Anschauungen aus Theosophie, Deismus und Emanismus.
Die ~Theosophie~ und die mit ihr meist verbundene ~Emanationslehre~
beruhen außer auf dem Glauben, wie an einer anderen Stelle bereits
hervorgehoben, weniger auf logischen Verstandesfolgerungen und auf
Naturbetrachtungen, als vielmehr auf Eingebungen, innerem Schauen
(contemplatio), auf Intuition, meist aus dem Fühlen heraus. Es wird
dieser Intuition, mitunter höchster Phantasie und Verzückung, ihr Recht
eingeräumt, selbst gegen den Widerstand der kühlen Vernunft. Zugleich
tritt die irdische Welt als Selbständigkeit in den Hintergrund. Verband
der Pandeismus Gott mit der Welt, so schließt die Theosophie umgekehrt
die Welt an Gott an. Gleichwohl neigt sie meist zu einem gewissen
~Pandeismus~, wofür wir manche Beispiele kennen lernen werden. So ist
die Theosophie doppeldeutig zu verstehen, als eine Erkenntnis Gottes
durch die Welt und als eine Erkenntnis der Welt durch Gott; letzteres
also als eine Erkenntnis, wie Gott sie besitzt, als eine absolute
Erkenntnis. Fast alle Schulen und Vereinigungen, die sich in dieser
Weise mit der Theosophie beschäftigt haben und noch beschäftigen, wie
unsere modernen Theosophen, haben die zweite Art der Erkenntnis in
ihren wesentlichen Teilen geheim, esoterisch behandelt. So verband und
verbindet sich mit der Theosophie ein ~Occultismus~, der, soweit er
an die Öffentlichkeit tritt, naturgemäß als ~Mystizismus~ erscheint.
Und sie führt zu ~Supranaturalismus~. Ja in den Auswüchsen zu
~Theurgie~, ~Nekromantie~ und manchem Spuk, den wir vom ~Spiritismus~
kennen. Es ist auch vielfach das Gebiet der ~Geheimgesellschaften~,
deren Lehren nur den Eingeweihten, Mysten, Adepten bekannt waren
oder bekannt sind. Ob die griechischen Mysterien hierhergehören,
läßt sich nicht feststellen. Da wir nicht mehr sagen können, als wir
wissen, beschäftigen wir uns hier nur mit den exoterischen Lehren.
Sie enthalten viel Bedeutendes und Hohes neben manchem, das wir nur
kopfschüttelnd vernehmen mögen. Ich erinnere aber zum Verständnis des
Folgenden, namentlich in nichtheidnischen Kreisen entstandenen, daß,
frei von allem Mystizismus, schon in der Bibel die Wesensgleichheit des
Geistes des Menschen mit dem Odem Gottes vorgetragen ist. Um solche
Wesensgleichheiten in allgemeinerem Sinne handelt es sich in allen zu
beschreibenden theosophischen Anschauungen. Für Gott werden wir auch
~Urgeist~ setzen.