Gewerbtätige Stadt mit ca. 7200 Einwohnern; liegt 215 ~m~

hoch. Macht hier und da einen altertümlichen Eindruck.

Interessant ist die 1499 erbaute und 1892 renovierte Kirche

»Zu unserer lieben Frauen auf dem Berge«. In der Sakristei ein

Bild Luthers als Junker Georg, angeblich von Lukas Cranach;

außerdem die gräflich Schönburgische Begräbniskapelle, das

älteste Grabmonument stammt aus dem Jahre 1411. Das 1546

erbaute Rathaus hat ein hübsches Frührenaissance-Portal. Das

Kriegerdenkmal auf dem Markte stellt eine Episode aus der

Schlacht von St. Privat (18. August 1870) dar. Zwei gräfliche

Schlösser, von denen das eine zur Papierfabrik gehört, mit

großem Park. Die große Patentpapierfabrik genießt Weltruf.

Außerdem hat der Ort noch Zeugdruckerei, Eisengießerei,

Emaillierwerke und Maschinenfabrik. Die in alten Zeiten

hochberühmte Töpferei ist sehr zurückgegangen. Man denke an die

anmutige Geschichte aus der Jugendzeit Friedrichs des Weisen.

Die Peniger Töpfer hatten einen riesigen Topf geschaffen.

Dieses Kunstwerk zu sehen kam auch der Prinz nach Penig. Er

äußerte den Wunsch, in den Topf hineinzusteigen. Als der Prinz

im Topfe war, machte sich ein Hofjunker den Spaß, die Leiter

wegzuziehen. Allein der unverzagte Prinz befreite sich, indem

er den Topf mit der Faust zerschlug.

Von Penig mit dem Auto nach Chemnitz zurück.

~l~) _Penig_ -- _Wolkenburg_ (1 Std.) -- _Waldenburg_ (1½ Std.) --

_Grünfelder Park_ -- _Glänzelmühle_ (1 Std.) -- _Glauchau_ (1½ Std.).

Wanderzeit: 5 Std.

Ausgangspunkt: Autohaltestelle Penig.

Von Chemnitz mit dem Auto hierher. Von der Muldenbrücke auf dem linken

Ufer der Mulde flußaufwärts. Blick auf die Stadt mit der Kirche und

der alten und neuen Bürgerschule. Nach wenigen Minuten, hinter der

Fabrik, Wegteilung, links die Straße weiter. Nach ca. 20 Minuten

eine zu Thierbach gehörige Restauration. Nun zur Mühle. Durch den

Mühlhof und den Fußweg am Mühlgraben aufwärts. Durch den Viadukt und

Kastanienallee. Das Schloß Wolkenburg wird vor uns sichtbar. Wegteilung

vor einer Wiese, wir gehen rechts hinauf zur Straße. Diese aufwärts und

den ersten Fahrweg, der links abbiegt. An der Kirche vorbei, durch den

Meierhof, die Schloß-Auffahrt rechts hinauf. Links in den Park. Die

Lindenallee nach rechts, unter dem Schlosse hin. Rundteil mit schönem

Blick auf das Dorf Wolkenburg. Der Platz ist mit einer Nachbildung des

»Apolls von Belvedere« geschmückt. Links den schmalen Weg in den Park

hinab, unten rechts am Zaun hinab, die Straße abwärts, über die Brücke;

links (rechts zum Parkrestaurant).

_Wolkenburg_ ist ein Dorf mit ca. 800 Einwohnern, 294 ~m~

hoch gelegen. Die Kirche ist 1904 erneuert, mit gußeisernen

Reliefs nach antiken Mustern und dem Altarbild »Himmelfahrt

Christi« von Sascha Schneider. Das Schloß stellte in alten

Zeiten eine starke Muldenbefestigung dar. Als die ältesten

Besitzer werden die Herren von Colditz (1244) genannt, die sich

auch von »Wolkenpurc« schrieben. Von 1443 an hatten es die von

Kauffungen inne. Nach dem Prinzenraub fiel es an den Kurfürsten

zurück, der es Götz am Ende überließ. 1635 bekam es Heinrich

Haubold von Einsiedel, dessen Familie das Schloß noch heute

besitzt.

Vom Schlosse über die Muldenbrücke. Die Straße teilt sich, wir gehen

geradeaus. An der Baumwollweberei vorüber. Wir schneiden die Dorfstraße

in _Hermersdorf_ und gehen nach _Niederwinkel_. Von hier aus den

gewöhnlichen Kommunikationsweg nach _Waldenburg_.

Stadt mit 2900 Einwohnern, 255 ~m~ hoch gelegen. Früher

Residenz der Fürsten von Schönburg-Waldenburg. Das hübsche

Schloß im Renaissancestil enthält ein sehenswertes Museum. Es

enthält meist Naturalien und historische Gegenstände. Gemälde

Fürstlich Schönburgischer Familienglieder. Steinkohlenflora aus

dem Zwickauer Gebiet. Korallen. Eine »Seeflosse«. Einen roten

Ara, der 42 Jahre lang im Schlosse gehalten wurde und auch den

1848 durch Freischärler verursachten Brand des alten Schlosses

überlebte.

Die gotische Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 15.

Jahrhunderts. Bemerkenswert sind das kunstvolle Südportal und

das Grabdenkmal Hugos von Schönburg († 1566).

Die Stadt hat lebhafte Industrie (Posamenten, Web- und

Wirkwaren). Der Gewerbeverein unterhält ein Altertumsmuseum.

Vom Markte wandern wir durch die Schloßgasse und Neugasse, dann rechts

den Fußweg den Schloßberg hinunter. Über die Muldenbrücke. Den ersten

rechts abgehenden Weg durch den Park. Zum Schwanenteich. Den Weg

zwischen Haus und Teich weiter. Bei der nächsten Teilung links durch

die Eichenallee. Rechts der Schafteich. Dann Wegteilung: rechts bis auf

die Straße. Diese schneiden, auf die Parkwächterwohnung zu neben dem

Jagdschlößchen. Nun in den herrlichen, im englischen Stil angelegten

Park _Grünfeld_. Den Weg am Parkwächterhaus hin. Wegteilung: rechts

über die Bahn, durch die Allee und den Triumphbogen. Inschrift: Der

stillen Naturfreude. Rechts führt ein Weg über ein Brückchen zur

»Urne«, den wir _nicht_ benutzen. Den breiten Weg zum Bade. Den vorigen

breiten Weg weiter. Durch die (künstliche) Felsengrotte, an der Otto

Alexander, dem Erstgeborenen gewidmeten Urne vorüber. Wegteilung.

Den Zickzackweg links hinauf. Oben teilt sich der Weg wiederum, nach

rechts. Auf einen breiten Fahrweg. Diesen nach rechts zum Mausoleum.

Der jonische Bau trägt die Inschrift: Otto dem Unvergeßlichen.

Henriette. Den Fahrweg weiter. Wegkreuzung. Rechts ab am Forellenteich

vorbei, ins Tal hinab. Links am Wege eine große Steinschale zum

Salzlecken für das Wild. Wir gelangen zur _Glänzelmühle_, einer

bekannten Einkehrstätte mit Übernachtungsgelegenheit.

Die Mühle hat ein Alter von annähernd 500 Jahren. Seit

zwei Jahrhunderten ist sie im Besitz der Familie Glänzel.

Verschiedenes Interessante für den Altertumsfreund.

Nun durch die Mühle den Fahrweg weiter. Bei der Wegteilung links über

die Brücke den querkommenden Fahrweg nach rechts bis in die Nähe der

Schule zu Oberwinkel. Vorher den ersten links abbiegenden Fahrweg.

Hübscher Blick zurück. Unser Weg biegt links ab, wir gehen den Feldweg

in bisheriger Richtung weiter. Nach einer Minute vor der Kiesgrube den

ersten rechts abbiegenden Feldrain. Hübsche Aussicht. Ein paar Schritte

hin (die Kiesgrube bleibt links), den querkommenden Fahrweg nach links.

Schöner Blick ins Muldental und auf Waldenburg, rechts davon der

Rothenberg, links im Tale Kertzsch und Remse.

Auf dem Kommunikationswege von Oberwinkel nach Ebersbach, diesen

ein Stück nach links. Wo er links umbiegt, in bisheriger Richtung

den Feldweg weiter auf den durch Pappeln bezeichneten Weg

Oberwinkel--Oertelshain zu. Kurz vor dem Walde Wegteilung; wir gehen

den Fahrweg links. Immer gerade fort. Im Grunde immer in der alten

Richtung den Fußweg weiter, über Wässerchen, am Waldrande hin. Auf der

Höhe angekommen, sehen wir die Pappeln wieder. Bei der Straßenkreuzung

geradeaus. An Oertelshain vorüber, auf Reinholdshain zu. Denkstein zur

Erinnerung an zwei 1885 vom Blitze Erschlagene.

Wir kommen nach Reinholdshain, schneiden die Dorfstraße und wandern

bergauf. Die Straße wendet sich oben nach rechts. Blick auf Glauchau.

Wir passieren den Bahndurchlaß. Bei Straßenkreuzung links. Durch den

Viadukt und sogleich rechts über den Mühlgraben. Am Bahndamm hin.

Durch den Viadukt der Glauchau-Lichtensteiner Bahn. Über den Steg des

Mühlgrabens, den Scheerberg hinan und rechts hinab zum Bahnhofe in

_Glauchau_.

Von Waldenburg kann man auch über Kertzsch, Remse und Jerisau nach

Glauchau wandern. Der Glanzpunkt dieser Wanderung ist die Bastei bei

Remse mit prächtigen Ausblicken. Vielbesucht ist der Gasthof Kolosseum

in Remse mit sehenswerter Riesenflora. Wanderzeit ca. 2 Stunden.

Glauchau, gewerbfleißige Stadt mit ca. 26000 Einwohnern.

264 ~m~ hoch gelegen. Die Stadt wird eingeteilt in die

Oberstadt mit den beiden Schlössern Hinter- und Forderglauchau

und der Unterstadt, dem sogen. Wehrdigt. Die zwei Burgen sind

durch den Hirschgraben getrennt. Die Gründelteichanlagen liegen

dicht dabei. Hinterglauchau gehört teilweise der Zeit vor

1470 an. Charakteristisch ist das als »Flasche« bezeichnete

Treppentürmchen. Forderglauchau ist 1527--34 erbaut worden.

Besuchenswert ist das Museum im Gewerbehaus am Schloßplatz,

das einen interessanten Überblick über die Entwicklung der

Glauchauer Textilindustrie gewährt. Sehenswert ist auch das

Mausoleum der Familie Bößneck auf dem Friedhof. In der Apsis

eine schöne Statue »Die Trauer«.

In Glauchau wurde 1494 Georg Agricola, der Begründer der

wissenschaftlichen Mineralogie und Metallurgie geboren.

Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.

~m~) _Penig_ -- _Rochsburg_ (1½ Std.) -- _Lunzenau_ (1 Std.) --

_Wechselburg_ (1½ Std.).

Wanderzeit: 4 Std.

Ausgangspunkt: Autohaltestelle Penig.

Nach Penig mit dem Auto. Vom Marktplatze rechts die Schloßstraße hin,

durch die Flinschstraße, an der Patentpapierfabrik vorbei, immer am

rechten Muldenufer hin, in 40 Minuten zur Einmündung eines Baches,

gegenüber der Spinnerei Amerika (siehe Seite 40). Wir bleiben auf dem

rechten Ufer. Durch Nadel-, später Laubholz. Hübsche Ausblicke auf

die romantischen Flußufer. Rechts mächtige Felsen, die Pferdeställe.

Der Fluß macht eine Biegung und wir erblicken das reizend gelegene

Rochsburg, endlich auch das Schloß. Wir gehen über die Drahtseilbrücke

und hinauf zur _Rochsburg_ (Seite 36).

Von der _Rochsburg_ nach _Lunzenau_. Siehe Wanderung 7 ~d~, Seite 38.

Von _Lunzenau_ im Muldentale weiter abwärts. Man gelangt in 25 Minuten

über die Brücke zur Göhrener Mühle und zum _Göhrener Viadukt_ (S.

47). Weiter durch das Dorf _Altzschillen_ über die Muldenbrücke nach

_Wechselburg_ (Seite 43).

Rückfahrt nach Chemnitz mit der Bahn.

8. Zeisigwald-Wanderungen.

Der Chemnitzer Stadtwald, gewöhnlich Zeisigwald genannt,

liegt im Nordosten der Stadt und ist nicht nur bedeutend

größer als der Küchwald, sondern übertrifft diesen auch an

landschaftlicher und forstlicher Schönheit. Die Wege sind gut

und sauber, im Süden herrscht das Laubholz vor, im Norden das

Nadelholz, während in der Mitte der Baumbestand gemischt ist.

Zahlreiche Halden aus Porphyrschutt bezeugen, daß von altersher

der Porphyr hier abgebaut wurde. Von den 28 Steinbrüchen sind

noch einige im Betrieb. Die Halden und verlassenen Steinbrüche

wurden bepflanzt, man vermied dadurch den trostlosen Anblick

brachliegender Strecken und erhöhte die Abwechselung und

Anmut des Landschaftsbildes. Ein besonderer Anziehungspunkt

ist der Beutenberg, den der Chemnitzer Erzgebirgsverein mit

einem Aussichtsturm bekrönte. Als Erholungsstätten werden

die Waldschenke und die Heideschenke gern aufgesucht. Viele

Spaziergänge lassen sich natürlich an der Hand des beigegebenen

Kärtchens ausführen. Im folgenden sind nur einige Wanderungen

zu den Glanzpunkten des Zeisigwaldes aufgeführt.

~a~) _Forststraße_ -- _Goldborn_ (20 Min.) -- _Waldschenke_ (5 Min.)

-- _Dosts Halde_ -- _Beutenbergturm_ (20 Min.) -- _~D~-Flügel_ --

_Pflanzgartenweg_ -- _Forststraße_ (25 Min.).

Wanderzeit: 1 Std. 10 Min.

Ausgangspunkt: Straßenbahnhaltepunkt Forststraße (Linie

Theaterplatz--Hilbersdorf ~H~).

Die Forststraße rechts gehen. Nach wenigen Minuten gelangt man in den

Zeisigwald. Wir betreten zunächst den nach dem Förster Menges benannten

Mengeshain. Die Forststraße weiter bis zum Forsthaus, in dessen Nähe

sich Schrebergärten befinden. Wir bleiben auf der Forststraße, der

Telefonleitung nach. Vor uns taucht der Beutenbergturm auf. Wir gehen

am Spielplatz vorbei (Unterkunftshalle und städtisches Luftbad).

Der Brunnen am Eingang des Platzes gibt Wasser vom Goldborn. Nicht

von der Forststraße abgehen bis zum Goldbornweg, gleich hinter dem

Luftbad. Hübsches Laubholz. Bei den Wegkreuzungen immer geradeaus zum

_Goldborn_.

Künstliche Grotte, bei der eine ziemlich starke Quelle

entspringt, die durch eine Türe verdeckt ist. Gutes

Trinkwasser, an manchen Tagen stark kohlensäurehaltig. Pumpe

neben der Grotte.

Hinter der Grotte geht ein Weg ab, der auf den Alten Steinweg und auf

diesem nach rechts zur Waldschenke führt.

Hübscher ist der Weg, wenn wir dem Wegweiser »Nach den Haldenwegen«

nachgehen, der mit weißer Markierung versehen ist. Er bringt uns

auf den beliebten »Alten Steinweg« und rechts aufwärts, ohne vom

Wege abzugehen, auf die Forststraße und zur _Waldschenke_. Sie liegt

340 ~m~ hoch mitten im Walde in reizender Lage. Besonders an Sonntagen

ungeheuer besucht.

Von der Waldschenke nach dem Beutenberg lassen sich verschiedene Wege

einschlagen. Der empfehlenswerteste ist folgender: Von der Waldschenke

noch ein Stück die Fahrstraße aufwärts bis zur mehrfachen Wegteilung.

Den Schmiedeweg links weiter. Dieser führt uns über die Halden der

Steinbrüche in mehrfachen Windungen hinauf und hinab. Von den Halden

aus hübsche Ausblicke. Immer auf dem Schmiedeweg weiter bis zum Fahrweg

am Steinbruch. Halbrechts ein kleines Stück hinauf und in Zackenwegen

zu _Dosts Halde_.

Wieder auf den Schmiedeweg. Nach wenigen Schritten überschreiten wir

den Grenzweg. Unser Weg macht eine kleine Biegung nach halbrechts.

Eine Schneise überqueren. Wir gelangen zum Wasserbehälter. Hier rechts

ab, Siegels Steinbruch wird rechts umgangen, endlich zum Turm auf dem

_Beutenberge_.

426 ~m~ hoch. 25 ~m~ hoher Turm, im Jahre 1887 vom Chemnitzer

Erzgebirgsverein erbaut. Die Fernsicht ist hervorragend

schön. Im Westen ein prächtiger Blick auf das Stadtbild von

Chemnitz, dahinter der Totenstein, die Höhen des Oelsnitzer

Kohlenreviers. Im Norden: Rochlitzer Berg, Taurastein,

Frankenberg und Schloß Sachsenburg. Im Osten: Augustusburg,

Gahlenzer Höhe bei Oederan, bei günstigem Wetter die

Halsbrücker Esse bei Freiberg. Im Süden: Geiersberg, Adelsberg,

Kemtauer Felsen, Greifenstein, Gebirgskamm mit dem Fichtelberg.

Die Nähe der Schießstände war die Veranlassung, daß der Turm

bisher nur Sonntags und an solchen Tagen geöffnet war, an denen

keine Schießübungen abgehalten wurden. Vielleicht bringen die

neuen Verhältnisse eine Wandlung. Da der Berg völlig bewachsen

ist, hat man ohne Besteigung des Turmes keine Fernsicht. Um

wenigstens einigermaßen einen Ausblick zu genießen, gehe man

auf dem alten Wege etwa eine Minute weiter, bei der Wegkreuzung

rechts fort und noch ca. 5 Minuten bis zum Waldrande. Hier hat

man von verschiedenen Stellen aus hübsche Blicke auf die nähere

Umgebung.

Vom Turm den Weg hinab bis zum Wegweiser »Nach der Stadt«. Nun

links weiter. Erst durch Jugend und dann über eine große Waldblöße.

Wir überschreiten eine Schneise (die längste des ganzen Waldes).

Endlich auf den Grenzweg, einer Fahrstraße, die die Grenze zwischen

fiskalischem und städtischem Gebiet anzeigt. Wir gehen geradeaus hinab,

den ~D~-Flügel. Nach wenigen Minuten gelangen wir an den Pflanzgarten

mit Unterkunftshalle. Wegkreuzung.

Der Reitweg rechts biegt zur Waldschenke. Der Weg links führt an der

Kaserne entlang nach der Planitzstraße (Haltestelle der Straßenbahn).

Der Pflanzgartenweg (halbrechts) bringt uns auf die Forststraße.

Geradeaus kommen wir an den Waldrand, an dem der Grüne Weg hinführt.

Diesen benutzen wir nach rechts gehend. Wieder in den Wald. Dann links

den Talweg ab, der durch schönen Buchenbestand führt, weiter links

den Eichenweg durch Eichenwäldchen auf die Forststraße, von hier die

Straßenbahn nach der Stadt benutzen.

~b~) _Schlachthof_ -- _Genossenschafts-Molkerei_ -- _Röhrweg_ --

_Goldborn_ -- _Paradiesweg_ -- _Dosts Halde_ -- _Beutenberg_ --

_Heideschenke_ -- _Gablenz_.

Wanderzeit: Reichlich 2 Stunden.

Ausgangspunkt: Straßenbahnhaltestelle Schlachthof.

Vom Schlachthof links durch die Frankenberger Straße, gleich rechts

die Gellertstraße weiter auf die Dresdner Straße; diese nach links,

zur Forststraße. Diese nach rechts bis zur Genossenschafts-Molkerei.

Von hier aus in den Wald nach links, den sogen. Röhrweg. Dieser

führt uns an einigen Teichen vorbei. Beim letzten rechts bis auf den

querkommenden Goldbornweg. Auf diesem bis zum _Goldborn_. (Siehe

Wanderung 8 ~a~).

Den Goldbornweg weiter. Wir kreuzen den Alten Steinweg und kommen auf

den Paradiesweg. Dieser führt auf eine Halde, mit prächtigem Blick. Den

Schmiedeweg weiter bis zu Dosts Halde. Von hier zum Beutenberg siehe

8 ~a~.

Vom Beutenberg rechts am Waldrande auf die Straße (Gablenz--Euba) zur

Heideschenke. Diese liegt in der Nähe der Militärschießstände und

besitzt einen ziemlich großen Garten.

Aus dem Hause tretend rechts weiter auf die Gablenz-Eubaer Straße.

Endlich zur Hauptstraße. Endpunkt der Straßenbahn Gablenz-Altes

Theater. Wer noch Einkehrgelüste hat, wandert rechts weiter zum

Gasthof zum Hirsch.

Rückfahrt mit der Straßenbahn.

~c~) _Schlachthof_ -- _Waldschänke_ (½ Std.) -- _Euba_ (1½ Std.)

-- _Gasthof Jägersruh_ (½ Std.) -- _Schere-Adelsberg_ (30 Min.) --

_Gablenz_ (½ Std.)

Wanderzeit: 3½ Std.

Ausgangspunkt: Straßenbahnhaltestelle Schlachthof.

Links durch die Frankenberger Straße, sofort rechts die Gellertstraße,

links die Dresdner Straße, rechts die Forststraße in den Zeisigwald.

Rechts liegen die Genossenschafts-Molkerei, weiterhin die

Eugen-Esche-Stiftung und das Forsthaus. Rechts der Fahrstraße führt

ein angenehmer Promenadenweg zur Waldschenke. Die Straße weiter bis

zur Wegteilung. Halbrechts den Steinbrecherweg ganz gerade fort. Unser

Weg mündet in den Grenzweg. Diesen überschreiten wir nach rechts. Nun

den breiteren Weg nach links aufwärts, der oben durch junges Holz

führt. Nach wenigen Minuten eine 4fache Wegeteilung. Wir bleiben in

der alten Richtung geradeaus. Nach knapp 10 Minuten auf einen Fahrweg,

diesem nach links folgen. Eine Schneise überschreiten. Endlich an den

Waldrand. Auf der am Waldrande von rechts herkommenden Straße nach

rechts weiter. Den am Straßenstein »nach Euba« abgehenden Weg benutzen

wir nicht. Wir wandern an den Schießständen vorbei. Warnungstafeln! Vom

2. Eingang gehen wir noch ca. 30 Schritte. Links dem Fußweg folgend.

Ueber einen Bach und schließlich nach _Euba_.

Rechts aufwärts nach der Kirche zu. Euba zählt ca. 1900 Einwohner. Der

Ort ist sehr lang ausgedehnt. Früher ist hier ohne nennenswerten Erfolg

Gold gegraben worden. Am Teiche links hinab auf die Dorfstraße. Diese

aufwärts am Lehngericht vorbei, der Fernsprechleitung nach. Neuerdings

wird das Restaurant Bergeshöh' gern aufgesucht. Wir gelangen auf die

Chemnitz-Augustusburger Landstraße. Wenige Schritte nach rechts zum

Gasthof Jägersruh. 476 ~m~ hoch gelegen. (Die Straße wenige Schritte

nach links gehend, können wir einen prachtvollen Blick auf die

Augustusburg genießen.) Wir gehen unsere Straße rechts und gelangen

nach ca. 20 Minuten zur _Schere_. Eigentlich Gasthof zum Adelsberg,

volkstümlich »Schere«, da der Erbauer ein Schneider gewesen sein soll.

Der Turm auf dem Adelsberg liegt in unmittelbarer Nähe. -- (Siehe die

betr. Adelsberg-Wanderung.) Von der Schere nach der Landstraße weiter

bis zur Endstation der Straßenbahn in Gablenz.

9. Nach Schloß Lichtenwalde.

Von allen Ausflügen in die nähere Umgebung ist dem Chemnitzer

der nach Lichtenwalde mit am geläufigsten. In Verbindung mit

der Straßen- und Eisenbahn lassen sich alle Touren leicht

ausführen und die Gegend ist wegen ihrer Anmut des Besuches

würdig. Den Mittelpunkt bilden Park und Schloß Lichtenwalde.

Das Schloß erhielt seinen Namen vermutlich von den

Lichtsignalen, die früher zwischen den Schlössern Augustusburg,

Sachsenburg und Lichtenwalde ausgetauscht wurden. Es erhebt

sich auf den Grundmauern einer Burg, die im frühen Mittelalter

vermutlich eine reichsfreie Königsburg mit dem Sitze eines

Burgvogts gewesen ist. Urkundlich wird sie 1289 zuerst

erwähnt. In diesem Jahre wurde sie von Markgraf Friedrich

von Meißen an König Wenzislaus von Böhmen vertauscht. 1294

war ein Graf Philipp von Nassau Besitzer, der aber 1297 vom

Markgrafen Friedrich von Meißen zur Herausgabe des Schlosses

gezwungen wurde. 1439 war sie im Besitze Apel von Vitzthums. Im

Bruderkriege nahm 1447 Kurfürst Friedrich der Sanftmütige die

Besitzung dem Ritter ab und gab sie an Hermann v. Harras. Aus

diesem Geschlechte war Dittrich von Harras, der kühne Springer.

1450 ward die Burg von dem Landgrafen Wilhelm von Thüringen

niedergebrannt. 1561 wurde nach dem Aussterben des Harras'schen

Geschlechtes Lichtenwalde kurfürstliches Amt. Durch Tausch

gegen Pillnitz gelangte es an die Familie v. Bünau; dann

erwarben es nacheinander Heinrich Reuß III. (1603), die von

Flemming (1719) und v. Watzdorf (1722); von letzterem kam es

durch Erbschaft an die gräflich Vitzthum'sche Familie, die es

noch jetzt besitzt. Der im Jahre 1722--1726 vom Reichsgrafen v.

Watzdorf errichtete Bau brannte im Jahre 1905 ab, wurde aber in

gleicher Gestalt wieder aufgebaut. Das Schloß besteht aus einem

Mittelbau mit Turm und zwei angebauten Seitenflügeln, die den

geräumigen Schloßhof umgeben. Herrlich ist der nach dem Muster

von Versailles angelegte Park. Der Eintritt ins Schloß ist nur

bei Abwesenheit der Herrschaften gestattet. Der Schloßpark kann

jederzeit besichtigt werden.

Hinwege.

~a~) _Schlachthof_ -- _Zeisigwaldschenke_ (½ Std.) -- _Lichtenwalde_

(1½ Std.)

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Straßenbahnhaltestelle Schlachthof.

Vom Schlachthof links die Frankenberger Straße entlang, rechts die

Gellertstraße weiter auf die Dresdner Straße. Diese nach links. Die

Forststraße weiter bis zum Eingang in den Zeisigwald. Entweder direkt

zur _Waldschenke_ auf dem Promenadenwege neben der Forststraße oder auf

einem der unter 8 angegebenen Wege.

Von der Waldschenke in bisheriger Richtung weiter. Bei der sechsfachen

Wegteilung geradeaus, den weißen Marken folgend bis zum querkommenden

Grenzweg, auf diesem nach links. Wegteilung: wir gehen nach links. Bei

der nächsten Wegkreuzung: in bisheriger Richtung weiter bis auf die

Landstraße. Diese einige Schritte rechts bis Kilometerstein 22,835.

Nun von der Straße ab nach links. Bald eine Wegteilung, wir gehen

nicht links hinab, sondern den breiten Weg fort. Es folgt rechts ein

Steinbruch; nun links hinab bis zu Abteilungspfählen 69/70. Rechts, den

ebenen Waldweg weiter. Nach ca. 4 Minuten Wegteilung, links weiter.

Ueberschreiten zwei schmale Schneisen. Nach ca. 8 Minuten kommt ein

Fahrweg von rechts. Bei einer Schneise Abteilungspfahl 67. Nach 4

Minuten Abteil. Nr. 65/66 (an Bäumen!). Hier Wegkreuzung, links im

Walde abwärts. Nach ca. 5 Minuten ändert sich unser Weg in einen Fußweg

und biegt nach rechts. Wir kommen an den Grenzsteinen 181--185 vorüber,

über einen etwas feuchten Wiesenstreifen und kommen an Feld. An diesem

rechts hin, an der Feldecke links hinauf. Die Telephonleitung gibt uns

die Bahn an. Auf diese zu. Zwei Bahnwärterhäuschen. Zwischen beiden

über die Bahn. Weg geht ins Tal hinab, über einen Bach. Wegteilung:

rechts. Nach ca. 20 Minuten auf die Landstraße und diese nach rechts

in ebenfalls 20 Minuten nach _Dorf Lichtenwalde_. (700 Einwohner.)

Wir kommen am Kriegerdenkmal vorbei. Gutsgebäude des Rittergutes

Lichtenwalde. Die Stallungen können gegen Abgabe eines Trinkgeldes

besichtigt werden. Brauerei und Gasthaus Lichtenwalde links. (Weitere

Einkehrgelegenheiten: Bienenstock, Kürschners Restaurant, Schloßmühle.)

Nun zum efeubekränzten Portal des Schloßparkes. Die Ahornallee führt

direkt zur Westfront des Schlosses. Falls die rotweiße Barriere

geschlossen ist, darf die Allee nicht begangen werden. Der herrliche

Park mit seinen Statuen, Wasserkünsten, Schmuckplätzen, Alleen, ist

nach dem Muster der Gärten in Versailles angelegt. Wir gehen zunächst

auf der breiten Lindenallee, der »Großen Allee« nach links bis zum

Ende. Der Ostflügel des Schlosses mit der Freitreppe und schönen

Teppichbeeten zeigt sich. Ein Vorsprung gestattet herrliche Ausblicke

auf die Augustusburg und das liebliche Braunsdorf.

Erzgebirgisches Wanderbuch 148 Ausflüge und Wanderungen in die Umgebung von Chemnitz und das Erzgebirge · 第 4 / 20 段