KIRSCHEN MIT SALICYL.

3 kg (6 Pfd.) saure Kirschen

1-1/2 kg (3 Pfd.) Streuzucker

3 g Salicyl

_Vorbereitung_: Recht fleischige saure Kirschen werden ausgesteint. Sie

werden in einem Steintopfe mit dem Zucker vermischt und eine Nacht

zugedeckt kuehl gestellt. Am andern Tage loest man das Salicyl mit 3

Essloeffel von dem Saft auf, ruehrt es unter die Kirschen und bindet den

Topf mit Pergamentpapier zu. Jeden zweiten Tag muessen die Kirschen

umgeruehrt werden, bis der Saft die Frucht bedeckt. So zubereitet haelt

sich das Kompott vorzueglich. Wohlschmeckender und ausgiebiger ist es,

wenn man das notwendige Kompott aus dem Topfe nimmt, dasselbe mit etwas

Wasser verduennt, die Kirschen durchschmort und die Sauce mit etwas

Staerkemehl seimig kocht.

KOMPOTTS IN GESCHWEFELTEN GLAeSERN EINZUMACHEN.

Die Fruechte werden wie zum Kompott vorbereitet und geschmort. Der Zucker

wird bis zum ersten Grade gekocht, dann werden die Fruechte

hineingeschuettet und soviel wie moeglich geschaeumt.

Die sauberen Glaeser werden ueber einen Tops mit Schwefelfaeden, wovon einer

angezuendet wurde, geschwefelt. Man legt ein Tuch leicht ueber das Glas und

den Schwefeltopf und haelt das Glas mit diesem ueber den brennenden

Schwefel, bis es mit weissem Qualm angefuellt ist. Man lueftet den hinteren

Zipfel des Tuches oefter, um die Luft zuzufuehren, damit die Schwefelfaeden

brennen koennen. Gewoehnlich oeffnet man ein Fenster.

Das Kompott wird heiss bis 2 cm vom Rande eingefuellt; der Saft muss

reichlich darueber stehen.

Um die Oberflaeche zu schwefeln haelt man ein anderes geschwefeltes Glas

einen Augenblick darueber und bindet dann das gefuellte Glas nach Angabe

zu.

Besonders gut sind auf diese Weise einzumachen:

_Blaubeeren_ werden wie zu Kompott geschmort, koennen aber auch ohne

Zucker, nur gewaschen, im Kessel ueberwellen. Der Saft muss reichlich sein.

_Blaue Pflaumen_ schmort man wie zu frischem Kompott.

_Dreimus_, d. h. 1 Teil Himbeeren, 1 Teil Johannisbeeren, 2 Teile

Kirschen; diese Mischung muss 1/2 Stunde schmoren und haeufig mit dem

Schaumloeffel bewegt werden, da das Kompott sehr leicht anbrennt. Wer die

Johannisbeerkerne nicht liebt, fuegt nur den Saft der Beeren hinzu. Man

kann auch 1 Teil Erdbeeren zu der Mischung schuetten.

_Kirschen_, mit oder ohne Kerne, und (nach Belieben) mit einem Beutelchen

gestossener Kerne, Zimt und etwas Zitronenschale geschmort.

KRAeUTER ODER TEES ZU TROCKNEN.

(Majoran, Mint, Pfefferkraut, Thymian und alle Tees.)

Kraeuter und Tees werden bei trockenem Wetter vor der Bluete geschnitten;

der Staub wird soviel wie moeglich durch Abschuetteln entfernt. Man bindet

kleine Straeusschen aneinander und haengt sie in die Sonne, bis sie trocken

sind. Dann reibt man die Blaetter von den Stielen und verwahrt sie in

Buechsen oder hebt sie mit den Stielen in luftigen Beuteln auf.

KUeRBIS.

1-1/2 kg (3 Pfd.) vorbereiteter Kuerbis

4 l Essig

1-1/2 kg (3 Pfd.) Zucker

3/4 l Wasser

Die Schale von 1/2 Zitrone, 1 Stueckchen Ingwer und

1 Stueck Zimt, 4 Nelken (in einem Mullbeutel)

Weisses Papier, 1 Essl. Rum

_Vorbereitung_: Der Kuerbis wird geschaelt, in Streifen geschnitten,

gewogen.

_Zubereitung_: Den vorbereiteten Kuerbis uebergiesst man mit leichtem Essig,

so dass er ganz davon ueberdeckt ist. Am andern Tage kocht man den Zucker

mit Wasser bis zum zweiten Grade und laesst den Gewuerzbeutel mitkochen. Der

inzwischen auf einem Durchschlage abgelaufene Kuerbis kocht in dem Zucker

so lange, bis er klar erscheint. Man nimmt ihn dann mit dem Schaumloeffel

heraus und kocht den Saft dicklich ein, giesst ihn nach dem Erkalten ohne

die Gewuerze ueber die in Glaeser gepackten Kuerbisstuecke, ueberdeckt diese

mit Rumpapier und verschliesst die Glaeser mit Pergamentpapier.

_Bemerkungen_: Der Essig kann zur Bereitung von sauren Gemuesen oder

Fleisch oder zum Scheuern verwendet werden. Reste kommen in den

Essigtopf.

Volks-Kochbuch für Schule, Fortbildungsschule und Haus · 第 167 / 201 题