Teplitzer Landstraße. Die Straße überschreiten und geradeaus den
Fahrweg fort, der durch einen Wegweiser und den Marken des Kammweges
(|_|_|_| blau und gelb-blau) gekennzeichnet ist. Unser Weg führt eben
dahin bis vor zwei Hegerhäuser. Hier, dem Wegweiser nach, rechts
ab, immer den Marken folgend. Wir verlassen den Wald. Wegteilung:
rechts ab. Waldecke abschneiden. Wegteilung: links ab und auf die
Dorfstraße von _Vorderzinnwald_, ein zerstreut liegendes, ärmliches
Kammdorf. Die Straße links aufwärts. Wir kommen am Gasthaus »Sächsische
Schweiz«, an einer Kapelle und am »Gasthaus grüne Wiese« vorüber.
Dahinter Wegteilung. Wir gehen in derselben Richtung weiter immer der
Kammwegsmarkierung nach bis _Hinterzinnwald_.
Ärmliches böhmisches Bergstädtchen mit 1200 Einwohnern;
Gasthäuser: Biliner Bierhalle, Sängergruß, Bergmannsgruß.
Dann, nach Überschreitung der Grenze, _Sächsisch-Zinnwald_.
Kammdorf mit über 300 Einwohnern. Kirche in heimatlicher
Bauweise von Lossow & Kühne. Sommerfrische und
Wintersportplatz. Bergbau auf Zinn, Wismut und Wolfram.
Gasthaus: Sächsischer Reiter. Im benachbarten Georgenfeld der
schön gelegene Lugsteinhof.
Am Gasthaus »Sächsischer Reiter« links weiter nach Georgenfeld. Nun auf
der Landstraße, den blauweißen Marken nachgehend, nach _Altenberg_.
Anmutig in einer Talmulde zwischen dem Kahlen- und dem
Geisingberge 753 ~m~ hoch gelegenes Städtchen mit 1650
Einwohnern. Zinnbergbau wird hier noch betrieben durch
Gewerkschaft »Vereinigt Feld im Zwitterstock bei Altenberg«.
Die größte Grube ist der 233 ~m~ tiefe Römerschacht, in
den man gegen Zahlung von 1 Mark einfahren kann. Karte im
Faktoreigebäude, auch Mineralien kann man hier käuflich
erwerben. Östlich der Stadt die _Große Binge_, die größte
Sachsens. Bei dem anfänglichen Raubbau trug man wenig für die
Sicherheit der Bergleute Sorge. Infolgedessen stürzte am 24.
Januar 1624 das ganze vor der Stadt liegende große Zinnbergwerk
mit furchtbarem Getöse in sich zusammen. Zum Glück befanden
sich nur 24 Bergleute in den Gruben, von denen 19 gerettet
wurden, 4 blieben tot, einer wurde nicht mehr aufgefunden, was
man als Strafe für die Gottlosigkeit des Verschütteten ansah.
Der 60 Fuß hohe Hügel ward zu einem kraterähnlichen Abgrund von
83 ~m~ Tiefe. Die Wände der Binge bestehen aus Granitporphyr
und Zinnzwitter.
Altenberg ist gern besuchte Sommerfrische und Wintersportplatz.
Vom »Alten Amtshaus« aus wandern wir auf schöner Waldstraße, meist
abwärts führend, nach _Kipsdorf_, ein prächtiger Ausklang unserer
Wanderung.
Von hier mit der Bahn über Hainsberg nach Chemnitz zurück.
17. In das Gebiet um Frauenstein.
Das östliche Erzgebirge bietet auch im nördlichen Abhange viel
Gelegenheit zu lohnenden Wanderungen. Von Chemnitz aus sind
die Wanderungen in einem Tage leicht auszuführen, allerdings
muß man am Morgen den erstmöglichen Zug benutzen. Wem 1½ oder
2 Tage zur Verfügung stehen, füllt den ersten Tag mit einer
Wanderung durch den Rabenauer Grund bis Dippoldiswalde oder
Schmiedeberg aus.
~a~) _Schmiedeberg_ -- _Saubachtal_ -- _Ammelsdorf_ (1¼ Std.) --
_Körnermühle_ (20 Min.) -- _Frauenstein_ (1¾ Std.) -- _Ratsmühle_ (20
Min.) -- _Claußnitz_ (1 Std.) -- _Sayda_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 6¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Schmiedeberg, Linie
Hainsberg--Kipsdorf.
Schmiedeberg ist Marktflecken mit 800 Einwohnern. Hüttenwerk, früher
viel Bergbau. Bei der Kirche (von Bähr, dem Erbauer der Frauenkirche
in Dresden 1716 vollendet) rechts über die Brücke die Straße fort.
Durch Niederpöbel bis zum Gasthofe. Hier, bei Kilometerstein 7,3,
teilt sich der Weg. Wir wenden uns rechts, an einem rechts abbiegenden
Fahrweg vorbei, in das waldige _Saubachtal_. Nach ca. 10 Minuten biegt
rechts ein Fahrweg ab (diesen gehen wir nicht!) weiter die Straße.
Der Weg steigt an. Wir überschreiten den Forstmeisterweg. Links ein
Porphyrbruch. Wir kommen zu einer Wegteilung. Geradeaus, den linken Weg
weiter. Wir kommen zu einem Punkte, an dem 5 Wege zusammenlaufen. Wir
gehen den zwischen den Abteilungen 42/35 weiter. Wir verlassen den Wald
und kommen nach _Ammelsdorf_. Vor uns das Frauensteiner Schloß, rechts
von diesem der Turmberg. Rückwärtsblickend sehen wir die Schwarze
Tellkoppe. Bei dem Schulhause Wegteilung: links. Hartmannsdorf wird,
rechts von Frauenstein, sichtbar. Die Straße macht eine große Schleife
nach rechts, die man durch einen links abbiegenden Fußweg abschneidet.
Endlich zur _Körnermühle_ im Tale der Wilden Weißeritz. Mahl- und
Schneidemühle mit Kistenfabrik. Über die Brücke, den Fußweg rechts. Er
führt über Wiese, schneidet einen breiten Fahrweg und geht im Walde
aufwärts. Eine Waldstraße wird überschritten. Hübsche Rückblicke.
Nach Verlassen des Waldes sieht man Frauenstein, rechts dahinter
Freiberg und die Halsbrücker Esse. Unser Weg schneidet die Straße
Hermsdorf--Hartmannsdorf, biegt nach rechts und gleich wieder nach
links. Wir gelangen nach _Reichenau_ auf die Straße. Wegteilung: links
auf die an einem Türmchen erkenntliche Schule zu. Die Straße weiter.
Kurz vor Frauenstein über den mit hübschen Anlagen ausgestatteten
Kuttelberg und endlich nach _Frauenstein_.
Städtchen mit 1300 Einwohnern, 652 ~m~ hoch gelegen. Gern
besuchte Sommerfrische. Interessante Schloßruine, eine der
eindrucksvollsten des ganzen Gebirges, dicht hinter dem
jetzigen Schlosse. In diesem, dem jetzigen Amtsgericht, wohnt
im Erdgeschoß links der Hausmeister, der Führungen durch die
Ruine übernimmt. Vom großen Turme, dem »Dicken Märten« aus,
schöne Aussicht.
Vom Markt bei »Goldener Löwe« die Gasse hinaus. Der Weg teilt sich, wir
gehen rechts die Straße an den Häusern hin, am Schießhause vorüber.
Die Straße macht eine scharfe Biegung nach links, wir gehen jedoch
auf dem schmalen Wege in bisheriger Richtung weiter. Bei hübschen
Blicken immer geradeaus. Der Weg senkt sich und führt ein kurzes Stück
durch den »Hofbusch«. Wir kommen zur _Ratsmühle_, einer Mehl-, Öl-
und Brettschneidemühle mit Gastwirtschaft. Vor derselben noch geht
unser Weg links über den Bach, dann bergan. An der Waldecke biegt
der Fahrweg nach links, wir gehen den Fußweg in bisheriger Richtung
weiter. Wegteilung: Geradefort, den linken Weg über die Höhe. Wir sehen
Obernassau. Auf der Höhe befindet sich ein Gedenkstein: »Andenken an G.
F. Thiers, dessen Leben am 1. Juli 1875 hier ein Blitzstrahl endete.«
Prächtiger Rundblick auf Augustusburg, Haßberg, Keil- und Fichtelberg,
Katharinenberg usw. Wir schneiden einen Fahrweg und wandern den Fußweg
weiter. Der Weg senkt sich. Man trifft auf zwei sich nähernde Fahrwege.
Wir benutzen den rechten. In Niedernassau angekommen, gehen wir nach
rechts, über die Brücke zum Gasthause. Die Straße überschreiten. Dem
Wegweiser »Claußnitz« aufwärts folgen. Beinahe auf der Höhe angelangt,
schneiden wir einen Fahrweg. Wegteilung: rechts. Marschrichtung der
Turm von Sayda. Der Weg geht etwas nach links. Man geht noch 80 bis
85 Schritte auf ihm, dann den Rasenweg rechts abwärts. Unten über
die Brücke, unter der Bahn weg nach _Claußnitz_. Wir kommen an der
Brettmühle vorüber, dann zu einer Felsenkuppe. Die Straße führt über
die Brücke und auf die Landstraße. Diese nach rechts bis »Gasthaus
zum Sächsischen Reiter«. Straße steigt an. Bei Kilometerstein 10,4
ein Rundteil mit einer Steinbank. Blick auf Sayda und Friedebach. Die
Straße macht eine große Schleife. Wir kommen nach _Friedebach_. Durchs
Dorf. Bei Kilometerstein 6,4 gehen nach rechts zwei Wege, von denen wir
den linken benutzen. Bei den Scheunen kommt man nach _Sayda_.
Stadt mit 1500 Einwohnern, 677 ~m~ hoch gelegen. Ein
bemerkenswertes Bauwerk ist die gotische Stadtkirche mit
den als Kunstdenkmälern wertvollen E. v. Schönburgischen
Epitaphien. Burg und Stadt wurden im 30jährigen Kriege völlig
verwüstet. Die Stadt wurde 1842 erneut durch Brand zerstört.
Heute ist Sayda, der prachtvollen nahen Wälder wegen,
starkbesuchte Sommerfrische.
Mit der Bahn über Mulda und Freiberg nach Chemnitz zurück.
~b~) _Klingenberg_ -- _Frauenstein_ (Bahn) -- _Ratsmühle_ (20 Min.) --
_Claußnitz_ (1 Std.) -- _Sayda_ (1½ Std.) -- _Olbernhau_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 4 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Bahnhof Frauenstein. Bis Sayda siehe vorige
Wanderung.
Vom Saydaer Markt die Lange Gasse hinauf. Vor dem Kirchhofe gelangen
wir auf die Heidersdorfer Straße. Zwischen den Scheunen durch nach
rechts. Dahinter Wegteilung: Geradeaus. Nach ca. 20 Minuten erneute
Teilung: den rechten Weg (geradeaus) weiter. Restauration »Zur
Maschine«. Wald, Teich und Ziegelei. Wir kommen nach _Heidersdorf_.
Links, neben dem zweiten Gute, Wegteilung: rechts weiter. Richtung:
Oberneuschönberg. Nach wenigen Minuten Wegteilung: links, dem Wegweiser
folgend. Links sehen wir Niederseiffenbach, Seiffen, darüber Heidelberg
und Böhmisch-Katharinenberg. Links von Seiffen der kahle Schwartenberg.
Der Weg schneidet eine Bodensenkung. Es folgt ein einzelnes Haus. Nun
kommt man in das Forstrevier Pfaffenroda und zu einem vierarmigen
Wegweiser. Zwischen der rechts nach Schönfeld und geradeaus nach
Olbernhau führenden Straße gehen zwei Wege ab, von denen wir den
linken benutzen. Er geht etwas nach rechts, sodann wieder links, durch
Buchenwald an den Abteilungen 68/69 vorüber nach Abteilung 66. Nach ca.
12 Minuten einen querkommenden Weg überschreiten, gleich dahinter kommt
ein zweiter; auf diesem nach rechts. Bald darauf teilt sich der Weg,
wir gehen links. Man schneidet hier den Fußweg, indem man geradeaus
geht. Durch prächtige Buchen und gemischten Waldbestand kommt man auf
einen Querweg, den wir nach links verfolgen. Wir kommen zur Talsohle.
Eine Brücke überschreitet den Bärenbach. Nun den Fahrweg links abwärts.
Wegteilung: auf dem linken Ufer des Baches geradeaus weiter. Bei
Abteilungen 65/64 rechts an einer Brücke vorüber. Rechts folgen Teich
und Wiesen. Links wird der Bruchberg sichtbar. Über den Bach und
bergauf. Den Hügel überschreitend bietet sich uns ein schönes Bild von
Olbernhau und Grünthal mit ihrer waldreichen Umgebung. Wir wandern bis
zum Markt von _Olbernhau_.
Gewerbtätige Stadt mit 10000 Einwohnern, 442 ~m~ hoch gelegen.
Es werden Spielwaren, Haus- und Küchengeräte, Schulartikel
und Zündhölzer hergestellt. Die Stadt liegt schön in dem
von bewaldeten Höhen eingeschlossenen Flöhatal, bedeutende
Sommerfrische.
Mit der Flöhatalbahn über Pockau--Flöha nach Chemnitz zurück.
18. Auf dem östlichen Kammweg ins Natzschungtal.
Ein Ablaufen des ganzen Kammweges ist nicht zu empfehlen, da
er zum größten Teile auf aussichtslosen Waldstraßen läuft
und leicht eintönig wird. Einzelne Stücke zu begehen kann
allerdings nur angeraten werden. Die folgende prächtige
Waldpartie mit dem anschließenden Besuch der schönsten Punkte
in der Umgebung von Olbernhau wird viele Freunde finden. Das
einheitlich durchgeführte Zeichen ist ein vierzinkiger Kamm im
weißen Felde. (|_|_|_|).
_Moldau_ -- _Niklasberger Kreuz_ (¾ Std.) -- _Neustadt_ (½ Std.)
-- _Willersdorf_ -- _Fleyh_ (2 Std.) -- _Göhren_ (1¾ Std.) --
_Bad Einsiedel_ (1¼ Std.) -- _Seiffen_ -- _Olbernhau_ (2 Std.) --
_Bruchberg_ (1 Std.) -- _Sophienstein_ (35 Min.) -- _Stößerfelsen_ (½
Std.) -- _Gabrielahütten_ (½ Std.) -- _Natzschungtal_ -- _Kallich_ --
_Reitzenhain_ (3 Std.).
Ausgangspunkt: Bahnhof Moldau.
Wanderzeit: 2 Tage. Möglichst am Vorabend der Wanderung nach Moldau
fahren. Nur für sehr rüstige Wanderer.
_1. Tag_: Wanderzeit ca. 8 Stunden. Vom Bahnhof Moldau zum Niklasberger
Kreuz wie unter 16 ~c~. Nun den Kammzeichen folgend, beim Wegweiser
rechts. Eine zweite Wegteilung folgt nach wenigen Schritten: links
den Feldweg zum Wald hinauf. Der Weg geht über die Höhe und gewährt
prächtige Blicke. Wir gelangen schließlich nach ca. 20 Minuten auf die
Landstraße und diese folgend nach _Neustadt_ hinauf.
Im Dorfe Wegkreuzung. Wir gehen in derselben Richtung weiter. Dem
Wegweiser »Willersdorf« folgen. Außerdem geben uns Kammzeichen und
blau-weiß-blaue Marken den Weg an. Wir gelangen in den Wald. In
diesem Wegteilung: scharf rechts. Nach Verlassen des Waldes nach
_Willersdorf_. Wir sind im Quellgebiet der Flöha (böhm. Fleyh)
angelangt. Abwärts durch das Dorf, an der Kapelle vorbei. Kurz darauf
Wegteilung: links weiter. Am Walde links hin. Dann auf Feldwegen hinab
nach _Fleyh_.
Reizend gelegenes Dorf mit 540 Einwohnern. Unweit des Dorfes
ist die Quelle der Flöha. Die alte interessante Holzkirche
stammt aus dem Jahre 1653.
Am Gasthof zur Sonne gehen wir links über die Brücke. Straßenteilung:
die Talstraße bis zum Dorfende hinab. Bei der Brettmühle links von der
Talstraße ab. (Man lasse sich nicht von den Entfernungsangaben einer
Wegtafel täuschen!) Durch ein Wildgatter. Der Weg teilt sich, links
weiter. Durch den Wald. Kreuzen eines breiten Wirtschaftsstreifens, der
sogen. Allee. (Auf ihm kämen wir rechts zum Jagdschloß Lichtenwald,
links nach Forsthaus Georgshöhe.) Wieder durch Wildgatter. Immer auf
unserem Weg bleiben! Rechts folgt der recht wasserarme »Schwarze
Teich«. Hier entspringt der Rauschenbach. Nach Austritt aus dem Walde
zum _Forsthaus Göhren_, sehr einsam gelegen. Hier verlassen wir den
Kammweg. Hinter dem Forsthaus scharf rechts, dem Wegweiser folgend,
immer geradeaus auf markiertem Waldweg nach _Bad Einsiedel_.
Kleiner 753 ~m~ hoch gelegener Kurort. Eisen- und
schwefelhaltige Quelle. Kurhaus, Badehaus und
Wirtschaftsgebäude gleichen einem alten Bauernhofe. Die
Lage inmitten der herrlichsten Wälder, die reine Höhenluft
veranlassen viele, den Ort zu klimatischen Kuren zu benutzen.
3 Minuten westlich davon liegt an der Straße, am Waldrand,
das _Kurhaus Heidelberg_. 759 ~m~ hoch. Vielbeanspruchte
Sommerfrische.
Vom Kurhaus Heidelberg, den blau-gelben Marken folgend, die Straße nach
Seiffen hinab. Nach ungefähr 2 Minuten den Feldweg rechts ab. Er führt
am Berghang durch die Häuser von Heidelberg. Am Gasthaus zur Glashütte
vorbei. Dahinter Wegteilung. Dem Wegweiser folgend nach links abwärts.
Unten zwischen zwei Gütern hindurch, immer in derselben Richtung fort
nach _Seiffen_.
Dorf mit 1600 Einwohnern. Sitz der sächsischen
Spielwarenindustrie. Fachschule. Man sehe sich, nachdem man
Erlaubnis erhalten, ein Drehwerk an, z. B. bei Herrn Hermann
Hetze oder Oswald Zeidler. In der Nähe Seiffens die Binge, eine
Erinnerung an den ehemaligen Zinnbergbau.
Die Straße nach Dittersbach schneiden wir halbrechts und folgen dem
Wegweiser Niederseiffenbach. Nach ca. 10 Minuten Wegteilung links,
den rotgelb bezeichneten Spitzbergsteig weiter. Einzelne Häuser von
Niederseiffenbach. Der Weg führt in den Wald bis zu einer vierfachen
Wegteilung. Halblinks steil hinab ins Tal der Flöha. Nun nach
links, am Gasthof vorüber, rechts über die Flöhabrücke, zur Station
_Schweinitzthal_.
Nun die Talstraße nach _Oberneuschönberg_.
Dorf mit 1450 Einwohnern, in nächster Nähe ausgedehnter
Waldungen gelegen, daher gern als Sommerfrische aufgesucht.
Die Talstraße weiter nach _Kupferhammer-Grünthal_.
Dorf mit ca. 500 Einwohnern, 468 ~m~ hoch gelegen. Umfangreiche
Kupfer- und Messingwerke, dem Kommerzienrat Lange-Auerhammer
gehörig. Sie wurden 1491 durch die Gebrüder Allenpeck gegründet
und 1567 vom Kurfürsten August gekauft. In dem fiskalischen
Hammerwerk wurde früher »gesaigert«, d. h. Schwarzkupfer von
dem noch darin befindlichen Silber befreit. Als Peter der
Große auf seiner Karlsbader Reise die Hütte besuchte, setzte
er sich auf einen der großen Zainhämmer und ließ sich auf- und
niederschwingen. Über den zwei Toren befindet sich noch heute
das kurfürstliche Wappen. Heute werden Kupferdrähte, -platten,
-bleche und -legierungen hergestellt. Seitlich der Station das
Dorf Sächsisch-Grünthal mit 420 Einwohnern und dem Kurhaus, in
dem Schwefel-, Eisen- und Moorbäder genommen werden können.
Endlich führt uns die Talstraße nach _Olbernhau_.
Stadt mit 10000 Einwohnern, 442 ~m~ hoch gelegen (Bahnhof
460 ~m~ hoch). Die Industrie erzeugt Spielwaren, Haus- und
Küchengeräte, Schulartikel, Zündhölzer. Früher Olbernhaw
und Albertshain. In einem weiten Talkessel von bewaldeten
Höhen umgeben. Besonders Buchenwaldungen machen die Gegend
überaus anmutig. Übernachtungsgelegenheit: Gerichtsschänke
(Markt), Amtshof (Zöblitzer Straße), Klix (Schülerherberge
des Chemnitzer Erzgebirgsvereins), Opitz (beide an der
Bahnhofstraße).
_2. Tag._ Wanderzeit: 5--6 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Olbernhau.
Erstes Ziel ist der Bruchberg. Von der Tourentafel 252 den Fußweg
rechts hinab. An der alten Glasfabrik vorbei. Den breiten Weg
in Richtung des Bahndammes weiter. Über die Geleise und nach
Leibnitzdörfel, einem Ortsteil von Olbernhau. Tourentafel 251. Den
Bruchbergweg aufwärts. Bei Tourentafel 251 ~a~ rechts. Am Gasthof
»Dörfelmühle« vorbei. Der Weg geht in den Wald. Links ein Teich.
Wegteilung: links weiter. Wir kreuzen einen Bach. Steil hinauf
Schaaldenkmal. Oben kreuzen wir den Königsweg. Buchenwald. Rechts
Flurstein 146. Hier, Abt. 60/61, 64 Wegteilung. Wir gehen links den
angenehmen Weg zum _Bruchberg_.
675 ~m~. Felsgruppe. Stufen führen zum höchsten Punkt.
Prächtige Aussicht ins Olbernhauer Becken, Flöhatal bis
Augustusburg. Im Tale aufwärts sehen wir die Waldungen und
Höhen bei Hirschberg und Bad Einsiedel.
Wir wandern zur letzten Wegteilung zurück und durch den Wald, erst
Buchen, dann Fichten weiter. Überschreiten einen Waldfahrweg. Stein
158. Überschreiten dann einen Fahrweg bei Abteilungen 69/71. Dann
zu Abteilungen 68/69, 71/79. Hier fünffache Wegteilung. Wir gehen
in der alten Richtung weiter, zwischen den Abteilungspfählen 68/79
durch. Der Weg senkt sich. Auf querkommenden Waldweg bei Stein 181,
Abteilungsnummern 67/68, 79/86. Links bis zur Wegteilung, dann rechts
hinab zur Wegkreuzung. Hier rechts weiter zum _Sophienstein_.
Felsbastei, 680 ~m~ hoch. Prächtiges Talbild. Tief unten
Rothenthal, in Grün gebettet das langgestreckte Brandau,
halbrechts auf der Höhe Katharinaberg.
Wir gehen zu den letzten Abteilungspfählen zurück und nun auf dem vom
Olbernhauer Erzgebirgsverein angelegten Vereinssteig weiter. Der schöne
Waldweg bringt uns auf einen Fahrweg; auf diesem nach rechts. Stufen
führen uns links hinab zum _Stößerfelsen_.
Felsplateau, 689 ~m~ hoch, mit Geländer und Unterkunftshütte.
Überaus schönes Landschaftsbild. Tief und einsam das waldige
und felsige Tal der Natzschung, die den Grenzbach zwischen
Sachsen und Böhmen bildet.
Wir wandern nun den Vereinssteig weiter, der uns in Windungen hinab auf
die Talstraße des Natzschungbaches bringt. Wir gehen über eine Brücke
nach _Gabrielahütten_.
Zu Kallich gehörend. Früher Eisenwerk. Gasthaus »Zur Böhm.
Schweiz« wird gern von den Wanderern besucht. Hübscher Garten.
Wegen der schönen Lage auch als Sommerfrische geeignet.
Beim Gasthaus über die Brücke und den blau-gelben Marken nach, die
uns auf der Talstraße im Natzschungtale aufwärts führen. Prächtige
Tallandschaften. Nach ca. ½ Stunde Lauckners Gasthof, zu Rübenau
gehörig, das auf der Höhe liegt. Die Straße weiter zur Neuen Mühle.
Dahinter teilt sich der Weg bei einem Felsblock. Wir gehen links. Nach
kaum 5 Minuten wiederum Wegteilung: links hinab; im Tale aufwärts. In
20 Minuten nach _Kallich_.
Böhmisches Grenzdorf mit 1200 Einwohnern.
Am Gasthof »Post« Wegteilung. Wir gehen rechts über die Brücke, dann
links weiter. Emaillierwerk. Gasthof »Einigkeit«. Hier Wegteilung:
rechts weiter. In einer kurzen halben Stunde sind wir in Natzschung
angelangt. Am Gasthaus »Zum Stern« links. Nach ein paar Schritten
rechts weiter. An der Schule vorüber. Hinauf zum sogen. Kriegwald, zu
Böhmen gehörend. Name stammt jedenfalls aus den Hussitenkriegen. Im
Walde an einem Teiche vorüber und endlich nach Böhmisch-_Reizenhain_.
Dorf mit 260 Einwohnern und dem altbekannten Gasthof Malzhaus.
Die Schwarze Pockau trennt das Dorf von Sächsisch-_Reitzenhain_.
776 ~m~ hoch gelegen, 800 Einwohner. Beliebte Sommerfrische.
Naturheilanstalt von Wansleb, 7 Minuten vom Bahnhof.
Reitzenhain hat neben Oberwiesenthal die niedrigste
Jahrestemperatur und größte Regenmenge. Bahnverbindung über
Marienberg, Pockau-Lengefeld, Flöha nach Chemnitz.
19. Ins Gebiet der Flöha und Pockau.
Die Erzeugnisse dieses Gebietes, die Spielwaren, sind
jedenfalls bekannter als die Gegend selbst. Sehr zu Unrecht,
denn seine herrlichen Täler können auch einen Weitgereisten
befriedigen. Enge, steile Talwände, gewaltige senkrecht
abstürzende Felsmassen geben den Tälern einen wildromantischen
Anstrich. Mächtige Waldbestände locken den die Einsamkeit
Suchenden an. Die Mischung von Laub- und Nadelwald macht
die Gegend noch anziehender. Der Geologe wird den Hirtstein
aufsuchen, der Freund der alten Baukunst und Volkskunde
die alten Kirchen von Großrückerswalde und Lauterbach. Dem
Chemnitzer wird die Neunzehnhainer Talsperre besonders
interessant sein. Die Orte drängen sich nicht so zusammen wie
in anderen Teilen des Gebirges, hier ist das am schwächsten
bevölkerte Gebiet des ganzen Gebirges. Den Naturfreund wird
dies aus verschiedenen Gründen nicht abhalten.
~a~) _Leubsdorf_ -- _Grünhainichen_ (1¼ Std.) -- _Floßmühle_ --
_Reifland_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 2¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Leubsdorf, Station der Linie
Chemnitz--Flöha--Reitzenhain.
Leubsdorf, Dorf mit 2700 Einwohnern, 320 ~m~ hoch gelegen.
Vom Bahnhof hinab zur Flöhabrücke, über dieselbe und links den Fußweg
im Tale aufwärts. Nach ca. 30 Minuten links die Brücke überschreiten,
durch eine Holzschleiferei (rechts halten!) über die Bahn. Der
angenehme Talweg bringt uns weiterhin durch die Grünhainichener
Papierfabrik und nach _Grünhainichen_.
Gewerbefleißiges Dorf mit 2400 Einwohnern, 337 ~m~ hoch
gelegen. Haupthandelsplatz für Spielwaren und Küchengeräte.
Wir überschreiten die Bahngeleise und wandern den Uferweg entlang.
Durch die Schönherrsche Spinnerei. Im Hofe halbrechts. Über die
Bahngeleise. Nach ca. ½ Stunde an ein Bahnwärterhaus. Nun den Fußweg
hinunter, unter dem Viadukt weg, über den Drahtseilsteg. Rechts um
die Holzschleiferei und Mühle. Zur Station Floßmühle (links). Unsern
Uferweg weiter, an noch zwei Holzschleifereien vorüber, der Rotenbach
mündet von links ein. Endlich zum Bahnhof _Reifland_.
Dorf mit 780 Einwohnern, 369 ~m~ hoch gelegen.
Mit der Bahn über Flöha nach Chemnitz zurück.
~b~) _Reifland_ -- _Neunzehnhain_ (1¼ Std.) -- _Waldkirchen_ (1¾ Std.).
Wanderzeit: 3 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Reifland (Linie
Chemnitz--Reitzenhain).
Hierher mit der Bahn oder wie unter ~a~. Vom Bahnhof über die
Flöhabrücke. Den weiß-rot-weißen Marken folgend hinauf nach
_Wünschendorf_. Beim Ausgang des Dorfes Wald. Links zeigt uns ein
Wegweiser einen schönen Waldsteig nach _Neunzehnhain_.
Idyllisch am Lautenbach gelegenes Sommerfrischenörtchen von
felsigen Gneishängen umfaßt, 60 Einwohner zählend. Oberhalb
und unterhalb des Ortes befinden sich die Talsperren zur
Wasserversorgung der Stadt Chemnitz. Die obere Talsperre wird
gebildet durch eine 285 ~m~ lange, 35,5 ~m~ hohe Sperrmauer von
4,5 ~m~ oberer Stärke und soll 3⅓ Mille ~cbm~ Wasser fassen.
Die untere, durch eine 150 ~m~ lange und 17 ~m~ hohe Sperrmauer
von 4 ~m~ obere Stärke gebildet, faßt ½ Mille ~cbm~ Wasser. Das
Stauwasser der oberen wird zur unteren geführt und von hier
unterirdisch durch das Zschopautal zur Einsiedler Talsperre und
von da nach Chemnitz weitergeleitet.
Wir wandern nun vom Gasthaus nach links, dann rechts den gelb-weiß
bezeichneten Schulweg weiter. Nach 4 Minuten durch Wald links hinauf
zur Lengefelder Landstraße. Auf dieser links weiter nach _Börnichen_.
Beim Gasthof rechts die Landstraße weiter nach _Waldkirchen_. Durch das
Dorf zum Bahnhof geht man über ½ Stunde!
Dorf mit 1800 Einwohnern, 316 ~m~ hoch am Hange
des Zschopautales gelegen. Station der Linie
Chemnitz--Annaberg--Weipert.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~c~) _Reifland_ -- _Rauenstein_ -- _Lengefeld_ (¾ Std.) -- _Heinzebank_
(1¾ Std.) -- _Wolkenstein_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 3¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Reifland. (Siehe Wanderung ~a~ und
~b~.)