EINMACHEN.

Die dazu bestimmten Gemuese und Fruechte sind stets frueh am Tage zu kaufen

und muessen moeglichst frisch Verwendung finden. Fruechte sollen nicht ganz

reif, doch aber schon aromatisch und ohne Druckstellen sein. Die

Vorbereitung zum Einmachen muss in kuehlem Raume geschehen. Das Einmachen

soll moeglichst hintereinander stattfinden; Gemuese duerfen nicht erst am

folgenden Tage fertig gestellt werden. Gleichzeitiges Kochen von fetten

oder riechenden Speisen ist zu vermeiden. Die angegebenen Gemuese- und

Fruchtpreise sind fuer unguenstige Jahre, also ziemlich hoch aufgestellt.

Zucker zum Einmachen ist am vorteilhaftesten im ganzen und gaenzlich

ungeblaut zu kaufen. Der Zucker wird in kleine Stuecke geschlagen, damit

er sich schneller loest. Man bedient sich zum Zerschlagen einer

Pappunterlage. Tische und Bretter werden ohne Unterlage verdorben, und

man hat bei Benutzung von Pappunterlagen ausserdem das Sammeln der

Zuckerkruemel leichter. Der Zucker wird in eine irdene Schale getan und

auf je 1 kg (2 Pfd.) 1/2 l Wasser gefuellt. Nachdem er aufgeweicht ist

(das Abwiegen und Einweichen geschieht vor der Vorbereitung der Fruechte),

setzt man ihn in einem sauberen blanken Kessel zuerst auf schwaches Feuer

und zerdrueckt sorgfaeltig die noch etwa vorhandenen Stuecke. Die Loesung

darf nicht eher den Kochgrad erreichen bis der Zucker vollstaendig

aufgeloest ist, sonst setzt er sich spaeter als harte Masse an dem Rand des

Kessels oder in Glas, Topf oder Buechse ab. Ist die Loesung vollkommen

klar, so setzt man sie auf lebhafteres Feuer, schoepft dann mit dem

Schaumloeffel sorgfaeltig den aufsteigenden Schaum ab und reinigt mit einer

feuchten kleinen Stielbuerste den Kesselrand von dem angesetzten Zucker so

oft es noetig ist.

Der sogenannte _erste Grad_ ist der nach dem gruendlichen Abschaeumen; er

kommt beim Obstschmoren in Betracht.

Beim _zweiten Grad_ faellt der Zucker in breiten Tropfen vom Schaumloeffel.

Dieser Grad genuegt meist zum Einmachen vieler Fruechte.

Beim _dritten Grad_ faellt er vom Schaumloeffel in einem duennen kurzen

Faden, der sich sofort nach dem Schaumloeffel zurueckzieht. Dieser Grad ist

fuer suesse Konfitueren erforderlich.

Pergamentpapier wird, soll es zum Verschliessen von Einmachbehaeltern

dienen, passend geschnitten, in lauwarmes Wasser getaucht, auf sauberem

Tuche schnell abgetrocknet und in doppelter Lage uebergebunden;

Pergamentpapier muss jedesmal beim Neubebinden frisch angefeuchtet werden.

Seidenpapier bildet guten Verschluss fuer Glaeser, wenn es passend

geschnitten, auf beiden Seiten durch zerschlagenes, wieder zerflossenes

Eiweiss gezogen vorsichtig ueber das betreffende Glas gelegt wird. Darueber

wird ein trockenes zweites Blatt gebreitet und mit sauberem Tuche

ringsherum fest angedrueckt. Wenn erforderlich, legt man darueber noch ein

drittes Blatt. Dieses Verfahren gewaehrt, ist das Papier getrocknet,

luftdichten Abschluss.

Volks-Kochbuch für Schule, Fortbildungsschule und Haus · 第 162 / 201 题