Stadt mit 13500 Einwohnern, 289 ~m~ hoch in einer von der

Zschopau gebildeten fruchtbaren Aue gelegen, anmutige Umgebung.

Frankenberg und Schloß Sachsenburg wurden im 9. und 10.

Jahrhundert von eingewanderten Deutschen gegründet. Der bald

betriebene Bergbau zog viele Kolonisten an. Nach Erlöschen

des Bergbaues kam die Weberei auf. Noch heute bedeutende

Fabriken in Seide, Wolle und Baumwolle. Die Steinersche

Reformbettenfabrik ist weitberühmt. Außerdem gegen 50

Zigarrenfabriken. Hübscher Friedenspark.

Am Bahnhof der Tafel »Nach der Lützelhöhe« folgend. Promenadenweg

rechts am Bahndamme hin, immer der Fernsprechleitung nach. Links das

Seminar. Die Bahn nach ca. 5 Minuten überschreiten und dem Wegweiser

»Lützeltal« nach links folgen. Nach wenigen Minuten im Lützeltal,

ein Wald- und Wiesental mit parkähnlichen Anlagen, Ruhebänken,

Aussichtspunkten usw. Nach Eintritt in den Wald Wegteilung: den

Promenadenweg links hinab. Erneute Wegteilung: geradeaus. Nach

1 Minute wieder Wegteilung: geradeaus. Rechts kleiner Teich mit

Springbrunnen. Denkmal König Alberts. Wegteilung: links hinab und

Promenadenweg am Wasser hinauf. Zuletzt durch ein Tor, links Laube

und Rundteil. Nun rechts die Stufen hinauf. Durch den Strohtempel.

In 5 Minuten »Gasthaus _Lützelhöhe_«. Hübsche Aussicht. Nun zurück

zum Strohtempel, 10 Stufen hinab, dann rechts. Wegteilung: links ins

Tal hinab. Über eine Holzbrücke und hinauf zum Emilientempel. (Auch

Alberthöhe genannt.) Hübsche Ausblicke. Durch den Tempel hindurch, den

Fußweg zu einem kleinen Aussichtstempel. Von diesem auf unserem Weg

zurück und in der alten Richtung auf dem Talweg hinab. Dem Wegweiser

»Jägerlaube, Sachsenburg« rechts folgend. Unter der Bahn hinweg, dann

links, an der Bahn hin bis zur Jägerlaube. Nun den Fußweg weiter

abwärts bis zum Fahrweg. Diesen rechts nur ein paar Schritte, dann auf

den Dittersbacher Kommunikationsweg, der unseren Weg aufnimmt. Eine

kurze Minute auf ihm nach links, die Frankenberg-Hainicher Landstraße

überschreiten und den schmalen Fahrweg bergauf. Durch Wald und an

Felder, den Weg rechts weiter. Wegteilung: Geradeaus den schmalen Weg

durch die Fichten. Auf einen Fahrweg. Diesen ca. 2 Minuten nach links

und dann rechts den Birkenweg weiter. Der Wegweiser zeigt uns die

Richtung »Fischerschenke«. Über einen Bach und auf Fahrweg. Diesen

einige Schritte links, dann rechts über die Holzbrücke. Den Fahrweg

kreuzen, über die Brücke eines Baches, dann links den Berg hinan. Unser

Weg nimmt weiter oben die Richtung nach rechts. Nach Verlassen des

Waldes kommen wir zum _Schloß Sachsenburg_.

Das alte Schloß war schon 1282 im Besitze der Familie von

Schönberg. 1609 kaufte es Kurfürst Johann Georg I. Das

gegenwärtige Gebäude stammt aus dem Jahre 1488. Es dient als

Korrektionsanstalt für jugendliche Verbrecher und ist zu

Besichtigungen nicht zugänglich.

Bei der an der Dampfesse erkenntlichen Brennerei Wegbiegung. Wir

bleiben in der Richtung, in der wir kommen und gehen am Nebengebäude

den schmalen Weg den Schloßberg hinab zur _Fischerschenke_.

Ein sehr altes Gasthaus, schon 1498 urkundlich erwähnt.

Vom Garten der Fischerschenke links, geradeaus durch die Mühle, aber

nicht links über die Brücke, sondern geradeaus. Am Mühlgraben abwärts.

Weg steigt und fällt. Immer dicht an der Zschopau abwärts. Bei der

Wegteilung ist es gleichgültig, welchen Weg wir wählen, da sich beide

Wege wieder vereinigen. Endlich zum Wehr von Schlenzigs Pappenfabrik.

Wer in der am anderen Ufer liegenden Krumbacher Wasserschenke einkehren

will, muß klingeln, um sich übersetzen zu lassen.

Wir wandern am rechten Ufer weiter abwärts. Der Weg führt Stufen auf

und ab, verengt und erweitert sich. Er trägt den Namen _Bruhmsteig_,

nach dem Oberförster Bruhm in Frankenberg, der sich seiner angenommen

hat. Immer am Ufer hin. Rechts ein vermauerter Stolleneingang.

Verlassene Silberbergwerke Schönborn. Erze wurden auf unserem Wege nach

Dreiwerden befördert. Durch Tunnel und durch hübsche Felspartien nach

_Dreiwerden_. Weidmüllersche Papierfabrik und Holzschleiferei, sowie

Gasthaus.

Nach Mittweida sind zwei Wege möglich. 1. Weg am _rechten_ Ufer: Die

Talstraße in der alten Richtung weiter zur Floßschänke. Dann rechts

auf der Höhe die Zschopenburg, eine künstliche Ruine, zu der von der

Talstraße ein Aufstieg emporführt. Wir halten uns oben nun rechts und

gehen bis Neudörfchen. Hier wieder hinab zur Talstraße. Beim Gasthof

die Brücke überschreiten. Wenige Schritte dahinter rechts den Fußweg

ab zum »Eingang in den Stadtpark«. Herrliche Naturanlage. Durch das

Tor, ein Stückchen bergan und dann den ersten Promenadenweg rechts.

Dieser führt durch die herrlichen Laubholzanlagen zu schönen Ausblicken

und endlich zu der mit Mittweida eng verbundenen Vorstadt Rößgen. Am

Gasthof auf die Talstraße. Links. Durch die Waldheimer Straße zum Markt.

2. Weg am _linken_ Ufer: Ueber die Zschopaubrücke, dann ein Stückchen

aufwärts. Rechts führt nun ein Treppenweg im Walde aufwärts, den wir

einschlagen. Er führt uns zur Zschopaubrücke in Neudörfchen und zum

Eingang des Stadtparkes. Weiter wie Weg 1 auf den Markt von _Mittweida_.

Betriebsame Stadt mit 18000 Einwohnern, die schon im 10.

Jahrhundert bestanden haben soll. Slaven, Franken und Sachsen

haben sich nacheinander hier angesiedelt. In ältester

Zeit viel Bergbau. In verschiedenen Kriegen hatte die

Stadt schwer zu leiden. Erst in der zweiten Hälfte des 19.

Jahrhunderts Aufschwung. Das weltberühmte Technikum wurde

gegründet. Industrie entwickelte sich, vorherrschend Weberei.

Mittweida ist Geburtsort des Theologen H. Gottlieb Tzschirner

(1778--1828) und des Bildhauers Joh. Schilling, Schöpfer des

Niederwalddenkmals und der Tageszeiten auf dem Königsplatz in

Chemnitz (Abgüsse davon auf der Brühlschen Terrasse in Dresden).

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~b~) _Ottendorf_ -- _Wasserschenke Krumbach_ (1 Std.) -- _Zschöpchen_

-- _Neusorge_ (40 Min.) -- _Jungfernsprung_ (40 Min.) -- _Neudörfchen_

-- _Stadtpark_ (40 Min.) -- _Mittweida_ (20 Min.).

Wanderzeit: 3 Std. 20 Min.

Ausgangspunkt: Bahnhof Ottendorf der Linie Chemnitz--Riesa.

Über die Bahnbrücke, den Fußweg geradeaus, durch das Dorf. An der

Kirche vorüber. Unten auf die breite Chemnitz-Mittweidaer Landstraße.

Diese biegt rechts über eine Brücke, wir folgen ihr nicht! Gehen links

die Dorfstraße hinab nach _Krumbach_. Am Gasthof vorüber. Wegteilung:

rechts den Fahrweg hinan. Nach wenigen Minuten, bei den zwei kleinen

Teichen, Wegteilung: links weiter, über die Höhe ins waldige Tal

der Zschopau. Nach wenigen Minuten auf dem Talweg nach links. Zu

Schlenzigs Pappenfabrik, daneben die _Wasserschenke_. Ländliches,

idyllisches Gasthaus. Nun den Talweg weiter, immer dem Flusse nach.

Der Weg steigt an und verläßt das Tal. Durch etwas Wald und Wiesen.

Über eine Bachbrücke. Der Fußweg führt uns den Berg hinan zu dem

hochgelegenen Dorf _Zschöpchen_. Der Weg geht wieder ins Tal hinab.

Unten Wegkreuzung: Wir bleiben in der alten Richtung und wandern an der

Parkmauer des Rittergutes _Neusorge_ hinauf. Das Gut befindet sich im

Besitze der Familie von Carlowitz auf Oberschöna und ist verpachtet.

Wir gehen unter einer Brücke hinweg. Unser Weg biegt links. Toreingang

zum Gut mit Wappen verziert. Rechts durch die Pappelallee. An deren

Ende Wegteilung: in der Richtung bleiben. Zum Gasthof Neusorge. Der

Weg senkt sich. Wegteilung: Rechts am Walde entlang. In den Wald.

Hinab ins Zschopautal. Wir sehen im Tale Dreiwerden. Über eine Brücke.

Wir kommen zum Flußwehr. Nun links die Treppen hinauf in den Wald.

Wegteilung: rechts. Wiederum Treppenweg und auf einen Fahrweg. Diesen

rechts hinab. Nach wenigen Minuten Waldblöße mit hohen Buchen und

Eichen. Bei der Wegteilung in der alten Richtung rechts hinab. Über

eine Brücke. Hinauf zur Unterkunftshütte. Rechts von dieser ein Weg

zum _Jungfernsprung_. Sagenumwobener Platz. Ein Edelfräulein soll sich

einst durch einen Sprung in die Zschopau, die bis an diese Felsen

heranreichte, vor den Verfolgungen wüster Knechte gerettet und die

Zschopau durchschwommen haben.

Wieder zur Unterkunftshütte. Den hübschen Waldweg weiter. An

Ruheplätzen vorüber. Der Weg steigt etwas und fällt dann wieder. Am

Waldrand hinab bis zum Anfang von Mittweida. Die Straße abwärts bis zur

Zschopaubrücke. Links den Fußweg ab zum Eingang des Stadtparkes. Weiter

Wanderung 11 ~a~.

~c~) _Mittweida_ -- _Stadtpark_ (30 Min.) -- _Neudörfchen_ (15 Min.) --

_Liebenhainer Mühle_ (1 Std.) _Ringethal_ (40 Min.) -- _~Via mala~_ --

_Mittweida_ (40 Min.)

Wanderzeit: Reichlich 3 Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Mittweida der Linie Chemnitz--Riesa.

Die Bahnhofstraße hinab zum Neumarkt. Links die Technikumsanlagen.

Durch die Rochlitzer Straße zum Markt. Links die Waldheimer Straße

weiter. Wir gelangen nach Vorstadt Rößgen. Vor dem Gasthof rechts die

Fahrstraße verlassen und links in den _Stadtpark_. Wir gehen den ebenen

Promenadenweg, also nicht die Stufen hinan. Hübsche Ausblicke. Unser

Weg senkt sich ins Zschopautal; über die Brücke nach _Neudörfchen_.

Wegteilung: Links durchs Dorf. Weg steigt bis zum Granitbruch und fällt

dann wieder. An der Zschopau hin. Nicht durch die Eisenbahnbrücke!

Weg biegt rechts zum Nadelwald. An der Waldecke Wegteilung: links im

Walde weiter, dann rechts den Promenadenweg hinauf. Auf einen breiten

Fahrweg. Diesen nach links. Knapp 2 Minuten darnach geht links ein

Fußweg ab zur Felsbastei der _Marienhütte_. Unsern Weg weiter. Am

Waldende abwärts, dann scharfe Wegbiegung nach links in den Wald, am

Hange weiter wiederum zu einer Bastei. Prächtige Talblicke. Nun die

Stufen hinab in eine Felskluft mit einem niedlichen Wasserfall. Unser

Fußweg führt in Serpentinen hinab. Über die Bahn, auf den Talweg.

Diesen nach rechts zur _Liebenhainer Mühle_, einer Holzschleiferei

im Besitze H. Weidmüllers. Hinter dem Gehöft der Weg aufwärts. Über

die Bahn, oben am Walde hin. An der oberen Waldecke Wegteilung: links

weiter den eben dahinführenden Weg. Schöner Talblick mit Ringethal.

Unser Weg bringt uns auf die Fahrstraße Ringethal--Weinsdorf: Diese

links hinab nach _Ringethal_.

Sehr freundlich im Talkessel gelegen. Bei der Kirche die

Lutherlinde, jetzt nur noch ein Stumpf, hier soll Luther einst

gepredigt haben. Eine Tafel erzählt die Geschichte der Linde.

Gasthof mit großem Garten hübsch an der Zschopau gelegen.

Nun die Straße weiter und über die Zschopaubrücke zur Spinnerei

Weißthaler. Am letzten Gebäude, einer kleinen Scheune, rechts den

Rasenweg ab. Führt am Hang nach dem Walde. Von der Waldecke ab nach

drei Minuten überschreiten wir eine kleine Schlucht. Daher der Name

~Via mala~. Der Weg steigt noch etwas an und führt schließlich über

die Höhe, hinab nach Vorstadt Rößgen. Beim ersten Grundstück rechts

zwischen zwei Gütern durch. Links halten. Den Fußweg zur Talstraße

hinab und auf dieser nach rechts. Beim Gasthof Rößgen auf die

Waldheimer Straße und zum Markt.

~d~) _Ringethal_ -- _Lauenhainer Mühle_ -- _Mittweida_.

Wanderzeit: 1½ Std.

Ausgangspunkt: Gasthof Ringethal. Hierher mit Wanderung

11 ~c~.

Vom Gasthof links um die Ecke am Zaune hin, den Fahrweg hinauf zum

Wald. Von der Waldecke den Fußweg rechts am Waldrande hin. Wegteilung:

links. Schöner Weg hoch über dem Zschopaufluß, durch Wälder an Felsen

hin, hinauf zum _Raubschloß_.

Diese recht natürlich anmutende künstliche Ruine steht an Stelle einer

sagenhaften Burg. Auch das Auffinden von Waffen in unterirdischen

Gängen ist nicht erwiesen. Von den öden Fensterhöhlen herrliche

Talblicke.

Nun auf dem Fahrweg hinab. Er biegt nach links. Hier Überfahrt

zur _Lauenhainer Mühle_. Klingeln! Etwas vollklingend »Perle des

Zschopautales« genannt. Allerdings ist die Lage überaus anmutig. Das

Mühlenhaus, die umgebenden Felsen, die waldigen Hänge, das rauschende

Wehr bewirken ein Stimmungsbild von malerischem Reiz.

Nun am Ufer der Zschopau aufwärts. Wegteilung: links weiter. Unweit

davon Stufen hinauf. Allmählig den Hang hinan durch prächtigsten

Laubwald auf den sogenannten Auensteig. Später an Wiesen hin, über die

Höhe und hinab nach Vorstadt Rößgen. Immer geradeaus, nicht vom Wege

ab, zuletzt steil abwärts nach Mittweida. Durch die Waldheimer Straße

zum Markt.

~e~) _Mittweida_ -- _Lauenhainer Mühle_ -- _Raubschloß_ -- _Ringethal_

-- _~Via mala~_ -- _Mittweida_.

Wanderzeit: 2½ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Mittweida.

Die Bahnhofstraße hinab bis Gasthaus »Stadt Chemnitz«. Links in

die Technikumsanlagen. Den Promenadenweg zwischen den Gebäuden des

Technikums hindurch, durch den hinteren besuchenswerten Teil der

Anlagen. An deren Ende auf einen Fahrweg. Rechts den Feldweg hinab, der

hinter der Stadt hinweg in ¼ Stunde hinab nach Vorstadt Rößgen führt.

Am ersten Haus links auf den Fahrweg. Diesen etwa 1 Minute abwärts,

dann links hinauf, den breiten Weg fort. Der Weg senkt sich und wird

enger. Geringe Steigung, immer geradeaus. Am Walde Wegteilung: links

die Stufen weiter. Wir sind auf dem prächtigen _Auensteig_. Allerlei

Ruhe- und Aussichtspunkte. Am Ende des Weges hinab zum Tal vermittels

Stufen, links weiter zur _Lauenhainer Mühle_ (siehe 11 ~d~). Nun

über die Zschopau setzen. Die Stufen hinauf. Den steilen Waldweg zum

Raubschloß (11 ~d~). Nun den Fußweg am Fuße der Ruine rechts ab, an

Felsen hin, nach Ringethal. Weiteres s. Wanderung 11 ~c~.

~f~) _Mittweida_ -- _Lauenhainer Mühle_ (1 Std.) -- _Ringethal_ (35

Min.) -- _Hermsdorf_ (30 Min.) -- _Lochmühle_ (30 Min.) -- _Kriebstein_

(50 Min.) -- _Waldheim_ (45 Min.).

Wanderzeit: 4 Std. 10 Min.

Ausgangspunkt: Bahnhof Mittweida.

Nach Ringethal Wanderung 11 ~c~ oder 11 ~e~.

Vom Gasthof Ringethal links ins Dorf. Beim Rittergut geht links ein

Fahrweg nach Falkenhain ab, den wir aber nicht benutzen. Bald geht ein

zweiter links ab, an der Schule vorbei. Auf diesem zur Fahrstraße und

mit dieser nach _Hermsdorf_. Durch das Dorf. Zuletzt Wegteilung: Rechts

weiter, dem Wegweiser »Erlbach-Waldheim« folgen. Die Straße steigt

noch etwas, führt aber dann in das waldige Tal hinab. Wir verlassen

sie an der scharfen Rechtsbiegung und gehen geradeaus, dem Wegweiser

»Lochmühle« nach. Ins Tal hinab. Über eine kleine Brücke. Dahinter auf

der Talstraße nach links zu der lieblich gelegenen _Lochmühle_, einer

Schneidemühle mit Gasthaus.

Wir folgen der Fahrstraße weiter aufwärts, über die Höhe nach Schloß

_Ehrenberg_, gegenüber vom Kriebstein am rechten Zschopauufer gelegen.

Der Eintritt in den Park ist nicht gestattet. Besitzer ist Sahrer von

Sahr. Vom Gasthof aus den Fahrweg an der Parkmauer hin, steil im Walde

hinab zum Zschopaufluß. Das Tal verengert sich hier, als ob es das sich

bietende glänzende Bild noch malerisch gestalten wollte. Wir gehen

über die Zschopaubrücke und betrachten das imposante Bild der Feste

_Kriebstein_. Die schönste Ritterburg Sachsens, auf schroffem Felsen

gelegen. Der Zutritt ist nicht gestattet. An der Schloßbrücke rechts

auf Stufen zu einem Austritt. Herrliche Aussicht ins Zschopautal.

Der Eindruck des Bildes wird etwas beeinträchtigt durch die daneben

liegende Papierfabrik Kübler und Niethammer.

Die Burg Kriebstein wurde 1400 von Dietrich von Beerwalde

gebaut. 1415 setzte sich Staupitz von Reichenstein mit

Gewalt in ihren Besitz. Nach der Sage habe nun der Markgraf

von Meißen, Friedrich der Streitbare, die Burg belagert und

ausgehungert. Bei der Übergabe der Burg wurde der Gattin des

Staupitz gestattet, ihr Liebstes auf dem Rücken fortzutragen.

Da trug die treue Frau ihren Mann aus dem Schlosse und rettete

ihn so vor schimpflicher Strafe. Gegenwärtig hat die Familie

von Arnim die Burg im Besitz.

Nach Waldheim sind nun zwei Wege möglich, über Kriebethal und über

Rauschenthal.

1. Weg über Kriebethal.

Vom Schlosse ins Tal hinab, über die Brücke. Häuser des Dorfes

Kriebethal. Von hier Bahn nach Waldheim. Personenbeförderung nur

Sonntags. Neben der Haltestelle Gasthof Kriebethal, mit großem Garten.

Nun die sonnige Talstraße nach Waldheim. Angenehmer ist die Wanderung

am anderen Ufer. Man lasse sich nach Rauschenthal übersetzen und

wandere weiter wie im zweiten Weg.

2. Weg über Rauschenthal.

Vom Eingang des Schlosses steil hinauf. Rechts das Rittergut. Weiter

Gasthof Kriebstein mit Garten. Von einem nahen Rundteil ist ein

herrlicher Blick auf Schloß und Tal zu genießen. Vom Gasthof zurück

bis zum Wirtschaftsgebäude Nr. 4. Von dessen Ecke links den Fußweg in

den Wald. Der Fernsprechleitung nach. Der Weg fällt mehr und mehr.

Über einen Waldbach, dann bergan. Der Weg senkt sich wieder und kreuzt

ein zweites Tal. Wieder bergauf. Über die Bahn nach Dorf Rauschenthal.

An der Bahn hin. Über einen Bach, links Eisenbahnbrücke über das

Heiligenborner Tal, rechts der Wachberg mit Turm. Weiter auf die

Landstraße und diese abwärts nach _Waldheim_.

Gewerbfleißige Stadt mit ca. 12000 Einwohnern. Die Industrie

besteht hauptsächlich in Zigarren- und Möbelfabrikation.

Bekannt ist Waldheim durch das Zuchthaus, das im Schlosse

untergebracht ist.

Das Schloß ist mutmaßlich um 1200 von den Meißner Markgrafen

erbaut. Im 15. Jahrhundert blühten Tuchmacherei und Weberei.

Im 30jährigen, nordischen, 7jährigen Kriege, während der

Napoleonischen Feldzüge hatte die Stadt sehr zu leiden. Das

Zuchthaus befindet sich seit 1716 im Schlosse, das seinem

Zwecke entsprechend mannigfach vergrößert und umgebaut wurde.

Von Waldheim nach Chemnitz mit der Bahn, Linie Chemnitz--Riesa.

~g~) _Waldheim_ -- _Kriebstein_ (50 Min.) -- _Ehrenberg_ (15 Min.)

-- _Lochmühle_ (35 Min.) -- _Hermsdorf_ (30 Min.) -- _Ringethal_ (30

Min.) -- _Lauenhainer Mühle_ (35 Min.) -- _Mittweida_ (1 Std.) --

_Dreiwerden_ (1 Std.) -- _Schönborn_ (30 Min.) -- _Krumbach_ (30 Min.)

-- _Sachsenburg_ (30 Min.) -- _Frankenberg_ (30 Min.) -- _Harrassprung_

(1 Std.) -- _Lichtenwalde_ (20 Min.) -- _Flöha_ (1¼ Std.)

Wanderzeit: ca. 10 Std.

Die Wanderung kann an den verschiedensten Stellen unterbrochen werden,

da die Eisenbahn den Wanderer stets begleitet. Für kräftige Wanderer

hat sie aber hohen Reiz. Man kann sie auch auf 1½ oder 2 Tage verteilen.

Ausgangspunkt: Bahnhof Waldheim. Über Waldheim Seite 89.

Die Bahnhofstraße abwärts, am Bismarckdenkmal vorbei. Querkommende

Landstraße. Diese rechts, den ersten Weg links ab. Durch prächtige

Lindenallee. Nach 10 Minuten über die Brücke des Heiligenborner Baches;

links auf der Höhe der Siegesturm auf dem Wachberge, rechts Viadukt der

Waldheim-Kriebethaler Bahn. An der Bahn entlang. Dorf _Rauschenthal_.

Bahngleis überschreiten. Nach 10 Minuten Wald. Zwei Täler durchqueren.

Hinauf zum Rittergut _Kriebstein_ (Seite 89). Straße nach links

abwärts Schloß _Kriebstein_ (Seite 88). Über die Zschopaubrücke.

Fußweg geradeaus, durch Buchenwald nach _Ehrenberg_ (Seite 87).

Straßenteilung, rechts über die Höhe, hinab ins Tal. _Lochmühle_

(Seite 87). Die Straße weiter; über die Brücke, links den Fußweg zur

Fahrstraße nach _Hermsdorf_. Straße abwärts nach Dorf _Ringethal_.

Weiter bis Mittweida siehe Wanderung 11 ~c~.

Ausgangspunkt: Zschopaubrücke. Rechts ab die Talstraße am Flusse

aufwärts. An der Floßschenke vorüber. Rechts drüben die Großmühle

(Baumwollspinnerei). Dann an Dreiwerden (große Papierfabrik)

vorüber. Am Flusse fort; bei der nächsten Brücke den Fußweg links

hinauf. Wegteilung: rechts weiter, auf der ehemaligen Förderbahn

hin, durch einen Tunnel. Am Ende des Dammes rechts hinab ins

Zschopautal. Am Flusse weiter bis _Krumbach_. (Am anderen Ufer die

Wasserschenke). Immer am rechten Ufer weiter aufwärts. Stufen hinauf

zu dem Felsvorsprung, auf dem das Schloß _Sachsenburg_ steht. Unten

zur _Fischerschenke_. Von hier noch einige Schritte die Talstraße

aufwärts, dann rechts den Dammweg ab, am Schilfteich vorüber und nach

_Frankenberg_ (Seite 78).

Die Chemnitzer Straße hinaus nach _Gunnersdorf_ bis Nerges Gasthaus.

Die Landstraße nach links verlassen, nach ca. 3 Minuten rechts weiter.

Die Eisenbahn überschreiten, am Bahndamm rechts weiter. Den Waldweg

hinauf zu Thümers Kiefern. Dann zum Harrasfelsen (Seite 69). Hinab ins

Tal. Unter der Bahn hinweg und links weiter. Über die Zschopaubrücke

zur _Lichtenwalder Mühle_. Hinauf zum Park und Schloß (Seite 60).

Von Lichtenwalde nach Flöha: Wanderung 9 ~h~.

Von Lichtenwalde nach Niederwiesa: Wanderung 9 ~k~.

12. In die Striegistäler und nach Hainichen.

Die lieblichen Täler der großen, kleinen und vereinigten

Striegis enthalten eine Menge des Schönen, daß der Naturfreund

gern und freudig diese Gegend zu seinen Wanderzielen zählen

wird. Außerdem ist die Umgebung von Hainichen geologisch höchst

interessant: im alten Steinbruch hinter der Hospitalstraße

schöne Calamiten, bei Mühlbach-Langenstriegis im Kieselschiefer

Wavellit, zwischen Berthelsdorf-Mühlbach Quarzporphyr,

Porphyrtuffe mit Pechstein, in den Lehmlagern von Hainichen

und Falkenau verkieselte Baum- und Wurzelreste, Geschiebe

mit deutlichen Gletscherschliffen, Sumpferzknollen, an der

Kratzmühle bei Hainichen im Conglomerate schöne Garbenschiefer.

Im Klatschbachtale bei Böhrigen-Greifendorf Serpentine mit

Granaten hirsekorn- bis haselnußgroß (Serpentinfabrik der

Neumühle verwendet Rohmaterial von Hohenstein-Ernstthal, nicht

Böhrigen.)

Auch der Botaniker findet seine Rechnung in der eigenartigen

Flora des Kalkbodens bei Kaltofen und Berbersdorf. Er findet

außerdem Haselwurz bei der Lohmühle, Aronstab und gelbe

Anemonen bei der Berbersdorfer Spinnerei, die für Lehmboden

seltene Cypressenwolfsmilch am Wege von Schlegeler Mühle nach

Kaltofen, vierblättrige Einbeere in den Kalkbrüchen u. a. m.

_Frankenberg_ -- _Sachsenburg_ -- _Rossauer Wald_ -- _Crumbach_ --

_Hainichen_.

Wanderzeit: 4½ Std.

Ausgangspunkt: Bahnhof Frankenberg.

Hierher mit der Bahn. Vom Bahnhof zum Markt hinab, nun rechts die

Straße nach _Sachsenburg_, am Schilfteich vorbei. Rechts das Schloß

_Sachsenburg_.

Das Schloß war schon 1282 im Besitze der Familie von Schönberg,

die es 1609 an den Landesherrscher verkaufte. Das jetzige

Gebäude stammt aus dem Jahre 1488. Gegenwärtig dient es als

Korrektionsanstalt für männliche Personen.

Links die Zschopau. Gegenüber dem Schlosse die Fischerschenke. Wir

gehen rechts die Fahrstraße nach _Irbersdorf_ den Abhang hinan.

Durchwandern das Dorf _Sachsenburg_. Am Ende desselben, bei der

Wegteilung, gehen wir nach rechts. Nach kurzer Zeit gelangen wir nach

_Irbersdorf_. Am Ende des Dorfes macht die Straße eine entschiedene

Biegung nach links. Rechts die Abdeckerei. Noch ein kleines Stück

geradeaus. Der Wald hört auf. Nun rechts ab von der Fahrstraße in

den _Rossauer Wald_. Auf einer schnurgeraden Straße, auf der eine

Pferdebahn zum Holzfahren verkehrt, wandern wir am Wettinplatz vorüber

bis zur Königslinde. Hier fünffache Wegteilung, die Hauptstraße

halbrechts. Bei der Kaiserlinde halblinks, somit wieder in die alte

Richtung. Bei einem Holzlager wiederum fünffache Wegteilung. Wir gehen

nach rechts, kommen aus dem Walde heraus und gelangen nach _Crumbach_.

Nach Durchwandern dieses Dorfes kommen wir unmittelbar nach _Hainichen_.

Fabrikstadt an der Kleinen Striegis, ca. 8000 Einwohner.

Hauptsitz der Flanellfabrikation im deutschen Reiche. Mehr als

20 Spinnereien, Färbereien und Bleichereien, Fabrikation von

Roßhaar-Gespinsten, Plüsch, Tapeten, Holzwaren und Nadeln.

Steinkohle liegt in der Nähe zu Tage, wird aber nicht abgebaut.

Hainichen ist der Geburtsort des Dichters Christian Fürchtegott

Gellert, dem die Stadt 1865 ein Denkmal errichtete. Ferner ist

der Erfinder des Holzstoffes Gottlob Keller hier geboren, an

den ebenfalls ein Denkmal erinnert. Hübscher Samariterbrunnen

von Möckel und Rossau.

Von Hainichen aus lassen sich verschiedene Wanderungen anschließen.[1]

[1] Wandervorschläge in die Umgebung Hainichens wurden von

Herrn Oberlehrer Wartenberg in Hainichen zusammengestellt.

~a~) Nach der _Kratzmühle_ (25 Min.) und _Berbersdorf_ (1 Std.).

Erzgebirgisches Wanderbuch 148 Ausflüge und Wanderungen in die Umgebung von Chemnitz und das Erzgebirge · 第 6 / 20 段