Dann verließ sie ihn. Sie dachte: Vielleicht, wenn es ein anderer wäre
. . .
Er raste und tobte.
Es war eine Nacht, in der drei Menschen sich zerfleischten.
Anderentags sandte ihr Werner in aller Frühe weiße Rosen und einen Zettel:
Weiß denn die Nachtigall usw.
Er war mit der Hoffnung eingeschlafen: Wenn ich ihm jetzt zuvorkomme
. . .
Sie weinte Freudentränen, es war, als ob sie ihn wiedergefunden hätte. Eine
Last, die sie bedrückt hatte, wich von ihr. Nun kann ich dir wieder ganz
gehören, fühlte sie.
Sie dachte aber auch: Ob er mich wirklich liebt, da er mich so leicht
aufgab? . . . Und es blieb eine Mißstimmung in ihr zurück.
Ihr Ärger wuchs von Tag zu Tag, und als ihr Sören schrieb: Ich muß eine
Aussprache herbeiführen, antwortete sie: Komm, Werner und ich erwarten
dich.
Es geht also doch zum Henker, dachte Werner.
In einem Café trafen sie sich.
Jeder schien entschlossen den Platz zu behaupten. Sie maßen sich mit
feindseligen Blicken. Sören fing an:
»Es ist feig von dir, jetzt davon zu laufen.«