_Schloßmühle_ hinab.) Wir gehen rechts weiter zum Konzertplatz. Hier
finden in den Sommermonaten regelmäßig Sonntags- und Mittwochs-Konzerte
statt. Weiter zum Schwanenteich, mit 2 Fontänen und chinesischem
Schwanenhäuschen. Wir gelangen weiter zum Kastanienstück, inmitten
eine antike Vase mit Steinbänken. Drei schmale Lichtungen (Durchhaue)
bieten prächtige Aussicht. Dann zum »Englischen Stück«. Hübsche
terrassenförmige Gartenanlage. Zuletzt bei den antiken Vasen das
Parkende. Wir gehen einige Schritte vom Ende zurück und die Stufen
hinab, links; dann rechts weiter zu den beiden Pavillons mit den
Wasserkünsten hinab. Sieben Fontänen, die mittelste der »König« genannt
und wasserspeiende Krokodile.
Die Wasserkünste spielen in der Regel an den Konzerttagen,
gegen besondere Bezahlung werden sie auch an anderen Tagen in
Tätigkeit gesetzt.
Nachdem man von den Pavillons schöne Blicke ins Zschopautal genossen
hat -- man verglich die Lage Lichtenwaldes mit der des Heidelberger
Schlosses -- gehen wir nach links, den schmalen Weg an der Mauer hin,
10 Stufen hinunter zum »Pilz«. Erneut schöner Ausblick ins Tal. Die
Stufen wieder hinauf, nach links zurück und den Weg nach rechts, nun
nach links zu einer Statue »Der gefesselte Flußgott«. Wir stellen uns
mit dem Rücken gegen die Statue und wandern geradeaus wieder zurück zu
dem Rundteil mit der Vase (Kastanienstück) und zum Konzertplatz.
~b~) _Hilbersdorf_ -- _Ebersdorf_ (1 Std.) -- _Brettmühle_ (½ Std.) --
_Lichtenwalde_ (25 Min.).
Wanderzeit: ca. 2 Std.
Ausgangspunkt: Haltestelle Margaretenstraße der Straßenbahn
Altes Theater-Hilbersdorf.
Ecke Margaretenstraße verlassen wir die Straßenbahn. Nun die Zeppelin-
oder Frankenberger Straße weiter, unter der Eisenbahnbrücke hinweg bis
zum Gasthaus »Drei Rosen«. Nun die Landstraße allmählig ansteigend
weiter bis zum Stadtteil Neu-Ebersdorf. Wegteilung: rechts weiter. Am
Gasthof Ebersdorf vorbei. Links eine stattliche Linde. Hier verlassen
wir die Landstraße nach links. Ein Bauernweg führt uns hinter den
Gütern weg. Links ein Fußsteig hinab zur Dorfstraße von _Ebersdorf_.
Diese rechts weiter. An der Schule vorbei. Endlich kommen wir zur
Kirche, weitbekannt wegen ihrer Geschichte und Bauweise.
Ebersdorf, eine sehr alte Niederlassung, gewöhnlich Stift
Ebersdorf genannt, war schon frühzeitig durch ein wundertätiges
Marienbild zu einem besuchten Wallfahrtsorte geworden und
besaß eine reichgeschmückte Kirche und eine Marienkapelle.
Das Stift sieht noch heute recht stattlich aus. Die Lage
auf der Anhöhe, das stattliche Pfarrhaus, das Tor mit dem
Torturm, der turmartige Bau der ehemaligen Marienkapelle, die
Kirche mit ihrem hochaufragenden Dache und Turme machen noch
immer einen stattlichen Eindruck. Die ganze Kirchstätte war
früher mit Befestigungen versehen, von denen jetzt noch Reste
vorhanden sind. Der Altarplatz, von einem einfachen, aber guten
Kreuzgewölbe überspannt, hegt ein kunstvolles Altarwerk.
Figuren und Bilder stammen aus dem Jahre 1513. Kanzel und
Glasmalereien sind neueren Datums. Das Grabmal des kühnen
Springers Dietrich von Harras ist unter der nördlichen Empore
zu finden. Darüber an der Decke ein hölzernes Hufeisen mit der
Jahreszahl 1499. Dieses soll das vergoldete, schmiedeeiserne
ersetzen, das der Ritter nach Ausführung des kühnen Sprunges
zum Danke gegen die Heiligen hier aufhängen ließ. Das Original
ist gestohlen worden. Unter einem kleinen Kapellenanbau an der
Nordseite eine Gruft mit steinernen und zinnernen Sarkophagen
und Särgen von Mitgliedern der gräflich Watzdorfschen Familie,
die im 17. Jahrhundert das Schloß Lichtenwalde besaß. Unter
dem Orgelchor das bekannte Goldschiffchen. Die Sage erzählt,
daß ein Ritter, vom Kreuzzuge heimkehrend, auf dem Meere in
Lebensgefahr geriet. In der Todesnot gelobte er, der heiligen
Maria in der Kirche zu Ebersdorf ein Schiffchen voll Gold zu
stiften. Die Heilige half, und der Ritter Wolf von Lichtenwalde
löste sein Gelübde ein. In der Kirche werden auch die
Überbleibsel der Kleider der Prinzen Ernst und Albrecht, sowie
des Köhlers aufbewahrt, die bei dem bekannten Prinzenraub 1455
eine Rolle spielten.
In einer empfehlenswerten Schrift »Die Stiftskirche zu
Ebersdorf« von Lehrer Kretzschmar-Ebersdorf (Preis 40 Pfg.)
erfährt man Weiteres über die interessante Stätte.
Die Besichtigung der Kirche ist fortwährend gestattet. Ein
kleiner Betrag ist an den Kirchner zu entrichten.
Von der Kirche gehen wir die Dorfstraße weiter abwärts, an den
Friedenseichen vorüber. Haus Nr. 39 (links) ist das Geburtshaus des
1892 in Dresden gestorbenen Orgelmeisters Karl August Fischer.
Wir gelangen schließlich auf die Chemnitz-Frankenberger Landstraße.
Diese links abwärts in 2 Minuten zur _Brettmühle_ (287 ~m~ hoch
gelegen). Früher Sägemühle, jetzt Gasthaus. Aus dem Hause tretend links
um die Ecke, hinab, durch das Gehöft und über die Brücke. Prächtige
Wiesenflächen von Gebüsch umrahmt, die _Tännichtwiesen_ genannt.
Nach ca. 20 Minuten wieder bergan zur Schäferei des Rittergutes
Lichtenwalde. Gleich hinter der Schäferei auf die Dorfstraße. Bei der
Wegkreuzung kann man entweder rechts die Straße aufwärts zum Schloß und
Park wandern oder man bleibt in derselben Richtung und geht am Bache
abwärts, durch einen wunderschönen, leider kurzen Grund zur Schloßmühle
und von dieser hinauf zum Parke. Wanderung im Park siehe 9 ~a~.
~c~) _Niederwiesa_ -- _Schloß Lichtenwalde_.
Wanderzeit: 1 Std. 10 Min.
Ausgangspunkt: Bahnhof Niederwiesa. Hierher mit der Bahn.
Weg 1: Aus dem Bahnhof tretend einige Schritte nach links. Dann bei der
Tafel »Brauhof« rechts ab zur Braunsdorfer Straße. Nun links bis zum
Wegweiser »Abwärts im Walde«. Hinter der Brücke sogleich rechts. Links
etwas verborgen im Walde das Friedrich-Denkmal, errichtet 1803 von der
Gräfin Augusta Vitzthum von Eckstädt zur Erinnerung an glückliches
Familienleben. Nun zum Hofewiesenweg an der Zschopau hin. Hinter der
zweiten kleinen Brücke links Promenadenweg zum Park empor. (Wegtafel).
Weiteres siehe 9 ~a~.
Weg 2: Vom Bahnhof in der Richtung auf die Kirche nach links. Bei der
Straßenkreuzung Richtung Chemnitz einschlagen. Durch den Viadukt. Zum
Gasthaus Oberwiesa. Bei der Straßenteilung rechts fort. Rechts über
die Bahnbrücke. Wir wandern immer auf der Landstraße. An einem großen
Teiche vorüber, der vom Zapfenbache durchflossen wird. Bei Stein 1,8
halbrechts von der Landstraße ab. Ein hübscher von Lärchen eingefaßter
Weg führt uns rechts weiter. Der Weg senkt sich und bringt uns in den
Wald. In diesen hinab, durchqueren eine Wiese, die Hofewiese. Uferweg
an der Zschopau bis zur Schloßmühle oder rechts zum Park empor.
~d~) _Braunsdorf_ -- _Lichtenwalde_.
Wanderzeit: ¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Braunsdorf. Hierher mit der Bahn.
Sehr bequeme Fußgänger wählen meist diese Tour. Braunsdorf liegt
267 ~m~ hoch und wird auch als Sommerfrische gern benutzt (Hotel
und Restaurant Haus Flechsig). Von dort über die Zschopaubrücke
(Brückengeld 3 Pfg.). An der Mühle vorbei und hinauf zum Schlosse.
Rückwege.
~e~) _Schloßmühle_ -- _Harraseiche_ (10 Min.) -- _Gunnersdorf_ (¾
Std.) -- _Thümers Kiefern_ (½ Std.) -- _Harrasfelsen_ (¼ Std.) --
_Braunsdorf_ (20 Min.)
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Schloßmühle Lichtenwalde.
Von der Mühle den Fußweg am Mühlgraben abwärts. Der prächtige Uferweg
bringt uns in 10 Minuten zur _Harraseiche_.
Ein mächtiger Baumriese von 7 ~m~ Umfang, zum Umspannen sind
fünf erwachsene Personen nötig. Das Alter wird auf 500 Jahre
geschätzt. Daneben das Harras-Denkmal mit dem Wappen des
Ritters und der Inschrift: »Ritter von Harras, dem tapferen
Springer«. An dieser Stelle soll er nach dem kühnen gräßlichen
Sprung in die Zschopau gelandet sein. Gegenüber des Flusses
droht der Harrasfelsen, von denen der Sprung erfolgte. Hier
stand auch Körner und ließ sich von dem lebendigen Eindruck
der Stätte der Sage zu der bekannten Ballade begeistern. Eine
liebliche Wiese von Laubbäumen umgeben, rahmt Eiche und Denkmal
ein.
Wir wandern unseren Fußweg weiter runter, immer am rechten Zschopauufer
hin. Links von uns liegt Ortelsdorf. Nach halbstündiger Wanderung über
die Ortelsdorfer Brücke nach _Gunnersdorf_. Gewerbfleißiger Vorort
von Frankenberg. An der Brauerei vorüber zu Nerges Gasthaus. Nun
um die Hausecke, geradeaus. Nach ca. 3 Minuten bei der Wegkreuzung
rechts weiter. Wegweiser »Lichtenwalde-Braunsdorf«. Immer auf dem Wege
bleiben. Beim Bahnwärterhaus über die Bahn. Dahinter sofort rechts.
Immer in der Richtung des Bahndammes bleiben. Links ein Steinbruch,
rechts Bahndurchgang. Der ziemlich breite Fußweg führt in 3 Minuten
an Feld; an diesem hingehen, dann die Stufen hinauf in den Wald. 20
Schritte hinter einem Grenzstein rechts ab zu den nahen _Thümers
Kiefern_. Hübsche Aussicht von diesem Rundteil mit Tischen und Bänken.
Nun 4 Stufen hinauf, dann rechts ab auf unseren früheren Fußweg. Diesen
nach rechts. Der Weg senkt sich und biegt nach links. Bei dem Steine
97 (rechts) noch ungefähr 1 Minute gehen, dann scharf nach rechts. Weg
senkt sich wieder, bis zu einer Bank. Dahinter rechts hinab zum Gipfel
des _Harrasfelsens_ oder Hausteins. Prachtvoller Blick ins Zschopautal,
auf die Lichtenwalder Mühle und das Schloß, rechts Gunnersdorf und
links desselben Niederlichtenau. Ein hohes eisernes Kreuz prangt auf
der Höhe. Inschrift: »Dem Sänger und Helden Theodor Körner. Von den
Bewohnern von Frankenberg zur Erinnerung an den 26. August 1863.«
(50jähr. Todestag Körners).
Die Sage berichtet über den Ort: Ritter Harras war mit seinen
Knappen vom Schlosse Lichtenwalde zur Fehde ausgezogen. Doch
seine Mannen unterlagen. Der Ritter sprengte durch Wald und
Dickicht, um seinen Verfolgern zu entgehen. Da steht er
plötzlich auf dem Haustein und erblickt gegenüber seine Burg.
Die furchtbare Tiefe des Zschopautals trennt ihn von seinem
sicheren Hort. Da spornt er das widerstrebende Roß und setzt
hinab in die Fluten, das Roß versinkt zerschmettert, aber der
Ritter erreicht wohlbehalten das rettende Ufer. Die Sage hat
jedenfalls ihre Quelle im germanischen Mythos: »Wotan läßt sich
im Sturmmantel auf die Erde nieder.« Die Sage wiederholt sich
an verschiedenen Orten: Roßtrappe, Ludwig der Springer usw.
Vom Kreuz wandern wir ca. 2 Minuten zurück, den Stufenweg hinab ins
Tal. Ueber den Bach, durch den Bahndurchgang und am Ufer der Zschopau
aufwärts. An der Lichtenwalder Brücke vorüber, immer in derselben
Richtung bleibend zum Bahnhof Braunsdorf.
~f~) _Schloßmühle_ -- _Harrasfelsen_ (½ Std.) -- _Gunnersdorf_ (½ Std.)
-- _Frankenberg_ (1 Std.).
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Schloßmühle Lichtenwalde.
Von der Mühle über die Zschopaubrücke aufs rechte Ufer. Die Bahn
entlang, durch Gebüsche bis zur Bahnüberführung. Durch diese hindurch
und steil hinauf zum _Harrasfelsen_ (siehe 9 ~e~).
Die Bahn durchtunnelt den Felsen. Der Eingang des Tunnels
wurde am Abend des 14. Dezember 1913 durch einen Felssturz
verschüttet und brachte einen durchfahrenden Zug zur
Entgleisung, wobei 8 Menschen ihr Leben verloren.
Vom Harrassprung dem Wegweiser folgend hinab zur Staatsstraße in
Gunnersdorf. Man hält sich am besten etwas links. Von Gunnersdorf in
ca. 1 Stunde nach Frankenberg und mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
Über Frankenberg siehe Wanderung 10.
~g~) _Harrasfelsen_ -- _Altenhainer Mühle_ -- _Flöha_.
Wanderzeit: 1 Std. 10 Min.
Ausgangspunkt: Harrasfelsen. Hierher wie in vorigen
Wandervorschlägen.
Vom Felsen hinunter in den Grund, über das Bächlein und links auf
den Altenhainer Weg. Er führt uns durch buschigen Wiesengrund nach
Altenhain. Gegenüber dem getürmten Schulhaus den Fußweg rechts ab durch
ein Bauerngut; hinter demselben an den rechts umbiegenden Fahrweg den
Fußweg links ab. (Er führt auf ein hochgelegenes Gut zu, das aber
links liegen bleibt.) Schöner Blick von der Höhe aus auf Lichtenwalde,
die Ebersdorfer Kirche und Ebersdorf, Ober- und Niederlichtenau,
Gunnersdorf und Frankenberg. Hinter Ebersdorf der Beutenberg mit Turm.
An einem Gebüsch vorüber, das die Altenhainer Höhe bekrönt. (Trigonom.
Station 355 ~m~ ü. d. O.) Nach Ueberschreiten der Kuppe tut sich
prächtige Aussicht auf Augustusburg auf. Man schneidet einen Fahrweg.
(Links ein Porphyrsteinbruch). Auf dem Fußweg den bewaldeten Hang hinab
auf die Talstraße. Zschopauwehr. Sie führt uns nach links auf die
Frankenberg-Flöhaer Landstraße. Kurz vor der Kirche rechts ab, in 20
Minuten zum Bahnhof Flöha.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~h~) _Schloßmühle_ -- _Braunsdorf_ -- _Finkenmühle_ -- _Flöha_.
Wanderzeit: 1¼ Std.
Ausgangspunkt: Schloßmühle Lichtenwalde.
Von der Schloßmühle über die Zschopaubrücke nach Station _Braunsdorf_.
Die Bahn überschreiten durch Dorf Braunsdorf bis zur Mühle. Durch den
Mühlhof am Zschopauhang hin. Zur Finkenmühle. Am Sandsteinbruch vorbei
nach Flöha. Zum Bahnhof am Anfang des Dorfes noch ca. ½ Std.
~i~) _Schloßmühle_ -- _Braunsdorf_.
Wanderzeit: ¼ Std.
Von der Schloßmühle über die Zschopaubrücke und rechts weiter direkt
zur Station Braunsdorf.
~k~) _Schloßmühle_ -- _Landsknechtswinkel_ -- _Hofewiese_ --
_Niederwiesa_.
Wanderzeit: 1 Std.
Ausgangspunkt: Schloßmühle.
Schöner Uferweg am Zuflußgraben hin, am Wehr vorüber. Über eine Brücke.
Hier mündet ein Waldbach, der den Landsknechtswinkel, einen reizenden
Waldgrund, bildet. Weiter zur Hofewiese, von Wald umsäumt. Unser
Weg führt immer an der Zschopau hin. Wegteilung. (Rechts führt ein
vielbegangener Weg quer durch die Wiese, dann im Walde aufwärts, über
die Höhe zur Ebersdorf-Niederwiesaer Landstraße und auf dieser abwärts
nach Niederwiesa).
Schöner ist es, wenn wir den Hofewiesenweg weiter gehen. Er führt uns
bald in den Wald. Schöner Fichtenbestand Der Weg steigt, fällt und
führt dann wieder eben dahin. Ein schmaler Fußsteig bringt uns rechts
zum Friedrichsdenkmal (siehe 9 ~c~). Der Weg biegt nun nach rechts und
führt uns am Zapfenbach aufwärts.
Links ein Denkstein: O. v. T. 1818: 12. März 1898. Erinnert
an Otto von Tschirschky, den Schwiegervater des gegenwärtigen
Besitzers von Lichtenwalde.
Nach ca. 5 Minuten auf einen querkommenden Fahrweg. Nun links über die
Augustabrücke. Der Weg geht bergauf, verläßt den Wald und erreicht
nach knapp 5 Minuten den Kommunikationsweg Braunsdorf--Niederwiesa.
Auf diesem nach rechts. In _Niederwiesa_ angekommen links die König
Albert-Straße abwärts. Über die Brücke und die Dorfstraße, geradeaus,
hinaus zur Landstraße und zum Bahnhof.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
10. Durchs untere Freiberger Muldental nach Leisnig.
Diese Wanderung führt in eine von der Natur überaus
reichgesegnete Gegend. Besonders zur Zeit der _Baumblüte_
ist der Name eines Naturparadieses berechtigt. Neben den
landschaftlichen Schönheiten wirken auch historische
Erinnerungen ungemein anziehend.
Um Anschlußschwierigkeiten auf der Bahn zu entgehen, fährt man
bis Limmritz, Station der Linie Chemnitz--Döbeln.
_Limmritz_ -- _Westewitz_ (45 Min.) -- _Hochweitzschen_ (20 Min.) --
_Klosterbuch_ (40 Min.) -- _Maylust_ (40 Min.) -- _Forstgarten_ (30
Min.) -- _Schießstände_ (20 Min.) -- _Leisnig_ (40 Min.).
Wanderzeit: ca. 4 Stunden.
Ausgangspunkt: Haltestelle Limmritz.
Vom Bahnhof aus rechts nach _Technitz_. An Kirche und Schule vorüber
und dann den Fußweg nach Westewitz. Nun auf dem Kirchsteig oder
dem Fahrweg nach _Hochweitzschen_. Heilstätte für Epileptische.
Die schmucken Häuser der Anstalt liegen vereinzelt im Walde. Zum
Durchwandern des prächtigen Parkes bedarf man der Erlaubnis der
Direktion der Landesanstalt. Durch den Park hinab zum _Scheergrund_.
Hübsch gelegen an der Mulde. Nun durch prächtigen Buchenwald nach
_Klosterbuch_.
Kloster Buch wurde 1192 von Heinrich I., dem ersten
kaiserlichen Burggrafen von Leisnig, als Cistercienserkloster
gegründet. Es galt als eins der reichsten im weiten Umkreis,
bis es 1526 eingezogen wurde. Die umfangreiche Bibliothek
befindet sich jetzt im Besitze der Universität Leipzig und im
Staatsarchiv zu Dresden. Die Nutznießung des Klostergeländes
erhielt die Fürstenschule zu Grimma. Gegenwärtig ist der Staat
Besitzer. Vom Kloster steht noch ein ziemlicher Teil der
Ringmauer. Die Kapelle ward 1873 erneuert, es findet monatlich
Gottesdienst hier statt. Dicht dabei liegt das kleine Dorf
Klosterbuch, das in seiner idyllischen Einsamkeit mit dem
Waldhügel Maylust einen überaus reizvollen Eindruck macht.
In bisheriger Richtung die Straße durchs Dorf zur Klosterschenke.
Hübscher Garten. Hinter der großen Dampfmahlmühle die imposante
steinerne Muldenbrücke überschreiten, sofort den Fußweg links hinab auf
den Fahrweg, der uns bergauf führt. Nach 10 Minuten stößt man bei einem
Wettindenkmal (Fichtenanpflanzung, die Buchstaben ~A. C.~ darstellend,
zur Erinnerung an die 800jährige Jubelfeier des Hauses Wettin) auf
einen breiten Weg, diesen nach links, an einem links abzweigenden Wege
vorüber, zur Sommerschenke (die nur Sonntags im Betrieb ist), der
_Maylust_, dem nach dem Oberförster May benannten Bergwalde.
Dicht hinter der Schenke über das Rundteil und die Stufen hinab, zum
»Dach«, einer offenen Schutzhütte und über die nächsten Stufen hinab
zum »Runden Tisch«. Reizender Blick auf Klosterbuch, das auf einer von
der Mulde umflossenen Halbinsel liegt, sowie auf Leisnig.
Wenige Schritte rechts zur »Quelle« (Steintrog), gleich darauf
Wegteilung: links nach »Müllers Blick« an einer alten Eiche; hier
ist der Blick nach Klosterbuch noch schöner, da die Brücke und die
schroffen Felsen des linken Muldenufers mit zu übersehen sind.
Nun zurück zum »Dach« und den rechts am Abhange hinführenden
Promenadenweg. An Ruheplätzen, Gedenktafeln und Ausblicken vorüber bis
zum Fahrweg. Diesen nach rechts bis zum Wettindenkmal. Wegkreuzung:
geradeaus. Nach 2 Minuten bei einer herrlichen Doppelbuche auf eine
breite Waldstraße, diese ein paar Schritte weiter. Wegteilung: links
abwärts. Nach ca. 4 Minuten im Tale auf eine Straße, diese nach
rechts am _Forstgarten_ (Baumschule) vorüber. Über eine Steinbrücke,
zu einer Wegsäule. Dieser gegenüber zwei Fußwege. Wir wählen den
nächstliegenden, ansteigenden. Auf eine Straße. Diese nach rechts.
Wegteilung: rechts. Gleich darauf erneute Teilung: links. Schönes Tal
mit prächtigen Eichen. Die Straße weiter zur Schießstandwache des
179. Regiments. Hier den Fußweg rechts weiter. Nach 4 Minuten den
Schießstand schneiden. Gleich darauf über eine kleine Brücke des Münch-
oder Koppenhölzchenbaches; der Weg führt über Felder den Berg hinan.
Wegsäule. 1 Minute dahinter Wegteilung: links hinauf, Blick auf die
Minkwitzer Windmühle. Wegteilung: geradeaus. Weiter bis auf den Markt
von _Leisnig_.
Die 8100 Einwohner zählende Stadt ist malerisch auf einer
ziemlich steilen Anhöhe um die alte Burg Mildenstein
gruppiert. Leisnig gehört zu den landschaftlich schönsten
Städten Sachsens. Auch die geschichtlichen Erinnerungen sind
interessant. Ursprünglich eine sorbische Niederlassung,
soll der Mildenstein, oder Muldenstein, von Heinrich I. als
Grenzveste gegen die Slawen eingerichtet worden sein. Seit 1081
gehörte Leisnig den Grafen von Groitzsch. 1157 kaufte es Kaiser
Friedrich I. und setzte hier Burggrafen ein, die die Burg an
Meißen überließen. Burg und Stadt haben durch Kriege viel
gelitten, besonders durch die Schweden im 30jährigen Kriege.
Auch unter Bränden hatte die Stadt zu leiden, erhob sich aber
schön und stattlich aus allen Verwüstungen. In der neueren Zeit
rege Industrie, in erster Linie Tuchmacherei und Stuhlbauerei.
Dem Rathause gegenüber Haus Nr. 150 mit Wappen über der Türe
und Inschrift: »Hier ward 1495 Peter Apian geboren. Sein
Name errettete am 22. April 1547 Leisnig vor Einäscherung.«
Folgender Vorgang liegt zu Grunde: Peter Apianus, eigentlich
von Bienewitz oder Bennewitz, war ein berühmter Astronom, er
starb 1552 als Professor in Ingolstadt. Er war Lehrer Kaiser
Karl V. gewesen. Dieser kam während des Schmalkaldischen
Krieges durch Leisnig, dessen Bürger sich durch Mißhandlung
kaiserlicher Soldaten verhaßt gemacht hatten. Karl V. gab
Befehl, die Stadt zu plündern und einzuäschern. Da erfuhr er,
daß Leisnig der Geburtsort des Apianus sei und nahm den Befehl
zurück. Die Gasse hinab zur sehenswerten Matthäikirche. Am
Kirchplatze Haus 295, altes Schulhaus, mit der Inschrifttafel:
»Hier lebte und wirkte Carl Ferdinand Adam als Kantor und
Musikdirektor«. Ihm verdanken wir die gefühlsinnigen Lieder
»Abend wird es wieder« und »Wie könnt ich dein vergessen«.
(Sein gegenwärtiger Nachfolger ist der bekannte Komponist
Franziskus Nagler.)
Rechts von diesem Gebäude die Superintendentur, das älteste Haus von
Leisnig, 1405 gebaut. Nun links, an der Kirche vorbei, die Kirchgasse
hinab und am Ende derselben die Schloßgasse rechts ab, dann links
am Burglehn hin; rechts die Villa Mirus mit wundervollem Park, der
auch den Fremden zugänglich ist. Sein Besuch ist unbedingt anzuraten.
Prächtige Bäume, Baulichkeiten, reizende Ausblicke. Wir besuchen erst
die Ruine (aus Trümmerstücken des Klosters Buch erbaut), dann den
Turm, die malerische Rittertreppe, das Schweizerhaus. Nun den oberen
Weg links am Berge hin, an der Mauer entlang zum »Einsiedler«. Von
hier aufwärts und durch den in den Felsen gehauenen Tunnel. Den Park
verlassend rechts am Burglehn hin zum Schloß _Mildenstein_. Über die
Auffahrt, durch zwei Tore auf den Hof. Schöner Blick vom Altan. Auf dem
Burghofe eine über 300 Jahre alte Linde. Die Räume des Schlosses dienen
dem Amtsgericht. In den unteren ist das Altertumsmuseum untergebracht.
Von der Plattform des alten »Runden Turmes« schöne Aussicht. Zum
Markte zurück und zum Bahnhof. Über Döbeln nach Chemnitz zurück.
Rüstige Fußgänger können die Wanderung noch bis Colditz an der
Zwickauer Mulde fortsetzen. An den Schießständen links vorbei, über
Meuselwitz, Zschirla. Durch den Tiergartenwald nach Zschadraß und
Colditz.
Wanderzeit: 2½ Std.
Rückfahrt: Von Colditz über Wechselburg nach Chemnitz.
11. Ins untere Zschopautal.
Das prächtige, zwischen Waldheim und Flöha liegende Stück Erde
wird seiner vielen Reize wegen gern aufgesucht. Geologisch
rechnet man es zum sächsischen Mittelgebirge, nur der Süden
gehört der Erzgebirgsformation an. Der Geolog findet manche
seltene Gesteinsart, wie z. B. die Blöcke von Cordieritgneis
in und um Mittweida. Bis in die 90er Jahre wurde in Schönborn
Silberbergbau getrieben. Auch der Botaniker und Naturfreund
kommen auf ihre Rechnung. Ebenso fehlt die Romantik der
Ritterburgen nicht. Wem mehrere Wandertage zur Verfügung
stehen, versäume nicht, das ganze Zschopautal von Waldheim bis
zur Quelle auf dem Fichtelberge zu begehen. In wirksamster
Steigerung vom Lieblichen bis zum Erhabenen, ausgestattet mit
Burgen und Schlössern, Wald und Felsen, reizenden Dörfern und
blühenden Städten, tritt ihm herrliche Tallandschaft entgegen.
Wir beschäftigen uns zunächst mit dem unteren Zschopautal. Der
Anordnung unseres Buches wegen kommt das obere Zschopautal an
einer späteren Stelle.
~a~) _Oberlichtenau_ -- _Brettmühle_ -- _Lichtenwalde_ -- _Ortelsdorfer
Brücke_ -- _Frankenberg_ -- _Lützelhöhe_ -- _Lützeltal_ --
_Fischerschenke_ -- _Bruhmsteig_ -- _Dreiwerden_ -- _Mittweida_.
Wanderzeit: 5--6 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Oberlichtenau, Linie
Chemnitz--Döbeln.
Vom Bahnhof bis zu dem an der Chemnitzer Straße gelegenen Gasthof.
Die Chemnitzer Straße bis zur _Brettmühle_. Von hier Fahrweg bis
_Lichtenwalde_. (Wanderung 9.) Zur Schloßmühle hinab und zur
_Harraseiche_. Nun den Fußweg weiter am rechten Ufer der Zschopau. Nach
½ Stunde zur _Ortelsdorfer Brücke_. Auf der Chaussee nach _Frankenberg_.