch die Wolkensteiner Straße
zum Friedhof, hinter der Trinitatiskirche gelegen. Von der
Kanzel an der Außenseite der Kirche wird zum Trinitatissonntage
gepredigt. Daran schließt sich das bekannte Volksfest, die
Käth, die in diesem Jahre ihr 400jähriges Bestehen feiern
konnte. In der Nähe der Kirche befindet sich das Grabdenkmal
der Barbara Uttmann. In unmittelbarer Nähe davon die berühmte
Linde, die mit ihren seltsam geformten Ästen von 23 steinernen
Pfeilern gestützt wird. Der Sage nach ward sie verkehrt
gepflanzt. An den Friedhofsmauern alte Familiengrüfte und
Grabsteine.
Vom Friedhof zurück bis zum Ende der Wolkensteiner Straße, dann links
die Lindenstraße am alten Seminar aufwärts zum Schutzteich (rechts).
Nun links die Pöhlbergstraße hinan. Beim Aufstieg fortwährend schöne
Blicke auf den Gebirgskamm. Beim Steinbruch teilt sich der Weg. Rechts
führt die direkte Straße an der »Sandgrube« vorüber zum Pöhlbergturm.
Lohnender ist aber der Rundgang um den Berg. Er zweigt nach dem
Steinbruch bei der Orientierungstafel rechts von der Straße ab. Es
folgen mehrere Tafeln, die die Aussicht erklären. Bemerkenswert sind
die sogenannten »Butterfässer«, 6--10 ~m~ lange aufrechtstehende
Basaltsäulen. Hier den Weg hinauf zum Plateau des _Pöhlberges_.
833 ~m~ hoch. Basaltberg. 29 ~m~ hoher Aussichtsturm
und Berggasthaus. Die Aussicht ist hervorragend. Eine
Orientierungstafel auf dem Turm gibt alle sichtbaren Punkte an.
Vom Berg nach der Stadt zurück und mit der Bahn nach Chemnitz.
~b~) _Pöhlberg_ -- _Floßgraben_ -- _Morgensonne_ -- _Dorf Bärenstein_
(2 Std.) -- _Bärenstein_ (40 Min.) -- _Cranzahl_ (1¼ Std.)
Wanderzeit: Reichlich 4 Std.
Ausgangspunkt: Pöhlberg.
Die Pöhlbergstraße abwärts bis zur Sandwäsche. Dann den sogenannten
Floßgraben entlang. Dieser ist von dem Annaberger Markscheider Georg
Oehder angelegt worden, um das Holz aus dem oberen Pöhlatale nach
Annaberg zu bringen. Hinter Kleinrückerswalde (Ortsteil von Annaberg)
Weg zur Bärensteiner Straße und zur _Morgensonne_. (Gasthaus.) Dann
die Straße weiter nach _Bärenstein_.
Marktflecken mit 4400 Einwohnern, 707 ~m~ hoch am Fuße des
Bärensteins gelegen. Rege Industrie, besonders Posamenten.
Hängt unmittelbar mit der böhmischen Grenzstadt Weipert
zusammen.
Von der Annaberger Straße wenden wir uns bei der Schule in die
Fichtnergasse. Diese führt beim Hochbehälter auf die neue Bergstraße.
Diese windet sich empor zum Wald und zum Gipfel des _Bärensteins_.
898 ~m~ hoch. Nephelinbasaltkuppe. 1913 ward der 30 ~m~ hohe
Aussichtsturm errichtet. Hübsches Unterkunftshaus. Sehr schöne
Aussicht, besonders auf den Kamm. Reizend ist auch der Blick
auf die nähere Umgebung.
Wir folgen nun den blau-roten Marken hinab zum großen Teil durch
schönen Wald nach Bahnhof _Cranzahl_.
Dorf mit 2500 Einwohnern, 654 ~m~ hoch gelegen.
Posamentenindustrie und Sägewerke. Station der Linie
Weipert--Annaberg--Chemnitz.
Rückfahrt nach Chemnitz.
~c~) _Pöhlberg_ -- _Königswalde_ -- _Pöhlatal_ -- _Bärenstein_.
Wanderzeit: 2½ Std.
Ausgangspunkt: _Pöhlberg_.
Vom Pöhlberg die Pöhlbergstraße hinab bis zur Sandwäsche. Dann am
Floßgraben hin. In der Nähe des Galgenberges (mit Turm) auf den von
Annaberg kommenden breiten Königswalder Marktsteig. Auf diesem links
weiter, endlich hinab nach _Königswalde_.
Dorf mit 2900 Einwohnern in hübscher Tallage.
Am Gasthof Amtsgericht vorüber, über die Pöhlabrücke. Nach rechts. Am
Gasthof Ratsgericht vorbei. Hinter Stein 3,00 teilt sich die Straße.
Rechts die bequeme Talstraße im schönen Pöhlatal weiter. Wegbezeichnung
blau-weiß-blau. Nach ca. 1 Stunde zum Blechhammer mit Restaurant. Immer
im Tale weiter, an der Gasanstalt vorbei. Unter der Bahn weg. Rechts
hinauf nach _Bärenstein_. Weiteres siehe Wanderung 23 ~b~. Wem der Weg
nach Cranzahl zu weit erscheint, geht vom Berg zurück nach Bahnhof
Bärenstein und fährt von hier über Annaberg nach Chemnitz zurück.
~d~) _Annaberg_ -- _Buchholz_ (½ Std.) -- _Schlettau_ (1 Std.) --
_Stadt Scheibenberg_ (¾ Std.) -- _Scheibenberg_ (½ Std.) -- _Bahnhof
Scheibenberg_ (40 Min.).
Wanderzeit: ca. 3½ Std.
Ausgangspunkt: Markt zu Annaberg.