Anmerkungen zur Transkription
Das Original ist in Fraktur gesetzt. Im Original gesperrter Text
ist _so ausgezeichnet_. Im Original in Antiqua gesetzter Text ist
~so markiert~. Im Original fetter Text ist =so dargestellt=.
Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende des
Buches.
Die Radierung.
[Illustration: Christnacht
Original-Radierung von Alois L. Seibold]
Die Radierung
Ein Leitfaden und Ratgeber
von
Professor Alois Leopold Seibold
Maler und Radierer in Wien
Vierte vermehrte und verbesserte Auflage
Mit 10 Kunstbeilagen und
16 Abbildungen im Text
[Illustration]
Eßlingen a. N.
Paul Neff Verlag (Max Schreiber)
1922
Druck von Wilh. Langguth, Eßlingen a. N.
Meinem hochgeschätzten Meister,
Professor Viktor Jasper in Wien
in dankbarer Verehrung zugeeignet
_Alois L. Seibold_
Vorwort zur ersten Auflage.
Als ich den Entschluß faßte, das vorliegende Buch zu schreiben, da
war es vor allem der Wunsch, nachstrebenden Jüngern diese Kunstweise
mitzuteilen, und namentlich die eigenen Erfahrungen auf diesem Gebiete
zu verwerten, welche, so bescheiden sie auch immerhin sein mögen,
doch berufen sein dürften, wo immer nur möglich bei den anfänglichen
Versuchen die Lernbegierigen vor Schaden und vornehmlich vor
Entmutigung zu bewahren.
Da die Radierung, wie sie heute wieder gepflegt wird, der Ausdruck
der freischaffenden Künstlerseele ist und mit ihren Mitteln geeignet
und berufen erscheint, das persönliche, dichterische Empfinden
ihrer Pfleger in Formen zu kleiden, so hört die Technik an sich auf
Selbstzweck zu sein; sie wird zur Schrift, deren sich die Hand zum
Niederschreiben des Erschauten, des innerlich Erlebten bedient.
Soweit dies im Rahmen eines Lehrbuches tunlich ist, war mein Bestreben
dahin gerichtet, das rein künstlerische Moment als das leitende
erscheinen zu lassen und den Anfänger an der Hand eines gesichteten
Materiales unmittelbar ins Praktische dieser Kunstweise einzuführen,
ohne ihn erst mit viel theoretischem Ballast zu beschweren.
Daß es mir nicht beikommt zu wähnen, ich schriebe -- der Erste -- über
die Radierung, bedarf wohl keiner Versicherung, denn stattlich ist die
Zahl (allerdings) älterer Lehrbücher, die die Fachliteratur auf diesem
Gebiete aufzuweisen hat.
Im allgemeinen muß ich mich auch an diese halten; denn das Um und Auf
der Radierung ist ja immer dasselbe und mit ein paar Worten abgetan;
die Methode aber, mit der dem Schüler die Wege zu weisen sind, ist es,
die das Vertrauensamt hat, den Anfänger und sein Lernen zu leiten, auf
daß Fortschritt und nicht Verwirrung seinen Weg bezeichne.
Dieser Gewissensaufgabe mich zu unterziehen ist mir umso lieber, da
ich gewiß zu sein glaube, mit dieser meiner bescheidenen Arbeit einer
Kunstweise, welche zu den edelsten, ausdrucksfähigsten unter den
graphischen gehört, neue Freunde, Pfleger und Schätzer geworben zu
haben.
Ist mir dies mit meinen Zeilen zu erreichen vergönnt, dann soll es mir
zu ehrender Genugtuung gereichen, mein Scherflein zur Pflege und zum
Verständnis dieser edlen, echt künstlerischen Technik beigetragen zu
haben.
Prag, im September 1909.
=Der Verfasser.=
Vorwort zur 3. und 4. Auflage.
Trotz aller Stürme, trotz aller Umwälzung, Not und Verwirrung, die uns
die letzten Jahre gebracht, geht deutsche Kulturarbeit unbeirrt ihren
sicheren Weg.
Lernbegierde, Schaffenslust, die Freude am Schönen, können im gesunden
Volke nicht untergraben werden; das sind unverlierbare Schätze,
Quellen, die immer fließen.
* * * * *
Nach kaum drei Jahren -- es waren bisher die ärgsten -- ward die dritte
Auflage notwendig, nach weiteren zweien die vierte! Das Zeichen ist
klein, aber der Schluß, der daraus zu ziehen, ist groß und stolz.
Und nun zum viertenmal hinaus!
In fleißige Hände, in Stuben voll Lern- und Schaffenslust!
Und das Weggeleit ist die verständnisvolle Freundschaft, die dem
Büchlein beschieden ist; möge sie ihm erhalten bleiben!
Wien, im Juni 1922.
=Der Verfasser.=
Inhalt.
_Vorwort_
Seite
1. _Über das Wesen der Radierung_ 1
2. _Vorbereitung zum Arbeiten_ 6
~a~) Die Kupferplatte und ihre Zurichtung 6
~b~) Über die Bereitung des Ätzgrundes 8
~c~) Das Grundieren der Kupferplatte 11
~d~) Das Anrauchen 15
3. _Das eigentliche Radieren_ 20
~a~) Von der Wahl des Motives 20
~b~) Das Aufbringen der Konturen 21
~c~) Die Radiernadeln 24
~d~) Über die Führung der Nadel 25
4. _Der Ätzprozeß_ 28
~a~) Die Bereitung des Ätzwassers 28
~b~) Die Ausrüstung der Platte zum Ätzen 31
~c~) Die Bereitung von Ätzwachs 34
~d~) Die erste Ätzung 35
~e~) Abgestuftes Ätzen (Pinselfirnis) 38
~f~) Über verschiedene Arbeitsprogramme 41
~g~) Das Reinigen der Platte 43
5. _Das Abdrucken von der Platte_ 45
~a~) Über die Bedeutung des Handabdrucks 45
~b~) Das Druckpapier 46
~c~) Die Druckfarbe 48
~d~) Das Einschwärzen der Platte 50
~e~) Der Abdruck 52
~f~) Das Drucken auf maschinellem Wege 57
6. _Retouche-Arbeiten_ 62
7. _Über Mißerfolge_ 68
8. _Abschleifen der Platte_ 74
9. _Strich und Ton_ 77
10. _Wege und Ziele_ 84
11. _Das fertige Blatt_ 92
_Schlußwort_ 94
_Alphabetisches Verzeichnis_ 100
Kunstbeilagen.
Original-Radierungen von Alois L. Seibold.
I. »Christnacht« Titelbild
II. »Das Gehölz« S. 40/41
III. »Alter Winkel in Olmütz«, Wiedergabe
eines mit dem Beinstab
gewonnenen Plattenabzuges S. 56/57
IV. »Motiv aus Obersteiermark« S. 60/61
V. »Bildnisstudie« S. 68/69
VI. »Karlskirche in Wien« S. 80/81
VII. »Überfahrt« S. 84/85
VIII. »Pieta« S. 88/89
IX. »Im Sturm« S. 92/93
X. »Der heilige Franziskus« S. 96/97
1. Über das Wesen der Radierung.
Es ist eine bekannte Tatsache, daß Kupfer von Salpetersäure aufgelöst
wird. Es geht mit ihr eine Verbindung ein, welche in Wasser leicht
löslich ist und dieses blaugrün färbt (Kupfernitrat). Gleichzeitig
steigt freiwerdendes Stickoxyd in Form von Gasbläschen auf. (Giftige
Dämpfe!)
(3~Cu~+8~HNO~_{3} = 3~Cu~(~NO~_{3})_{2}+4~H~_{2}~O~+2~NO~.)
Dieser chemische Vorgang bildet die Grundlage der Radierung. Das Kupfer
kommt hierbei in Form von Platten in Verwendung, deren Oberfläche bis
zur feinsten Glätte geebnet ist. Diese feine Oberfläche erhält nun
einen dünnen säurefesten Überzug von eigens hierzu bereitetem Firnis,
welcher die darunterliegende Kupferfläche vor Zerstörung durch die
Salpetersäure schützt. Mittelst feiner Stahlstifte von verschiedener
Form, der sogenannten _Radiernadeln_, wird nun eine Zeichnung in
diesen Firnis geritzt, so daß das Kupfer an den betreffenden Stellen
frei zutage tritt. Etwaige Schattengebungen werden in Strichlagen
ausgeführt, ähnlich denen einer Federzeichnung. Diese rein
künstlerische Tätigkeit nennt man das »_Radieren_«; nach ihr hat die
ganze Technik überhaupt ihren Namen »_Radierung_« erhalten.
Wird diese Zeichnung mit Salpetersäure behandelt, so kann letztere ihre
Wirkung nur an jenen Stellen ausüben, wo sie blankes Kupfer findet;
es sind dies die Striche, welche die Radiernadel in den Firnisüberzug
gerissen hat. Diese Striche haben in den meisten Fällen das Kupfer
gar nicht geritzt, sondern es nur bloßgelegt. Jetzt löst sich dieses
unter der Einwirkung der Salpetersäure auf, und das Niveau der blanken
Kupferplatte wird dadurch an diesen Stellen vertieft; da die Einwirkung
der Säure aber kontinuierlich ist, so wird diese Vertiefung umso
größer, je länger der chemische Prozeß andauert. Diesen Vorgang nennt
man den »_Ätzprozeß_« oder die »_Ätzung_«. Beendet wird dieser Prozeß
dadurch, daß die Platte durch kräftiges Abbrausen mit Wasser von der
letzten Spur der Säure befreit wird. Sobald die Platte trocken ist,
wird der Firnis mit Terpentin heruntergewaschen. Die Platte zeigt
nun, nachdem sie mit trockenen Lappen gereinigt wurde, wieder ihre
blanke Oberfläche; aus den Strichen der Zeichnung aber sind infolge
der Wirkung der Säure feine Rinnen geworden, die sich, wenn die Platte
gegen das Licht gehalten wird, dunkel von der glänzenden Fläche
abheben. Diese Rinnen nun sind weit verschieden von solchen, welche in
die Platte mittelst einer Nadel etwa eingeritzt oder eingraviert worden
wären; denn während die auf letzterem Wege erzeugte Furche infolge der
glättenden Wirkung der Nadel eine dem entsprechend glatte Innenfläche
zeigt, bewirkt die Ätzung nicht nur eine Vertiefung, sondern was sehr
wichtig ist für die resultierende Bildwirkung, eine Aufrauhung der
vertieften Rinne an ihren Wandungen und ihrer Bodenfläche.
Wird eine also behandelte Kupferplatte mit Kupferdruckschwärze
eingerieben, so füllen sich die vertieften Striche mit Farbe, während
diese über das blank gebliebene Kupfer hinweggleitet. Mit nicht
allzuweichem, reinem Lappen kann sie von der Platte abgewischt werden,
in den Strichen sitzt sie fest.
Also vorbereitet, wird die Platte mit einem Blatt gefeuchteten
Papiers, dem sogenannten Kupferdruckpapier, belegt; auf dieses kommt
noch ein Filztuch. Platte, Papier und Tuch werden nun zwischen zwei
Stahlwalzen[1] unter großem Drucke durchgezogen, so daß das feuchte
Papier mittelst des weichen Auflagetuches in die mit Farbe gefüllten
Striche der Platte gepreßt wird. Beim Abziehen des Druckpapieres haftet
die Farbe auf dem Papier und trocknet nach einiger Zeit darauf ein. Der
Druck ist fertig und zeigt die ganze Zeichnung in tadelloser Schärfe,
jedoch, wie ja leicht einzusehen, verkehrt, ein Umstand, der beim
Entwerfen der Zeichnung auf der Platte bereits berücksichtigt werden
muß, wenn das beabsichtigte Bild nicht in seitenverkehrter Form aus dem
Druck hervorgehen soll.
[1] In früherer Zeit waren solche aus hartem Holz in Verwendung.
Das von der Platte gelieferte Bild heißt _Abzug_, _Druck_ oder zur
Spezifizierung der Art, in der es hergestellt wurde, »_Radierung_«.
Das ganze Verfahren gehört zu der Gattung des »_Tiefdruckes_«, eine
Bezeichnung für alle diejenigen graphischen Techniken, bei deren
Ausübung die bilderzeugenden Elemente (Striche, Punkte und dergl.) in
die Arbeitsfläche vertieft werden. Die maschinelle Vorrichtung zur
Herstellung aller Arten des Tiefdruckes heißt »_Kupferdruckpresse_«,
das handwerkliche Verfahren: »der _Kupferdruck_«. Den Gegensatz dazu
bildet der »_Hochdruck_«. Obwohl er eigentlich in den Rahmen dieser
Arbeit nicht gehört, so diene dessen Beschreibung doch dazu, das
vorhin Gesagte noch näher zu erklären. Bei dieser Druckart bleiben die
Striche der Zeichnung auf der Platte erhaben, während alles, was weiß
bleiben soll, unter das Niveau der Arbeitsfläche bedeutend vertieft
wird. Werden beim Tiefdruck alle Striche durch kräftiges Reiben mit
Druckfarbe gefüllt, so genügt beim Hochdruck ein einmaliges Andrücken
des Druckstockes auf ein ebenes Farbkissen, beziehungsweise ein
Übergehen desselben mit einer Farbwalze, um alle Striche zu schwärzen.
Beim Drucken zeigt sich der Unterschied zwischen Tiefdruck und
Hochdruck wieder deutlich: Während beim Tiefdruck das Papier in
die Striche hineingepreßt werden muß, bewirkt beim Hochdruck ein
einmaliges, starkes Andrücken des eingeschwärzten Druckstockes das
Abfärben auf das Papier und somit die Bilderzeugung.
Zur ersten Gattung gehören: der _Kupferstich_, der _Stahlstich_
in allen seinen Abarten, die _Radierung_ und andere Verfahren,
die jedoch mit unserer Aufgabe nichts zu tun haben, da sie auf
den Mitteln der Photographie beruhen (Heliogravure) und sich von
künstlerischen Fertigkeiten in den Mitteln wesentlich unterscheiden.
(Zum »_Hochdruck_« gehören der Holzschnitt, der Linolschnitt, der
Stempeldruck, die Zinkhochätzung, Autotypie -- Zinkotypie -- u. s.
w.)[2].
[2] Allen Lesern, die sich auch dafür interessieren, sei
Kampmann’s »Die Graphischen Künste« im Verlage Göschen auf
das angelegentlichste empfohlen.
2. Vorbereitung zum Arbeiten.
~a~) Die Kupferplatte und ihre Zurichtung.
Gleich hier will ich bemerken, daß es mir eine besondere liebe Aufgabe
ist, den Anfänger unmittelbar ins Praktische der Technik einzuführen
und ihn mit allem theoretischen Ballast, soweit er nur immer
entbehrlich und nicht zum Verständnis notwendig ist, zu verschonen.
Deshalb auch habe ich es vermieden, mich in langen technologischen
Abhandlungen über die einzelnen Materialien zu ergehen, denn bei den
heutigen merkantilen Verhältnissen ist es wirklich nicht schwer, zu der
einwandfreien Reinheit und Güte des vom Handel Gebotenen Vertrauen zu
haben. Nun zur Sache!:
Als erste Anschaffung für den Anfänger ist die _Kupferplatte_
anzusehen. Sie wird in größeren Metallhandlungen aus gewalzten
Kupferplatten geschnitten und ihr Preis nach ihrem Gewichte bestimmt.
Um den Anfänger gleich hier zu orientieren, sei folgendes erwähnt:
1. Die Platte soll etwa 1½--3 ~mm~ dick sein.
2. Ein handliches aber schon ansehnliches Format ist 13 × 18 ~cm~.
Dem Anfänger ist dringend zu raten, bei seinen ersten Versuchen über
dieses Maß nicht hinaus zu gehen, da es ihm die größte Bequemlichkeit
bei allen folgenden Hantierungen bietet. Bei erlangter Sicherheit
steigert sich von selbst das Bedürfnis nach größeren Platten, zumal ja
die Brauchbarkeit der Arbeit für größere Auflage ohnehin nicht mit dem
ersten Versuch erreicht (und auch gar nicht bezweckt) wird.
3. Das spezifische Gewicht von gewalzten Kupferplatten schwankt und
beträgt ungefähr 8·7--8·9. Es dient zur Vorausbestimmung des Gewichtes
der Platte. Eine Platte im Format 13 × 18 ~cm~, 3 ~mm~ dick, wiegt also:
13 × 18 × 0·3 × 8·9
104
---
234 × 0·3
----
70·2 × 8·9
----
5616
6318
------
624·78; das sind also 624·78 Gramm.
=======
Der Preis des Kupfers schwankt stetig im Handel. Nach obigen Daten und
Kenntnis des Kilopreises läßt sich der Preis der gewünschten rohen
Platte annähernd bestimmen. Diese Platte wird nun einem geschickten
Kupferschmied oder noch besser einer Plattieranstalt übergeben. Hier
wird die Platte »gestreckt«, d. h. eben gehämmert. Die Kanten werden
nach der Bildfläche zu leicht abgeschrägt. Die Neigung der Schräge
soll ungefähr 45° betragen; je dicker die Platte ist, desto flacher
muß diese Neigung sein, damit die Oberwalze beim Drucken die Platte
leicht anlaufen kann; auch wird dadurch die Gefahr beseitigt, daß das
Drucktuch zwischen Walze und steilkantiger Platte zerschnitten wird.
Die Ecken können abgerundet werden. Diese Schräge heißt _Facette_, die
Arbeit: das _Facettieren_. Die Bildfläche soll den feinsten Schliff --
frei von jeder Spur eines Ritzes -- zeigen, vor allzu spiegelglatter
_Polierung_ ist jedoch zu warnen, da eine solche Fläche für das
spätere Arbeiten zuweilen Ursache von Mißlichkeiten werden kann (siehe
Mißerfolge).
Hat man die Platte in diesem Zustand, so überzeuge man sich durch
vorsichtiges Auflegen derselben auf eine Spiegelscheibe, von ihrer
wirklichen Ebenheit. Man hebt sie an einer Kante etwas und läßt sie
sachte zurückfallen; ist die Schliffläche eben, dann wird dieses
Zurückfallen lautlos, ohne Klappern, erfolgen. Um sie vor dem
Zerkratztwerden zu schützen, lege man in eine flache Schachtel ein
Flanelltuch und auf dieses die Platte mit der Schliffläche nach unten.
Man bekommt fertig hergerichtete Platten in allen gangbaren Formaten in
größeren Mal- und Zeichengeräte-Handlungen; vielleicht wird sich diese
Beschaffung aber etwas teurer stellen.
~b~) Über die Bereitung des Ätzgrundes.
Obwohl es viele erprobte Rezepte für die Bereitung dieses wichtigen
Materials gibt, will ich dennoch von ihrer Anführung absehen, um
nicht durch verschiedene Mischungsverhältnisse eine Unsicherheit
hervorzurufen, denn: wozu den Anfänger der Pein der Wahl zu überlassen,
wenn ein erprobtes Rezept ihm gutes Gelingen gewährleistet!
Der Ätzgrund muß folgende Eigenschaften besitzen:
1. dauernde Festigkeit gegenüber verdünnten Säuren;
2. leichte Schmelzbarkeit;
3. festes Haften an der Metallfläche;
4. Geschmeidigkeit: die Nadel darf den Firnis nicht
zersplittern, sondern ihn nur glatt durchschneiden.
Die erste Eigenschaft wird ihm besonders durch Asphalt, die zweite
durch Bienenwachs, die dritte durch Mastix, die vierte durch ganz
homogenes Gefüge des Gemisches. Dieses wird nach folgendem Rezept
bereitet:
weißes Wachs 3 } Mastix 2 } Gewichtsteile. echter _Syrischer_ Asphalt 4
}
Je mehr Asphalt in der Mischung ist, desto härter und
wiederstandsfähiger wird der Ätzgrund, aber auch desto
undurchsichtiger. Deshalb setzt man dort, wo man auf dessen
Durchsichtigkeit Gewicht legt, noch etwas Kolophonium zu. (In unserem
Rezept etwa 2 Gewichtsteile.)
Zur Mischung sind zwei Gefäße erforderlich, welche ja nicht zu klein
gewählt werden dürfen. Zwei emaillierte Blechtöpfe leisten recht gute
Dienste. Das Schmelzen geschieht auf dem Küchenherde, jedoch hübsch
abseits, damit ohne Gefahr gearbeitet werden kann. Eine Zange oder ein
feuchtes Tuch liegt bereit zum Anfassen der heißen Töpfe.
Die runden Körnchen des Mastix werden mit dem zerstoßenen Kolophonium
zuerst geschmolzen; erst dann wird das Bienenwachs Stückchen für
Stückchen zugesetzt. Fortwährendes Umrühren mit einem Blechlöffel oder
dergl. bewirkt die vollkommene Mischung. Man darf den Topf auch nicht
aus den Augen lassen und muß bei etwa beginnendem Rauchen das Gemisch
sofort von der Hitze wegrücken. Das Rauchen ist übrigens schon ein
bedenkliches Zeichen von Überhitzung und soll durch wachsame Behandlung
überhaupt vermieden werden. Diese Masse läßt man nun bei etwa 100°
Celsius abseits stehen und schmilzt im zweiten Gefäß den ebenfalls
klein gestoßenen Asphalt bis zu leichtem Fluß. Unter großer Vorsicht
und stetem Umrühren gießt man das Gemisch in einigen Absätzen in den
bereits vom Feuer weggezogenen Asphalt und erhält das Ganze bei sehr
mäßiger Hitze noch etwa 5 bis 10 Minuten in Fluß, damit die gewünschte
Homogenität der Masse ganz sicher erreicht werde. Hierauf gießt man
die flüssige Masse in ein großes Gefäß mit reinem kalten Wasser; hier
erstarrt sie sofort zu unregelmäßigen Klumpen. In lauwarmem Wasser
lassen sich diese wie Teig kneten und die Finger fühlen leicht jedes
Knötchen oder Körnchen, welches sich vielleicht noch in der Masse
befindet; alle diese Verunreinigungen müssen aus der Masse entfernt
werden; dann werden aus dem also gereinigten Ätzgrund Walzen oder
Kugeln geformt und erkalten gelassen.
Dieser Vorrat wird zweckmäßig in einfachen länglichen Blechbüchsen
aufbewahrt, wie man sie mit diversen Pulvern oder dergl. in den
Geschäften als Verpackung bekommt.
Man hüte sich die Masse trocken, also außer Wasser zu lange zu kneten,
da sie sonst an der Hand festklebt und diese nur durch energisches
Reiben mit Terpentin wieder rein gemacht werden kann.
~c~) Das Grundieren der Kupferplatte.
Die Platte, wie wir sie in Händen haben, ist zur Aufnahme des
Ätzgrundes noch nicht geeignet, da sie noch einen Hauch von Fett
besitzt, welcher den innigen Kontakt zwischen Kupfer und Firnis nicht
zulassen würde; gießen wir auf unsre Platte Wasser auf, so sehen wir,
daß es wie Quecksilber in Kugeln abfließt, ein Zeichen, daß sich noch
ein Fetthauch auf der Platte befindet. Um diesen zu entfernen, bereiten
wir in einer Schale einen Brei von feiner Schlemmkreide oder weißem Ton
mit Wasser. Dieser dicke Brei wird mit einem Leinwandbausch auf der
Platte tüchtig aufgerieben und bei einiger Hitze rasch getrocknet. Ist
dieser Anstrich trocken geworden, so wird er mit einem ganz trockenen,
frischgewaschenen Leinwandlappen von der Platte abgerieben. Die
Schlemmkreide hat alles Fett aufgesaugt und die Platte ist jetzt zum
Grundieren bereit. Diese Prozedur ist notwendig, da ihre Unterlassung
später ein Abblättern des Firnisses leicht zur Folge haben könnte.
(Siehe »Über Mißerfolge« Nr. 8, Ursache ~b~).
[Illustration: Abb. 1. Rost aus starkem Draht ohne Überkreuzungen,
damit die Platte flach darauf liegen kann.]
Es handelt sich nun darum, den Ätzgrund in feiner Schicht auf die
Platte zu bringen. Man nennt diesen Vorgang das »Aufbringen« des
Ätzgrundes; er wird damit eingeleitet, daß die Platte gleichmäßig und
gelinde über einer Spiritus- oder Gasflamme erhitzt wird. Zum bequemen
Halten der Platte dient eine Beißzange oder eine Feilklobe, welche man
in die Platte festschrauben kann. Gegen das Zerkratzen des Kupfers
schützt eine zwischen den Angriffsstellen angebrachte Einlage von
mehrfach gefaltetem Filtrierpapier oder dickem, weichem Leder. Man kann
sich auch aus sehr starkem Draht einen Rost mit Handhabe machen lassen
(Abb. 1). Die Kupferplatte wird -- Schliff nach oben -- darauf gelegt
und so über die Flamme gehalten.
Um eine gleichmäßige Erhitzung der Kupferplatte zu bewirken, bewege
man sie über der Flamme hin und her. Wenn das helle Rosa des Kupfers
zu dunkeln beginnt, ist die Platte reichlich erhitzt; länger darf
man nicht warten, denn das bald eintretende Farbenspiel von Orange,
Karminrot bis Violett und Blau wäre ein Zeichen von Überhitzung und
ist unbedingt zu vermeiden. Bei kleineren Platten erzielt man eine
ausreichende Erhitzung, wenn man sie etwa 5 ~cm~ über den Zylinder
einer brennenden Lampe hält. Jetzt wird die Platte rasch auf ein sehr
reines Brett gelegt (Schliffläche oben) und mit der Asphaltmasse erst
vorsichtig am Rande hin gestrichen; sie schmilzt sofort, darf aber ja
nicht zu rauchen oder gar zu zischen beginnen, das wäre ein sicheres
Zeichen von Überhitzung! In einem solchen Falle muß ein Sinken der
Hitze abgewartet werden. Ist alles in Ordnung, so wird mit der Masse
über die Mitte der Platte hingestrichen, jedoch nicht zu reichlich, ein
vollkommenes Bestreichen der Platte mit Ätzgrund ist nicht notwendig;
man streicht etwa die beiden Diagonalen auf und bei großen Platten
eventuell noch zwischen ihnen ein paar Striche. Der geschmolzene
Ätzgrund wird nun mit der Grundierwalze (Abb. 2) auf der ganzen Fläche
ausgewalzt, bis er wie eine dünne durchscheinende Haut auf dem Kupfer
in gleichmäßiger Feinheit erscheint.
[Illustration: Abb. 2. Grundierwalze.]
Die Grundierwalze besteht aus einem Holzzylinder von etwa 5 ~cm~ Länge
und 3 ~cm~ Durchmesser, welcher mit dünnem, glattem Leder derart
überzogen ist, daß die Naht unmerklich ist (Taschnerarbeit). Denselben
Zweck erfüllt auch Goldschlägerhäutchen, doch ist Leder unbedingt
vorzuziehen. Diese Walze erhält eine Handhabe, in welcher sie um ihre
Achse äußerst leicht drehbar sein muß. Dabei ist darauf zu achten, daß
die Schraubenköpfe ~A~ und ~B~ die Walze daran verhindern müssen, mit
der _Gabel_ in Berührung zu kommen, weil sie sonst stecken bliebe,
wenn etwas Ätzgrund über die Walzenkanten tritt. Deshalb muß überhaupt
auch ein genügender Raum beiderseits zwischen Walze und Gabel frei
bleiben. Man erhält Grundierwalzen auch gebrauchsfertig zu kaufen.
(Große Platten erfordern selbstverständlich auch große Grundierwalzen.)
Ist die Walze neu, so tut man gut daran, sie erst auf irgend einem
heißen Blech mit Ätzgrund einzuwalzen und dann erst auf der Platte
zu verwenden. Der auf der Walze stets haftende Ätzgrund wird nie
davon entfernt, bei kleineren Platten genügt dieser oft allein zum
Grundieren. Gleich nach dem Gebrauch darf die Walze nicht weggelegt
werden, da sie infolge des noch klebrigen Ätzgrundes überall haften und
Staub und dergl. an ihr hängen bliebe; man legt die Handhabe auf einen
Gegenstand so, daß die Walze frei in der Luft bleibt.
[Illustration: Abb. 3. ~ABCD~ Kupferplatte.]
~d~) Das Anrauchen.
Die Platte ist nun bereits vor Einwirkung der Säure geschützt. Der
Metallglanz des Kupfers schimmert jedoch noch durch und würde den
Augen des Radierers beim Arbeiten sehr unangenehm, ja unerträglich
werden. Zur Abhilfe dessen wird die noch warme Platte mittelst einer
Wachsfackel angerußt. Auf das Brett, auf dem sie liegt, wird sie mit
starken Reißnägeln (2 an jeder Ecke) befestigt, jedoch nicht in der
Mitte des Brettes, sondern an einem Ende. (Abb. 3). Das Brett wird nun
derart auf einen Kasten oder auf ein sonstiges hohes Möbelstück gelegt,
daß die Platte nach unten kommt und frei in die Luft ragt; ein schwerer
Gegenstand verhindert das Herunterfallen des Brettes (Abb. 4). Man kann
auch in den Kasten oben einen Haken einschrauben; dann schiebt man das
Brett bei Bedarf einfach darunter, ohne es erst beschweren zu müssen.
Aus drei oder vier Wachsstocksträngen wird nun eine Fackel gedreht und
diese angezündet. Sie beginnt zu rußen und wird unter der Platte in
entsprechender Entfernung hin- und hergeführt wie ein Anstreichpinsel.
Dabei sind folgende Vorsichtsmaßregeln zu treffen:
1. Die Luft im Zimmer muß absolut ruhig sein. Zugluft,
Herumgehen anderer Personen in der Nähe der Fackel,
Türenöffnen oder -Schließen ist unbedingt zu vermeiden, weil
man der Rauchsäule dann nicht die gewünschte Richtung geben
kann.
2. Nur der Ruß, nicht aber die Flamme darf die Platte berühren.
3. An einer Stelle darf nicht lange verweilt werden.
[Illustration: Abb. 4. Anrauchen der grundierten Kupferplatte.]
Bald wird man bemerken, daß die Platte ihren roten Glanz verliert und
sich schwärzt. Ist dies an allen Stellen erfolgt, so ist die Arbeit
vollendet. Sie erfordert viel Geduld und Übung. Legt man das Brett mit
der Platte auf den Tisch, so sieht man auf ihr einen braunschwarzen,
matt glänzenden und undurchsichtigen Ton, auf dem das Arbeiten sehr
angenehm ist. Bei richtigem Vorgang des Anrauchens darf dieser Überzug
nach dem Erkalten nicht im Geringsten abfärben, das wäre ein Zeichen,
daß zuviel gerußt wurde. Die Flamme der Fackel bringt nämlich den
Ätzgrund neuerdings zum Schmelzen; der Ruß wird durch den weichen
Firnis in beschränkter Menge gebunden. Matte, überrußte Stellen lassen
sich vom Firnis mit einem sehr weichen Lappen abwischen; das darf
selbstverständlich nur auf gänzlich erkalteter Platte geschehen, da die
Firnisschicht im warmen Zustand sehr leicht verletzlich ist. Mißlingt
irgend etwas in einer dieser Arbeitsphasen, so heißt es die Platte mit
Terpentin abwaschen, entfetten und mit Grundieren und Rauchen von neuem
beginnen, was wohl kaum einem Anfänger erspart bleiben dürfte, da hier
Übung die Hauptsache ist; also nicht den Mut verlieren!
Es wird oft geraten, dem Ätzgrund eine undurchsichtige und dabei
säurefeste Substanz (zum Beispiel Graphitpulver) beizumengen, damit das
Anrauchen erspart bleibe.
Dagegen möchte ich einwenden, daß eine gleichmäßige Mischung dieser
zwei Stoffe schwer möglich ist. Und wenn auch, -- die Graphitstäubchen
rauben dem Ätzgrund seine Geschmeidigkeit, denn diese Körnchen werden
von der Nadel aus dem Ätzgrund gerissen und verursachen einen ruppigen
Strich, auch wenn man noch so feines Graphitpulver verwendete. Eine
starke Lupe wird den Unterschied der Probestriche auf den beiden
Ätzgründen deutlich zeigen. Übrigens ist auch die Dichtheit des
Überzuges durch solche Beimengungen in Frage gestellt.
Die vollkommen kalte Platte wird wieder in die früher erwähnte
Schachtel mit Flanellboden gelegt, falls sie nicht gleich in Verwendung
genommen wird. Es ist noch zu beachten, daß der Ätzgrund in dünner
Schichte nicht unbegrenzt lange seine Festigkeit gegen Säure bewahrt;
er beginnt unter dem Einfluß der Atmosphäre allmählich zu verwittern.
Deshalb ist es angezeigt, die Platte erst kurz vor der Inangriffnahme
der Arbeit zu grundieren und auch während derselben keine allzugroßen
(wochenlangen) Pausen eintreten zu lassen.
Ist der Ätzgrund nicht gar zu alt auf der Platte, so kann man ihn
dadurch regenerieren, daß man die Platte von unten her gelinde
erhitzt. Dieses neuerliche Anschmelzen macht ihn wieder gebrauchsfähig
und erspart das neuerliche Grundieren. Daß man diese Prozedur bei
einer bereits angefangenen Arbeit nicht unternehmen darf, ist
selbstverständlich; der geschmolzene Ätzgrund würde ja die bereits
radierten Striche wieder schließen.
3. Das eigentliche Radieren.
~a~) Von der Wahl des Motives.
Für den Anfänger ist es keine leichte Sache, einen geeigneten Stoff für
seine ersten Versuche zu wählen; deshalb wollen wir bei dieser Frage
etwas verweilen.
Vor allem Andern muß betont werden, daß die Radierung sich auf den
Strich aufbaut; Tonqualitäten können erst bei einiger Übung angestrebt
werden und erfordern schon eine weitergehende Schulung und Erfahrung.
Das Dankbarste für den Anfänger ist die Landschaft. Das Motiv sei
einfach und zeige kräftige Kontraste. Je mächtiger und ausdrucksvoller
die Formen, je geschlossener die darin vorkommenden Flächen, desto
besser für die ersten Versuche. Eines sei dem Anfänger dringend ans
Herz gelegt: »Nur ja keine Photographie kopieren wollen!« Bald nach den
ersten Strichen würde Ratlosigkeit und Entmutigung eintreten und dem
Lernenden die Freude an der Arbeit vergällen. Gewiß hat jeder meiner
lieben Lernbegierigen genug flotte Federskizzen oder Kreidezeichnungen
von selbst geschauten Landschaften in seiner Mappe, sie sind recht
dankbare Vorlagen für unsre ersten Arbeiten und dürften in den
wenigsten Fällen erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Wir wollen ja
zunächst einmal bloß mit Nadel und Ätzwasser recht vertraut werden und
beabsichtigen keine Bilder zu schaffen, denen man das mühevolle und
angestrengte Arbeiten schon beim ersten Blick anmerkt. Dafür aber führt
_vieles_ Radieren, Abwechslung in den Vorlagen zur Tüchtigkeit.
~b~) Das Aufbringen der Konturen.
Wenn wir auch nicht daran denken, unsere Kunstweise zu Kopierzwecken
herabzuwürdigen, so geschieht das Entwerfen der ersten Anlage doch
selten auf der grundierten Platte. Eine Studie in Feder oder Kreide
ist meistens Vorlage für die Arbeit und ihre Hauptumrisse werden auf
den Ätzgrund mittelst Pause übertragen. Mit mittelweichem Bleistift
wird sie auf starkem Pauspapier hergestellt. Ein Stück weißes, dünnes
Schreibpapier wird auf eine harte, glatte Unterlage gelegt und mit
weichem Fettrötel (oder Schneiderkreide) gleichmäßig übergangen; nach
vollendeter Arbeit wird das überschüssige, noch am Papier liegende
Rötelpulver abgestaubt, denn es würde sich beim Aufbringen der
Zeichnung auf die Platte unangenehm bemerkbar machen. Überdies reibt
man das aufgestrichene Pulver mit dem Handballen fest an’s Papier.
Die Kupferplatte wird zunächst auf einem Brett mit Nägeln befestigt.
Darüber wird die gepauste Zeichnung, Bildseite nach unten, gelegt,
ihre Lage auf der Platte genau eingestellt und mit Reißnägeln an
_einer_ Seite befestigt, damit man beim Pausen immer nachsehen kann.
Das Rötelpapier wird dann zwischen Platte und Pause, bestrichene Seite
nach unten, eingeschoben; es braucht ja in seiner Lage nicht genau
fixiert zu werden. Mit einem mittelharten Bleistift, einem Holz- oder
Beingriffel erfolgt nun das Aufpausen der Konturen auf den Ätzgrund.
Sie sind nach vollendeter Arbeit licht auf dunklem Grund sichtbar.
Das bestrichene Papier läßt auf dem Ätzgrund einen mehr oder weniger
dichten Schleier von Farbenpulver zurück, der die gepauste Zeichnung
undeutlich macht. Dieser Schleier läßt sich mit einem sehr weichen
Lappen, einem Stückchen Flanell oder Watte leicht wegwischen, die
Zeichnung hält fest am Ätzgrund und tritt dann ganz klar zutage.
Braucht man die Vorlage nicht zu schonen, so kann das Pauspapier
erspart werden. Man zeichnet dann die Konturen auf deren Rückseite
durchs Fenster nach. Auch auf Gelatinefolien, dünnen glasklaren
Gelatineblättern, kann die Pause hergestellt werden. Hier werden die
Konturen nicht gezeichnet, sondern mit scharfer Radiernadel eingeritzt.
Diese geritzte Zeichnung wird dann mit Rötelpulver eingerieben und
blankgewischt. Sodann legt man sie -- Bildseite nach unten -- auf die
grundierte Platte, legt zähes graphitiertes Papier darauf und reibt mit
dem Beinstab kräftig (Abb. 13), oder läßt Platte mit Pause und Papier
durch die Walzen gehen bei schwach gestellter Spannung. Das Resultat
dieses Verfahrens unterscheidet sich von dem des erstbeschriebenen
Vorgangs nur durch seine Kostspieligkeit. Wer radieren will, muß
eben ein kundiger Zeichner sein, und dem wird das Pausen gewiß keine
Schwierigkeit bereiten.
Gelatinepausen zeichnen sich allerdings durch außerordentliche
Genauigkeit aus und sind dann notwendig, wenn eine sehr komplizierte
Zeichnung mit größter Präzision übertragen werden soll. (Faksimilie,
Landkarten und dergl.)
Man kann eine Zeichnung auch direkt auf die Platte übertragen und zwar
wie folgt: Man stellt das Bild -- ohne viel Detail -- auf glattem
Naturpapier mit schwarzer und weißer Kreide her; dabei zeichne man
alles sehr kräftig und präzis, vermeide jede Verschwommenheit und
sehe auf klare Linienführung. Mit einem Gemisch von arabischem Gummi
und etwas Seife reibt man die grundierte Platte ein und beeilt sich,
auf diese noch feuchte Emulsion die soeben beschriebene Zeichnung --
Bildseite nach unten -- draufzulegen. Sofort wird damit begonnen, die
Rückseite der Zeichnung mit dem Beinstab (Abb. 13) zu reiben. Dieser
Vorgang liefert auf dem Ätzgrund ein sehr präzises Spiegelbild unserer
Vorlage; man kann daran ohne weiteres mit dem Radieren beginnen. Bei
reiner Linienzeichnung schummert man das Naturpapier vorerst ganz mit
weißer Kreide an und zeichnet mit schwarzer Fettkreide auf diesen
weißlichen Grund. Die Seifen-Gummischicht muß _sehr_ dünn, gleichsam
wie ein Hauch auf der Platte sein.
~c~) Die Radiernadeln.
[Illustration: Abb. 5. Die Radiernadel (Längsschnitt.)]
Das wichtigste Werkzeug zur Ausführung des künstlerischen Teiles
der Radierung ist die Radiernadel. Sie muß aus gutem Stahl und darf
nicht so dünn sein, daß sie sich bei schwachem Aufdrücken schon
biegen läßt. Unbestritten vorzügliche Dienste leisten Nähnadeln von
mittlerer Stärke. Sie sind so hart, daß sie eher brechen als sich
biegen und schneiden gegebenenfalls auch ins Kupfer sehr gut ein. Zwei
solche Nadeln, eine feinere und eine stärkere, genügen für den Anfang
vollkommen. Sie werden in Hefte aus hartem Holz gefaßt, sodaß nur ihre
Spitzen aus demselben hervorsehen. Eine solche Radiernadel hat dann
das Aussehen eines feingespitzten Bleistiftes, dessen Dicke das Heft
auch nicht übertreffen soll. (Abb. 5.) Wichtig ist, daß die Nadel fest
und ohne zu wackeln oder zu »federn« im Holze sitze. Die Brauchbarkeit
der Spitze prüft man, indem man auf einer anderen Kupferplatte (ein
Abfall von Kupferblech genügt zum Probieren von Nadel und Ätzwasser)
krumme Linien nach allen Richtungen hin zeichnet; gelingt dies, ohne
daß die Nadel stecken bleibt oder scharrt, so ist dieselbe zur Arbeit
brauchbar; im andern Falle muß die Nadel erst durch Wetzen auf glattem
Holz, Leder oder Pappe dahin gebracht werden. In Fachgeschäften erhält
man Radiernadeln gebrauchsfertig zu kaufen.
~d~) Über die Führung der Nadel.
Für den Anfänger ist es ratsam, bei seinen Erstlingsarbeiten sich
bloß _einer_ Nadel zu bedienen. Diese sei nicht allzu dünn, damit die
Strichführung nicht kleinlich und zaghaft werde.
Man kann mit der Durchzeichnung der Umrisse beginnen, damit sie nicht
durch Verwischen verloren gehen. Ein leichter Druck der steilgehaltenen
Nadel wird den Ätzgrund sicher bis zur Bloßlegung des Kupfers
durchschneiden; mehr soll auch gar nicht angestrebt werden, also nicht
»_gravieren_« wollen, das Vertiefen der Striche besorgt schon die Säure!
Man vermeide es, die Hand auf den Ätzgrund zu legen, da sie ihn
erwärmen und verwischen würde. Man lege ein Stück Pauspapier unter die
Hand.
Von den Konturen geht man dann allmählich zu Strichlagen über. Hier
ist Vorsicht geboten. Die radierte Zeichnung gibt dem Auge des
unerfahrenen Radierers fast gar keine Anhaltspunkte zur Abschätzung der
im angestrebten Bilde beabsichtigten Dunkelheit des Tons. Der Anfänger
ist leicht verleitet, mit allzu großer Kraft in die Schattenpartien
hineinzuarbeiten, aus dem Radieren wird ein Gravieren, die offene
Strichlage geht verloren und mit ihr die Aussicht auf einen guten
Abdruck.
Nicht umsonst möchte ich mich bei diesem wichtigen Absatz länger
aufhalten, denn hier sind die ersten ernsteren Gefahren zu bestehen,
hier ist die Quelle so manches Mißerfolges zu suchen.
Der Anfänger bedenke Folgendes:
Druckfarbe kann nur in einer schmalen Vertiefung sitzen bleiben, von
wo sie mit der Hand oder dem Wischballen nicht herausgewischt werden
kann. Wird also infolge zu dichter und gekreuzter Strichlagen eine
ganze Fläche vom Ätzgrund befreit, so frißt die Säure an dieser Stelle
nicht voneinander getrennte, vertiefte Furchen, sondern eine Grube ein,
der Form der Fläche entsprechend. Der Boden dieser Grube ist aber nicht
fähig, Farbe an sich zu halten, dieselbe wird beim Abziehen der Platte
einfach weggewischt. Ein Abzug von dieser Platte zeigt dann an der
betreffenden Stelle einen schmutzigen, flauen Fleck und die Arbeit ist
verdorben.
Die Strichlagen müssen also offen gehalten bleiben, d. h. es muß dafür
gesorgt werden, daß zwischen den Strichen auch genügend breit der
Ätzgrund bleibt; denn Erfahrung ist, daß die Säure nicht nur nach der
Tiefe, sondern selbstredend auch seitlich ätzt; die Folge davon ist
ein Breiterwerden des radierten Strichs. Es ist nun einleuchtend, daß
zwei allzu nahestehende Striche auf diese Art ihren »Steg« (das ist
die vom Ätzgrund geschützte Fläche zwischen beiden) verlieren können;
man nennt diese Erscheinung das »Unterfressenwerden« der Stege. Solche
Stellen bilden im Abdrucke unerfreuliche Flecke (sogenannte »Nester«).
Will der Anfänger schon jetzt an besonders zart zu gebenden Stellen
eine feinere Radiernadel neben der stärkeren mit verwenden, so ist
dagegen nichts einzuwenden. Nur darf nicht Zartheit mit Helligkeit
verwechselt werden. Die Zartheit hängt von der Feinheit der Nadel ab,
die Tonverschiedenheiten aber fast ausschließlich von der verschiedenen
tiefen Ätzung. Ein haardünner Strich kann infolge tiefer Ätzung im
Bilde sehr dunkel sein, hingegen aber ein mit grober Nadel erzeugter
infolge _schwacher_ Ätzung ganz hell und duftig kommen. Diese
Wechselbeziehungen zwischen Nadel und Ätzwasser bestimmen den Charakter
des resultierenden Bildes, und schon bei der Anlage der ersten
Strichlagen muß der Radierer sein Endziel klar vor Augen haben, wenn
es ihm mit der Erreichung seiner künstlerischen Endabsicht ernst ist
und er den Erfolg seiner Mühen nicht dem blinden Zufall überlassen will
mit einem leichtsinnigen »Wird’s wie’s wird!« Denn darin liegt ja der
Genuß, die Freude an dieser edlen Technik, daß sie alle künstlerischen
Intellekte vereint; Geschmack in der Form, in der Raumverteilung und
in der Verteilung der Tonqualitäten, diese vereint mit den nun erst zu
erwerbenden technischen Erfahrungen führen dann zur Meisterschaft.
4. Der Ätzprozeß.
~a~) Die Bereitung des Ätzwassers.
Es gibt viele gute Rezepte zur Bereitung von Ätzwässern, doch will ich
auch hier meinem Vorsatz treu bleiben und einfach nur _ein_, allerdings
wohlerprobtes, Rezept anführen, mit dem der Anfänger, wie auch der
Fortgeschrittene für alle Fälle auskommen wird.
Den Hauptbestandteil des Ätzwassers bildet die Salpetersäure. Sie
ist in jeder feineren Drogerie in einwandfreier Reinheit erhältlich
und gewöhnlich 40 -- seltener 42 -- prozentig. Diese konzentrierte
(rauchende) Salpetersäure sowie auch das aus ihr bereitete Ätzwasser
muß unbedingt in Flaschen mit eingeschliffenem Glasstöpsel (sogenannten
Säureflaschen) aufbewahrt werden. Aufschriften mit Vermerk des
Prozentgehaltes des Flascheninhalts sind zum bequemen, sicheren
Arbeiten sehr wünschenswert. Eine in Kubikzentimeter eingeteilte
zylindrische Glasmensur dient zu den verschiedenen Messungen, welche
zum richtigen Mischen notwendig sind.
Einen zweiten Bestandteil bildet chlorsaures Kali; zum Lösen beider
dient abgekochtes oder destilliertes kaltes Wasser. Das Ätzwasser
soll nicht mehr als 17 bis 18% Salpetersäure enthalten; ein blankes
Kupferblech (unsere Probeplatte) darf bei Berührung mit der
Lösung nicht sofort aufschäumen, sondern soll sich bei mittlerer
Zimmertemperatur nach etwa 30 bis 60 Sekunden langsam mit Bläschen
belegen.
Recht bequem ist folgender Vorgang:
In 100 ~cm~³ reinem (destill.) Wasser werden 2 Gramm chlorsaures
Kali vollständig gelöst. In diese Lösung gießt man sehr langsam nach
und nach im ganzen 100 ~cm~³ konzentrierte Säure. Hierbei tritt eine
Erwärmung des Gemisches ein. Nach dessen Erkalten schüttelt man bei
geschlossener Flasche tüchtig um, damit eine recht gleichmäßige
Mischung erfolgt. (Die Säure ist schwerer als Wasser und sinkt vor der
gänzlichen Lösung darin unter.) Diese Lösung ist jetzt (genau kennt
der Händler den Prozentgehalt seiner Säure meistens nicht, und die
Anschaffung eines Aräometers ist durchaus nicht notwendig) _ungefähr_
20prozentig, also wahrscheinlich zu stark. Wir gießen nun in die
Glasmensur genau 10 ~cm~³ unseres Ätzwassers und heben mittelst eines
Glasröhrchens einen Tropfen Ätzwasser daraus auf die blank gescheuerte
und entfettete Probeplatte. Erfolgt nun die Blasenbildung zu bald und
zu heftig, dann ist das Ätzwasser zu stark. Wir gießen nun etwa 1 ~cm~³
(destill.) Wasser in die Mensur nach, müssen aber vorerst die Probe
wieder mit dem zu prüfenden Ätzwasser auf 10 ~cm~³ ergänzen. Eine
zweite Probe auf Kupfer an einer andern Stelle wird schon ein Abnehmen
der Energie bekunden. Dies setzt man fort, bis die Flüssigkeit in der
Mensur den gewünschten Grad erreicht hat. Wäre dies z. B. nach Zugießen
des 3. ~cm~³ erfolgt, so heißt das: 3 ~cm~³ Wasser zu 10 ~cm~³ Lösung
gibt den gewünschten Grad oder: 3 Zehntel vom Volumen des Ätzwassers
muß noch Wasser zugegossen werden. Hat man nun 200 ~cm~³ Lösung
angesetzt, so bedarf sie noch 60 ~cm~³ Wasser, um den erwünschten Grad
zu erreichen.
Derselbe Vorgang, nur entsprechend verändert, ist auch angezeigt, wenn
man ein zu schwach geratenes Ätzwasser, bei dem es fast gar nicht zu
Blasen kommen will, durch Zugießen von konzentrierter Säure verstärken
will.
Statt der Probeplatte kann man sich auch eines blanken Probestreifens
aus Kupferblech bedienen. Man senkt ihn in die mit dem fraglichen
Ätzwasser gefüllte Mensur.
Das chlorsaure Kali ist zur Bereitung des Ätzwassers nicht unumgänglich
notwendig, jedoch als Zusatz sehr anzuempfehlen, da das Arbeiten mit
einem solchen Ätzwasser infolge der ausgleichenden Wirkung dieser
Substanz sehr angenehm und der Ätzeffekt viel harmonischer ist.
Die Konzentration des Ätzwassers hat auf den Charakter der Ätzung
erheblichen Einfluß, was bei Arbeiten ernsterer Art berücksichtigt
werden muß. Für besonders tiefe sammetartige Töne erhöhen wir den
Säuregehalt, soweit dies mit Rücksicht auf die Widerstandsfähigkeit
des Ätzgrundes zulässig erscheint. Zarte und duftige Partien bedürfen
hinwiederum eines stark verdünnten Ätzwassers; selbstverständlich muß
mit größerem Prozentgehalt die Ätzdauer bedeutend verkürzt werden, wie
sie bei dünnerem Agens entsprechend verlängert werden muß.
Daß Salpetersäure sowie auch ihre Lösungen für Stoffe und dergl.
sehr verderblich werden können, daß die Hände vor Berührung mit
ihr sorgfältig zu hüten, im andern Falle aber durch sofortiges
gründliches Waschen vor schmerzhaften Verätzungen zu retten sind,
ist wohl allbekannt. Fällt ein Tropfen Säure auf ein Tuch, so kann
unverzügliches Übergießen oder reichliches Betupfen mit gesättigter
Sodalösung (Waschsoda) unter sonst günstigen Umständen vor Schaden
bewahren.
~b~) Die Ausrüstung der Platte zum Ätzen.
Es handelt sich nun darum, die radierte Platte für die Ätzung derart
auszurüsten, daß zuverlässig nur die Zeichnung der Wirkung der Säure
ausgesetzt werde, alles übrige, bloßliegende Kupfer aber, namentlich
die Rückseite davor geschützt sei. Der Mittel hierzu gibt es einige,
sie seien hier der Vollständigkeit wegen alle behandelt.
1. Das älteste Verfahren, von vielen Meistern noch heute angewendet,
besteht darin, daß man um die Zeichnung herum auf der Platte einen etwa
daumenbreiten Damm aus Ätzwachs aufmodelliert, welcher mit der Platte
zusammen eine Art rechteckiger Schale bildet, in der das Ätzwasser etwa
10--15 Millimeter hoch stehen kann. Selbstverständlich muß vor dem
Eingießen der Säure die Wasserdichtheit dieser improvisierten Schale
erst sorgfältig mit gewöhnlichem Wasser erprobt werden.
2. Ein anderes Verfahren besteht darin, daß man die ganze Platte
(mit Ausnahme des zu ätzenden Bildes) mit säurefestem Asphaltlack
bestreicht. Nachdem dieser Anstrich vollkommen trocken geworden, kann
die Ätzung in einer photographischen Schale aus Porzellan oder Glas
geschehen.
Das unter 1. beschriebene Verfahren hat fast nur Schattenseiten: Ist
schon das Aufmodellieren des Wachsdammes keine angenehme Arbeit, so ist
das Ätzen selbst äußerst unbehaglich, das Zurückgießen des Ätzwassers
in die Flasche aber trotz einer in die Wachsmasse eingedrückten
Ausflußdille geradezu problematisch. Ferner ist zu bedenken, daß die
Platte (wie später beschrieben), nach der ersten Ätzung mit Nadel und
Pinsel weiter bearbeitet werden soll, daß hierauf abermaliges Ätzen und
abermaliges Arbeiten am Bilde erfolgen kann. Soll man da mit der Nadel
und dem Pinsel vielleicht über den weichen klebrigen Wachsrand hinweg
arbeiten, oder gar nach jedesmaliger Ätzung denselben abräumen und nach
erfolgter Arbeit behufs neuerlicher Ätzung ihn wieder aufmodellieren?
Gegen das 2. Verfahren ist in der Theorie nichts einzuwenden. In der
Praxis zeigt sich jedoch, daß der Asphaltlack an den Kanten und
Ecken durch Anfassen mit den Händen weggewischt wird, selbst wenn der
Anstrich noch so dick wäre. Auf der Rückseite ist derselbe fortwährend
Beschädigungen infolge Aufliegens ausgesetzt, welche zu unerwünschten
»Schadenätzungen« Anlaß geben.
Diese Mißlichkeiten haben mich zu folgendem Ausweg geführt. Hierzu ist
bloß eine stärkere Glastafel nötig, deren Kanten um etwa 3 ~cm~ größer
sein müssen als die der Kupferplatte. In unserem Falle wäre die Platte
13 × 18; dann müßte die Glastafel 16 × 21 ~cm~ messen.
Auf der Rückseite der Kupferplatte wird unter jede Ecke ein
erbsengroßes Stück Ätzwachs geklebt und die Platte mittelst dieser
Klümpchen an der Glastafel derart durch Drücken und Schieben befestigt,
daß _erstens_ die Klümpchen ganz flach gequetscht werden, _zweitens_,
daß die Kupferplatte in der Glastafel konzentrisch liegt; d. h. daß
ein 1½ ~cm~ breiter Rand freien Glases um die Platte herumläuft. Mit
einem geeigneten Modellierholz werden nun die Fugen zwischen Kupfer und
Glas mit Ätzwachs _wasserdicht_ verschmiert, damit ja kein Ätzwasser
an die Hinterfläche der Kupferplatte gelangen kann. Das gelingt nur,
wenn Kupfer und Glas vollkommen trocken sind. Zur Sicherheit kann
jetzt Glasrand, Wachsrand und Platte (diese bis an die Bildgrenze)
mit Asphaltlack bestrichen werden. (Abb. 6.) Eine also ausgerüstete
Platte bietet die Bequemlichkeit, nicht nur zum Ätzen, sondern auch
zu etwaiger Handbearbeitung auf dem Tisch immer bereit zu sein; ein
Zerstören des Schutzüberzuges an den Kanten ist hier ausgeschlossen.
Hat man es bei einer Arbeit überhaupt mit nur einer einzigen Ätzung zu
tun, so genügt das unter P. 2 beschriebene Verfahren.
[Illustration:
-- . -- . -- . ~Platte~
////////////// ~Wasserdichter Wachsrand~
~G~ ~Glasrand~
Abb. 6. Die Ausrüstung der Platte zum Ätzen.]
~c~) Die Bereitung von Ätzwachs.