Ein leiser Schritt, ein unhörbarer Schritt; -- ein Geister-Kinderschritt
in der Silvesternacht!... Wir haben gesagt, daß die beiden Greise vor
einer Stunde die Treppe zu ihren Gemächern hinaufgestiegen und ihn, wie
wir übrigen alle, nicht vernahmen. Ganz war es doch nicht so.
Als der alte Herr der alten Dame mit immer noch zierlicher Höflichkeit
die Tür öffnete, um sie zuerst über die Schwelle treten zu lassen, hatte
die Frau einen Augenblick gezögert und zurückgesehen und gehorcht.
Der alte Herr glaubte, sie horche noch einmal auf den fröhlichen Lärm,
auf das heitere Stimmengewirr der Neujahrsnacht dort unten im Festsaal
des Hauses.
»Sie sind gottlob recht heiter,« meinte er, »wüßte auch nicht, weshalb
nicht. Und auch wir, -- Mutter! -- nicht wahr, Alte?... Wie spät ist es
denn eigentlich? Elf Uhr! Noch früh am Tage, wenngleich wirklich ein
wenig spät im Jahre.«
»Ja, Walter!« hatte die Greisin erwidert, aber nur, um doch eine Antwort
zu geben. »Ich hörte eigentlich nicht auf dich; ich dachte an unser
Ännchen,« fügte sie hinzu, als sich die Tür hinter ihnen geschlossen
hatte und sie in der letzten Stunde des ablaufenden Jahres mit sich
allein waren.