„Keine,“ sagte der Kaiser stolz lächelnd, „ich habe die Pfli

Der Todesgruß der Legionen

Zeit-Roman

von

Gregor Samarow.

Dritter Band.

Berlin, 1874.

Druck und Verlag von Otto Janke.

Erstes Capitel.

Der Kaiser Napoleon ging in heftiger Bewegung in seinem Cabinet auf

und nieder; die krankhafte Abgespanntheit, welche sonst auf seinem

Gesicht zu liegen pflegte, war verschwunden, an deren Stelle war eine

lebhafte Aufregung getreten, seine Lippen zuckten, seine Augen blickten

unruhig hin und her, und sein sonst so wohl geordneter Bart war durch

das Spiel seiner zitternden Finger aus der Ordnung gebracht.

Auf seinem Schreibtisch lag eine große Anzahl von Telegrammen über

einander geworfen. Er hielt eine Photographie in Cabinetformat in der

Hand, die er, von Zeit zu Zeit stehen bleibend, aufmerksam betrachtete.

„Welch eine Anhäufung von Unruhe und Aufregung,“ sagte er mit einem

tiefem Athemzug, „die Erwartung wegen des Ausfalls des Plebiscits wäre

allein genügend, um mich in Spannung und in diese so schmerzvolle

Nervenerregung zu versetzen, — da muß noch dieses Complott hinzutreten,

das mir vor zehn Jahren gleichgültig gewesen wäre, das mir auch heute

gleichgültig ist, so weit es sich dabei um die Gefahr für mein Leben

handelt, — diesem Complott aber liegt eine größere Gefahr zu Grunde. Mein

Tod ist nur ein Theil des Plans, den man hier verfolgt, und so

abenteuerlich und thöricht diese Absicht der Zerstörung der Tuilerien

und der öffentlichen Gebäude im ersten Augenblick erscheinen mag, so

liegt darin doch eine tiefe Kenntniß der so scharf concentrirten

Zustände. Würde der Streich gelungen sein, so gehörte ganz Frankreich

dem Aufstande. Und,“ sprach er dumpf, vor sich hin starrend, „bin ich

denn schon sicher, daß er nicht gelingen wird, bin ich sicher, daß was

heute verhindert ist, sich nicht morgen wiederholen kann.“

Er blickte lange auf die Photographie, welche er in seiner Hand hielt

und prüfte genau mit scharfem forschendem Blick die Züge des Bildes.

„Dieser Mensch,“ sagte er dann, „ist kein Fanatiker, — das ist kein

exaltirter Kopf, der aus überspannten Theorien in dem Gedanken sich für

eine große Idee zu opfern, zum Mörder wird, — dies Gesicht ist gemein und

gleichgültig. Dieser Mensch ist einfach ein Werkzeug — und wenn er

unschädlich gemacht wird, kann man Werkzeuge wie ihn überall

wiederfinden, — und man wird sie wiederfinden, wenn dieser Zustand

dumpfer Gährung weiter besteht, wenn die allgemeine Unzufriedenheit,

wenn das allgemeine Gefühl der Erniedrigung Frankreichs, das in der That

in diesem Augenblick die öffentliche Stimmung beherrscht, den tollkühnen

Unternehmungen der Verschwörer zu Hülfe kommt. Haben nicht vielleicht

Diejenigen doch Recht,“ sagte er in tiefem Gedanken, „welche mir rathen,

durch eine militairische Aktion das Gefühl der Nation wieder mit dem

Kaiserthum zu verbinden.“

Er warf die Photographie auf den Tisch und ging die Hände auf den Rücken

gelegt, den Kopf tief auf die Brust gesenkt mehrere Male langsam im

Zimmer auf und nieder.

„Eine glänzende Action,“ sagte er dann — „ja — aber wenn sie nicht

glänzend wäre — wenn das launenhafte Glück _nicht_ über meinen Fahnen

schwebte — was dann? Dann würde all das Unheil, welches jetzt unter der

Oberfläche glimmt, in hellen Flammen emporlodern, und diese Flammen

würden über den Trümmern meines Gebäudes zusammenschlagen — warum aber

soll das Glück sich von mir wenden?“ rief er dann stehen bleibend und

den aufleuchtenden Blick seines großen geöffneten Auges auf eine

Marmorbüste Cäsars richtend, welche auf schwarzem Fuß in der Nähe seines

Schreibtisches stand. „War es mir doch bisher günstig wie jenem Römer,

dem Vorbild meines Hauses, der zwar unter den Dolchen der Verschwörer

fiel, auf dessen Thaten aber sich der glänzende Thron des Augustus

erbaute, — warum vermag ich nicht mehr an mein Glück zu glauben — wenn

dieses Plebiscit günstig ausfällt, so steht ja wieder der Wille der

ganzen Nation hinter mir, und auf diese neue Kraft gestützt, sollte ich

es wohl wagen können, dem Glück zu gebieten, denn das Glück beugt sich

dem kühnen Muth und dem festen Entschluß, — aber wenn das Plebiscit

ungünstig ausfällt,“ sprach er, wieder in sich zusammensinkend, mit

dumpfem traurigem Ton. „Doch nein,“ rief er dann, „nein, das ist

unmöglich, Alles ist gut vorbereitet, und die ersten Nachrichten über

den Erfolg der Abstimmungen lauten überraschend günstig.“

Er trat an den Tisch und durchblätterte die auf demselben liegenden

Telegramme. Dann nahm er einen Bleistift, schrieb einige Zahlen ab und

addirte dieselben.

„Paris,“ sagte er, „Marseille, Toulouse, Bordeaux, die schlimmsten

Städte haben abgestimmt, und dennoch ergiebt sich nach den vorliegenden

Nachrichten bereits eine Summe von einer Million 400,000 Stimmen für

„Ja“ und nur 200,000 für „Nein.“ Wenn es so weiter geht, so ist der Sieg

gewiß.“

Der Dienst thuende Kammerdiener meldete den Groß-Siegelbewahrer.

„Er ist willkommen,“ rief der Kaiser lebhaft und ging rasch nach der

Thür hin, durch welche Herr Ollivier lächelnd und freudig bewegt

eintrat. Er ergriff mit tiefer Verneigung die dargebotene Hand des

Kaisers, zog dann einige Telegramme aus seiner Tasche und rief, ohne die

Anrede seines Souverains abzuwarten:

„Alles geht vortrefflich, Sire, bis heute morgen war das Resultat von

hundertundsechzig Wahlbezirken bekannt. Die Zahl der eingetriebenen

Wähler betrug 3,671,400 davon haben 2,614,000 mit Ja gestimmt und

432,000 mit Nein. So eben,“ fuhr er fort, „habe ich dieses zweite

Telegramm erhalten, nach welchem nunmehr bis auf sechsundzwanzig

Wahlbezirke die Resultate sämmtlich bekannt sind. Für Ja stimmten

hiernach 6,399,000, mit Nein 1,349,000. Die Stimmen der Armee und der

Marine und der Bevölkerung von Algier sind hierbei noch nicht

mitgerechnet; da die Gesammtzahl der Stimmenden ungefähr auf acht bis

zehn Millionen anzuschlagen ist, so ist eine colossale Majorität bereits

gesichert.“

Der Kaiser athmete tief auf und drückte noch einmal herzlich die Hand

seines Ministers.

„Das Glück steht mir noch zur Seite,“ sagte er halblaut, mehr seinem

frühern Gedankengang folgend, als zu Herrn Ollivier sprechend. „Dies

glänzende Resultat,“ sagte er dann mit unendlich liebenswürdiger

Verbindlichkeit, „habe ich zum großen Theil meinen Ministern und Ihnen

ins Besondere, mein lieber Herr Ollivier, zu verdanken, da Sie es

verstanden haben, die Sympathien des ganzen Volkes um die kaiserliche

Regierung zu vereinigen, und vielleicht war dieses unglückliche traurige

Complott, das man entdeckt hat, ebenfalls eine glückliche Fügung, da

gerade dadurch dem ganzen Lande klar geworden ist, von welchen Gefahren

die Ordnung des Staats und der Gesellschaft bedroht wird, von Gefahren,

gegen welche nur ein freisinniges und kraftvolles kaiserliches Regiment

Schutz und Rettung bieten kann. Seien Sie überzeugt, daß ich die

Dienste, welche Sie dem Lande, mir und meinem Hause geleistet haben,

niemals vergessen werde.“

Herr Ollivier verneigte sich mit zufriedenem Lächeln.

„Eure Majestät haben ganz mit Recht bemerkt,“ sagte er dann, „daß das

verbrecherische Complott, welches die Wachsamkeit der Polizei vor

einigen Tagen entdeckt, sehr günstig auf die Theilnahme der gut

gesinnten Bevölkerung auf die Abstimmungen gewirkt hat, — dessen

ungeachtet“ fuhr er fort, „bleibt die Sache sehr zu beklagen, denn

Alles, was man bis jetzt ermittelt hat, zeigt deutlich, daß man es hier

mit einem tief angelegten Plan unversöhnlicher Verschwörer zu thun hat,

und ich bitte Eure Majestät zu genehmigen, daß nicht wie in frühern

ähnlichen Fällen die Angelegenheit mit der Ihnen persönlich so nahe

liegenden Milde behandelt, sondern daß hier mit der äußersten Strenge

vorgegangen werde, um ein für allemal ernstlich und nachdrücklich von

ähnlichen Unternehmungen abzuschrecken.

„Es widerstrebt mir,“ sagte der Kaiser mit einem sanften weichen

Ausdruck, „Unternehmungen, welche gegen meine Person und mein Leben

gerichtet sind, mit äußerster Strenge zu verfolgen. Nach meinem Gefühl

möchte ich Wahnsinnige, die derartiges versuchen, am liebsten völlig

ungestraft lassen, und das um so mehr in einem Augenblick, in welchem

mir das ganze Volk auf eine so glänzende Weise sein Vertrauen bezeigt.

Doch,“ fuhr er ernster fort, „es handelt sich hier nicht allein um mich,

man hat nicht nur mich bedroht, sondern zugleich die Sicherheit des

ganzen Staatsgebäudes, wie ich dasselbe unter Mitwirkung der besten

Kräfte des Landes und der Acclamation des ganzen Volkes errichtet habe;

hier darf keine Milde walten! Was hat man weiter entdeckt,“ fuhr er

fort. „Ich bin sehr gespannt auf die Ermittelung des Zusammenhangs der

Verschwörung.“

„Der Polizeipräfect befindet sich in Eurer Majestät Vorzimmer,“

erwiderte Herr Ollivier, „und wenn Sie es erlauben, kann er hier

sogleich seinen Bericht erstatten, und Eure Majestät können die

Maßregeln genehmigen, welche ich zur gerichtlichen Verfolgung der

Verbrecher und zum Schutz der öffentlichen Sicherheit vorschlagen

möchte.“

Der Kaiser neigte zustimmend den Kopf.

Herr Ollivier ging hinaus und kehrte nach wenigen Augenblicken mit dem

Polizeipräfecten Pietri zurück, dessen bleiches, scharfes Gesicht

unbeweglich und kalt wie immer war und dessen scharfe Augen fast noch

stechender als gewöhnlich unter dem tiefen Schatten der vorspringenden

Stirn hervorblickten.

Auf den Wink des Kaisers nahmen der Justizminister und der

Polizeipräfect neben dem Schreibtisch Platz, während Napoleon sich in

seinen Lehnstuhl niedersinken ließ, — den Ellenbogen auf das Knie

gestützt blickte er Herrn Pietri fragend und erwartungsvoll an.

„Eurer Majestät,“ begann dieser, indem er eine kleine Mappe öffnete und

mehrere Papiere aus derselben hervorzog, „erlaube ich mir mitzutheilen,

daß der frühere Corporal Beaury in seiner Wohnung in der Rue St. Maur,

die er nach seiner Ankunft aus London bezogen hatte, verhaftet wurde.

Man hat bei ihm einen Dolch und einen Revolver, eine Summe von etwas

über dreihundert Francs gefunden, zugleich aber auch vor allen Dingen

Briefe von Gustav Flourens aus London, welche zweifellos beweisen, daß

Beaury den Auftrag erhalten und angenommen hatte, Eure Majestät durch

die Bomben zu tödten, von denen ich Ihnen bereits eine Probe zu

überreichen die Ehre gehabt habe.“

„Die Sprengbomben sind vortrefflich construirt,“ sagte der Kaiser — „ich

würde ihrer Wirkung nicht entgangen sein,“ fügte er lächelnd hinzu.

„Die Briefe von Flourens,“ fuhr Pietri fort, „welche ich Eurer Majestät

hier vorzulegen die Ehre habe“ — er legte mehrere beschmutzte Papiere auf

den Tisch vor dem Kaiser nieder, beweisen aber zugleich, daß es sich

nicht nur um ein Attentat gegen Allerhöchst Ihre Person handelte,

sondern daß zu gleicher Zeit die Tuilerien und die sämmtlichen

öffentlichen Gebäude, in welchen die leitenden Organe der öffentlichen

Regierung ihren Sitz haben, zerstört werden sollten. Man hat auf die

Aussage Beaury's gestützt, welcher sogleich nach seiner Verhaftung

umfassende Geständnisse ablegte, Nachforschungen gehalten und bei einem

Kunsttischler Roussel, dessen die Agenten leider bis jetzt noch nicht

habhaft geworden sind, eine weitere größere Anzahl von Bomben, Massen

von Nitroglycerin, so wie bedeutende Quantitäten Petroleum gefunden;

auch steht nach den Aussagen Beaury's die Theilnahme der Internationale

an der ganzen Verschwörung außer Zweifel, was zugleich beweist, daß

diese Verbindung, welche sich nur mit der Erörterung socialer Fragen und

mit der Verbesserung der Lage des Arbeiterstandes zu beschäftigen

vorgiebt, die eigentliche Triebfeder aller Attentate gegen die

bestehende Staatsordnung ist.“

„Haben Sie alle diese Beweisstücke da,“ fragte der Kaiser.

„Zu Befehl, Majestät,“ erwiderte Pietri, indem er mehrere Briefe und

Protokolle dem Kaiser überreichte.

Dieser legte sie auf seinen Tisch.

„Ich werde das Alles später prüfen,“ sagte er. „Es ist eine schmerzliche

Erfahrung für mich,“ fuhr er fort, „daß gerade diese internationale

Arbeiterassociation, welcher ich, so weit sie sich mit dem Interesse

der Arbeiter beschäftigte, stets wo das mit den Gesetzen vereinbar war,

mein Wohlwollen bewiesen, und meinen Schutz gewährt habe, sich jetzt zu

solchen Zwecken mißbrauchen läßt.“

„Ich habe Eure Majestät stets darauf aufmerksam gemacht,“ sagte Pietri,

„daß diese Organisation selbst unter ihren früheren gemäßigten, so zu

sagen philosophischen Führern eine große Gefahr für den Staat und die

Gesellschaft in sich schloß, und daß es nothwendig sei, mit der

äußersten Strenge gegen dieselbe vorzugehen, um sie und ihren weit

verzweigten Einfluß zu zerstören. Nachdem nun ihre gefährlichen und

verbrecherischen Ziele so klar an's Tageslicht getreten sind, möchte ich

Eure Majestät um die Erlaubniß bitten, die ganze Internationale mit

einem Schlage zu zertrümmern, und in allen Städten Frankreichs ihre

Führer, die mir sehr wohl bekannt sind, verhaften zu lassen.“

Der Kaiser dachte einen Augenblick nach.

„Ich erkenne die Nothwendigkeit energischer Maßregeln vollkommen an,“

sagte er, „doch weiß ich nicht, ob die Verhaftung der Führer von einigem

Nutzen sein wird. So weit mir aus früheren Berichten die Organisation

jener Gesellschaft bekannt ist, hat jeder Führer einen Substitut, und

die Verhaftung der ersten Leiter würde also für die Unterdrückung der

Sache selbst nicht viel nützen, außerdem gehört dieser Internationale

eine Menge von Arbeitern an, die im Grunde gut gesinnt sind und die

verbrecherischen Absichten der Häupter weder kennen, noch billigen. Ich

glaube deshalb, daß es klug wäre, den Maßregeln, welche gegen die

Internationale getroffen werden müssen, jeden polizeilichen Character zu

nehmen und sie lediglich als die Folgen richterlichen Verfahrens

erscheinen zu lassen.“

Er richtete den Blick fragend auf Herrn Ollivier.

„Ich theile vollkommen die Ansicht Eurer Majestät,“ sagte dieser. „Und

es sind in diesem Sinne alle Einleitungen getroffen, der

Generalprocurator Grandperret soll einen Bericht an mich erstatten,

welcher das Complott in seinem ganzen Zusammenhange darstellt und die

Einberufung des hohen Gerichtshofes beantragt. Ich werde diesen Bericht

des Generalprocurators, der bereits morgen in meinen Händen sein soll,

Eurer Majestät überreichen und zugleich den Entwurf eines Decrets

beilegen, welcher die Einberufung des hohen Gerichtshofes anordnet.

Sobald das geschehen, werden alle Verhaftungen, welche auf Grund der von

dem Generalprocurator Grandperret anzustellenden Anklageacte

vorgenommen werden müssen, gerichtliche und nicht mehr polizeiliche

Maßregeln sein.“

„Sehr gut,“ sagte der Kaiser, „ich erwarte Ihren Bericht, mein lieber

Herr Ollivier, und ich hoffe,“ fügte er sich zu Pietri wendend hinzu,

„daß Ihre Agenten geschickt genug sein werden, um keinen der Schuldigen

entwischen zu lassen.“

„Eure Majestät können überzeugt sein,“ erwiderte der Polizeipräfect,

„daß in meinem Ressort geschehen wird, was nur irgend zu thun möglich

ist, dennoch aber möchte ich bitten, einige Personen welche ich dem

Herrn Generalprocurator bezeichnen werde, von der Verhaftung

auszuschließen. Es sind die Personen welche wir genau zu überwachen in

der Lage sind, und durch welche wir in Folge dieser Überwachung

fortwährend Kunde von den Fäden erhalten, durch welche die revolutionäre

Bewegung im ganzen Lande geleitet wird. Würden diese Personen verhaftet

werden, so würde uns sich eine Quelle sehr wichtiger Nachrichten

verschließen, und wir würden gezwungen sein, viele Zeit aufzuwenden, um

neue Netze zu knüpfen.“

Der Kaiser lächelte.

„Ich verstehe,“ sagte er — „nicht wahr, mein lieber Herr Ollivier, Sie

finden den Wunsch des Herrn Pietri gerechtfertigt —“

„So fern dadurch,“ sagte der Justizminister, „der gerichtlichen

Verfolgung keine Beweise entzogen werden.“

„Sie können sicher sein,“ sagte Herr Pietri, „daß diejenigen Personen,

um welche es sich handelt, — und zu denen in erster Linie der eitle

Schwätzer Raoul Rigault gehört, so vollständig umstellt sind, daß keine

ihrer Bewegungen, keines ihrer Worte uns entgeht, und daß ihre

Verhaftung, wenn sie jemals nothwendig werden sollte, jeden Augenblick

stattfinden kann. Es ist aber eine alte Regel der polizeilichen Praxis,“

fügte er hinzu, „in großen und besonders bedeutungsvollen Fällen immer

einige der betreffenden Personen in scheinbarer Freiheit zu lassen, um,

wenn es nöthig ist, durch sie das herstellen zu können, was man mit dem

technischen Ausdruck eine „Mausefalle“ nennt. Hat man einmal alle

Personen, von denen man irgend etwas weiß, im Gefängniß eingeschlossen,

so ist es kaum möglich, irgend etwas Weiteres und Neues zu erfahren.“

„Ich bitte Sie also,“ sagte Herr Ollivier, „sich mit dem

Generalprocurator Grandperret über diesen Punkt zu verständigen.“

„Der Herr Marschall Kriegsminister,“ meldete der Kammerdiener.

„Ich bitte den Marschall einzutreten,“ erwiderte der Kaiser.

Der Marschall Leboeuf trat in das Cabinet, die militairische Haltung

seiner großen vollen Gestalt, der martialische Ausdruck seines starken

Gesichts mit dem großen, dichten Schnurrbart ließen in ihm trotz des

Civilüberrocks, den er trug, den Soldaten erkennen.

„Nun, mein lieber Marschall,“ rief ihm der Kaiser entgegen. „Sie bringen

das Resultat der Abstimmungen der Armee.“

„Zu Befehl, Majestät,“ erwiderte der Marschall. „Leider aber habe ich

Eurer Majestät mitzutheilen, daß nach den Mittheilungen, welche nunmehr

beinahe abgeschlossen sind dreißigtausend Ihrer Soldaten mit „Nein“

gestimmt haben.“

Der Kaiser ließ einen Augenblick das Haupt auf die Brust sinken, ein

trüber, trauriger Ausdruck erschien auf seinem Gesicht.

„So großen Einfluß,“ sagte er, „haben die Feinde meiner Regierung also

auch in den Reihen meiner Armee gewonnen, daß dreißigtausend kaiserliche

Soldaten es wagen, ein Mißtrauensvotum gegen mich auszusprechen.“

„Ich habe Eure Majestät,“ sagte Herr Pietri, „bereits seit lange darauf

aufmerksam gemacht, daß es vom polizeilichen Gesichtspunkt aus nicht

zweckmäßig sei, die Soldaten so lange, wie das jetzt geschehen ist, oft

über drei Jahre lang in denselben Garnisonen zu lassen, sie

fraternisiren dadurch zu sehr mit der Bevölkerung, und es sind gerade

die revolutionären Elemente, welche in kluger Berechnung und mit großem

Geschick stets danach streben, in den Reihen der Armee Propaganda zu

machen, — wenn Eure Majestät Ihre Regimenter öfter die Garnisonen

wechseln ließen, so würde so etwas nicht vorkommen.“

„Wir wollen darüber nachdenken,“ sagte der Kaiser, sich zum Marschall

Leboeuf wendend. „Wo sind denn besonders Stimmen mit Nein abgegeben

worden,“ fragte er, augenscheinlich noch immer sehr peinlich durch die

Mittheilung des Marschalls berührt.

„Vor allen Dingen hier in Paris,“ erwiderte der Marschall Leboeuf,

„bei dem siebenzehnten Jägerbataillon und dem siebenzehnten

Linienregiment. — In der Kaserne Prinz Eugene,“ fuhr er fort, „hatte

sich, wie man mir meldete, die Garnison bei der Abstimmung in zwei, fast

ganz gleiche Theile gespalten. Ich bin selbst dorthin gegangen, habe die

Truppen antreten lassen und eine Ansprache an sie gehalten, in welcher

ich ihnen auseinandersetzte, daß gerade in diesem Augenblick, in

welchem die Revolution es versucht habe, die bestehende Staatsordnung

umzustürzen, die feste Treue der Armee gegen den Kaiser eine hohe

patriotische Pflicht sei.“

„Und,“ fragte der Kaiser.

„Ein einstimmiges, laut schallendes Vive l'Empereur war die Antwort,“

erwiderte der Marschall. „Ich glaube,“ fuhr er fort, „daß bei dem

negativen Votum der einzelnen Soldaten mehr der Reiz maßgebend gewesen

ist, einmal ungestraft und unbeengt durch Disciplinarvorschriften ein

wenig Opposition machen können. Ich glaube aber nicht, daß diese

Opposition gefährlich ist, und daß irgend ein Theil der Armee es an

Energie in der Bekämpfung der Revolution fehlen lassen würde, wenn es

jemals dazu käme.“

Der Kaiser dachte einen Augenblick nach.

„Der Faubourg du Temple ist unruhig, wie Sie mir heute gemeldet haben,“

sagte er zu Pietri gewendet.

„Zu Befehl, Majestät,“ erwiderte dieser. „Es finden dort

Zusammenrottungen statt. Bis jetzt ist noch nichts Ernstes geschehen,

als daß einige Laternen umgeworfen wurden, indessen ist zu besorgen, daß

mit dem Eintritt der Dunkelheit dort ernstere Unruhen stattfinden

möchten, und meine Agenten haben mir bereits berichtet, daß

Vorbereitungen zum Barrikadenbau getroffen wurden.“

„Commandiren Sie, mein lieber Marschall, das siebenzehnte Jägerbataillon

und das siebente Linienregiment heute Abend nach dem Faubourg du Temple,

um gegen die Ruhestörungen, welche man dort versuchen möchte,

einzuschreiten. Ich will den Truppen zeigen, daß ich ihr Recht des

freien Votums achte, und das mein Vertrauen in die Erfüllung ihrer

Dienstpflicht durch den Gebrauch ihres Stimmrechts auch gegen mich nicht

erschüttert werden kann. Nun aber,“ fuhr er fort, indem er sich in einer

kräftigeren Bewegung als sonst erhob und den Blick stolz und frei über

die in seinem Cabinet befindlichen Personen gleiten ließ, „ist es

nothwendig, zu der Verfolgung der Verschwörer durch die Gerichte

Maßregeln zu treffen, um den Staat gegen alle Attentate zu schützen,

welche vielleicht dennoch von denen versucht werden könnten, die sich

bisher der Wachsamkeit der Behörden zu entziehen wußten. Lassen Sie,

mein lieber Marschall,“ sprach er im festen Ton des Befehls, der keine

Erörterung und keinen Widerspruch duldet, „die Truppen sämmtlich in den

Kasernen consigniren, die Truppen sollen scharfe Patronen erhalten und

jeden Augenblick marschbereit sein. Commandiren Sie ferner nach allen

öffentlichen Gebäuden wenigstens zwei Bataillone, welche vor Allem den

Befehl erhalten müssen, jeden Eintritt unbekannter Personen

zurückzuweisen und die Keller und Souterrainräume zu überwachen.

Sodann,“ fuhr er fort, „sollen die Voltigeurs der Garde sämmtlich in die

Gallerien commandirt werden, welche den Pavillon des kaiserlichen

Prinzen mit dem Neubau vereinigen. Ich werde dem General Frossard den

Befehl schicken, daß der Prinz seine Wohnung nicht verläßt, man könnte

seinen Wagen für den Meinigen halten, und er könnte das Opfer eines

gegen mich gerichteten Attentats werden. Das darf nicht geschehen, denn

auf seinem Leben beruht die Zukunft Frankreichs. Jeder Unruhe,“ fuhr er

immer in demselben festen Ton fort, „welche heute Abend in den Straßen

von Paris stattfinden könnte, soll sofort mit scharfer Waffe und ohne

jede Schonung entgegen getreten werden. Die Corpsführer sind mir

verantwortlich dafür, daß keine Barricade länger als eine halbe Stunde

stehen bleibt, — vor Allem,“ fügte er noch hinzu, „sollen starke Posten

in das Erdgeschoß des Pavillons des kaiserlichen Prinzen gelegt werden

und Niemand dort zugelassen werden, der sich nicht durch seinen Dienst

oder durch einen besonderen Erlaubnißschein legitimiren kann. Außerdem

werden Sie, mein lieber Pietri,“ sagte er, sich an den Polizeipräfecten

wendend, „den Pavillon des Prinzen ringsum mit Ihren zuverlässigen

Agenten umgeben lassen, mit dem bestimmten Befehl, Niemand die

Annäherung an denselben zu gestatten.“

Herr Ollivier sah ganz erstaunt den Kaiser an, der Ton desselben,

welcher an die Zeit des unumschränkten persönlichen Regiments erinnerte,

schien ihn zu befremden.

„Und welche Sicherheitsmaßregeln befehlen Eure Majestät,“ sagte Herr

Pietri, „für den Pavillon de l'Horloge, — für Eurer Majestät eigene

Wohnung?“

„Keine,“ sagte der Kaiser stolz lächelnd, „ich habe die Pflicht, für die

Sicherheit des Staates und des Erben meines Thrones zu sorgen. Was mich

betrifft, — ich vertraue meinem Stern! — Gehen Sie, meine Herren,“ sagte

er mit freundlicher Würde und Hoheit, „und sorgen Sie für die pünktliche

Ausführung meiner Befehle. Sie, mein lieber Ollivier, bitte ich, noch zu

bleiben, ich habe noch weiter mit Ihnen zu sprechen.“

Der Marschall Leboeuf und Herr Pietri zogen sich zurück.

„Sie wissen,“ sagte der Kaiser, als er mit dem Großsiegelbewahrer

allein war, „daß die Kaiserin nach der Verfassung des Reichs zur

Regentin bestimmt ist, für den Fall meiner Abwesenheit oder meines Todes

während der Minderjährigkeit des Prinzen. Dieser Beaury ist gefangen,“

fuhr er fort, „aber man könnte einen Zweiten und einen Dritten absenden,

und irgend ein plötzliches Ereigniß könnte meinem Leben ein Ende

machen.“

„Sire,“ rief Ollivier, die Hand auf die Brust legend, „die Vorsehung

wird verhüten —“

„Ich hoffe das,“ sagte der Kaiser kalt und ruhig, „indessen muß ich für

den Fall eines verhängnißvollen Ereignisses meine Bestimmung treffen,

als ob es sich um eine dritte Person handelte. Sollte ich,“ fuhr er

fort, „das Opfer eines Dolches, eines Revolvers oder einer Bombe werden,

so werden Sie unverzüglich die ganze Garnison von Paris unter die Waffen

treten lassen, meinen Sohn zum Kaiser proclamiren und die Truppen ihm

und der Regentin den Eid der Treue schwören lassen. Sie werden jeden

Versuch einer Bewegung in der Hauptstadt mit rücksichtsloser Strenge

niederwerfen und die Regierung genau so fortführen, als ob sich Nichts

geändert habe — Nichts,“ fügte er mit einem Anklang leiser Wehmuth hinzu,

„als daß neben dem Namen des Kaisers eine IV statt einer III steht.

Besprechen Sie mir das, geben Sie mir Ihr Wort darauf.“

Er streckte Ollivier mit einer Bewegung voll Hoheit und liebenswürdiger

Herzlichkeit zugleich die Hand hin.

„Ich schwöre es Eurer Majestät,“ rief Ollivier mit einer von innerer

Bewegung erstickten Stimme, indem er seine Hand in die des Kaisers

legte.

„So haben wir Vorsorge getroffen,“ sprach Napoleon im ruhigen, heiteren

Ton weiter, „für den Fall eines unglücklichen Verhängnisses, jetzt

lassen Sie uns an die Gegenwart und ihre Forderungen herantreten.

Nachdem das Plebiscit dem Kaiserreich von Neuem die feste Grundlage des

Nationalwillens gesichert hat, müssen wir darauf denken, die Regierung,

selbst wenn sie sich in einem provisorischen Stadium befindet, wieder zu

consolidiren. Das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten vor allen

Dingen, welches Sie seit dem Rücktritt des Grafen Daru mit so großer

Opferbereitwilligkeit neben der Last aller Ihrer übrigen Arbeiten

geführt haben, muß, wie es mir scheint, definitiv besetzt werden.“

Herr Ollivier schien durch diese Bemerkung des Kaisers nicht besonders

angenehm berührt zu werden.

„Es ist mir eine Freude gewesen, meine Arbeitskraft auch in diesem

erhöhten Maße dem Dienste Eurer Majestät zu widmen. Und bis zu diesem

Augenblick,“ fügte er mit einem gewissen selbstbewußten Lächeln hinzu,

„ist mir diese Last nicht zu schwer geworden. Nicht, um mich den

vermehrten Arbeiten zu entziehen, möchte ich Eure Majestät zur Besetzung

des auswärtigen Portefeuille drängen.“

„Ich weiß, mein lieber Minister,“ sagte der Kaiser verbindlich, „daß Sie

keine Mühe scheuen, und daß Ihre eminente Kraft auch die schwerste Last

leicht zu ertragen im Stande ist. Indessen wird die gesammte politische

Leitung der Regierung Sie in der nächsten Zeit, in welcher alles jetzt

Geschaffene befestigt werden muß, so sehr in Anspruch nehmen, daß ich

nicht die Detailarbeiten Ihnen auch noch aufbürden möchte. Es kommt

darauf an,“ fuhr er fort, „einen Minister der auswärtigen

Angelegenheiten zu finden, welcher die für den internationalen Verkehr

erforderliche Geschmeidigkeit mit dem festen Willen und der Kraft

vereint, die Würde und die Interessen Frankreichs nach außen hin

energisch zu vertreten, und welcher zugleich mit den Grundsätzen, nach

welchen Sie zu meiner großen Freude meine Regierung führen, völlig

übereinstimmt. Ich habe geglaubt, daß Drouyn de L'huys, welcher bereits

mehrere Male die auswärtige Politik Frankreichs geführt hat, im

wesentlichen die erforderlichen Eigenschaften besitzt, es würde nur

darauf ankommen, ob Sie glauben, mit demselben in inniger und

aufrichtiger Uebereinstimmung zusammen arbeiten zu können.“

Herr Ollivier schien noch immer unter dem Eindruck einer gewissen

Verstimmung sich zu befinden.

„Ich achte Herrn Drouyn de L'huys hoch,“ sagte er mit einiger

Zurückhaltung, „er ist ein Mann von großer und ausgedehnter Erfahrung,

von tiefen Kenntnissen und großer Charakterfestigkeit. Freilich,“ fuhr

er fort, „sagt man, daß diese Charakterfestigkeit zuweilen ein wenig die

Grenzen des Eigensinns streifen soll, —“

„Man hat nicht ganz Unrecht,“ fiel Napoleon, leicht das Haupt neigend,

ein. „Indeß glaube ich, daß es Ihnen bei Ihrer Gewandtheit, Andere zu

überzeugen, nicht schwer werden würde“ —

Die Flügel der Thür des kaiserlichen Cabinets wurden geöffnet. Der

Huissier meldete die Kaiserin.

Unmittelbar darauf trat Ihre Majestät schnell ein, ihre Hand leicht auf

den Arm des kaiserlichen Prinzen gelegt. Das schöne Gesicht der Kaiserin

leuchtete vor freudiger, innerer Erregung, ihre Augen strahlten, ein

triumphirendes Lächeln lag auf ihren Lippen, hoch und stolz trug sie das

Haupt auf dem wunderbar schönen, schlanken Halse.

Der kaiserliche Prinz war damals vierzehn Jahre alt, seine Gestalt war

schlank und schmächtig, seine Haltung elegant und sicher, sein bleiches

Gesicht mit dem dichten, dunkel glänzenden Haar, schien älter als seine

Jahre, frühzeitige körperliche Leiden hatten ihm einen gewissen Ausdruck

von fast melancholischer Weichheit gegeben. Seine Stirn zeigte eine

auffallende Ähnlichkeit mit derjenigen des Kaisers, während der untere

Theil des Gesichts, die Nase und der Mund lebhaft an seine Mutter

erinnerten. Seine dunklen, sinnigen Augen blickten aufmerksam forschend,

es lag in denselben neben einer gewissen, kindlichen, wohlwollenden

Offenheit, doch auch ein gewisses prüfendes Mißtrauen.

Der Prinz trug einen einfachen schwarzen Civilanzug und küßte, nachdem

die Kaiserin den Kaiser begrüßt, mit liebevoller Ehrerbietung die Hand

seines Vaters.

„Ich komme mit unserm Louis,“ rief die Kaiserin, „um die Erste zu sein,

welche Ihnen zu dem so glänzenden Ausfall des Plebiscits von ganzem

Herzen Glück wünscht, und zugleich,“ sagte sie, mit anmuthiger Bewegung

sich zu Ollivier wendend, „dem geistvollen und treuen Rathgeber, dessen

eifriger Thätigkeit wir vor allen Dingen dieses glückliche Resultat zu

verdanken haben, auch meinen herzlichsten und aufrichtigsten Dank zu

sagen.“

Sie reichte Ollivier ihre Hand, auf welche dieser seine Lippen drückte.

„Es scheint,“ sagte der Kaiser, „als ob gerade in diesem Augenblick, in

welchem das Glück uns lächelt, die finsteren Dämonen der Revolution von

Neuem ihr Haupt erheben, hoffentlich zum letzten Mal. Ich habe,“ fuhr er

fort, „soeben, obgleich mir das gerade in diesem Augenblick mehr als je

widerstrebt, die Befehle zur energischen Verfolgung der Schuldigen

gegeben und zugleich zum Schutz des Staats und der Dynastie die

Voltigeurs der Garde in den Pavillon des Prinzen gelegt. Und Du, mein

lieber Louis,“ sagte er, leicht mit der Hand über das Haar seines Sohnes

streichend, „wirst in den nächsten Tagen Dir gefallen lassen müssen, die

Tuilerien nicht zu verlassen, so lange wenigstens, bis das Complott in

allen seinen Verzweigungen entdeckt und unschädlich gemacht sein wird.“

„Oh, Papa,“ rief der junge Prinz mit blitzenden Augen, „ich fürchte mich

nicht, mögen sie nur kommen, ich werde mich zu vertheidigen wissen,

und“ fügte er hinzu, den glänzenden Blick aufwärts gerichtet, „Gott wird

nicht erlauben, daß die ruchlosen Pläne dieser Verschwörer gelingen.“

„Ich bin überzeugt, daß Du Dich nicht fürchtest, mein Sohn,“ sagte der

Kaiser, indem er seinen Blick voll stolzer Freude auf dem Prinzen ruhen

ließ — „Du würdest sonst nicht im Stande sein, Frankreich zu beherrschen,

aber Dein Leben gehört der Zukunft Deines Landes, Du darfst es wohl in

der Schlacht für die Ehre und den Ruhm Frankreichs einsetzen, aber es

soll nicht die Beute heimtückischer Meuchelmörder werden. Wo ist der

General Frossard?“ fragte er.

„Der General hat den Prinzen hierher begleitet,“ erwiderte die Kaiserin,

„er befindet sich im Vorzimmer.“

Napoleon öffnete selbst die Thür seines Cabinets und rief den General.

Dieser, ein Mann von etwa fünfzig Jahren mit einem länglichen, ernst und

streng blickenden Gesicht trat ein und erwartete schweigend die Befehle

des Kaisers.

„Mein lieber General,“ sagte Napoleon, „ich bitte Sie, dafür Sorge zu

tragen, daß der Prinz bis auf weitere Befehle sein Zimmer nicht verläßt,

und daß er keine Audienzen ertheilt, welche ich nicht vorher genehmigt

habe. Gehe mit dem General, mein Sohn,“ fuhr er fort, dem Prinzen

freundlich auf die Schulter klopfend, „und beschäftige Dich ein wenig

mit Deinen Studien, ich werde später zu Dir kommen und ein wenig sehen,

was Du treibst.“

Der Prinz zögerte einen Augenblick, ein leichter Anflug von Unmuth

erschien auf seinem Gesicht, er küßte die Hand seines Vaters, umarmte

zärtlich die Kaiserin und verließ, vom General Frossard gefolgt, das

Cabinet.

„Ich habe soeben einen Brief von Gramont erhalten,“ sagte die

Kaiserin — „er sendet uns seine aufrichtigsten Wünsche für den

glücklichen Ausfall des Plebiscits und ist entzückt über die ersten

Nachrichten, welche der Telegraph nach Wien gebracht hat, und welche

bereits erwarten lassen, was sich inzwischen vollzogen hat. Ich würde

Dir den Brief vorlesen,“ sagte sie mit einem lächelnden Seitenblick auf

Ollivier, „wenn ich nicht fürchten müßte, den Herrn Großsiegelbewahrer

in Verlegenheit zu setzen. Der Herzog ist in der That einer seiner

glühendsten Bewunderer, er preist Frankreich und das Kaiserreich

glücklich, einen solchen Mann zu den ihrigen zu zählen.

Es ist nur zu bedauern,“ fügte sie mit einem leichten Seufzer hinzu,

„daß der Herzog so fern von hier auf entlegenem Posten in Wien sich

befindet, er wäre ein vortrefflicher Bundesgenosse des Herrn Ollivier,

er würde keinen anderen Ehrgeiz haben, als dessen Leitung zu folgen und

mit seinem Eifer und seiner Energie die Ideen auszuführen, an denen

dieser so reich und so fruchtbar ist,“ sagte sie, mit einem reizenden

Lächeln sich gegen den Justizminister verbeugend, der einen schnellen,

forschenden Blick auf den Kaiser richtete.

Napoleon hatte den Kopf ein wenig niedergesenkt, sein verschleierter

Blick richtete sich ausdruckslos zu Boden.

„Euer Majestät hatten so eben die Gnade,“ sagte Ollivier, indem er sich

halb zur Kaisern wendete, „mit mir über die Besetzung des auswärtigen

Ministeriums zu sprechen und den Namen des Herrn Drouyn de L'huys zu

nennen“ — ein finsterer Schatten flog einen Augenblick über die Züge der

Kaiserin, aber unmittelbar nahmen dieselben wieder ihren ruhig

lächelnden, fast gleichgültigen Ausdruck an.

„Drouyn de L'huys,“ sagte sie, „würde reiche Erfahrungen für diesen

Posten mitbringen, — er ist ja auch, so weit ich davon gehört habe, im

Ganzen vollkommen einverstanden mit der gegenwärtigen Richtung der

Regierung. Ich bedaure nur Herrn Ollivier,“ fügte sie in heiterem Tone

hinzu, „er wird ein wenig Mühe haben, mit Herrn Drouyn de L'huys fertig

zu werden, derselbe hält viel auf seinen eigenen Willen. Aber,“ sagte

sie, „es wird ja am Ende nicht schwer sein, sich ihm zu accommodiren, er

ist ein Mann von vielem Geist und so viel älter als Herr Ollivier —“

Sie schwieg abbrechend.

Der Justizminister schien einen Augenblick mit seinen Gedanken

beschäftigt, dann wandte er sich, wie einem schnellen Entschluß folgend,

zum Kaiser und sagte:

„Ich habe Eure Majestät, vorhin die Meinung ausgesprochen, welche ich

über Herrn Drouyn de L'huys hege. Ich kann indeß eine Bemerkung nicht

unterdrücken, welche ein wenig gegen die Übertragung des auswärtigen

Ministeriums an ihn sprechen möchte. Herr Drouyn de L'huys gilt in Folge

der Verhältnisse, unter denen er das Portefeuille im Jahre 1866

abgegeben, für einen großen Gegner Preußens und für einen Fürsprecher

kriegerischer Unternehmungen.“

„Drouyn de L'huys will durchaus den Frieden aufrecht erhalten wissen,“

sagte der Kaiser schnell.

Der Blick der Kaiserin flammte auf, sie machte eine leichte Wendung und

führte einen Augenblick ihr Taschentuch an die Lippen.

„Ich glaube, daß Herr Drouyn de L'huys den Frieden will,“ erwiderte

Ollivier, „indessen die Welt und namentlich das Ausland glaubt einmal

das Gegentheil von ihm, es wäre vielleicht zu befürchten, daß seine

Ernennung von den fremden Mächten, in's Besondere von dem Berliner

Cabinet mit Mißtrauen aufgenommen werden möchte, und in diesem

Augenblick, in welchem wir so sehr mit den inneren Fragen beschäftigt

sind, würde eine Trübung der auswärtigen Beziehungen die Erfüllung der

Aufgaben, welche wir dem Willen Eurer Majestät gemäß uns gesteckt haben,

sehr erschweren. Es wäre vielleicht gut, das auswärtige Ministerium

einem Manne zu übertragen, welcher seit längerer Zeit dem Mittelpunkt

der Politik fern gestanden hat, und aus dessen Vergangenheit man keine

beunruhigenden Schlüsse zu ziehen im Stande ist. Ihre Majestät die

Kaiserin,“ fuhr er fort, „hatten so eben die Güte gehabt, mitzutheilen,

daß der Herzog von Gramont sehr freundliche Gesinnungen für meine

geringe Person hegt. Ich bin gewiß, Eure Majestät wissen, daß ich weit

davon entfernt bin, mich durch persönliche Eindrücke leiten zu lassen,

um so mehr als ich in diesem Falle glaube, daß die Sympathie des

Herzogs von Gramont vor allen Dingen den Prinzipien gilt, welche ich in

Uebereinstimmung mit Eurer Majestät auszuführen unternommen habe, und in

dieser Beziehung würde ich allerdings ein Zusammenwirken mit einem

Manne, der vollständig von denselben Grundsätzen durchdrungen ist, nur

für sehr nützlich halten können.“

„Würden Sie nicht,“ fragte die Kaiserin lächelnd, — „Sie, der bürgerliche

Stoiker, Scheu haben, durch den Herzog von Gramont sich dem Faubourg St.

Germain zu sehr zu nähern?“

„Ich achte alle Klassen der Gesellschaft,“ sagte Ollivier in

pathetischem Ton, „wenn sie sich den Ideen, welche den Staat in unseren

Tagen leiten müssen, unterwerfen, und wenn der alte historische Adel

Frankreichs sich entschließen könnte, den Wegen des Kaisers und seiner

Regierung zu folgen, so würde die ganze Nation dabei gewinnen.“

„Sie nehmen die Sache ernst“, sagte die Kaiserin leicht hin — „ich habe

gar keine Ansicht aussprechen und am wenigsten den Erwägungen vorgreifen

wollen.“

„Die Andeutungen Eurer Majestät,“ sagte Ollivier, während der Kaiser

fortwährend unbeweglich schwieg, „verdienen indeß die höchste Beachtung

und vielleicht hat — Euer Majestät verzeihen mir,“ fügte er, sich leicht

verneigend hinzu, „hier der weibliche Instinct schneller das Richtige

getroffen, als es die ernsthaftesten und tiefsten Erwägungen hätten

finden können. Je mehr ich darüber nachdenke, um so mehr will es mir

scheinen, als ob der Herzog von Gramont in der That eine sehr geeignete

Persönlichkeit für das auswärtige Ministerium wäre.“

Der Kaiser stand auf.

„Wir wollen darüber nachdenken,“ sagte er in einem Tone, der jede

weitere Unterredung darüber abschnitt, „sobald das Plebiscit beendet

sein wird. Für jetzt bitte ich Sie,“ fuhr er zu Ollivier gewendet fort,

„mich zu begleiten, wenn Ihre Zeit es erlaubt, ich will einen Augenblick

auf der Terrasse des Tuileriengartens spazieren gehen.“

„Um Gottes Willen,“ rief die Kaiserin erschrocken, „ganz Paris ist in

unruhiger Bewegung, noch hat man nicht die Tiefe der Beschwörung

ergründet, noch sind nicht alle Mitschuldige ermittelt und gefangen — ich

bitte Sie, Louis, setzen Sie Sich einer solchen Gefahr nicht aus! Wie

leicht könnte eine jener entsetzlichen Bomben Sie treffen, bleiben Sie

im reservirten Garten.“

Der Kaiser lächelte.

„Sie können Sich überzeugen, Eugenie,“ sagte er, „daß ich für die

Sicherheit des Prinzen gesorgt habe, — ich selbst will meinen Feinden und

allen Franzosen zeigen, daß wenn es ihnen vielleicht gelingen kann, mich

zu tödten, sie doch nicht dahin kommen werden, mich einzuschüchtern.“

Er bewegte schnell die Glocke auf seinem Schreibtisch und nahm seinen

Hut und sein spanisches Rohr. Der Huissier öffnete die Thürflügel. Der

Kaiser gab seiner Gemahlin den Arm und führte sie durch das Vorzimmer,

in welchem der Dienst thuende Adjutant und der Kammerherr der Kaiserin,

wartete, bis zum Eingang zu ihren Appartements.

Dann stützte er seinen Arm auf den des Herrn Ollivier, stieg mit ihm die

Treppe herab und schritt langsam nach der reservirten Terrasse des

Tuileriengartens, indem er dem Adjutanten befahl, zurückzubleiben.

Langsam schritt er unmittelbar an der Rampe dieser Terrasse nach der

Place de la Concorde hin auf und nieder, indem er sich stets so wandte,

daß er an der dem Platze zugekehrten Seite ging.

Bald hatte man ihn erkannt, eine ziemlich dichte Menge sammelte sich

unterhalb der Terrasse an und laute Rufe begrüßten den Kaiser.

Napoleon dankte mit der Hand, trat dicht an den Rand der Terrasse und

blickte lange auf die immer mehr anwachsende Menge herab.

„Sie sehen,“ sagte er lächelnd, sich zu Ollivier wendend, „daß das

Schicksal noch nicht mit mir enden will. Es gehört wahrlich wenig dazu,

um mich von dort unten her zu treffen.“

„Je näher Euer Majestät Ihrem Volke treten,“ sagte Ollivier, „um so

sicherer werden Sie vor allen Angriffen sein — auch ich gehörte einst zu

Ihren Gegnern; es hat nichts weiter bedurft, als daß Euer Majestät mir

erlaubten, in Ihre Nähe zu treten, um mich zu Ihrem treuesten und

ergebenden Diener zu machen.“

Der Kaiser dankte mit einer leichten Neigung des Hauptes für diese in

etwas rhetorischem Tone ausgesprochene Schmeichelei, legte wieder seinen

Arm in den des Ministers und setzte noch eine halbe Stunde lang seinen

Spaziergang fort, indem er mit der ihm eigentümlichen bezaubernden

Liebenswürdigkeit von allen möglichen Dingen plauderte, aber trotz aller

Anspielungen Olliviers es vermied, das Thema der Besetzung des

auswärtigen Ministeriums wieder zu berühren.

Zweites Capitel.

Es war ungefähr um die neunte Abendstunde desselben Tages, als der

Geheimsecretair Pietri durch den besonderen Eingang aus seinem Bureau in

das Cabinet des Kaisers trat.

Napoleon saß ernst und gedankenvoll in seinem Lehnstuhl, er trug den

Campagneüberrock der Generalsuniform und rauchte eine jener kleinen

Cigarretten von türkischem Taback, welche er sich selbst bereitete,

träumerisch den kleinen Rauchwolken nachblickend, welche durch das von

einer großen, auf dem Schreibtisch stehenden Lampe nur matt erleuchtete

Zimmer dahinzogen.

Er richtete sich beim Eintritt Pietris leicht empor und sagte, indem er

seinen Vertrauten mit freundlichem Lächeln grüßte.

„Haben Sie nach der Rue de Bondy gesendet?“

„Zu Befehl, Majestät,“ erwiderte Herr Pietri, „die Dame ist hier und

wartet in meinem Zimmer.“

Der Kaiser stand auf.

„Es wäre doch wohl besser gewesen, unerkannt dort hinzugehen. Ich

erleichtere ihr Metier zu sehr, wenn sie weiß, mit wem sie es zu thun

hat.“

„Aber, Sire,“ sagte Pietri, „in diesen Tagen in jene Gegenden sich zu

begeben, das wäre nicht mehr Verachtung der Gefahr, das wäre

Tollkühnheit, und wenn Euer Majestät dort erkannt worden wären, wenn

irgend ein Unglück sich ereignet hätte, so würde man mit Recht ein

solches Unternehmen als verbrecherisch verurtheilen.“

„Sie haben vielleicht Recht,“ sagte der Kaiser —

— „auch kann man ja hier die Allwissenheit der Priesterin des Pietismus

prüfen, lassen Sie die Dame kommen — Mademoiselle — ?“ versetzte er

fragend.

„Mademoiselle Lesueur,“ erwiderte Pietri.

Der Kaiser nickte mit dem Kopfe.

Pietri ging hinaus und führte nach wenigen Augenblicken durch die

Portiere eine junge Dame von achtzehn bis neunzehn Jahren in das

Cabinet, während er selbst einen ganz einfachen Tisch von leichtem

unpolirten Holz in der Hand trug und in die Mitte des Zimmers

niedersetzte.

Der Kaiser grüßte die junge Dame mit verbindlicher Artigkeit und

betrachtete sie mit forschendem Blick.

Mademoiselle Lesueur war eine äußerst elegante und sympathische

Erscheinung, sie trug ein dunkles, einfaches Seidenkleid um den Hals mit

einer kleinen Spitzenkrause geschlossen. Ihr dunkelbraunes Haar war in

leichten Flechten um den Kopf gewunden, ihr zartes Gesicht dessen

durchsichtige Blässe von einer feinen Röthe auf den Wangen belebt wurde,

war von klassischer Schönheit, ihre dunklen Augen mit den auffallend

langen Wimpern waren voll Geist, Lebendigkeit und Sanftmuth zugleich,

und um ihren zierlichen und frischen Mund lag ein Zug von fast

kindlicher Harmlosigkeit und Naivität.

Sie verneigte sich ohne alle Befangenheit mit den Manieren der besten

Gesellschaft vor dem Kaiser, welcher ganz erstaunt schien, die berühmte

Sybille in der Gestalt eines so anmuthigen, jungen Mädchens zu

erblicken.

„Man hat mir viel erzählt,“ sagte der Kaiser, „von der besonderen,

eigentümlichen Kraft, welche Sie besitzen, das Reich der Geister zu

öffnen. Und da ich mich für alle solche Dinge interessire, durch welche

man versucht, den Schleier der Geheimnisse zu lüften, welche unser Leben

umgeben, so habe ich gewünscht, eine Probe Ihrer Kunst zu sehen.“

„Es macht mich glücklich,“ erwiderte Fräulein Lesueur mit einer ungemein

wohltönenden, etwas tiefen Stimme, „Euer Majestät Wunsch zu erfüllen. Es

ist keine geheimnißvolle Kunst dabei,“ fuhr sie fort, „meine Mutter

hatte die Kraft, durch das Medium dieses kleinen Tisches eine Verbindung

mit dem unsichtbaren Reich der Geister herzustellen. Diese ihre Kraft

ist auf mich übergegangen, und nach ihrem Tode habe ich es versucht, wie

sie die Geister sprechen zu lassen, — es ist mir in vielen Fällen

gelungen, und ich hoffe, daß es mir auch Euer Majestät gegenüber

gelingen wird.“

„So beginnen wir,“ sagte der Kaiser.

Pietri stellte zwei Stühle einander gegenüber an den kleinen Tisch.

Mademoiselle Lesueur setzte sich auf den einen, zog ihre Handschuhe

aus, — legte die Spitzen ihrer zierlichen Finger leicht auf die

Tischplatte und sagte:

„Wollen Euer Majestät die Gnade haben, mir gegenüber Platz zu nehmen.“

Der Kaiser setzte sich mit einem fast unwillkürlichen Lächeln an die

andere Seite des Tisches.

„Ich bitte Euer Majestät,“ sagte Fräulein Lesueur, „Ihre Hände ebenso

wie ich auf die Platte legen zu wollen.“

Der Kaiser that es.

Fräulein Lesueur schwieg einen Augenblick. Dann schlug sie ihre dunklen

Augen mit schwärmerischem Ausdruck empor und sprach mit halb lauter

Stimme:

„Allmächtiger, dreieiniger Gott, der Du herrschest auf der Erde, wie in

den Höhen des Himmels und in den Tiefen der Hölle, ich bitte Dich den

Geistern, die ich in Deinem Namen rufe, zu erlauben, daß sie aus ihren

Wohnungen herabsteigen und auf meine Fragen antworten, zu verkündigen,

was sie wissen und was Du ihnen erlaubst, zu sagen.“

Der Kaiser hörte ganz erstaunt diesen im Ton des inbrünstigen Gebets

gesprochenen Worten zu.

„Befehlen Euer Majestät,“ sagte die junge Dame sodann, „daß ich einen

bestimmten Geist rufen soll, oder wollen Sie den mir persönlich

befreundeten Geist hören.“

Abermals konnte der Kaiser ein leichtes Lächeln nicht unterdrücken.

„Ich bitte Sie zunächst Ihren Geist kommen zu lassen, Mademoiselle,“

sagte er.

„Es ist der Geist meiner Mutter,“ erwiderte Mademoiselle Lesueur, „und

er wird sogleich erscheinen.“

Sie beugte sich ein wenig nieder und flüsterte eine unverständliche

Formel leise vor sich hin.

Wenige Augenblicke darauf begann der Tisch leise zu zittern.

Der Kaiser drückte die Hände stärker auf die Platte, allein die

unruhige, beinahe wellenförmige Bewegung des Holzes vermehrte sich immer

mehr und mehr. Nach kurzer Zeit hob sich der Tisch auf der Seite des

Kaisers ein wenig in die Höhe und blieb in dieser schwebenden Stellung

stehen.

Der Todesgruß der Legionen, 3. Band · 第 1 / 19 段