Hadramaut, Azania, das heisst die Kueste Somal und weiter suedlich einem der

Unterkoenige seines westlichen Nachbarn, des Koenigs der Homeriten. Die

suedlichste Station an der ostafrikanischen Kueste, von welcher die aegyptischen

Kaufleute wussten, Rhapta in der Gegend von Sansibar, pachteten von diesem

Scheich die Kaufleute von Muza, das ist ungefaehr das heutige Mocha, "und senden

dorthin ihre Handelsschiffe, meistens bemannt mit arabischen Kapitaenen und

Matrosen, welche mit den Eingeborenen zu verkehren gewohnt und oft durch Heirat

verknuepft und der Oertlichkeiten und der Landessprachen kundig sind". Die

Bodenkultur und die Industrie reichten dem Handel die Hand: in den vornehmen

Haeusern Indiens trank man neben dem italischen Falerner und dem syrischen

Laodikener auch arabischen Wein; und die Lanzen und die Schusterpfriemen, welche

die Eingeborenen der Kueste von Sansibar von den fremden Haendlern kauften,

waren Fabrikat von Muza. So ward diese Landschaft, die zudem viel verkaufte und

wenig kaufte, eine der reichsten der Welt.

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^59 Landeinwaerts liegt das uralte Teima, der Sohn Ismaels der Genesis, von

dem assyrischen Koenig Tiglatpilesar im achten Jahrhundert vor Chr. unter seinen

Eroberungen aufgezaehlt, von dem Propheten Jeremias zusammen mit Sidon genannt,

ein merkwuerdiger Knotenpunkt assyrischer, aegyptischer, arabischer Beziehungen,

dessen weitere Entfaltung, nachdem kuehne Reisende ihn erschlossen haben, wir

von der orientalischen Forschung erwarten duerfen. In Teima selbst fand

kuerzlich Euting aramaeische Inschriften aeltester Epoche (Noeldeke, SB Berlin

1884, S. 813 f.) Aus dem nicht weit entfernten Orte Medain-Salih (Hidjr) stammen

gewisse, den attischen nachgepraegte Muenzen, welche zum Teil die Eule der

Pallas durch dasjenige Goetterbild ersetzen, das die Aegypter bezeichnen als

Besa, den Herrn von Punt, das heisst von Arabien (Erman, Zeitschrift fuer

Numismatik 9, 1880, S. 296f.). Der ebendaselbst gefundenen nabataeischen

Inschriften wurde schon gedacht Nicht weit von da bei 'Ola (el-Ally) haben sich

Inschriften gefunden, die in der Schrift und in den Goetter- und Koenigsnamen

denen der suedarabischen Minaeer entsprechen und zeigen, dass diese hier,

sechzig Tagereisen von ihrer Heimat, aber auf der von Eratosthenes erwaehnten

Weihrauchstrasse von Minaea nach Aelana, eine bedeutende Station gehabt haben;

daneben andere eines verwandten, aber nicht identischen suedarabischen Stammes

(D. H. Mueller in den Berichten der Wiener Akademie vom 17. Dezember 1884). Die

minaeischen Inschriften gehoeren ohne Zweifel der vorroemischen Zeit an. Da bei

der Einziehung des nabataeischen Koenigreichs durch Traian diese Landstriche

aufgegeben wurden, so mag von da an ein anderer suedarabischer Stamm dort

geherrscht haben.

^60 Die an den Weihrauchhandel anknuepfenden Nachrichten bei Theophrastos

(+ 287 vor Chr.; hist. plant. 9, 4) und vollstaendiger bei Eratosthenes (t 194

vor Chr.; bei Strabon 16, 4, 2 p. 768) von den vier grossen Voelkerschaften der

Minaeer (Mamali Theophr.?) mit der Hauptstadt Karna; der Sabaeer (Saba Theophr.)

mit der Hauptstadt Mariaba; der Kattabanen (Kitibaena Theophr.) mit der

Hauptstadt Tamna; der Chatramotiten (Hadramyta Theophr.) mit der Hauptstadt

Sabata umschreiben eben den Kreis, aus dem das Homeritenreich sich entwickelt

hat, und bezeichnen seine Anfaenge. Die viel gesuchten Minaeer sind jetzt mit

Sicherheit nachgewiesen in Ma'in im Binnenland oberhalb Marib und Hadramaut, wo

Hunderte von Inschriften sich gefunden und schon nicht weniger als 26

Koenigsnamen ergeben haben. Mariaba heisst heute noch Marib. Die Landschaft

Chatramotitis oder Chatramitis ist Hadramaut.

^61 Die merkwuerdigen Reste dieses mit groesster Praezision und

Geschicklichkeit ausgefuehrten Bauwerks sind beschrieben von Arnaud (Journal

Asiatique, 7. serie, tome 3 a. 1874, S. 3 f. mit Plaenen; vgl. Ritter, Erdkunde,

Bd. 12, S. 861). Zu beiden Seiten des jetzt fast ganz verschwundenen Dammes

stehen je zwei aus Quadern aufgefuehrte Steinbauten von konischer, fast

zylindrischer Form, zwischen denen eine schmale Oeffnung fuer das aus dem Bassin

ausfliessende Wasser sich befindet; wenigstens auf der einen Seite fuehrt ein

mit Kieseln ausgelegter Kanal dasselbe an diese Pforte. Dieselbe war einstmals

mit uebereinander gesetzten Bohlen geschlossen, welche einzeln entfernt werden

konnten, um das Wasser nach Beduerfnis abzufuehren. Der eine dieser

Steinzylinder traegt die folgende Inschrift (nach der allerdings nicht in allen

Einzelheiten gesicherten Uebersetzung von D. H. Mueller, SB Wien 97, 1880, S.

965): "Jata'amar der Herrliche, Sohn des Samah'ali des Erhabenen, Fuerst von

Saba, liess den Balap[berg] durchstechen [und errichtete] den Schleusenbau,

genannt Rahab, zur leichteren Bewaesserung." Fuer die chronologische Fixierung

dieses und zahlreicher anderer Koenigsnamen der sabaeischen Inschriften fehlt es

an sicheren Anhaltspunkten. Der assyrische Koenig Sargon sagt in der Khorsabad-

Inschrift, nachdem er die Ueberwindung des Koenigs von Gaza, Hanno, im Jahre 716

vor Chr. erzaehlt hat: "ich empfing den Tribut des Pharao, des Koenigs von

Aegypten, der Schamsijja, der Koenigin von Arabien, und des Ithamara, des

Sabaeers: Gold, Kraeuter des Ostlandes, Sklaven, Pferde und Kamele" (Mueller, a.

a. O., S. 988; M. Duncker, Geschichte des Altertums. 5. Aufl. Berlin 1878-83.

Bd. 2, S. 327.

^62 Sallet in der Berliner Zeitschrift fuer Numismatik 8, 1881, S. 243. J.

H. Mordtmann in der Wiener numismatischen Zeitschrift 12, S. 289.

^63 Plinius (nat. 12, 14, 65) berechnet die Kosten einer Kamellast

Weihrauch auf dem Landweg von der arabischen Kueste bis nach Gaza auf 688 Denare

(= 600 Mark). "Auf der ganzen Strecke", sagt er, "ist zu zahlen fuer Futter und

Wasser und Unterkunft und fuer verschiedene Zoelle; dann fordern die Priester

gewisse Anteile und die Schreiber der Koenige; ausserdem erpressen die Wachen

und die Trabanten und die Leibwaechter und Diener; dazu kommen dann unsere

Reichszoelle." Bei dem Wassertransport fielen diese Zwischenkosten weg.

^64 Die Zuechtigung der Piraten berichtet Agatharchides bei Diod. 3, 43 und

Strab. 16, 4, 18 p. 777. Ezion Geber aber in Palaestina am aelanitischen

Meerbusen, /e/ n?n Berenik/e/ kaleitai (Ios. ant. Iud. 8, 6, 4), heisst sicher

so nicht von einer Aegypterin (J. G. Droysen, Geschichte des Hellenismus, Bd. 3,

2, S. 349), sondern von der Juedin des Tims.

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Wie weit die politische Entwicklung derselben mit der wirtschaftlichen

Schritt gehalten hatte, laesst sich fuer die vorroemische und die fruehere

Kaiserzeit nicht bestimmen; nur so viel scheint sowohl aus den Berichten der

Okzidentalen wie aus den einheimischen Inschriften sich zu ergeben, dass diese

Suedwestspitze Arabiens unter mehrere selbstaendige Herrscher mit Gebieten von

maessiger Groesse geteilt war. Es standen dort neben den am meisten

hervortretenden Sabaeern und Homeriten die schon genannten Chatramotiten in

Hadramaut und noerdlich im Binnenland die Minaeer, alle unter eigenen Fuersten.

Den Arabern Jemens gegenueber haben die Roemer die gerade entgegengesetzte

Politik befolgt wie gegenueber den Axomiten. Augustus, fuer den die

Nichterweiterung der Grenzen der Ausgangspunkt des Reichsregiments war, und der

die Eroberungsplaene seines Vaters und Meisters beinahe alle fallenliess, hat

eine Ausnahme mit der arabischen Suedwestkueste gemacht und ist hier nach freiem

Entschluss angreifend vorgegangen. Es geschah dies wegen der Stellung, welche

diese Voelkergruppe in dem indisch-aegyptischen Handelsverkehr damals einnahm.

Um die politisch und finanziell wichtigste Landschaft seines Herrschaftsgebiets

wirtschaftlich auf die Hoehe zu bringen, welche seine Vorherrschen herzustellen

versaeumt hatten oder hatten verfallen lassen, bedurfte er vor allem der

Gewinnung des Zwischenverkehrs zwischen Arabien und Indien einer- und Europa

andererseits. Der Nilweg konkurrierte seit langem erfolgreich mit den arabischen

und den Euphratstrassen; aber Aegypten spielte dabei, wie wir sahen, wenigstens

unter den spaeteren Lagiden eine untergeordnete Rolle. Nicht mit den Axomiten,

aber wohl mit den Arabern bestand Handelskonkurrenz; sollte der aegyptische

Verkehr aus einem passiven ein aktiver, aus einem indirekten ein direkter

werden, so mussten die Araber niedergeworfen werden; und dies ist es, was

Augustus gewollt und das roemische Regiment einigermassen auch erreicht hat.

Im sechsten Jahre seiner Regierung in Aegypten (Ende 729 25) entsandte

Augustus eine eigens fuer diese Expedition hergestellte Flotte von 80 Kriegs-

und 130 Transportschiffen und die Haelfte der aegyptischen Armee, ein Korps von

10000 Mann, ungerechnet die Zuzuege der beiden naechsten Klientelkoenige, des

Nabataeers Obodas und des Juden Herodes, gegen die Staaten der Jemen, um

dieselben entweder zu unterwerfen oder wenigstens zugrunde zu richten ^65,

woneben die dort aufgehaeuften Schaetze sicher auch in Rechnung kamen. Aber das

Unternehmen schlug vollstaendig fehl, und zwar durch die Unfaehigkeit des

Fuehrers, des damaligen Statthalters von Aegypten, Gaius Aelius Gallus ^66. Da

auf die Besetzung und den Besitz der oeden Kueste von Leuke Kome abwaerts bis an

die Grenze des feindlichen Gebiets gar nichts ankam, so musste die Expedition

unmittelbar gegen dieses gerichtet und aus dem suedlichsten aegyptischen Hafen

die Armee sofort in das glueckliche Arabien gefuehrt werden ^67. Stattdessen

wurde die Flotte in dem noerdlichsten, dem von Arsinoe (Suez) fertiggestellt und

das Heer in Leuke Kome ans Land gesetzt, gleich als waere es darauf angekommen,

die Fahrt der Flotte und den Marsch der Truppen moeglichst zu verlaengern.

Ueberdies waren die Kriegsschiffe ueberfluessig, da die Araber keine

Kriegsflotte besassen, die roemischen Seeleute mit der Fahrt an der arabischen

Kueste unbekannt und die Fahrzeuge, obwohl besonders fuer diese Expedition

gebaut, fuer ihre Bestimmung ungeeignet. Die Piloten fanden sich nicht zurecht

zwischen den Untiefen und Klippen, und schon die Fahrt auf den roemischen

Gewaessern von Arsinoe nach Leuke Kome kostete viele Schiffe und Leute. Hier

wurde ueberwintert; im Fruehjahr 730 (24) begann der Zug in Feindesland. Die

Araber hinderten ihn nicht, aber wohl Arabien. Wo einmal die Doppelaexte und die

Schleudern und Bogen mit dem Pilum und dem Schwert zusammenstiessen, stoben die

Eingeborenen auseinander wie die Spreu vor dem Winde; aber die Krankheiten, die

im Lande endemisch sind, der Skorbut, der Aussatz, die Gliederlaehmung

dezimierten die Soldaten aerger als die blutigste Schlacht, und um so mehr, als

der Feldherr es nicht verstand, die schwerfaellige Heermasse rasch vorwaerts zu

bringen. Dennoch gelangte die roemische Armee bis vor die Mauern der Hauptstadt

der zunaechst von dem Angriff betroffenen Sabaeer, Mariaba. Aber da die

Einwohner die Tore ihrer maechtigen, heute noch stehenden Mauern ^68 schlossen

und energische Gegenwehr leisteten, verzweifelte der roemische Feldherr an der

Loesung der ihm gestellten Aufgabe und trat, nachdem er sechs Tage vor der Stadt

gelegen hatte, den Rueckzug an, den die Araber kaum ernstlich stoerten und der

im Drang der Not, freilich unter schlimmer Einbusse an Mannschaften,

verhaeltnismaessig schnell gelang.

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^65 Dies (prosoikeio?sthai to?toys - to?s Arabas - /e/ katastrephesthai:

Strab. 16, 4, 22 p. 780; ei m/e/ o Syllaios ayton - ton Gallon - proydidoy, kan

katestrepsato t/e/n Eydaimona pasan: ders. 17, 1, 53 p. 819) war der eigentliche

Zweck der Expedition, obwohl auch die Hoffnung auf die fuer das Aerarium eben

damals sehr willkommene Beute ausdruecklich erwaehnt wird.

^66 Der Bericht Strabons (16, 4, 22 f. p. 780) ueber die arabische

Expedition seines "Freundes" Gallus (philos amin kai etairos Strab. 2, 5, 12 p.

118), in dessen Gefolge er Aegypten bereiste, ist zwar zuverlaessig und ehrlich

wie alle seine Meldungen, aber augenscheinlich von diesem Freunde ohne jede

Kritik uebernommen. Die Schlacht, in der 10000 Feinde und zwei Roemer fielen,

und die Gesamtzahl der in diesem Feldzug Gefallenen, welche sieben ist, richten

sich selbst; aber nicht besser ist der Versuch, den Misserfolg auf den

nabataeischen Wesir Syllaeos abzuwaelzen durch einen "Verrat", wie er

geschlagenen Generalen gelaeufig ist. Allerdings eignete sich dieser insofern

zum Suendenbock, als er einige Jahre nachher auf Betreiben des Herodes von

Augustus in Untersuchung gezogen und verurteilt und hingerichtet ward (Ios. ant.

Iud. 16, 10); aber obwohl wir den Bericht des Agenten besitzen, der diese Sache

fuer Herodes in Rom gefuehrt hat, ist darin von diesem Verrat kein Wort zu

finden. Dass Syllaeos die Absicht gehabt haben soll, erst die Araber durch die

Roemer und dann diese selbst zugrunde zu richten, wie Strabo "meint", ist bei

der Stellung der Klientelstaaten Roms geradezu unvernuenftig. Eher liesse sich

denken, dass Syllaeos der Expedition deshalb abgeneigt war, weil der

Handelsverkehr durch das Nabataeerland durch sie beeintraechtigt werden konnte.

Aber den arabischen Minister deswegen des Verrats zu beschuldigen, weil die

roemischen Fahrzeuge fuer die arabische Kuestenfahrt ungeeignet waren oder weil

das roemische Heer genoetigt war, das Wasser auf Kamelen mitzufuehren, Durra und

Datteln statt Brot und Fleisch, Butter statt oel zu essen; als Entschuldigung

dafuer, dass auf die bei dem Rueckmarsch in 60 Tagen zurueckgelegte Strecke fuer

den Hinmarsch 180 verwendet wurden, die betruegerische Wegweisung vorzufuehren;

endlich die vollkommen richtige Bemerkung des Syllaeos, dass ein Landmarsch von

Arsinoe nach Leuke Kome untunlich sei, damit zu kritisieren, dass von da nach

Petra eine Karawanenstrasse gehe, zeigt nur, was ein vornehmer Roemer einem

griechischen Literaten aufzubinden vermochte.

^67 Die schaerfste Kritik des Feldzugs gibt die Auseinandersetzung des

aegyptischen Kaufmanns ueber die Zustaende auf der arabischen Kueste von Leuke

Kome (el-Haura, noerdlich von Janbo, der Hafenstadt von Medina) bis zur

Katakekaumene-Insel (Djebel Tair bei Lohaia). "Verschiedene Voelker bewohnen

sie, die teils etwas, teils voellig verschiedene Sprachen reden. Die Bewohner

der Kueste leben in Huerden wie die 'Fischesser' auf dem entgegengesetzten Ufer"

(diese Huerden beschreibt er c. 2 als vereinzelt liegend und in die Felsspalten,

eingebaut), "die des Binnenlandes in Doerfern und Weidegemeinschaften; es sind

boesartige zwiesprachige Menschen, welche die aus der Fahrstrasse verschlagenen

Seefahrer pluendern und die Schiffbruechigen in die Sklaverei schleppen. Deshalb

wird von den Unter- und den Oberkoenigen Arabiens bestaendig auf sie Jagd

gemacht; sie heissen Kanraiten (oder Kassaviten). ueberhaupt ist die Schiffahrt

an dieser ganzen Kueste gefaehrlich, der Strand hafenlos und unzugaenglich, von

boeser Brandung, klippig und ueberhaupt sehr schlimm. Darum halten wir, wenn wir

in diese Gewaesser einfahren, uns in der Mitte und eilen, in das arabische

Gebiet zu kommen zur Insel Katakekaumene; von da an sind die Bewohner gastlich

und begegnen zahlreiche Herden von Schafen und Kamelen." Dieselbe Gegend

zwischen der roemischen und der homeritischen Grenze und dieselben Zustaende hat

auch der axomitische Koenig im Sinn, wenn er schreibt: peran de t/e/s erythras

thalass/e/s oiko?ntas Arrabitas kai Kinaidokolpitas (vgl. Ptol. geogr. 6, 7,

20), srateyma naytikon kai pezikon diapempsamenos kai ypotaxas ayt/o/n to?s

basileias, phoroys t/e/s g/e/s telein ekelysa kai ode?esthai met' eir/e/n/e/s

kai pleesthai, apo te Deyk/e/s k/o/m/e/s e/o/s t/o/n Sabai/o/n ch/o/ras

epolem/e/sa.

^68 Diese Mauern, von Bruchstein erbaut, bilden einen Kreis von einer

Viertelstunde im Durchmesser. Sie sind beschrieben von Arnaud, a. a. O. (vgl.

Anm. 61).

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Es war ein uebler Misserfolg; aber Augustus gab die Eroberung Arabiens

nicht auf. Es ist schon erzaehlt worden, dass die Orientfahrt, die der Kronprinz

Gaius im Jahre 753 antrat, in Arabien endigen sollte; es war diesmal im Plan,

nach der Unterwerfung Armeniens im Einverstaendnis mit der parthischen

Regierung, oder noetigenfalls nach Niederwerfung ihrer Armeen, an die

Euphratmuendung zu gelangen und von da aus den Seeweg, den einst der Admiral

Nearchos fuer Alexander erkundet hatte, nach dem gluecklichen Arabien zu nehmen

^69. In anderer, aber nicht minder ungluecklicher Weise endigten diese

Hoffnungen durch den parthischen Pfeil, der den Kronprinzen vor den Mauern von

Artageira traf. Mit ihm ward der arabische Eroberungsplan fuer alle Zukunft

begraben. Die grosse Halbinsel ist in der ganzen Kaiserzeit, abgesehen von dem

noerdlichen und nordwestlichen Kuestenstriche, in derjenigen Freiheit

verblieben, aus welcher seinerzeit der Henker des Hellenentums, der Islam

hervorgehen sollte.

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^69 Dass die orientalische Expedition des Gaius zum Endziel Arabien hatte,

sagt Plinius (namentlich nat. 12, 14, 55, 56; vgl. 2, 67, 168; 6, 27, 141; c.

28, 160; 32, 1, 10) ausdruecklich. Dass sie von der Euphratmuendung ausgehen

sollte, folgt daraus, dass die Expedition nach Armenien und Verhandlungen mit

der parthischen Regierung ihr vorausgingen. Darum lagen auch den Kollektaneen

Jubas ueber die bevorstehende Expedition die Berichte der Feldherren Alexanders

ueber ihre Erkundung Arabiens zu Grunde.

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Aber gebrochen ward der arabische Handel allerdings, teils durch die

weiterhin zu eroerternden Massregeln der roemischen Regierung zum Schutz der

aegyptischen Schiffahrt, teils durch einen gegen den Hauptstapelplatz des

indisch-arabischen Verkehrs von den Roemern gefuehrten Schlag. Sei es unter

Augustus selbst, moeglicherweise bei den Vorbereitungen zu der von Gaius

auszufuehrenden Invasion, sei es unter einem seiner naechsten Nachfolger, es

erschien eine roemische Flotte vor Adane und zerstoerte den Platz; in Vespasians

Zeit war er ein Dorf und seine Bluete vorueber. Wir kennen nur die nackte

Tatsache ^70, aber sie spricht fuer sich selber. Ein Seitenstueck zu der

Zerstoerung Korinths und Karthagos durch die Republik, hat sie wie diese ihren

Zweck erreicht und dem roemisch-aegyptischen Handel die Suprematie im Arabischen

Meerbusen und im Indischen Meere gesichert.

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^70 Die einzige Kunde von dieser merkwuerdigen Expedition hat der

aegyptische Kapitaen aufbewahrt der um das Jahr 75 die Fahrt an den Kuesten des

Roten Meeres beschrieben hat. Er kennt (c. 26) das Adane der Spaeteren, das

heutige Aden, als ein Dorf an der Kueste (k/o/m/e/ parathalassios), das zum

Reiche des Koenigs der Homeriten Charibael gehoert, aber frueher eine bluehende

Stadt war und davon heisst (eydaim/o/n d' epekl/e/th/e/ proteron o?sa polis),

weil vor der Einrichtung des unmittelbaren indisch-aegyptischen Verkehrs dieser

Ort als Stapelplatz diente: n?n de oy pro pollo? t/o/n /e/meter/o/n chron/o/n

Kaisar ayt/e/n katestrepsato. Das letzte Wort kann hier nur "zerstoeren"

heissen, nicht, wie haeufiger, "unterwerfen", weil die Umwandlung der Stadt in

ein Dorf motiviert werden soll. Fuer Kaisar hat Schwanbeck (Rheinisches Museum

N. F. 7, 1848, S. 353) CHariba/e/l, C. Moeller Ilasar (wegen Strab. 16, 4, 21 p.

782) vorgeschlagen; beides ist nicht moeglich, dieses nicht, weil dieser

arabische Dynast in einem weit entlegenen Distrikt herrschte, auch unmoeglich

als bekannt vorausgesetzt werden konnte, jenes nicht, weil Charibael Zeitgenosse

des Schreibers war und hier ein vor der Zeit desselben vorgefallenes Ereignis

berichtet wird. An der Ueberlieferung wird man nicht Anstoss nehmen, wenn man

ueberlegt, welches Interesse die Roemer daran haben mussten, den arabischen

Stapelplatz zwischen Indien und Aegypten zu beseitigen und den direkten Verkehr

herbeizufuehren. Dass die roemischen Berichte von diesem Vorgang schweigen, ist

ihrem Wesen angemessen; die Expedition, welche ohne Zweifel durch eine

aegyptische Flotte ausgefuehrt ward und lediglich in der Zerstoerung eines

vermutlich wehrlosen Kuestenplatzes bestand, wird vermutlich von keinem Belang

gewesen sein; um den grossen Handelsverkehr haben die Annalisten sich nie

gekuemmert, und ueberhaupt sind die Vorgaenge in Aegypten noch weniger als die

in den andern kaiserlichen Provinzen zur Kenntnis des Senats und damit der

Annalisten gekommen. Die nackte Bezeichnung Kaisar, wobei nach Lage der Sache

der damals regierende ausgeschlossen ist, erklaert sich wohl daraus, dass der

berichtende Kapitaen wohl die Tatsache der Zerstoerung durch die Roemer, aber

Zeit und Urheber nicht kannte.

Moeglich ist es, dass hierauf die Notiz bei Plinius (nat. 2, 67, 168) zu

beziehen ist: maiorem (oceana) partem et orientis victoriae magni Alexandri

lustravere usque in Arabicum sinum, in quo res gerente C. Caesare Aug. f. signa

navium ex Hispaniensibus naufragiis feruntur agnita. Gaius kam nicht nach

Arabien (Plin. nat. 6, 28, 160); aber recht wohl kann waehrend der armenischen

Expedition von Aegypten aus ein roemisches Geschwader von einem seiner

Unterbefehlshaber an diese Kueste gefuehrt worden sein, um die Hauptexpedition

vorzubereiten. Dass darueber sonst Stillschweigen herrscht, kann auch nicht

befremden. Die arabische Expedition des Gaius war so feierlich angekuendigt und

dann in so uebler Weise aufgegeben worden, dass loyale Berichterstatter alle

Ursache hatten, eine Tatsache zu verwischen, die nicht wohl erwaehnt werden

konnte, ohne auch das Scheitern des groesseren Planes zu berichten.

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Indes die Bluete des gesegneten Landes von Jemen war zu fest begruendet, um

diesem Schlag zu erliegen; politisch hat es sogar vielleicht erst in dieser

Epoche sich straffer zusammengefasst. Mariaba war, als die Waffen des Gallus an

seinen Mauern scheiterten, vielleicht nicht mehr als die Hauptstadt der Sabaeer;

aber schon damals war die Voelkerschaft der Homeriten, deren Hauptstadt Sapphar

etwas suedlich von Mariaba auch im Binnenland liegt, die staerkste des

gluecklichen Arabiens. Ein Jahrhundert spaeter finden wir beide vereinigt unter

einem in Sapphar regierenden Koenig der Homeriten und der Sabaeer, dessen

Herrschaft bis Mocha und Aden und, wie schon gesagt ward, ueber die Insel

Sokotra und die Kueste von Somal und Sansibar sich erstreckt; und wenigstens von

dieser Zeit an kann von einem Reich der Homeriten die Rede sein. Die Wuestenei

noerdlich von Mariaba bis zur roemischen Grenze gehoerte damals nicht dazu und

stand ueberhaupt unter keiner geordneten Gewalt ^71; die Fuerstentuemer der

Minaeer und der Chatramotiten blieben auch ferner unter eigenen Landesherren.

Die oestliche Haelfte Arabiens hat bestaendig einen Teil des Persischen Reiches

gebildet und niemals unter dem Szepter der Beherrscher des gluecklichen Arabien

gestanden. Auch jetzt also waren die Grenzen enge und sind es wohl geblieben; es

ist wenig ueber die weitere Entwicklung der Verhaeltnisse bekannt ^72. In der

Mitte des 4. Jahrhunderts war das Reich der Homeriten mit dem der Axomiten

vereinigt und wurde von Axomis aus beherrscht ^73, welche Untertaenigkeit indes

spaeterhin sich wieder geloest hat. Sowohl das Reich der Homeriten wie das

vereinigte axomitisch-homeritische stand als unabhaengiger Staat in der

Römische Geschichte — Buch 8 · 第 68 / 73 段