Katja an Peter

Natürlich ärgere ich mich, Welja kann eben nichts ernst nehmen, weil er

zu faul ist. Es ist doch empörend, daß ein Mann wie Papa, der sich

selbst gar nicht beherrschen kann, die Universität schließt, weil die

Studenten ihre Rechte verteidigen. Es ist empörend, daß ein Mann solche

Macht hat, die Tatsache allein verdammt unsre Zustände. Sieh doch zu, ob

sich nicht Lehrer finden, uns und allen, die teilnehmen wollen,

Privatkurse zu halten. Es könnte ja bei Dir zu Hause sein, das kann man

doch nicht verbieten. Ich finde, daß man sich so etwas nicht gefallen

lassen soll. Mir ist es ganz gleichgültig, ob ich ein paar Jahre früher

oder später fertig werde, aber es soll doch wenigstens von mir abhängen.

Und wenn das nicht geht, möchte ich fort, ins Ausland. Es ist mir

unleidlich, in Rußland leben zu müssen. Von Welja habe ich gar nichts,

er ist zu dusselig, was ich auch sage und vorschlage, ihm ist alles

gleich. Natürlich, wenn man muß, muß man, aber erst versucht man doch,

ob es nicht anders geht.

Katja.

Der letzte Sommer: Eine Erzählung in Briefen · 第 24 / 69 题