aufwärts. Am Malzhaus vorüber. Nach dem letzten Hause eine Brücke.
Wegweiser. Wir gehen links in den Wald. Über Hochmoorfläche.
Nach einstündiger Wanderung überschreiten wir die Bahnlinie
Reitzenhain--Komotau. Nun links den Waldweg hinab. Nach wenigen
Minuten den Fußweg scharf rechts hinab ins Tal zu einem düstern,
geheimnisvollen Moorteich. Wir gehen am Teiche entlang, dann rechts
den Fußweg hinunter, in 20 Minuten zum Grunde des Assigbaches. Auf
Stufen geht es hinab zur Hölle, einer Felsschlucht mit Brücke über
den schäumenden Assigbach. Ein prächtiges Talstück. Nun in einer
Viertelstunde hinab zur neuen Talstraße, die dem Assigbachtale viel
vom Zauber seiner Unberührtheit genommen hat. An der Straße die
Wasserleitung, die das Wasser des Assigbaches zur Komotauer Talsperre
im Gröllbachtal führt. Immer im Waldtal abwärts zur _3. Grundmühle_,
einer Schneidemühle mit einfachem Schankbetrieb. Hier geht der
Gröllbach in den Assigbach, die Talsperre im Tale desselben liegt
20 Meter oberhalb der Mündung. Nun rechts den Weg ab, der im Tale
des Krima-Baches aufwärts führt. Er ist rot-weiß markiert. Bei der
Wegteilung rechts den blau-weißen Marken folgen. (Links geht es nach
Dorf Krima, unser Ziel ist jedoch die Haltestelle!) Wir gelangen nach
_Tschoschl_. Nun den rot-weißen Marken nach über die Tschoschl-Mühle
nach Station _Krima-Neudorf_. Nun den blau-weißen Marken folgen zum
Zollhaus. Links weiter, immer den blau-weißen Marken nach. Wir gelangen
nach Hohentann und dann nach _Platz_, dem kleinsten Städtchen Böhmens
(340 Einwohner). Von hier in 10 Minuten zur Ruine _Hassenstein_.
Nach Überschreiten des Grabens kommt man in den Vorhof,
dann über einen zweiten Graben in den Burghof. Hier eine
Restauration. Zum Betreten der eigentlichen Ruine ist
der Erwerb einer Eintrittskarte nötig. Der Verkäufer ist
verpflichtet, ohne Bezahlung auch den Eingang zum Bergfried
aufzuschließen. Links befindet sich der Bergfried, der
Hauptturm der alten Burg. Ein zweiter Turm erhebt sich über
dem großen Keller. Am Ziehbrunnen, der 4 ~m~ Wasserstand
aufweist, vorbei zunächst zum Bergfried, dessen Höhe 25 ~m~,
Durchmesser des Grundes 19 ~m~, davon 17 ~m~ Mauerstärke und
2 ~m~ Hohlraum. Von der Glasgalerie des Turmes aus genießt
man einen prachtvollen Ausblick. Nach Süden: im Vordergrunde
das Brunnersdorfer Tal, dahinter Kaaden, links davon Komotau.
Rechts hinter Kaaden der Purberg und rechts über diesem hinaus
der Heinersdorfer Berg. Weiter rechts das Liesengebirge und
dahinter das Duppauer Gebirge. Im Vordergrund der »Gickerich«
(Aussichtsgerüst). Nach Norden: links hinter dem Forsthaus die
Kirche von Sonnenberg. Im Westen: die 725 ~m~ hohe Hundskuppe.
Im Osten die Saazer Ebene mit Saaz und Priesen, die Höhen bei
Konotop, sowie im Hintergrund die Hügel bei Sirbitz und Waltsch.
Nach Besteigung des Bergfriedes geht man links zum Streitgang
und rechts zum Balkon.
Die Burg Hassenstein wird 1344 urkundlich zum ersten Male
erwähnt. Besitzer war ein Herr von Schönburg, der aus dem
Meißnischen stammte. Ein Schönburger beteiligte sich an einer
Verschwörung gegen König Wenzel IV. von Böhmen. Die Aufrührer
wurden bestraft. Ausführender der Strafakte war Niklas v.
Lobkowitz, der Hassenstein eroberte und dieselbe als Belohnung
erhielt. Seine Nachkommen erhielten die Burg als Kronlehen.
Einer von ihnen war der durch seine umfassende Bildung
ausgezeichnete Bohuslav Lobkowitz von Hassenstein. Seine
bedeutende Bibliothek wurde auch von Luther und Melanchthon
benutzt, die sich Schriften nach Wittenberg kommen ließen. 1606
erwarb ein Ritter von Steinbach die Burg durch Kauf. Wegen
seiner Neigung zum Protestantismus wurden 1622 seine Güter
eingezogen. Dabei wird die Burg bereits als »das wüste Schloß
Hassenstein« erwähnt, demnach kann sie nicht erst im 30jährigen
Kriege durch die Schweden verwüstet worden sein. In der Mitte
des 19. Jahrhunderts erwarb der Großindustrielle Edler Franz
Preidl von Hassenbrunn die Burg, dessen Erbe Emanuel Karsch zur
Erhaltung der Burg mancherlei Baulichkeiten ausführen ließ.
Nachdem wir die Burg verlassen, gehen wir an dem Wege rechts, der nach
Brunnersdorf führt, vorbei. Darnach Wegeteilung beim Forsthaus: links
ab. Nach ca. 8 Minuten erneute Wegteilung: rechts. Der Weg zieht sich
ins Tal links hinab. Hübscher Blick auf Sonnenberg. Nach Überschreiten
des Talgrundes steil aufwärts nach _Sonnenberg_.
Alte Gebirgsstadt mit 2000 Einwohnern, 746 ~m~ hoch gelegen.
Fabrikation von Posamenten, Kunstblumen und Blättern.
Spitzenklöppelei. Musikantenstadt. Viele Einwohner gehören zu
reisenden Musikkapellen. Nach der 2 ~km~ entfernten Station
verkehrt ein Omnibus. Man versuche, möglichst am zeitigen
Nachmittag wegfahren zu können.
Bahnfahrt über Weipert und Annaberg nach Chemnitz.
21. Ins obere Zschopautal.
Die Wanderungen unter 11 führten von der Mündung der Zschopau
bis nach Flöha. Die folgenden Wanderungen schließen hier an.
Eins der am stärksten besuchten Wandergebiete tut sich auf,
dessen Mittelpunkt die altehrwürdige Augustusburg bildet. Dann
ergeht man sich in entzückenden Talwanderungen um Zschopau,
über Scharfenstein nach Wolkenstein. Bis hierher bildet das
Tal den Anziehungspunkt, weiter nach der Quelle zu treten
die Bergriesen des oberen Gebirges in den Vordergrund des
Interesses. Dem Chemnitzer sind eine Menge von Ausflügen in
dieses Gebiet vertraut und bekannt, es sollen daher nur die
wesentlichen und schönsten herausgehoben werden.
~a~) _Flöha_ -- _Schweddey_ -- _Augustusburg_ (1¾ Std.) --
_Kunnerstein_ -- _Erdmannsdorf_ oder _Hennersdorf_ (1 Std.).
Wanderzeit: 2¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Flöha. Hierher mit der Bahn.
Vom Bahnhof zur Hauptstraße und auf dieser nach links. Die Bahn
überschreiten. Beim Gasthof links in ein Wiesental mit einzelnen
Häusern, die _Schweddey_.
Der Name stammt aus dem 30jährigen Kriege, es sollen hier
Kämpfe mit den Schweden stattgefunden haben.
Wir folgen dem Laufe des Baches, auf das rechte Ufer, in den Wald.
Anmutiger Weg mit Birken am Anfang. Wir kommen an einem verlassenen
Kalkofen und einer Höhle vorbei. Gleich darnach scharf links hinauf zu
einem Feldweg, der hübsche Aussicht bietet. Endlich gelangen wir auf
die Staatsstraße und mit dieser nach _Augustusburg_.
Die Stadt ist 505 ~m~ hoch gelegen und zählt 2560 Einwohner.
Sie wird gern als Luftkurort aufgesucht. Bis zum Jahre 1900
führte sie den Namen Schellenberg, dann nahm sie den Namen der
Burg an, die natürlich den Hauptanziehungspunkt bildet.
Im 12. Jahrhundert stand an derselben Stelle die Schellenburg,
die 1547 vom Blitze getroffen und eingeäschert wurde.
Kurfürst August, gern Vater August genannt, ließ 1568--72
das gegenwärtige Schloß von Hieronymus Lotter, dem damaligen
Bürgermeister von Leipzig, im Renaissancestile aufbauen. Lotter
ist auch als Erbauer des alten Rathauses und der Pleißenburg
in Leipzig bekannt. Wegen der hohen Baukosten fiel er bei dem
sparsamen Kurfürsten in Ungnade. Graf Rochus v. Linar führte
im Verein mit Erhard van der Meer den Bau zu Ende. Das Schloß
hat als Lieblingsaufenthalt verschiedener sächsischer Fürsten
glänzende Tage gesehen. Im 30jährigen Kriege wurde es von
den Kroaten zerstört. Schlimmer als die Kroaten hausten die
Bewohner der Umgebung in dem zerstörten Schlosse. Was nicht
niet- und nagelfest war, wurde weggeschafft, so die Bleitafeln
des Fußbodens der Galerien, Steine und Balken, sodaß der ganze
obere Teil abgetragen wurde. Das jetzige Dach wurde 1800--1802
aufgesetzt. Augenblicklich befinden sich in dem Schlosse das
Amtsgericht, die Oberförsterei und das Rentamt. Ein Teil
des Schlosses soll als Verkehrsmuseum für das Erzgebirge
eingerichtet werden, die vorbereitenden Arbeiten haben bereits
begonnen.
Das Schloß liegt auf einem steilen Porphyrfelsen und
besteht aus einem mächtigen Viereck, von vier eigenartigen
Ecktürmchen gekrönt, und zeigt seine Fronten nach den vier
Himmelsrichtungen. Vier Hauptgebäude: Sonnen-, Linden-, Hasen-
und Küchenhaus umschließen den Hof.
Der Volksmund rühmte einst von dem Schlosse, daß es soviel
Fenster habe, wie das Jahr Tage, soviel Schornsteine, wie das
Jahr Wochen, so viel Wetterfahnen, als das Jahr Monate.
Wir betreten das Schloß von Norden her durch den Haupteingang.
Eine steinerne Brücke führt über den Graben, der einst
Bärenzwinger war. Durch ein wohlerhaltenes Burgtor im
italienischen Renaissancestil betreten wir den Schloßhof. Vor
dem Schloßtor betrachten wir den Pranger mit dem Halseisen.
Der Märchenbrunnen im Schloßhof, vom sächsischen Kunstverein
gestiftet, würde an anderer Stelle besser wirken, hier stört
er den einheitlichen Eindruck. Vor dem Lindenhaus eine große
Linde, deren Krone durch ein Balkengerüst gestützt wird. Sie
soll 1421 verkehrt gepflanzt worden sein. Sie hat einen Umfang
von 7 ~m~, der Stamm ist aber nur 2,3 ~m~ hoch, dann breiten
sich die Äste weit aus. 1669 schützte man den Stamm durch eine
kupferne Haube vor dem Hohlwerden. In der Schloßkirche, erbaut
von Erhard van der Meer, kostbare Gemälde Lukas Cranach des
Jüngeren. Das Altargemälde zeigt Vater August und Mutter Anna
mit ihren zahlreichen Kindern. Im hinteren Schloßhof der vom
Bornhaus geschützte 170 ~m~ tiefe Brunnen, 1568--75 von Hans
Planer, dem Freiberger Bergmeister für 72000 rheinische Gulden
gebaut. Seit 1879 ist er nicht mehr im Betrieb.
Vom Aussichtsturm aus hübsche Aussicht.
Von der Stadt entweder den blau-gelben Marken folgend direkt nach
Station Erdmannsdorf, oder mit der Drahtseilbahn hinabfahrend. Man
kann den Ausflug sehr lohnend um eine Stunde erweitern, wenn man den
_Kunnerstein_ mit besucht.
Vom Restaurant Schloßberg aus die Waldstraße geradeaus, durch die
Villenkolonie, die Vater-August-Straße rechts ab zum Waldhaus
(Kurhaus und Hotel). Nun die König-Albert-Straße abwärts. An Café
Seeliger vorbei. Dann die Zschimmerstraße halbrechts kreuzend, den
Waldweg weiter, erst den weißen, dann den rot-gelben Marken nach zum
Kunnerstein.
Ein anderer Weg ist folgender: Vor dem Restaurant Schloßberg rechts ab
den »Reitsteig-Poetenweg«. An der Waldecke links ein Rainstein. Unter
demselben teilt sich der Weg. Wir gehen halbrechts hinab in ein Tal zur
Bismarck- und Moltke-Eiche. Den Weg in der alten Richtung weiter, immer
den Telephondrähten nach, über die Höhe hinab zum _Kunnerstein_.
438 ~m~ hohe Felsbastei über dem Zschopautale. Restauration.
Prächtiger Blick ins Zschopautal.
Nun entweder nach Erdmannsdorf oder nach Hennersdorf, um den
Bahnanschluß zu erlangen. Nach Erdmannsdorf wandert man folgendermaßen:
Links die Stufen hinab, den Marken folgend durch den Wald. Bei der
Wegteilung rechts fort. Hübscher Blick auf Erdmannsdorf.
Der Weg nach Hennersdorf ist folgender:
Nach Verlassen der Gaststätte rechts den Promenadenweg. An der ersten
Wegteilung rechts, ebenso an der zweiten. Der Weg ist gelb-weiß
bezeichnet. Er biegt dann etwas links und führt dann an einem Bache
hinab. Im Tale angekommen links. Nach Verlassen des Waldes über Wiesen
auf die Straße und auf dieser hinab nach Station _Hennersdorf_.
~b~) _Flöha_ -- _Struthwald_ -- _Erdmannsdorf_ (1½ Std.) --
_Augustusburg_ (40 Min.) -- _Dorfschellenberg_ (½ Std.) -- _Leubsdorfer
Spinnerei_ -- -- _Hohenfichte_ (1 Std.) -- _Metzdorf_ -- _Hetzdorfer
Bastei_ (1 Std.) -- _Bahnhof Falkenau_ (40 Min.).
Wanderzeit: 5 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Bahnhof Flöha. Hierher mit der Bahn. Siehe
auch Wandervorschläge 13.
Die Straße abwärts, durch das Tunnel, rechts weiter. Durch ein zweites
Tunnel. Am Postamt vorüber. Über die Brücke des Fabrikgrabens. Beim
Restaurant Albertsburg links dem Wegweiser »Struthweg« folgen. An der
Spinnerei Weißbach & Sohn hin. Über den Graben, sodann überschreiten
wir auf der Struthbrücke die Zschopau. Rechts die Mündungsstelle
der Flöha. Unter dem Viadukt hinweg. Der Fußweg bergan bringt uns
in den Struthwald. Nach wenigen Minuten geht links ein Fahrweg ab,
mit dem Wegweiser »Plaue« versehen. Ihm folgen wir bis Flurstein 44.
Nun den Schneisenweg rechts zwischen Abteilungspfählen 1 und 2. Wir
überschreiten einen Fahrweg. An Stein 45 vorbei. Bei Abt. 1 und 9 einen
Fahrweg überschreiten. Links werden Häuser sichtbar, die sogen. »Neue
Sorge«. Den sumpfigen Stellen unseres Weges weichen wir nach rechts
aus. Bei Stein 48 die Fahrstraße kreuzen. Den Rasenweg in der alten
Richtung weiter. An Stein 49 vorbei. Fahrweg überschreiten. Der Weg
geht bergab. Bei Stein 50 im Tal des Hahnebaches. Abteilungsnummer 22
rechts am Baume. Wir bleiben in unserer Richtung und passieren den
Bach (ohne Brücke!). Wir kommen zu Stein 51. Stufenweg. Einen Fahrweg
kreuzen. Wir gelangen zu Abteilung 21. In der alten Richtung fort.
Stein 52. Der Weg wird schmäler und fällt. Es kommt Stein 53. Wir
überschreiten den Schwarzbach und gehen wieder bergauf. Der Weg führt
durch sehr schönen Wald, reichlich mit Buchen durchsetzt. Bei Stein
54 kreuzen wir den »Strengen Furth-Flügel-Weg«. Der Weg führt weiter
bergab und gelangt ins Tal des Kalten Baches. Am Stein 55, der am Bache
steht, vorbei. Am Bache den Fahrweg hingehend aus dem Wald heraus. Auf
die Straße. Auf dieser nach rechts wandernd nach _Erdmannsdorf_.
Gewerbfleißiges Dorf mit 1700 Einwohnern, 294 ~m~ hoch an
der Zschopau, von Wald umgeben, daher gern als Sommerfrische
aufgesucht. Im Schloßhofe des der Familie v. Könneritz
gehörigen Rittergutes eine 400jährige Linde. Spinnereien von
Meister mit vorbildlichen Wohlfahrtseinrichtungen.
Von Erdmannsdorf nach Augustusburg kann man die Drahtseilbahn benutzen.
Fußgänger wählen folgenden rot bezeichneten Weg: Vom Bahnhof die Straße
nach rechts zur Eisenbahnbrücke. Dreifache Wegteilung. Wir wählen den
mittelsten Weg, der uns am Bache hin bis zu einer Wegteilung führt.
Links am Bache weiter. Den Rodelbahnweg hinauf. Wegteilung: rechts den
steilen rot markierten Weg. Wieder auf den Rodelbahnweg. Längs diesem
zur Endstation der Drahtseilbahn und Restauration Waldfrieden. Hinter
letzterem die Stufen hinauf zu _Cantors Ruhe_, einem Felsenvorsprung
mit hübscher Aussicht. Dann an der Kirche vorüber, durch die Pfarrgasse
zum Schlosse _Augustusburg_. Weiteres unter 21 ~a~.
Nach Besichtigung des Schlosses, das Tor verlassend rechts durch
die Stadt, abwärts an den Gasthäusern Lehngericht und Weißer Hirsch
vorüber. Die Poststraße rechts weiter. Nach knapp 5 Minuten links den
»Hohlweg« hinunter, der uns auf die Fahrstraße bringt. Diese immer
weiter bergab nach _Dorfschellenberg_. Unterhalb des Gasthauses teilt
sich der Weg. Wir gehen rechts in Richtung »Leubsdorf« aufwärts. An
Kirche und Friedhof vorbei. Dann ins Flöhatal hinab. Nun kurz nach
Kilometerstein 2,6 links auf die Leubsdorfer Spinnerei zu. Am Tore den
Fußweg links am Zaune hin. Der Weg bringt uns an prächtigen Wald und
geht immer an der Flöha abwärts. Durch die Eisenbahnbrücke. Rechts
ein Haus mit Scheune. Wegteilung: beide Wege vereinigen sich nach ¼
Stunde wieder. Wir gelangen nach _Hohenfichte_. (Wanderung 13). Rechts
über die Flöha nach _Metzdorf_. Die Fahrstraße weiter bis zum Gasthaus
Waldpark. Bei der Station Metzdorf die Bahn (Hetzdorf--Eppendorf)
überschreiten. Über die Höhe. An der Parkettfabrik vorbei. 5 Minuten
darnach rechts dem Wegweiser folgend vom Talweg ab und einen Fußweg
bergan. Wegteilung: rechts weiter. Auf der Höhe bei Abteilung 99
scharf nach links den Waldweg weiter. Der reizende Weg bringt uns zur
_Hetzdorfer Bastei_. (Wanderung 13).
Nach Genießen der prächtigen Aussicht ein Stückchen zurück und in der
alten Richtung hinab. Über die Bahn, durch Felder, an den Wald. Nun
links weiter. Durch die Wattefabrik. Über die Flöhabrücke. Wir gelangen
zu Bahnhof _Hetzdorf_. Dahinter über die Brücke, dann rechts den Weg
bis zum Beginn an Falkenau. Hier über das Geleise der Bahn nach links.
Durch die Ziegelei. Immer auf dem Fußweg bleiben bis zur Station
_Falkenau_. Linie Chemnitz--Dresden.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~c~) _Gablenz_ -- _Schere_ (1¼ Std.) -- _Kunnersdorf_ (1¼ Std.) --
_Kunnerstein_ (½ Std.) -- _Augustusburg_ (½ Std.).
Wanderzeit: 2½ Std.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn Gablenz.
Nach Verlassen der Straßenbahn die Straße immer weiter. Sie steigt
allmählich an bis zum Gasthof Adelsberg, volkstümlich unter dem
Namen »Schere«. Die Straße bietet nun schöne Ausblicke, besonders
auf Lichtenwalde, Frankenberg und Sachsenburg. Bei Kilometerstein
6,1 Wegteilung. Wir folgen dem Wege halbrechts nach Kunnersdorf.
Einen Feldweg überschreiten. Zur Waldecke. Grenzstein 107. Vierfache
Wegteilung: Geradeaus, also nicht in den Wald. Erst noch kurze Zeit am
Waldrande hin und dann geht es in den Wald hinein. Etwas steil abwärts.
Der Wald führt den Namen der »Schwarze Wald«, wird vom Volke aber das
»Rauche Gebiet« genannt. Wir gelangen auf die Sternmühlen-Tal-Straße.
Diese nach links abwärts bis zur Wattefabrik in Kunnersdorf. Das Dorf
beginnt in wenigen Minuten. Bei Haus Nr. 13 gehen wir rechts weiter
durch das Dorf. Prächtiger Blick auf die Augustusburg. Beim Gasthof
überschreiten wir links die Zschopaubrücke. Etwa 1 Minute dahinter
rechts weiter, am Bahndamm empor und die Bahn überschreiten. Nun den
Fußweg, der mit Stangengeländer versehen ist, aufwärts. Oben kommen wir
durch Felder auf einen Feldweg. Diesen rechts hinauf nach dem Walde.
Im Walde teilt sich der Weg. Rechts weiter und auf dem gebräuchlichen
Kunnerstein-Weg nach rechts. An der Luthereiche vorbei zum Kunnerstein.
(Seite 157).
Zur Augustusburg führen verschiedene Wege. Wir gehen am Gasthaus
Kunnerstein zunächst rechts abwärts. Bei der nahen Wegteilung links
hinauf, den rot-gelben Marken folgend. Nach ca. 15 Minuten teilt
sich die Straße, links die Waldstraße aufwärts, den blau-weißen
Marken nach. Villenkolonie. Endlich zur Restauration Schloßberg. Nun
beim Kilometerstein 0,0 den blau-weißen Marken nach, aufwärts. Bei
Kilometerstein 0,1 links zum König Friedrich August-Platz, von dem man
eine reizende Aussicht genießen kann, rechts weiter zum Schloßeingang.
Von Augustusburg nach Station Erdmannsdorf siehe Wanderung 21 ~a~. Mit
der Bahn nach Chemnitz zurück.
~d~) _Kunnerstein_ -- _Hennersdorf_ (30 Min.) -- _Witzschdorf_ (40
Min.) -- _Waldkirchen_ (30 Min.) _Zschopau_ (40 Min.)
Wanderzeit: 2 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Gasthaus Kunnerstein.
Hierher wie unter ~a~ oder ~c~.
Den Promenadenweg rechts abwärts. Nach wenigen Schritten Wegteilung:
rechts. Bei der nächsten Wegteilung wiederum rechts ab. Der Weg
dreht sich links aufwärts und kommt in ein Seitental, in diesem
rechts abwärts. Unten Wegteilung: links weiter. Über Wiesen auf die
Augustusburg-Hennersdorfer Straße. Rechts abwärts nach Hennersdorf.
Am Gasthof vorüber zur Zschopaubrücke. Diese nicht überschreiten,
sondern die Dorfstraße weiter. Bei der Haltestelle Hennersdorf über
die Geleise. Rechts Holzwarenfabrik von Leistner. Nun den Uferweg an
der Zschopau hin. Zu Strobels Brücke. (Zu Strobels Holzschleiferei
Schöntal führend.) Der Weg wird schmal, er geht oberhalb des Bahndammes
aufwärts. Gebäude der Witzschdorfer Nähfadenfabrik werden sichtbar. Zur
Station _Witzschdorf_.
Dorf mit 1300 Einwohnern. Sächsische Nähfadenfabrik, A.-G.
vormals Heydenreich.
Links über die Geleise, die Straße hinauf. Auf der Höhe Wegteilung:
rechts weiter. Die ebene Straße bietet prächtige Aussicht.
Straßenteilung: rechts abwärts nach _Waldkirchen_.
Dorf mit 1760 Einwohnern. Die Station liegt 316 ~m~ hoch. Das
langausgedehnte Dorf streckt sich bis zur Höhe von 515 ~m~.
Bedeutende Holzwarenfabrikation. Der Ortsteil auf dem linken
Zschopauufer in der Nähe des Bahnhofes heißt Zschopental.
Vor Überschreiten der Brücke rechts Mühle mit Weberei und Zwirnerei.
Über die Brücke zum Gasthof Eichhörnchen. Wir überschreiten die Bahn.
Bahnhof Waldkirchen bleibt links. Der Weg teilt sich, wir folgen dem
Weiser »Zschopau« halblinks hinauf. Nach Kilometerstein 7,3 durch einen
Fußweg links die Straße abschneiden. Die Straße überschreiten und zum
Königsplatz, dann diesen überqueren und durch die Königstraße zum Alt-
und Neumarkt von _Zschopau_.
Stadt mit ca. 8300 Einwohnern in prächtiger Lage 326 ~m~
hoch gelegen. Ursprüngliche Namen Zschachpe, Scopa, Zschopa.
Die Gründung des Ortes wird Heinrich I. zugeschrieben,
der das Schloß Wildeck als Burgwarte zur Bewachung des
Flußüberganges erbaute. Der älteste Teil des Schlosses, der
jetzt noch stehende Wartturm, führt daher im Volksmunde den
Namen »Der dicke Heinrich«. Die Lage der Stadt an einer
Hauptverkehrsstraße des mittelalterlichen Deutschlands
(zwischen Hamburg--Leipzig--Chemnitz--Prag--Wien--Triest)
beeinflußte in günstiger Weise die Entwickelung der Stadt. Sie
hatte vielfach unter Kriegsnöten zu leiden, erholte sich aber
von allen Drangsalen bald wieder. Die Industrie beschäftigt
sich mit Baumwollspinnerei, Weberei, Strumpfwirkerei und
Zwirnerei. Bekannt ist die Baumwollspinnerei von Jakob Georg
Bodemer († 1888), der durch bahnbrechende Verbesserungen der
Spinnerei und durch hochherzige Verwendung seiner Mittel für
Volksbildung usw. ein Wohltäter des Erzgebirges geworden ist.
Zschopau ist Station der Linie Chemnitz--Annaberg. Mit der Bahn nach
Chemnitz zurück.
~e~) _Zschopau_ -- _Bodemerkanzel_ -- _~Via mala~_ -- _Wilischthal_ (1¼
Std.) -- _Scharfenstein_ (¾ Std.)
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Zschopau. Hierher von Chemnitz
direkt mit der Bahn, oder nach Wandervorschlag 21 ~d~.
Aus dem Bahnhof tretend nach rechts bis zur Zschopaubrücke. Jenseits
derselben links die Stufen hinab. Unser Weg ist blau-weiß markiert. Die
Thumer Straße aufwärts, am Restaurant Grüne Aue vorbei. Zu Scheunen.
An der letzten Wegteilung: links abwärts zum Bache und hier, vor dem
Steinbruch, links hinauf. Wir gelangen an den Wald. Halblinks den
Fußweg weiter, der uns nach wenigen Minuten zur _Bodemerkanzel_ führt.
Felsvorsprung mit Ruhebank und Inschrifttafel, die den
wonnevollen Eindrücken des Ortes Ausdruck verleiht. Wir stehen
an einem der schönsten Punkte des ganzen Tales, das sich in
voller Schönheit dem Auge darbietet. Unter uns das Wehr der
Bodemerschen Spinnerei, gegenüber das Tischautal, rechts
der Ziegenrück, Schloß Scharfenstein, sowie die Kuppe des
Pöhlberges. Links der Zschopenberg mit der Bismarckhöhe.
Von der Kanzel unsern Weg bis zum Waldende zurück und links an
demselben hin bis zum Fußweg. Auf diesem links im Walde abwärts. Immer
gerade hinunter. Herrliche Wanderung bis zu den Felswänden der _~Via
mala~_. Weiter auf den Talweg hinab und auf diesem am Flusse aufwärts
nach _Wilischthal_.
Ortsteil von Zschopau, 340 ~m~ hoch gelegen, mit großer
Papierfabrik. Kopfstation der Linie Ehrenfriedersdorf--Thum.
Rechts, steil über dem Tal, der Affenstein, an der
Flaggenstange kenntlich.
Von der Station hinauf auf die Talstraße und auf dieser nach rechts.
Wegteilung: links ab, dem Wegweiser »Weg zur Schloßbrauerei« folgen.
Dieser Weg, die sogenannte Alte Scharfensteiner Straße, geht mit der
neuen Talstraße ein Stück parallel. Nach einer knappen halben Stunde
scharfe Biegung nach links. Einzelne Häuser von Scharfenstein. Den Bach
überschreiten, dann rechts weiter. Hinan zum _Schloß Scharfenstein_.
Auf stolzer Bergeshöhe gelegen, ein malerisches Bild. Durch
ein Portal, aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts, mit den
Wappen derer von Einsiedel und von Ponikau verziert. Schloßhof
mit dem 17 ~m~ hohen und 8,5 ~m~ dicken Bergfried. Weitere
Besichtigung ist nicht gestattet. Die Burg gehörte im 12. und
13. Jahrhundert den Herren von Waldenburg und Wolkenstein und
war eine berüchtigte Raubritterburg. 1312 wurde sie deshalb
zerstört und gelangte im 15. Jahrhundert, neu aufgebaut, in den
Besitz der Familie von Einsiedel.
Das Dorf Scharfenstein zählt gegen 950 Einwohner und liegt
354 ~m~ hoch. Als Sommerfrische gern aufgesucht. Große
Spinnerei von Lechla, zu den ältesten in Sachsen gehörig.
Scharfenstein ist der Geburtsort des bekannten Wildschützen
Karl Stülpner, der am 30. September 1762 hier geboren ward. Von
allen gefürchtet, aber wegen seiner Gutherzigkeit auch geliebt.
Seine Streifzüge unternahm er bis weit hinein ins Böhmerland.
Seine Taten wurden mit dem Nimbus der Romantik umkleidet und
gaben Stoff zu zahlreichen Erzählungen und Theaterstücken. Er
starb am 24. September 1841 in Scharfenstein.
Scharfenstein ist Station der Linie Chemnitz--Annaberg.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~f~) _Zschopau_ -- _Ziegenrück_ -- _Scharfensteiner Kanzel_ --
_Scharfenstein_.
Wanderzeit: 1½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Zschopau. Hierher mit der Bahn oder
wie unter 21 ~d~.