ACHTES KAPITEL.

Empirismus, Sensualismus, Realismus, Naturalismus, Positivismus.

Wir nähern uns der physischen Anschauung von Welt und Leben. Den wenn

auch nicht zeitlichen, aber sachlichen Übergang bilden die in der

Überschrift verzeichneten Anschauungen. Die Namen besagen schon, um was

es sich dabei handelt. Nur ist hervorzuheben, daß unter Sensualismus

der ~äußere~ Sensualismus verstanden ist, nicht der innere, der der

Phänomenalismus ist, und den wir schon untersucht haben (S. 356 ff.).

Diese Anschauungsweisen sind die sich von selbst darbietenden; eine

Besprechung verdienen sie nur, soweit sie philosophisch durchdacht

sind. Wir finden sie selbstverständlich bei allen Völkern und

zu allen Zeiten, so auch bei den Griechen (unter den Zynikern,

Epikureern, Stoikern usf.). Zu einem System ausgebildet sind sie

jedoch erst in den neueren Zeiten, und von denen allein wollen wir

hier sprechen. Den Idealismus haben wir fast ganz in Deutschland

behandeln können; was wir jetzt vortragen werden, betrifft wesentlich

englische und französische Denker, deutsche kommen erst in neuerer

Zeit und, hinsichtlich der Originalität, in zweiter Reihe in Betracht.

Dafür haben wir freilich in ~Ernst Mach~ einen der konsequentesten

Sensualisten.

Welt- und Lebenanschauungen; hervorgegangen aus Religion, Philosophie und Naturerkenntnis · 第 102 / 108 题