weiter. Am Bade und an der Sidonienquelle vorüber. Kurz hinter dem
Bade ein Wegweiser »Nach den heiligen Hallen«. Den schmalen Fußweg
rechts ab. Ein Stückchen am Mühlgraben hin. Der Weg macht verschiedene
Bogen. Immer auf dem Wege bleiben, ohne rechts oder links abzugehen!
Rechts etwas höher eine Bank, ca. 90 Schritte dahinter Wegweiser
»Nach der Köhlerhütte«. Links auf dem schmalen Fußweg hinab in den
_Breiten Grund_. Unten eine Bank, ca. 1 Minute im Grunde aufwärts
das _Werther-Denkmal_, erinnert an einem im Duell gefallenen
Forststudenten. Ca. 4 Minuten im Grunde hinab zur _Köhlerhütte_, einem
Meilerplatz mit Ruhebänken. Von hier aus über die kleine Brücke und
dem Wegweiser folgend: »Bellmanns Los«. Der Weg biegt rechts. Nach
kurzer Wanderung bei Grenzstein 113 ~d~ zu _Bellmanns Los_. Bezeichnet
Absturzstelle eines Fuhrmanns dieses Namens. Herrlicher Blick in das
Weißeritztal. 80 ~m~ tiefer Abgrund, daher Vorsicht! Bei der Bank der
höchste Punkt: 366 ~m~ Höhe. Unsern Weg weiter. Über ein Bächlein.
Immer in der Richtung bleiben. Auf den Fahrweg des Tiefen Grundes.
Diesen rechts aufwärts. Wegteilung: Geradeaus, am Bache bleiben.
Nach ca. 3 Minuten erneute Wegteilung, immer in der alten Richtung
fort. Wir kommen in den Grillenburger Forst. Der Weg wird breiter,
Rasenweg. Am Ende desselben fünffache Wegteilung: Fahrweg geradeaus.
Wegweiser »Grillenburg«. Nach zirka 2 Minuten zur _Warnsdorfer Quelle_.
Diese ist in Sandstein gefaßt, bringt in 1 Minute 300 ~l~ Wasser.
Wegweiser »Grillenburg« folgen. Der Fahrweg führt schnurgerade durch
die Grillenburger Heide. Nach ½ Stunde den Wald verlassend zum Dorf
_Grillenburg_. Gasthaus und Jagdschloß.
Aus dem Gasthof »Zum Jagdschloß« tretend rechts. Wegteilung mit
Wegsäule. Links in Richtung Klingenberg ab. Die Straße bringt uns in ¾
Stunde direkt nach _Klingenberg_.
Station Klingenberg-Colmnitz der Linie Dresden--Chemnitz.
~e~) _Tharandt_ -- _Bellmanns Los_ -- _Tiefer Grund_ -- _Katzentreppen_
-- _Unverhofft Glück_ -- _Edle Krone_.
Wanderzeit: 2¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Tharandt.
Bis Bellmanns Los wie unter 15 ~d~. Nun rechts den Bellmanns Los-Weg in
den Tiefen Grund. Diesen rechts weiter bis zum Markgrafenweg, der bei
der dreifachen Wegteilung links abgeht. Von diesem auf den Stallweg,
am Pferdestall vorüber und die _Katzentreppe_ hinab zum Gasthaus
»Unverhofft Glück«. Durch die Restauration, über die Weißeritzbrücke
nach _Edle Krone_.
Station der Linie Dresden--Chemnitz.
16. In die Weißeritztäler.
Zu den landschaftlich schönsten Tälern des Erzgebirges gehören
die der Roten und Wilden Weißeritz. Wegen ihrer Enge sind sie
von großen Besiedelungen fast freigeblieben, auch die Industrie
hat hier keine Stätte gefunden, dagegen haben sie ihren
prächtigen Wald fast unversehrt erhalten. Das Tal der Wilden
Weißeritz wurde im vorigen Abschnitt zu Wanderungen empfohlen.
Die Rote Weißeritz durchbraust im Unterlaufe den vielbesuchten
Rabenauer Grund. Das Gebiet des Oberlaufes ist durch die
Orte Kipsdorf, Bärenfels und Bärenburg zum vornehmsten
Sommerfrischengebiet des ganzen Gebirges geworden.
Von Chemnitz aus kann das Gebiet, wenigstens der Rabenauer
Grund, im Rahmen einer Tageswanderung besucht werden, immerhin
ist aber zu empfehlen, am Abend vorher die lange Eisenbahnfahrt
von Chemnitz nach Hainsberg zu erledigen.
~a~) _Hainsberg_ -- _Rabenauer Grund_ -- _Rabenauer Mühle_ (1¾ Std.)
-- _Rabenau_ (½ Std.) -- _Spechtritzmühle_ (¾ Std.) -- _Spechtritz_
(¼ Std.) -- _Borlas_ (35 Min.) -- _Tal der Wilden Weißeritz_ --
_Annaplatz_ -- _Johannahöhe_ -- _Unverhofft Glück_ -- _Edle Krone_ (1¼
Std.).
Wanderzeit: 5--5½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Hainsberg. Linie Chemnitz--Dresden.
Nach Verlassen des Bahnhofes rechts die Straße aufwärts zum Gasthof.
Nun links auf der Brücke die Weißeritz überschreiten. Auf die Rabenauer
Straße. Auf dieser ca. 8 Minuten lang wandern. Dann auf einem Fußweg
weiter in bisheriger Richtung an der Weißeritz fort. Er mündet bei
der Haltestelle Coßmannsdorf wieder auf die Straße. Nun links an der
Bahn entlang, über die Rote Weißeritz und an dem linken Ufer weiter.
Wir wandern an der Klamm, einer romantischen Schlucht, vorüber.
Unter der ersten Eisenbrücke hindurch, an dem Elektrizitätswerk
vorbei. Immer auf dem linken Ufer der Roten Weißeritz. Der Weg ist
schattig und folgt jeder Krümmung des Flusses. Fort und fort werden
wir durch reizende Blicke gefesselt. Wir wandern durch die zweite
Eisenbahnbrücke. Oben zeigt sich eine Felsgruppe, die Einsiedler
Höhe. Vor der vierten Eisenbahnbrücke kann man eine Kletterpartie
rechts hinauf zur Einsiedlerhöhe unternehmen. Endlich zur _Rabenauer
Mühle_. Holzschleiferei und Gasthaus, prächtig gelegen. Nun auf den
äußerst anmutigen _Friedens_weg. Über die Eisenbahn in das Tal der
Ölsa. Nicht über die Brücke, sondern den ersten Fußweg nach links
aufwärts. Es folgt ein Wegweiser »Rabenau-Bahnhof«. Hier nach links
zum Bismarckplatz. Prächtig liegt Rabenau und der Rabenauer Grund vor
uns. Hier beginnt der vom Gebirgsverein angelegte Friedensweg, der
am Abhange des Rabenauer Grundes hinführt. Nach reichlich ¼ Stunde
die »Weiße Bank« mit prächtigem Ausblick. Dann zum »Brautbett« und
»Predigtstuhl«. Wieder zurück etwa 1 Minute. Hier führt ein Weg links
ab, an drei Häusern vorbei auf die Straße. Diese rechts wandern, weiter
links einige Stufen hinauf zur 353 ~m~ hohen _König Albert-Höhe_ auf
dem Galgenberg. Herrliche Aussicht. Restauration. Nun hinab zu dem nahe
gelegenen _Rabenau_.
Landschaftlich ungemein reizvoll gelegenes Städtchen mit 3200
Einwohnern, auf einem hohen Bergrücken liegend (356 ~m~).
Wird schon 1235 als Besitzung des Herrn v. Rabenau erwähnt.
Später ging es in Besitz der Burggrafen von Dohna über. Seit
1300 Stadt. 1402 kam Rabenau nach Vertreibung der Dohnas in
den Besitz der Meißner Markgrafen. Das Schloß, auf dessen
Grund sich die Stuhlfabrik erhebt, wurde im 30jährigen Kriege
zerstört. Die Hauptindustrie besteht in Sitzmöbel-Fabrikation
mit den davon abhängigen Drechslereien und Polierereien.
Außerdem werden auch photographische Apparate hergestellt.
Nun wieder hinab in westlicher Richtung in einer Viertelstunde zur
Rabenauer Mühle. Von hier am Mühlgraben hin im herrlichen romantischen
Tale auf einem Pfad, der brausenden Weißeritz entgegen zu einer
Steinbrücke. Über diese nach links zur _Spechtritzmühle_.
Bei der Steinbrücke schlagen wir den Weg rechts nach dem Dorfe
_Spechtritz_ ein. Dieses durchwandern wir. Nach Verlassen des Dorfes
auf einer querkommenden Straße etwas nach links, dann rechts in der
alten Richtung weiter über die Höhe nach dem Dorfe _Borlas_. Die
Dorfstraße aufwärts. Am Ende des Dorfes rechts hinan. Auf der Höhe
die sogenannte Butterstraße kreuzen und abwärts -- immer in der alten
Richtung bleiben! -- auf die Straße Höckendorf--Edle Krone. Diese ca.
8 Minuten nach rechts. Dann links ab über den _Annaplatz_ und die
_Johannahöhe_ mit schönen Ausblicken in das Tal der Wilden Weißeritz,
das wir in der Nähe des Gasthauses »Unverhofft Glück« erreichen. Von
hier zum Bahnhof Edle Krone.
~b~) _Hainsberg_ -- _Rabenauer Grund_ -- _Rabenauer Mühle_ (1¾ Std.) --
_Rabenau_ (½ Std.) -- _Spechtritzmühle_ (¾ Std.) -- _Seifersdorf_ (¾
Std.) -- _Dippoldiswalder Heide_ (½ Std.) -- _Einsiedlerstein_ (¼ Std.)
-- _Johannaturm_ (¾ Std.) -- _Dippoldiswalde_ (¾ Std.) -- _Kipsdorf_
(Bahnfahrt) -- _Bärenfels_ -- _Schellerhau_ -- _Rehefeld_ (3 Std.) --
_Niklasberger Kreuz_ -- _Niklasberg_ (1½ Std.) -- _Warteck_ (½ Std.) --
_Moldau_ (2 Std.).
Wanderzeit: 2 Tage.
Ausgangspunkt: Bahnhof Hainsberg.
_1. Tag_: Bis zur Spechtritzmühle wie unter ~a~.
Vom Bahnhof dem Wegweiser folgend rechts im Tale der Roten Weißeritz
aufwärts. Eine wunderschöne Wanderung. Der Weg wird von kleinen
Felswänden, dem Flusse und dem Bahndamm besäumt. Wir gelangen zur
Station Seifersdorf. Beim Bahnrestaurant die Stufen hinab, über
das Geleise, dann über die Brücke, die Straße hinauf. Auf der Höhe
angekommen, Wegkreuzung. Wir gehen rechts in den Wald. Von der
Waldecke wandern wir ca. 250 Schritte, dann links von der Straße ab.
Dem Wegweiser folgen »Nach der Barbara-Kapelle«. Rasenweg, an der
Fahrstraße hin. An einer Kiefer ein sichtbares weißes ~B~. Hier gehen
wir nach links. Nachdem wir wenige Schritte abwärts gegangen sind,
wiederum ein ~B~. Nun rechts zur _Barbara-Kapelle_.
Die Ruine ist der Rest einer in früheren Jahrhunderten
vielbesuchten Wallfahrtskirche. Ein wundertätiges Bild der
heiligen Barbara und eine heilkräftige Quelle neben dem
Kirchlein lockten viele fromme Hilfsbedürftige hierher. Am Ende
des 16. Jahrhunderts wurde die Kapelle auf Befehl des Bischofs
v. Maltitz zu Meißen zerstört, weil der Geistliche, der die
Gnadenstätte betreute, zur lutherischen Lehre übergetreten war.
Wir stellen uns außen mit dem Rücken gegen das Fenster. Unser Weg führt
geradeaus über den Bach, etwas rechts halten. Der Weg ist am Anfang
schlecht zu erkennen, wird aber nach und nach deutlicher. Nur wenige
Schritte, dann auf die querkommende Schneise nach rechts. Wir gehen
den schnurgeraden Schneisenweg durch die »Dippoldiswalder Haide«, wie
der Wald ortstümlich genannt wird. An Abteilungsnummern 68/69, sowie
63/64 vorüber. Über eine Straße. Bei Abteilung 63/64 geradeaus. Weg
geht bergab. Über einen Bach und hinauf zu dem schon jetzt sichtbaren
_Einsiedlerstein_.
355,2 ~m~ hoch gelegene mächtige Sandsteingruppe. Hier soll
einst der sagenhafte Gründer Dippoldiswaldes, der Eremit
Dippold, gehaust haben. Auf der Spitze die Reste einer Kapelle.
Wir stellen uns so, daß wir die Felsgruppe im Rücken haben und wählen
die Fahrstraße nach links, den sogenannten Malterweg. Nach ca. 15
Minuten Wegsäule an einer Straßenkreuzung. Nun etwa 40 Schritte in
der alten Richtung weiter, dann den Fußweg links ab. Einen Fahrweg
überschreiten. Dann nach etwa 5 Minuten auf einen Fahrweg in der
bisherigen Richtung. Diesem folgen. Zum Hochbehälter der Wasserleitung
von Dippoldiswalde. Dahinter Wegteilung: links den breiten Weg. Dieser
führt erst am Waldrande hinauf, dann wieder in den Wald. In der
Richtung bleiben, nicht rechts oder links abgehen. Nach Austritt aus
dem Walde den Fahrweg links. Dippoldiswalde wird im Tale sichtbar.
Vor uns der Luchberg. Rechts Erholungsheim Dippoldishöhe. An den
Steinbrüchen vorbei. Unmittelbar dahinter zum _Johannaturm_. 425 ~m~ ü.
M. Der Turm ist 20 ~m~ hoch und bietet sehr schöne Aussicht. Vom Turm
nach der Landstraße. Auf dieser nach _Dippoldiswalde_ hinab.
Im Felde rechts bemerkt man das Tartarengrab, ein Rasenhügel
mit einer Säule. Grabmal eines tartarischen Prinzen, der im
7jährigen Kriege als österreichischer Ulanenoffizier hier fiel.
Dippoldiswalde, eine gewerbefleißige Stadt von 3900 Einwohnern,
356 ~m~ hoch gelegen. Sitz der Deutschen Müllerschule. Die
Industrie erzeugt Strohhüte, Holzwaren, Pappe, Metall- und
Zementwaren. Der Ort hat viel unter Kriegsnöten gelitten, sich
jedoch stets wieder erholt. In früheren Jahrhunderten wichtige
Grenzfeste mit regem Silberbergbau. Die 1150 im romanischen
Stile erbaute Nikolaikirche ist turmlos. Auffallend sind die
steinernen Betsäulen an den Eingängen zur Stadt. Der Beachtung
wert ist auch das altertümliche Rathaus mit Schmuckgiebel,
Wappen derer von Maltitz, sowie an beiden Ecken nach dem Markte
die Standbilder der Jungfrau Maria und des heiligen Laurentius.
Im Rathause das Altertumsmuseum des Gebirgsvereins.
Übernachtung je nach den Ansprüchen in Hotel Stadt Dresden,
Sonne, Goldner Stern, Roter Hirsch, Bahnhofshotel.
_2. Tag_: Mit dem ersten Morgenzug Bahnfahrt nach _Kipsdorf_.
Dorf mit 450 Einwohnern, 539 ~m~ hoch gelegen. Mit seinen
Nachbarorten Bärenfels und Bärenburg hat sich Kipsdorf infolge
seiner geschützten Lage inmitten prächtiger Waldungen zu einer
stark besuchten Sommerfrische entwickelt, die auch verwöhnten
Ansprüchen zu genügen vermag. Auch als Luftkurort, der sich
bis 750 ~m~ Höhe erstreckt, wird Kipsdorf gern gebraucht.
Neuerdings auch als Wintersportplatz beliebt. 1913 waren über
10000 Gäste hier. Zahlreiche Gasthöfe und Pensionen.
Vom Bahnhof im Tale aufwärts zum Hotel Halali. Rechts weiter über die
Rote Weißeritz auf einer Holzbrücke. Dann links den Bahnhofssteig
hinauf nach _Bärenfels_.
2 ~km~ von Kipsdorf entfernt, 750 ~m~ hoch gelegen.
Oben in Bärenfels Rechtsbiegung der Straße und bald darauf Wegteilung
bei einem Wegweiser. Wir gehen links, die sogenannte Böhmische Straße.
Im Anfang Wald und Häuser von Bärenfels. Der Weg steigt fortwährend an,
führt durch Wiese und bringt uns nach _Schellerhau_.
In der ganzen Dorfanlage mit seinen weit verstreuten Häusern
ein echtes Erzgebirgsdorf. 762 ~m~ hoch. Altertümliche Kirche.
Sommerfrische. Nordwestlich des Dorfes ist der Bärenfelser
Spitzberg zu sehen.
Die Straße ohne links oder rechts abzugehen immer auf den Wald zu.
In diesem immer in derselben Richtung weiterwandern bis auf die
querkommende Straße nach Altenberg. Bei Stein 5,1 teilt sich der Weg
mehrfach. Wir folgen dem Wegweiser »Rehefeld«, nach rechts. Auf der
schönen Straße wandern wir bis Kilometerstein 3,0. Nun achtgeben!
Unweit des Steines geht rechts ein schmaler Weg, mit Wegweiser
»Rehefeld« bezeichnet, ab. Auf diesem wandern wir bis zum »Gasthaus
Rehefeld«. Wir sind auf der Straße angelangt und wandern auf dieser
nach links durch das Dorf _Rehefeld-Zaunhaus_.
Anmutig im Tale der Wilden Weißeritz zerstreut gelegenes
Dorf mit einem Jagdschloß des ehemaligen Königs. Es wurde
1869 im Schwarzwälder Stil erbaut. Königin Karola bescherte
Baupläne und Projekt ihrem Gemahl als Weihnachtsgeschenk. Die
Einrichtung des Schlößchens ist einfach aber behaglich. Die
Kapelle entstand 1879.
Wir wandern die Straße aufwärts. Hinter dem letzten Hause über
eine Brücke. Immer die breite Straße weiter, zur Rechten die Wilde
Weißeritz. Vor uns einzelne Häuser von Kalkofen. Unsere Straße gelangt
an ein Wildgatter. Am Zaune nach rechts weiter. Wir kommen zum Gasthaus
»Schanknahrung« und zum Forsthaus Kalkofen. Hinter ersterem ein Kreuz.
Dort über den Bach. Von diesem gehen wir ca. 100 Schritte bis zu einem
rechts abgehenden, blau-weiß-blau bezeichneten Weg. Diesen weiter
gehend erst über Wiese, dann durch Wald bis zu einem Holzweg (etwas
zerfahren). In der bisherigen Richtung weiter, über eine Brücke und
zur Brettschneidemühle Löwe. An dieser links vorüber. Die Weißeritz
überschreiten. Die Straße aufwärts. Auf eine querkommende Straße.
Diese nach links bis zum Wegweiser »Nach Kalkofen«. Geradefort zum
_Niklasberger Kreuz_. Herrliche Ausblicke in das Niklasberger Tal. Bei
der mehrfachen Wegteilung geradeaus, beim Kreuze vorüber und auf dem
Fußweg hinab nach _Niklasberg_, Station und Stadt.
540 ~m~ hoch gelegenes Bergstädtchen (Station 718 ~m~) mit 600
Einwohnern. Bergbau ist nahezu erloschen. Gasthaus, Rathaus.
_Aufstieg zum Warteck._ Vom Markte 25 Min.
Prächtiger Aussichtspunkt, 743 ~m~ hoch gelegen. Herrlicher
Blick auf den Erzgebirgshang und auf das böhmische
Mittelgebirge, besonders auf den Milleschauer und den Teplitzer
Kessel. Von der Bahn Klostergrab--Moldau sieht man drei
übereinander liegende Abteilungen.
An Kirche und Schule links vorbei. Hinter der Kirche links hinauf,
ca. 2 Minuten, dann nach rechts. Vor dem letzten Hause nach links in
Richtung des Bahntunnels. Diesen durchgehen und steil hinauf nach dem
Hochwald. Durch diesen und halbrechts hinauf zum Aussichtsgerüste des
Wartecks.
Von der Station (½ Std.): Über die Geleise und ihnen rechts nach. Ein
Wegweiser ist weithin sichtbar »Aufstieg zum Warteck 1,5 ~km~«. Den
blauweißen Markierungen nach. Der Weg trifft mit dem oben beschriebenen
nach dem Bahntunnel zusammen. Steil hinauf. Durch das Hochwaldstück,
vor dem niedrigen Wald halbrechts hinauf zum Aussichtsgerüst.
Zurück zum Markt. Dann auf der Straße nach _Neustadt_, einem 300
Einwohner zählenden Dorfe. Nun hin auf schöner Landstraße nach Bahnhof
_Moldau_. Nach einer Stärkung im »Fischerhaus« oder »Tourist« fährt man
über Bienenmühle nach Freiberg und von da nach Chemnitz zurück.
Rüstige Fußgänger können die Wanderung durch einen Besuch des »Stürmer«
erweitern. Die Wanderzeit von Niklasberg nach Moldau würde dann 2¼
Stunde betragen. Der Blick ist ähnlich wie der vom Warteck. Vom Markt
in Niklasberg auf der Hüttengrundstraße bis zum Ende des Städtchens,
dann rechts einen Weg ab, der im großen Bogen auf den 869 ~m~ hohen
bewaldeten Stürmer führt. Dann nach Neustadt und auf der Straße nach
Bahnhof Moldau.
~c~) _Moldau_ -- _Niklasberger Kreuz_ (1¼ Std.) -- _Eichwald_ (1¼ Std.)
-- _Teplitz_ (Straßenbahn) -- _Mariaschein_ (Bahn) -- _Mückentürmchen_
(1½ Std.) -- _Zinnwald_ (2¼ Std.) -- _Altenberg_ (1 Std.) -- _Kipsdorf_
(2¼ Std.).
Wanderzeit: 2 Tage.
Ausgangspunkt: Bahnhof Moldau. Hierher mit der Bahn über
Freiberg--Bienenmühle. Bahnfahrt möglichst schon am
Vorabend.
_1. Tag_: Vom Bahnhof Moldau rechts hinauf zum Gasthaus Fischerhaus.
Von hier nach links aufwärts zum Kasernengebäude der österreichischen
Zoll- und Bahnbeamten. Hier sogleich nach links und den Waldfahrweg.
Über die Bahn. Am Waldrande rechts hin, allmählig dem Oberlauf der
Wilden Weißeritz entgegen. Links sehen wir das Forsthaus Kalkofen.
Der Wald tritt später rechts etwas zurück. Rechts zwei einzelne
Fichten. Nun links ein Fahrweg nach Kalkofen und Rehefeld, dann rechts
ein Fußweg nach Station Neustadt; gleich darauf zeigt ein Wegweiser
den Fahrweg nach Kalkofen. Nun geradefort, auf dem rechten Hang des
Weißeritztales hinauf zum _Niklasberger Kreuz_. Herrliche Blicke
in das Niklasberger Tal und das böhmische Mittelgebirge. Vierfache
Wegteilung. Geradeaus am Kreuz vorüber steil den Fußweg hinab nach
_Niklasberg_. Wir gehen jedoch nicht bis ins Städtchen selbst, sondern
nach kurzer Wanderung nach links zu einem zweiten Kreuze an der Straße.
An diesem vorüber und auf prächtiger Waldstraße fort. Endlich über die
Bahngeleise und zum Bahnhof _Eichwald_ (570 ~m~ hoch).
Zum Dorf gelangt man in 25 Minuten, abwärts wandernd. Eichwald
ist bekannter Waldkurort und wird auch von Wintersportlern viel
aufgesucht.
Bis Teplitz benutzt man am besten die elektrische Straßenbahn,
da man zu Fuß zwei Stunden gut zu gehen hat und der Weg durch
das Braunkohlengebiet bei Zuckmantel sehr staubig ist. Die
Endstation der Straßenbahn liegt in Ober-Eichwald. Man fährt durch
Nieder-Eichwald--Tischau--Zuckmantel--Weißkirchlitz--Turn. Fahrzeit ¾
Stunde. Man steigt auf dem Markt aus.
_Teplitz-Schönau_, berühmter Kurort, im Bielatale 230 ~m~ hoch
gelegen. Geschützte Lage zwischen Erz- und Mittelgebirge.
27000 Einwohner. Der Sage nach entdeckten Hirten im Jahre
762 die warmen Quellen (~tepla voda~ = warmes Wasser). Heute
wird das Wasser zu Bade- und Trinkkuren gebraucht. Der Besuch
ist im Juli--August am lebhaftesten. Nachtlager nehmen die
Chemnitzer gern in den Gasthöfen »Zum Tiroler« und »Anker«,
beide am Markt gelegen. Wir benutzen die übrige Zeit des Tages
zu einem Rundgang. Vom Markt der Straßenbahn nach, links durch
die Waisenhausgasse zum Schulplatz mit den Schulgebäuden. Vor
uns das nach dem König Friedrich Wilhelm III. von Preußen
benannte Friedrich-Wilhelms-Spital, von den Söhnen des Fürsten
für Teplitzer Arme gestiftet. Von dem Denkmal rechts nach der
Bahnhofstraße. Diese überschreiten. Zur Elisabethstraße zur
evangelischen Kirche, 1861--64 im Basilikastil erbaut. Von der
nördlichen Vorhalle aus hübscher Blick auf das Erzgebirge.
Rechts auf der Elisabethstraße die Synagoge, 1882 im maurischen
Renaissancestil errichtet. Nun in die Lindenstraße. Diese
rechts in den Seume-Park mit dem Grabstein des »Spaziergängers
nach Syrakus«. Der Dichter Joh. Gottfr. Seume starb 1810 in
Teplitz. Eine Büste ward ihm 1895 gesetzt. Durch die Promenaden
gehen wir zur Terrasse, am unteren Ende der Lindenstraße
gelegen. Hier betrachtet man den Kurgarten. Empfehlenswert ist
von hier aus die Wanderung nach dem Schloßberg. Wanderzeit ¾
Stunde. Wir verfolgen die Lindenstraße bis zum Ende. Zwischen
Stein- und Stephansbad durchgehen. Schlangenbadstraße und
eine Lindenallee, die Fortsetzung der ersteren. Auf einem
Promenadenweg endlich hinauf zum _Schloßberg_.
392 ~m~ hoch, aus Phonolith bestehend. An Stelle der Ruinen des
1655 zerstörten Schlosses ist ein Neubau im Ritterburgenstil
errichtet worden. Darin befindet sich ein gutes Gasthaus.
Prächtige Rundsicht: Süden: Milleschauer. Südwesten: Borschen.
Norden: Erzgebirge von Klostergrab bis zu den Höhen bei
Nollendorf im Nordosten.
_2. Tag_: Mit der Aussig-Teplitzer Bahn nach Mariaschein fahren.
Weg zum Bahnhof: Vom Markt zum Schulplatz, der Straßenbahn nach zur
Meißener- und bis zur Giselastraße. Links der Bahnhof. Fahrzeit ¼
Stunde. Vom Bahnhof Mariaschein links den ersten Fußweg hinauf nach dem
Orte.
_Mariaschein_, ein altberühmter Wallfahrtsort, am Fuße des
Erzgebirges. 3000 Einwohner. Jesuitenkloster. Umfangreiche
Klosterkirche. In der Mitte des Hochaltars unter Glas ein
wundertätiges Marienbild, eine 12 ~cm~ hohe Tonfigur. Die
Legende erzählt, ein Mädchen sei zwischen Mariaschein und
Graupen von einer Schlange gebissen worden. Auf ihren Hilferuf
erschien Maria in Form eines Madonnenbildes, das eine Nonne vor
den Hussiten in einer nahen Linde verborgen hatte. Die Bürger
von Graupen trugen das Bild im Triumph nach ihrer Stadtkirche,
aber dreimal kehrte das Bild im Dunkel der Nacht nach der Linde
zurück. Man baute nun an der Stelle eine Kapelle, die dem Bilde
als Wohnort angenehm war. Die Kirche ist von Linden umgeben. Um
sie führt ein Kreuzgang mit 8 Kapellen und 35 Beichtstühlen.
Wir wandern an der Kirche nach links auf direkter Fahrstraße in ¼
Stunde nach _Graupen_.
Altes Bergstädtchen 318 ~m~ hoch in einer Bergschlucht gelegen.
1904 brannte ein großer Teil des Ortes ab. 3600 Einwohner. In
der Stadtkirche die »heilige Stiege«, 28 Marmorstufen, die von
den Gläubigen nur knieend erklommen werden. Über der Stadt die
Rosenburg und die Wilhelmshöhe.
Die Straße hinauf durch das Städtchen. Fußwege kürzen die Kurven
der Straßen erheblich ab. Man kommt nach Ober-Graupen. Hinter dem
letzten Hause ist man auf der Straße angelangt. Bald hat man das
»Gasthaus Mückenberg« erreicht, von wo man in einigen Minuten zum
_Mückentürmchen_ gelangt.
808 ~m~ hoch. Turm hat eine Höhe von 17 ~m~. Daneben Gasthaus.
Wolfgangskapelle am Fuße des Turmes. Hier wird jedes Jahr
im Juli ein Volksfest, das St. Wolfgangsfest, gefeiert.
Der Bergbau ist erloschen. Die Aussicht ist überwältigend,
besonders auf das Teplitzer Tal und das böhmische
Mittelgebirge. Auch die Lausitzer Berge vom Jeschken bis zur
Lausche sind sichtbar. Zur Erläuterung der Aussicht erwerbe man
sich eine Ansichtskarte, die alle sichtbaren Punkte angibt:
Süden: Teplitz und Schloßberg, rechts darüber der Borschen
(einem liegenden Löwen vergleichbar). Milleschauer, links davon
der Kletschen, davon links der doppelgipflige Lobosch. Zwischen
dem Milleschauer (Donnersberg) und dem spitzen Kletschen die
Hasenburg, an den 2 Türmen erkenntlich. Südosten: Aussig, (tief
im Tale), dahinter der Radobyl bei Leitmeritz, links davon
der Gletschberg, links der spitze Kleis und der Jeschken.
Osten: Die Kämme des Iser-, Riesen- und Lausitzer Gebirges.
Norden: Im Vordergrund der hier wenig reizvolle Erzgebirgskamm,
darüber hinaus Dresden und die Gegend um Pillnitz. Nordosten:
Sattelberg, in nächster Nähe. Dahinter der Valtenberg.
Westen: der steile Südabfall des Erzgebirges mit dem waldigen
Wieselstein. In größerer Entfernung dahinter der Fichtelberg.