Vom Bahnhof über die Flöhabrücke, dann links weiter. Über den

Neunzehnhainer Bach. Im Walde Wegteilung: links, dem Wegweiser folgend

auf prächtigem Waldweg an die v. Herdersche Schleiferei. Dann durch

Laubwald. Wir kommen zum Gasthaus Rauenstein. An der rechten Hausecke

den Fußweg hinauf, um die Straße ein Stück abzuschneiden. Durch das

Schloß Rauenstein, der v. Herderschen Familie gehörig und in seiner

alten, ursprünglichen Bauweise wiederhergestellt. Im Hofe zwei große

Linden. Vom Gehöft in 20 Minuten bis zum Markt von _Lengefeld_.

Städtchen mit 3600 Einwohnern, 480 ~m~ hoch am Abhange des

Adlersteins gelegen. Lengefeld ist bekannt durch seine

Wurstfabrikation. Außerdem Weberei, Spielwarenfabrikation u. v.

a.

Vom Markte die Wolkensteiner Straße hinaus; nach 20 Minuten in

Johnsdorf, einem Ortsteil von Lengefeld. Von der Höhe genießt man

eine schöne Aussicht. Hinter Johnsdorf in den Wald. Nach ca. ¼ Stunde

zwischen Kilometerstein 2,8 und 2,9 Straßenkreuzung. Wir wandern

geradeaus. Herrliches Waldbild. Rechts sehen wir den Bornwald mit

dem Weißen Stein. Vor Stein 16,7 ein Marienbild. Hinter Stein 18,0

Straßenteilung: rechts aufwärts. Beim Stein 18,8 auf der Höhe sehr

schöner Rückblick. Bei Stein 19,6 erreichen wir die Straßenhöhe.

Wir verlassen den Wald. Links eine Wiese mit Teich. Wir gelangen zu

Gut und dann Gasthaus zur _Heinzebank_. An der Kreuzung der Straßen

Zschopau--Marienberg und Wolkenstein--Lengefeld gelegen. Heinrich der

Fromme gab ihm den Namen, da er hier in seinem Jagdschlosse häufig

wohnte. Vor Erbauung der Bahn ein Eldorado der Frachtfuhrleute.

Nun die Straße in südöstlicher Richtung weiter. Quer durch Hilmersdorf.

Hier geht rechts eine Straße ab, die in 40 Minuten nach Warmbad

oder in 50 Minuten über Warmbad nach Floßplatz (Haltestelle der

Chemnitz-Annaberg-Buchholzer Bahn) führt. Von Hilmersdorf wandern wir

nach Wolkenstein über Geringswalde in 1¼ Std. Über Wolkenstein und

Warmbad siehe auch die Wanderung im oberen Zschopautal so wie 19 ~e~.

Von Wolkenstein bez. Floßplatz-Warmbad mit der Bahn nach Chemnitz

zurück.

~d~) _Rauenstein_ -- _Lengefeld_ (35 Minuten) -- _Adlerstein_ (¾ Std.)

-- _Lauterbacher Knochen_ (½ Std.) -- _Lauterbach_ (20 Min.) -- _Ruine

Lauterstein_ (¾ Std.) -- _Bahnhof Zöblitz_ (¼ Std.)

Wanderzeit: 3 Std. 10 Min.

Ausgangspunkt: Bahnhof Rauenstein. Linie

Chemnitz--Reitzenhain.

Über die Flöha, unter dem Schlosse Rauenstein hin, durch einen Tunnel

nach Lengefeld.

Vom Markte durch die Wolkensteiner Straße nach den Ortsteil

Johnsdorf. Dahinter in den Wald. Zwischen Kilometerstein 2,8 und

2,9 Straßenkreuzung. Schönes Waldbild. Wir verlassen die Straße und

den Waldweg aufwärts. Nach kurzer Zeit rechts, den Marken nach,

einen Abstecher zum _Adlerstein_. Triangulierungsstation. Mächtige

Glimmerblöcke. Wieder zurück zu dem vorigen Waldweg und auf diesem

weiter. Wegkreuzung: geradeaus. Nach 4 Minuten teilt sich der Weg. Wir

gehen links und schneiden sogleich einen Weg. Über Feld. Wir schneiden

einen Feldweg. Wieder in den Wald, nach rechts. Wiederum über Feld. Nun

auf das nächste Wäldchen zu, das den Lauterbacher Knochen bewächst. Es

scheint als ob unser Weg zu weit nach links führe! Vom Waldrand an 35

Schritte, dann rechts auf dem Fußweg auf den _Lauterbacher Knochen_.

683 ~m~ hoch. Die Aussicht ist leider zum Teil verwachsen.

Von der Triangulierungssäule aus unsern Fußweg 1 Minute zurück, dann

den Fußweg rechts abbiegen. Auf dem Feldwege rechts weiter. Wir

gelangen nach _Lauterbach_.

Dorf mit wertvoller alter Kirche, die 1906 abgebrochen und

auf dem hochgelegenen Friedhof als Begräbniskapelle wieder

aufgebaut wurde. Sie ist einschiffig mit Holzdecke und

Dachreiter. Der einspringende Chor öffnet sich im Spitzbogen,

ist mit drei Seiten des Achteckes geschlossen und mit

Strebepfeilern besetzt. Kirchenboden und Dachwerk ragen weit

über die Umfassungsmauern hinaus. Auch das Kirchengerät ist

künstlerisch und volkskundlich von großem Werte.

Von der Kirche aus auf der Niederlautersteiner Straße weiter. Wir

schneiden die Rittersberg-Zöblitzer Straße und gelangen hinab zur

_Ruine Lauterstein_ und zur Schloßmühle (mit Restauration).

Die Burg soll 1315 durch die Burggrafen von Leisnig erbaut

worden sein, die sie 1434 an den Freiberger Bürger Kaspar

Berbisdorf verkauften. Dessen Nachkommen verkauften sie 1559 an

den Kurfürsten August, der sie zur Amtmannswohnung bestimmte.

Am 14. März 1639 wurde sie von 3 schwedischen Reitern

niedergebrannt.

Nun auf der Steinbrücke über die Pockau. Rechts die Straße weiter. Nach

3 Minuten die Straße links ab, rot-blau-rot bezeichnet. Wir bleiben

also rechts der Bahn! Wir überschreiten einen Mühlgraben. Wegteilung:

links gelangt man in ½ Stunde in die Stadt Zöblitz; rechts zum

bekannten Gasthaus zur Kniebreche und von hier in 4 Minuten zum Bahnhof

_Zöblitz_.

Stadt mit 2400 Einwohnern, 600 ~m~ hoch gelegen. Schöne

Lage inmitten von Laub- und Nadelwäldern. Fabrikation von

Blechwaren, Trommeln und Spielwaren. Besonders sehenswert

ist die Serpentinfabrikation. Die Fabrik liegt 5 Minuten

vom Markt entfernt und kann nach Spende eines Betrags für

die Arbeiterkasse besichtigt werden. Der Serpentinstein

eignet sich wegen seiner verschiedenen Färbung und Weichheit

in bergfeuchtem Zustande, die das Schleifen und Drechseln

gestattet, vorzüglich zur Herstellung von Kunst- und

Gebrauchsgegenständen. Die Bearbeitung begann schon Anfang des

16. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert waren 29 Brüche im Gange.

Neuerdings ist die Industrie unter fachmännischer Leitung und

unter künstlerischer Mitwirkung wieder aufgeblüht. Besitzer der

Brüche ist die Sächs. Serpentingesellschaft. Der Stein wird

hauptsächlich zu Grabplatten, Denkmälern, Urnen, Dosen, Säulen,

Gesimsen, Schreibzeugen, Schmucksachen und dergl. verwendet. In

der Zöblitzer Kirche befinden sich schöne Arbeiten davon.

Vom Bahnhof zur Stadt ca. ½ Stunde, es verkehrt ein Postomnibus.

Von Zöblitz Bahnfahrt nach Chemnitz.

~e~) _Zöblitz_ -- _Morgensternhöhe_ -- _Vogeltoffelfelsen_ --

_Teufelsmauer_ -- _Nonnenfelsen_ -- _Katzenstein_ (2 Std.) --

_Pobershau_ (½ Std.) -- _Marienberg_ (1¼ Std.)

Wanderzeit: ca. 4 Std.

Ausgangspunkt: Markt Zöblitz: 25 Min. vom Bahnhof. Linie

Chemnitz--Reitzenhain.

Auf der Olbernhauer Straße den rot-weißen Marken nach bis zur Tafel

Grenzbezirk. Nun bis zum Wegweiser Morgensternhöhe. 5 Minuten hinauf

zur Höhe.

Hier sind vom Erzgebirgsverein Ursprung Fahnenmaste, Pilz und

Ruhebänke aufgestellt worden. Die Aussicht ist prächtig, das

Gelände sehr günstig für Wintersport. 707 ~m~ hoch.

Nun zum Wegweiser zurück. Den rot-weißen Marken folgen bis zu einem

rechts abgehenden Weg. An einer Fichte ein Wegweiser. Auf diesem Wege

geradefort in den Wald, in diesem nach rechts auf einem schmalen Wege

zum _Vogeltoffelfelsen_.

Felsbastei 690 ~m~ hoch. Fahnenmast und Bank. Herrlicher

Blick ins tiefe Tal der Pockau, über die westlichen Höhen und

Marienberg.

Vom Vogeltoffelfelsen den rot-weißen Marken nach, durch den Bauernhof

Hüttstadt, in dem neuerdings eine sehr besuchenswerte Jugendherberge

eingerichtet worden ist, hinab ins Tal, links weiter in 10 Minuten

zur _Ringmauer_; eine gewaltige Felswand, die mit Schwefelalgen

überzogen ist und mit ihrer rötlichen Farbe in wirksamen Gegensatz zu

dem dunklen Grün der Fichten tritt. Gegenüber liegt der Rabenberg, auf

dessen Gipfel ein sagenhaftes Raubschloß gestanden haben soll. Wir

wandern über die Brücke und stehen am Fuße des steilen _Katzensteins_.

Wir gehen nun zunächst den Talweg noch ¼ Stunde weiter. Die Talwände

verengern sich, mächtige Felsblöcke und schroffe Steinwände ragen

empor. Rechts die gigantische _Teufelsmauer_, links der gewaltige

_Nonnenfelsen_. Von einer Ruhebank, oberhalb des Weges, kann man die

großartige Szenerie am eindrucksvollsten genießen.

Wir gehen nun ca. 3 Minuten zurück. Der erste Weg links hinauf ist mit

Wegweiser versehen. Ihm folgen wir zur Höhe des _Katzensteins_.

706 ~m~ hoch. Auf dem Bergplateau befinden sich eine

Verkaufsbude für alkoholfreie Getränke, Schutzhütten und

Bänke. Einzigschöner Blick ins Tal der rauschenden Pockau,

dem Rabenberg mit dem dahinter sich ausdehnenden Kriegwald.

Eine tischähnliche Platte diente früher zuweilen fürstlichen

Besuchern als Frühstückstisch.

Unser Weiterweg ist blau-gelb bezeichnet. Er führt zwischen die beiden

Schutzhütten hindurch nach links auf einen Fahrweg und zum _Grünen

Graben_, einem 14 ~km~ langen Kanal, der früher den Marienberger

Bergwerken die Triebkraft lieferte. Am Graben nach rechts hin, dann ihn

überschreiten und aus den Wald hinaus. Durch Felder nach _Pobershau_.

Ausgedehntes tief im Tal der Roten Pockau gelegenes

Gebirgsdorf, in dem Schachteln und Bürstenhölzer gefertigt

werden. Ehemals Zinnbergbau.

Hinter dem 1. Grundstück Wegteilung. Wir gehen geradeaus und den 1.

Feldweg zur Dorfstraße hinunter. Diese kreuzen wir und gehen den

»Stangenweg« aufwärts. Links das Gasthaus zur Linde. Auf der Höhe ein

Stück durch Wald. Wir gelangen zu einzelnen Häusern des sehr zerstreut

liegenden Dorfes _Gebirge_. Der Weg fällt. Wir sehen den Marienberger

Kirchturm. Am Exerzierplatz der Unteroffizierschule vorüber und nach

_Marienberg_.

Regelmäßige, nach dem Muster der ostdeutschen Kolonialstädte

angelegte Stadt mit 7600 Einwohnern. Industrie: Holz- und

Blechspielwaren, Metallknöpfe, Mosaikplatten, Holzstoff- und

Pappenfabrikation.

Die Stadt wurde 1521 von Heinrich dem Frommen gegründet, sein

Denkmal findet man auf dem Markte. Marienberg ist Sitz einer

Unteroffizierschule. Früher reiche Bergerträgnisse. Im grauen

Marienberger Gneis fanden sich Silber, Zinn, Kobalt und Nickel.

Der 30jährige Krieg vernichtete den Bergbau, der nie wieder

in Blüte kam. Im Rathaus wird das interessante Manuskript von

Adam Rieses sogen. »Coß«-Algebra vom Jahre 1524 aufbewahrt. Die

schöne Stadtkirche besitzt ein künstlerisch beachtenswertes

Portal.

Marienberg ist Station der Linie Chemnitz--Reitzenhain.

Wer noch Kraft und Lust besitzt, kann noch eine Wanderung über die

Dreibrüderhöhe und Warmbad Wolkenstein nach Station Floßplatz-Warmbad

anschließen. Insgesamt 2¼ Stunde Wanderzeit.

Vom Marienberger Markte gehen wir die Wolkensteiner Straße hinaus,

unser Weg ist blau-rot bezeichnet. Bei Kilometerstein 0,7 gehen wir

an der Straße rechts ab, folgen dem Feldweg. Der Weg teilt sich

nacheinander zweimal, wir gehen beide Male links. Der Weg bietet

prächtige Blicke, besonders auf den mächtig daliegenden Pöhlberg,

links davor der Bärenstein, dann der Spitzberg und der Haßberg. Unser

Weg führt uns am Waldrande aufwärts zur _Dreibrüderhöhe_.

688 ~m~ hoch. Eiserner Aussichtsturm und Gasthaus.

Hervorragender Rundblick. Der Gebirgskamm bietet sich

imposant dar. Von rechts nach links: Auersberg, Scheibenberg,

Fichtelberg, Keilberg, Bärenstein, Pöhlberg, Spitzberg, Haßberg.

Unser blau-rot bezeichneter Weg führt uns weiter durch den Wald

abwärts. Nach Verlassen des Waldes Wegkreuzung: geradeaus,

den Rasenweg, nicht rechts und links abgehen, stets auf die

Markierungssteine achtgeben! Der Weg wird schmäler und kommt auf

einen Feldweg, auf diesem einige Schritte nach rechts, dann links dem

Wegweiser nach, auf Rasenweg zum Dorf _Gehringswalde_. Die Straße ca.

100 Schritte aufwärts, dann den Weg nach links, zwischen zwei Gütern

hindurch. Dahinter Wegteilung: links weiter. Bereits nach 2 Minuten

teilt sich der Weg wiederum: rechts ab. An einer Steinhalde vorbei, in

einen schönen Wiesengrund hinab. Endlich zum _Warmbad Wolkenstein_.

458 ~m~ hoch gelegen. Älteste und wärmste Mineralquelle

Sachsens, alkalisch-erdiger Säuerling, Therme von 29° ~C~,

besonders gegen Gicht und Rheuma angewendet. Kurhaus mit

schönen Anlagen. Logierhäuser. Die Quelle wird seit 1385

benutzt. Das Quellhaus kann gegen eingeholte Erlaubnis im

Badebureau besichtigt werden (Trinkgeldbüchse!). Das Becken der

Quelle ist 3,4 ~m~ tief, faßt 43 ~cbm~ und liefert 150 ~l~ pro

Minute.

Nun durch den anmutigen Hüttengrund zur Hüttenmühle (blau-rot

bezeichnet). Dann die Fahrstraße weiter abwärts, am Gasthaus Waldmühle

und Speisebechers Papierfabrik vorbei ins Zschopautal. Über die Brücke

zur Station Floßplatz-Warmbad. Linie Chemnitz--Annaberg.

~f~) _Zöblitz_ -- _Katzenstein_ (2 Std.) -- _Grüner Graben_ --

_Kühnhaide_ (1¾ Std.) -- _Reitzenhain_ (1¼ Std.).

Wanderzeit: 5 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof, bez. Markt Zöblitz. Bis zum

Katzenstein wie unter Wanderung 19 ~e~.

Vom Katzensteinplateau gehen wir zwischen den beiden Schutzhütten durch

links auf den Waldfahrweg zum _Grünen Graben_.

Dieser 14 ~km~ lange Kanal diente früher als Triebkraft den

Marienberger Bergwerken, jetzt treibt sein Wasser die Sägewerke

und Drechslereien von Pobershau. Er ist zum Teil zugedeckt.

Nun gehen wir nicht rechts, sondern am Graben hin, auf rot-weiß

bezeichnetem Wege, dem Wasser entgegen. Nach 1¼stündiger Wanderung über

die Steinerne Brücke links zur Talstraße. Auf dieser weiter in ½ Stunde

nach _Kühnhaide_.

Sehr ausgedehntes 3 ~km~ langes Dorf mit 1200 Einwohnern. Die Pockau

bildet den Grenzbach. Drüben liegt das böhmische Kienhaide. Unser

Kühnhaide hängt fast mit Reitzenhain zusammen. Hinter dem Gasthaus

»Wildshaus« an der Waldecke den Weg links ab, der am Zeuggraben entlang

in ¼ Stunde nach _Reitzenhain_ führt. (Seite 135.)

Von Reitzenhain mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~g~) _Reitzenhain_ -- _Kallich_ (1½ Std.) -- _Natzschungtal_ --

_Gabrielahütten_ -- _Olbernhau_ (4 Std.)

Wanderzeit: 5½ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Reitzenhain.

Vergleiche auch Wanderung 18. 2. Tag.

Von Sächsisch-Reitzenhain nach Böhmisch-Reitzenhain. Am Gasthaus

Malzhaus vorüber die Straße weiter bis zur Straßenteilung. Dem

Wegweiser folgend links ab. Schöne Waldstraße. Nach Verlassen des

Waldes der Ortsteil Natzschung. Am Gasthaus zum Stern teilt sich

der Weg: rechts weiter. In ½ Stunde gelangen wir nach _Kallich_. Am

Gasthaus zur Post links weiter. Nach 3 Minuten zur Zollbrücke. Davor

rechts ab, im Tale abwärts. Über eine Brücke aufs linke Ufer der

Natzschung. Auf die Landstraße nach _Rübenau_. Die Straße rechts hinab

in ¼ Stunde zu Lauckners Gasthaus. Nun im herrlichen Natzschungtal

weiter abwärts nach _Gabrielahütten_. Das Gasthaus zur Böhmischen

Schweiz liegt am jenseitigen Ufer. Bei Tourentafel 244 (an der

Straße). Den blau-weiß bezeichneten Weg weiter, der durch den Wald zu

den hervorragendsten Punkten der Olbernhauer Umgebung führt, z. B.

Stößerfelsen, Sophienstein, Bruchberg. Endlich nach _Olbernhau_. (Seite

132.)

Über Pockau--Lengefeld--Flöha nach Chemnitz zurück.

~h~) _Olbernhau_ -- _Steindl_ (2½ Std.) -- _Kleinhan_ (¾ Std.) --

_Gabrielahütten_ (1½ Std.) -- _Natzschungtal_ -- _Olbernhau_ (1½ Std).

Wanderzeit: 6¼ Std.

Ausgangspunkt: Olbernhau.

Hierher von Chemnitz über Flöha, Pockau--Lengefeld.

Die Grünthaler Straße hinaus, in ¼ Stunde nach _Grünthal_. Weiter durch

Böhmisch-Grünthal nach _Brandau_.

Sehr ausgedehntes Dorf mit 2000 Einwohnern. In der Nähe

Anthrazitgruben.

Im Orte hinauf bis zur Schule. Gegenüber der Kirche rechts den Feldweg

zum Forsthaus, am Waldesrande gelegen. Hier Wegteilung: links zum

Walde hinauf. Der Weg biegt nach einigen Minuten scharf nach rechts.

An der Biegung geht links ein schmaler Fahrweg ab, den wir aber

_nicht_ benutzen dürfen! Noch eine Minute weiter. Ein zweiter schmaler

Waldfahrweg. Diesen gehen wir hinauf durch den Wald. Wegteilung: links!

Unser Weg geht fast eben weiter. Er bringt uns zu einer querkommenden

Schneise mit den Abteilungsnummern 4/5 und 8/9. Die Schneise rechts

hinauf. Nach ca. 5 Minuten kommt eine neue schmale Schneise quer.

Abteilungsnummern 7/8 und 5/6. Auf dieser nach links und hinauf zum

_Steindl_.

838 ~m~ hoch. Bewachsener Basaltberg mit einer durch die

Bewachsung etwas beschränkten, aber sonst herrlichen Aussicht.

Die Waldtäler, Ahornberg, Schwartenberg, Wieselstein,

Strobnitzkuppe, Milleschauer, Lobosch, Kletschen, Seiffen,

Katharinenberg, Frauenstein, Sayda usw. sind zu sehen.

Die Schneise, auf der wir kamen, wandern wir weiter. Nach ¼ Stunde

links ein Wildzaun. An ihm links den Fahrweg abwärts ca. 2 Minuten,

dann rechts der Fußweg am Zaune weiter abwärts. Wo der Zaun nach rechts

geht, wenden wir uns links, gehen auf einen Fahrweg und mit diesem

abwärts. Wir kommen zur Brandau-Kleinhaner Straße. Diese nach rechts

bis zum Forsthause, an der Katharinenberger Landstraße. Diese rechts

nach _Kleinhan_ hinauf.

Dörfchen, 820 ~m~ hoch, sehr zerstreut.

Von der Straße zur Kirche. Zwischen Kirche und Schule den Fußweg

weiter. Den querkommenden Weg rechts. Dann Wegteilung: links zum

Walde hinab. An der Waldecke teilt sich der Weg: den Fahrweg

rechts weiter. Nach wenigen Minuten links den breiten Fußweg

weiter. Er bringt uns wieder auf den Fahrweg. Diesen nach links. Im

Tale angekommen, Fahrwegkreuzung. _Ochsenbrücke_. Nun rechts ab.

Prächtige Waldwanderung. Der Fahrweg teilt sich: rechts weiter nach

_Gabrielahütten_. Nach Olbernhau siehe 19 ~g~.

~i~) _Reitzenhain_ -- _Satzung_ (1 Std.) -- _Hirtstein_ (25 Min.) --

_Schmalzgrube_ (1 Std.) -- _Jöhstadt_ (1½ Std.) -- _Weißer Hirsch_ (¾

Std.) -- _Konduppelbachtal_ -- _Königswalde_ (1¼ Std.) -- _Annaberg_ (1

Std.).

Wanderzeit: 7 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Reitzenhain. Linie

Chemnitz--Reitzenhain.

Aus dem Bahnhof tretend nach links, nach einigen Minuten teilt sich der

Weg. Wir gehen die Fahrstraße weiter bis zu einer zweiten Wegteilung.

Hier links, am Gasthaus »Neue Welt« vorbei, durch Wald. Wir kommen an

die ersten zu Satzung gehörigen Häuser. Die Straße macht eine Biegung

nach links. Hier gehen wir rechts den »Mühlsteig« ab nach _Satzung_.

844 ~m~ hochgelegenes Dorf mit 1500 Einwohnern. Satzung ist das

ausgesprochene Eldorado der Handelsleute. Besonders während

des Sommers ist ein großer Teil der Männer auf dem Gänse-,

Bettfedern- und Spitzenhandel unterwegs, hauptsächlich Mähren,

Ungarn und Pommern werden bereist. Die Satzunger haben sich

infolgedessen einen gewissen Grad von Weltbürgertum zu eigen

gemacht. Auf der Kirche eine lustige Wetterfahne, Johannes den

Täufer darstellend. Wenn er das Taufkännel dem Dorfe zukehrt,

gibts Regenwetter.

Wir schlagen nun unterhalb des Schulhauses die Steinbacher Straße

ein. Nach einer knappen Viertelstunde hinter Kilometerstein 19,8

die Waldstraße nach links weiter. Nach 8 Minuten sind wir auf dem

_Hirtstein_ angelangt.

Die mit einer trigonometrischen Stationssäule gekrönte Kuppe

ist 889 ~m~ hoch ü. d. O. Die Aussicht ist sehr schön. Süden:

Im Vordergrund Satzung, rechts dahinter der Haßberg. Weiter

rechts der Preßnitzer Spitzberg, hinter demselben der Keilberg.

Dann der Fichtelberg mit seinen zwei Kuppen. Weiter rechts

die drei Riesengräber Bärenstein, Scheibenberg und Pöhlberg.

Zwischen Scheibenberg und Pöhlberg etwas näher: Grumbach.

Weiter rechts Preßnitz- und Zschopautal, bei günstiger

Witterung auch die Augustusburg. Im Norden füllt Wald den

Vordergrund aus. Dahinter die beiden Kühnhaide. Im Osten der

Wald von Komotau und Rothenhaus. Links von Satzung Ulmbach und

dahinter Sebastiansberg.

Hauptsächlich wird aber der Hirtstein als höchst interessantes

geologisches Vorkommnis aufgesucht. Am Fuß der Kuppe der

Basaltsteinbruch. Die meist fünfseitigen Säulen liegen

horizontal und strahlen von einem gemeinschaftlichen

Mittelpunkt aus.

Wir gehen nun zum Waldrande hinab und an diesem, den blau-weißen Marken

nach, bis zur Straße. Auf dieser nach rechts, den rot-gelben Marken

folgend nach _Schmalzgrube_.

Dorf mit 280 Einwohnern, am Zusammenfluß der Preßnitz und

des Schwarzwassers. 575 ~m~ hoch gelegen. Vielbesuchte

Sommerfrische am Beginn des Kriegwaldes, der sich bis Jöhstadt

hinzieht und seinen Namen von einem für Sachsen unglücklichen

Gefecht aus der Hussitenzeit herleitet. Der Ort besaß früher

Silberbergbau und Eisenwerk, auch Kalköfen.

Von der Haltestelle auf dem Fußwege im Schwarzwassertal aufwärts,

den rot-gelben Marken nach, oder von der Lorenzmühle über die

Preßnitzbrücke und die Jöhstädter Straße aufwärts. Sie führt durch den

Kriegwald und bietet hübsche Blicke in das Schwarzwassertal. Nach ½

Stunde vereinigen sich beide Wege bei der Hainmühle. Die Straße bringt

uns nach Schlössel, einem Ortsteil von Jöhstadt. Wir gehen über die

Bahn, die Schlösselstraße weiter zur Stadt. Durch die Kirchstraße

rechts zum Markt von _Jöhstadt_.

Hübsche Gebirgsstadt, 783 ~m~ hoch gelegen, mit 2300

Einwohnern. Industrie: Posamenten- und Spitzenfabrikation,

Schatullen, Spritzen, künstliche Blumen. Vielbesuchte

Sommerfrische.

Jöhstadt ist 1655 zur Stadt erhoben worden und gehört zu den

Städten, die ihren Namen der heiligen Familie verdanken.

(Marienberg, Annaberg, St. Joachimsthal). Auf dem Markte

eine alte Postsäule aus dem Jahre 1730 mit dem kurfürstlich

sächsischen und dem polnischen Wappen. Geburtsort des

Kirchenliederdichters Joh. Andr. Cramer.

Nun wandern wir vom oberen Ende des Marktes die Weiperter Straße

(links) hinaus. Links der prächtige Haßberg, geradeaus der Preßnitzer

Spitzberg. Die Straße geht nach rechts. Die Höhen des Erzgebirgskammes

werden sichtbar. Wir überschreiten die Straßenhöhe (812 ~m~) und

gelangen durch schönen Wald zum _Weißen Hirsch_, einem einsam

gelegenen Gasthause, auch Sommerfrische. Auf der Straße noch einige

Schritte weiter, dann geht rechts ein gelb-rot bezeichneter Weg ins

_Konduppelbachtal_ ab. Wir berühren den Zigeunerfelsen und wandern dann

im engen Waldtale zur Oberförsterei und zum Dorf _Königswalde_.

Malerisch im Pöhlatale am Fuße des Pöhlberges inmitten grüner

Gärten gelegen. 702 ~m~ hoch. 2900 Einwohner.

Durch das Dorf bis zur Kirche, dann die Straße nach links. Bei Müllers

Restauration den sogenannten Marktsteig rechts ab, bei Kilometerstein

2,3. Nach 2 Minuten Wegteilung: links weiter durch ein Gut. Der

Weg steigt fortwährend an. Sehr aussichtsreich. Links am Wege der

_Galgenbergturm_.

693 ~m~ hoch. Sehr hübsche Rundsicht.

Dann über die Geleise der Industriebahn Annaberg--Königswalde. Endlich

auf den Köselitzplatz. Dann durch die Große Kirchgasse auf den Markt

der alten Bergstadt _Annaberg_.

Über Annaberg Ausführliches unter Wandervorschlag 23. Mit der Bahn nach

Chemnitz zurück.

20. Ins Assigbachtal und zur Ruine Hassenstein.

Eine herrliche Fahrt ins Böhmerland zu zwei Glanzpunkten des

ganzen Gebirges. Der Ausflug ist von Chemnitz aus bequem zu

unternehmen, wenn man am Vorabend in Reitzenhain eintrifft und

am zeitigen Morgen die Wanderung beginnt. Wer mehrere Tage

anwendet, kann den ersten Tag ausfüllen wie unter 19 ~f~ oder

18 (2. Tag) beschrieben.

_Reitzenhain_ -- _Assigbachtal_ -- _3. Grundmühle_ (3 Std.) --

_Tschoschl_ -- _Krima-Neudorf_ (1 Std.) -- _Platz_ -- _Ruine

Hassenstein_ (2 Std.) -- _Sonnenberg_ (¾ Std.) -- _Bahnhof_ (½ Std.).

Wanderzeit: 7¼ Std.

Ausgangspunkt: Reitzenhain, Linie Chemnitz--Reitzenhain.

Erzgebirgisches Wanderbuch 148 Ausflüge und Wanderungen in die Umgebung von Chemnitz und das Erzgebirge · 第 10 / 20 段