Baptist sagte kalt und roh: „Sie ist ein Luder!“

Das Mädchen hielt erschreckt im Abwickeln inne. Dann machte sie ein

beleidigtes Gesicht und schwieg. Als das Garn aufgerollt war,

verzichtete Grete, noch einen weiteren Strang von Baptists Händen

abzuwickeln und zog sich abweisend zu ihrem Kanevas zurück, auf das sie

Rosen mit grünen Blättern stickte. Die zwei saßen stumm und voneinander

getrennt.

Baptist wünschte bald Gute Nacht! Das Mädchen antwortete ihm kaum. Er

legte sich ins Bett und die Gedanken bewegten sich schwer in ihm, wie

Eisblöcke. Ihre Kälte hielt ihn wach.

„Und das gestohlene Geld!“

Das Eis war in der aufsiedenden Qual im Nu zerschmolzen. Baptist warf

sich ruhelos, grausam bedrängt auf dem schmalen Bett umher. Er dachte

gleich an die Diebstähle, denen er sich im Hause seines Vaters nicht

hatte entziehen können. Die Umstände, unter denen er dort Geld gestohlen

hatte, entwichen seinem Gedächtnis und er sah diesen als die Fortsetzung

jener Kette der sündhaften Schmach an. Er kam sich vor als ein

Gottverdammter, zum Verbrechen Verfluchter, ein Verächtlicher,

Verkommener.

Aber so oft sich in seiner Wirrsal die Erinnerung an den Betrug der

Plätterin hervordrängte, fühlte er sich trotzig ruhiger werden. Einmal

in einem solchen Augenblick der schrecklichen Stunden sagte er dann mit

lauter Stimme in hartsinniger Grausamkeit gegen sich selbst und sah

dabei den Schimmer einer ganz fernen Sehnsucht aufscheinen: „Ich stelle

mich dem Gericht!“

Der Hafen(#76486) · 第 40 / 55 题