Anmerkungen

_Der erste Brief._ Adresse: _Der theuern Ungenandten_. Goethe

weiß somit noch nicht, mit wem er es zu tun hat; siehe die

Adresse des zweiten Briefes. Sein Schreiben hat er sicherlich

durch die Brüder Stolberg befördert, durch deren Vermittlung

er auch Gustchens anonymen Brief Mitte Januar erhalten haben

wird. -- _Musste er Menschen machen nach seinem Bild_: 1. Mos.

1, 26. -- _wenn wir Brüder finden_: »Brüder« prägnant für das

allgemeinere »Geschwister«; Goethe meint eben seine unbekannte

Korrespondentin.

_Der zweite Brief._ Adresse: _Der teuern Ungenannten_. Doch geht

aus dem letzten Absatz des Briefes hervor, daß dem Schreiber

Namen und Aufenthaltsort Gustchens (durch deren Brüder?) bekannt

geworden sind; der dritte Brief redet sie an »liebe Auguste«;

siehe auch die Adresse des vierten. -- _einer niedlichen

Blondine_: Lili Schönemann (geb. 23. Juni 1758), die Tochter

eines vermögenden Frankfurter Bankherrn, die Goethe zu Anfang

des Jahres kennen gelernt hatte. Die Schilderung, die er hier

von dem Gesellschaftstreiben im Hause der Geliebten entwirft,

kehrt wieder im Gedichte »An Belinden« (»Warum ziehst du mich

unwiderstehlich Ach, in jene Pracht?«): »Bin ich's noch, den

du bei so viel Lichtern An dem Spieltisch hältst? Oft so

unerträglichen Gesichtern Gegenüber stellst?« -- _dumpfe tiefe

Gefühle_: »dumpf« ein Lieblingswort des jungen Goethe zur

Bezeichnung gefühlsschwerer, ahnungsvoller, unruhig treibender

und schwellender Seelenstimmung. -- _Dramas_: Claudine von Villa

Bella, Erwin und Elmire (vgl. S. 22), Stella (vgl. S. 18, 34),

Faust (vgl. S. 30).

_Der dritte Brief._ -- _Auf dem Land bey sehr lieben Menschen_:

in Offenbach oberhalb Frankfurts in der Familie des Komponisten

Johann André (1741-1799), der, ursprünglich Seidenfabrikant,

seit 1774 dort einen Musikverlag besaß; er hat Goethes »Erwin

und Elmire« komponiert. Zu dem Offenbacher Kreise gehörte ferner

der Kaufmann Jean George d'Orville, ein Onkel Lilis, mit seiner

Gattin Jeanne Rahel, geb. Bernard, sodann der reformierte

Pfarrer Joh. Ludw. Ewald (1747-1822), der sich späterhin,

vom Rationalismus zu biblisch-positivem Glauben bekehrt, in

einflußreichen geistlichen Stellungen als gefälliger, lebhafter,

vielseitiger, aber allzu redseliger Vielschreiber, namentlich

auf pädagogischem Gebiet im Sinne Pestalozzis, beträchtliche

Verdienste um Bildung und Gesittung des Volkes erworben hat.

Siehe S. 30, 31. -- _in Erwartung_: Lilis, die etwa am 9.

eingetroffen sein wird. -- _Heut ist der 6. März_: nein! Goethe

schreibt am 7., einem Dienstag, an dessen Morgen er nach

Offenbach hinausgewandert war. -- _aufgewegt_: veraltete Form

statt »aufgeregt«, »erregt«. -- _an meine Schwester schreiben_:

Schwester Cornelia, seit 1. November 1773 mit Joh. Georg

Schlosser vermählt, lebte seit Ende Juni 1774 in Emmendingen

(Baden), wo ihr Gatte, zunächst vertretungsweise, dann (seit Juni

1775) als Oberamtmann, der Regierung der badischen Markgrafschaft

Hochberg vorstand. -- _Lavaters Phisiognomischer Glaube_: Joh.

Kaspar Lavater (1741-1801), Diakonus in Zürich, seit 1775 Pfarrer

an der Waisenhauskirche daselbst, Schriftsteller tiefster

Empfindung und verstiegenen Ausdrucks, in wundergläubiger

Christusschwärmerei und religiöser Überspannung befangen, begabt

mit dem Zauber hinreißender persönlicher Liebenswürdigkeit und

der Werbekraft enthusiastischer Überzeugung, suchte in seinen

vierbändigen »Physiognomischen Fragmenten« dem Versuche, die

Linien des Menschengesichtes für Erkennung des Charakters zu

verwerten, wissenschaftliche Methode zu geben; Goethe, seit

August 1773 mit ihm in Verbindung, hatte ihn hierin durch

Zeichnungen und Silhouetten, namentlich aber auch durch

Charakterschilderungen und Profildeutungen unterstützt. --

_schick ich Ihnen eins geschrieben_: Stella (vgl. S. 16). --

_Freu[den] und Kinder_: die zweite Silbe des ersten Wortes hat

Goethe beim Übergang von einer Zeile in die folgende irrtümlich

ausgelassen: Freu-. Die Schrift ist nicht deutlich; »Frau-« oder

»Frauen« steht jedenfalls _nicht_ da. Wenige Zeilen weiter nennt

Goethe seine Arbeiten die »aufbewahrten Freuden seines Lebens«.

-- _seziren meines armen Werthers_: Goethe denkt namentlich

an die im Januar erschienene »Berichtigung der Geschichte des

jungen Werthers« des früheren Juristen in Wetzlar, damaligen

hannoverschen Gardeleutnants Karl Wilh. Frhr. v. Breidenbach

(1751-1813). -- _Berliner ppp Hundezeug_: die von dem Berliner

Buchhändler und Aufklärungsschriftsteller Friedrich Nicolai

(1733-1811) verfaßten »Freuden des jungen Werthers«, gleichfalls

im Januar 1775 herausgekommen; in diesem geschickt geschriebenen

Erzeugnis hausbackener Nüchternheit, das von Goethe zeitlebens

eines besonderen Grimmes gewürdigt worden ist, wurden Werthers

Pistolen »mit 'ner Blase voll Blut« geladen, das den Helden beim

Schusse aufs schmählichste besudelt; »'s von 'em Huhn, das heute

Abend mit Lotten verzehren solt«, tröstet ihn Albert, der ihm

Lotten zu nicht immer erfreulich ausfallender Ehe abtritt. --

_die Kinder tollen_: des Ehepaares André. -- _Paradiesgärtlein_:

des braunschweigisch-lüneburgischen Generalsuperintendenten

Joh. Arndt in Celle (1555-1621) viel benutzte erbauliche

Sammlung von Gebeten und Gebetliedern »Das Paradiesgärtlein voll

christlicher Tugenden«. -- _Bergere_: Sofa. -- _Stube_: Goethes

dreifenstriges, der Straße zugekehrtes Wohnzimmer im Dachgeschoß

des väterlichen Hauses.

_Der vierte Brief._ Adresse: _Augusten_. -- _zu einem

verdrüslichen Geschäfft_: doch wohl seiner Anwaltspraxis. --

_beygehendes Zettelgen_: ist verloren. -- _Ehlers_: Martin Ehlers

(1732-1800), damals Gymnasialrektor zu Altona, später Professor

in Kiel, pädagogisch-philosophischer Schriftsteller; ein Brief

an ihn ging am 14. April ab. -- _innigen Freundin_: v. Oberg,

Stiftsdame im Stifte Ütersen (unterhalb Altona unweit vom rechten

Ufer der Elbe). -- _Fieber_: zu Gustchens Krankheitsanfällen

siehe noch S. 34.

_Der fünfte Brief._ In der Zeit dieses Briefes (April)

ist Goethes Verhältnis zu Lili durch die Einwilligung der

beiderseitigen Familien zur förmlichen Verlobung gediehen.

-- _Liedgen_: die Arie Erwins »Ihr verblühet süße Rosen« aus

»Erwin und Elmire« (vgl. S. 16), für die Goethes Freund, der

Frankfurter Komponist Philipp Kayser (1755-1823), eine Melodie

des französischen Opernkomponisten A. E. Grétry (1741-1813)

umgebildet hatte. -- _Ihre Brüder kommen_: aufgefordert von

ihrem Göttinger Studiengenossen, dem Baron Kurt v. Haugwitz, dem

späteren Grafen und preußischen Minister (1752-1831), hatten sich

die Grafen Christian und Friedrich Leopold zu einer Reise in die

Schweiz entschlossen. Sie trafen etwa am 9. Mai in Frankfurt

ein, wo sie von Haugwitz erwartet wurden. Gleich nach ihrer

Ankunft erschien Goethe bei ihnen. Er erklärte sich alsbald

bereit, die neuen Freunde auf ein großes Stück des geplanten

Weges zu begleiten; er hoffte im Wechsel frischer Natureindrücke

sein stürmendes Herz zu beruhigen und durch eine Trennung seine

quälend-beseligenden Gefühle für Lili sich klären und entscheiden

zu lassen. Am 14. Mai 1775 ward die Reise angetreten. -- _zweiten

Band der Iris_: die von dem Anakreontiker Joh. Georg Jacobi

(1740-1814) in Düsseldorf herausgegebene Vierteljahrsschrift

»Iris« enthielt in des zweiten Bandes erstem Stück (Januar 1775)

das Gedicht »Kleine Blumen, kleine Blätter«, das »Maifest« (»Wie

herrlich leuchtet«) und den »Neuen Amadis« (»Als ich noch ein

Knabe war«), in des zweiten Bandes drittem Stück (März 1775)

außer »Erwin und Elmire« die Gedichte: »An Belinden« (»Warum

ziehst du mich unwiderstehlich«, vgl. S. 50), »Neue Liebe, neues

Leben« (»Herz, mein Herz, was soll das geben«), »Willkommen und

Abschied« (»Es schlug das Herz, geschwind zu Pferde«).

_Der sechste Brief._ Ein unvollendeter Brief, der vielleicht

mit dem siebenten, wenn nicht noch später abgeschickt worden

ist. -- _Wie weit ists nun_: Gustchen war von einer Reise

nach Hamburg nach Kopenhagen zurückgekehrt. -- _wieder in

Franckfurt_: seit dem 22. Juli. Die Briefe, die Goethe von der

Reise an Gustchen gerichtet haben wird, sind nicht überliefert.

-- _in Zürch getrennt_: etwa am 6. Juli. Die Stolberge setzten

durch die Schweiz ihre Reise fort, die sie an den Comer und

Genfer See führte. -- _im Wolckenbade_: auf dem St. Gotthard.

-- _Ich litt mit ihm_: in Straßburg (am 25. Mai) hatte Fritz

Stolberg die Nachricht erhalten, daß Sophie Hanbury, eine junge

Engländerin in Hamburg, der er seine Liebe gewidmet, seine

Neigung nicht erwidern könne: vgl. S. 25. -- _Gräfin Bernsdorf_:

Gustchens Schwester Henriette Friederike, die erste Gattin des

hochverdienten dänischen Ministers Andreas Petrus Bernstorff

(1735-1797), dem nach dem Tode der Schwester (1782) Gustchen dann

selbst die Hand zur Ehe gereicht hat. -- _Zettelgen_: gemeint ist

nicht etwa eine Beilage, sondern der ganze sechste Brief.

_Der siebente Brief._ -- _Hier_: in Offenbach, im Hause

d'Orvilles, vor Lilis Schreibtisch. -- _der Brief liegt in der

Stadt_: jedenfalls Brief Nr. 6 (S. 23), der dann gelegentlich mit

dem Vermerk: »Hier ein altes verlohrnes Zettelgen« abgeschickt

worden ist. -- _Ihm ist wohler_: weil für ihn die Entscheidung

gefallen (vgl. S. 23). -- _Schlacht bey Bergen_: am 13. April

1759 zwischen Herzog Ferdinand von Braunschweig und den Franzosen

unter Marschall Broglie; sie ward die Ursache des im dritten

Buche von »Dichtung und Wahrheit« geschilderten Zusammenstoßes

zwischen Goethes Vater und dem Königsleutnant Grafen Thoranc. --

_Pannier_: Reifrock. -- _vier Heumans Kinder_: die vier Genossen

der Schweizer Reise, die gleich Rainald von Montalban und seinen

drei Brüdern, den Helden der »Schönen Historie von den vier

Haimonskindern, samt ihrem Roß Bayart« auf Abenteuer ausgezogen

waren. Nach der Mutter der Haimonskinder hat Goethes Mutter den

Namen »Frau Aja« erhalten. -- _stechen lassen_: die Silhouetten

Goethes, der Stolberge, des Barons v. Haugwitz finden sich in

Lavaters »Physiognomischen Fragmenten«, im dritten Versuch

(1777), auf der Kupfertafel zu S. 35. -- Statt der Unterschrift

ein Schnörkel.

_Der achte Brief._ -- _Schlang im Grase_: nach dem Worte des

Vergil: #latet anguis in herba# (Bucol. 3, 93). -- _Trompte_:

veraltet statt »Trompete«. -- _Ubalds Schild_: in Tassos

»Befreitem Jerusalem« erkennt Rinaldo, den die schöne Zauberin

Armida in Liebe und Wohlleben gefesselt hält, in dem ihm

vorgehaltenen demantenen Schilde des Ritters Ubaldo sein

durch Tand und weibischen Putz entwürdigtes Wesen. -- _zwey

Fürstinnen_: vermutlich die verwitwete Markgräfin Sophie Karoline

von Brandenburg-Bayreuth (geb. 1737) und die verwitwete Herzogin

Charlotte Amalie von Sachsen-Meiningen (geb. 1730). -- _iunges

Paar_: Pfarrer Ewald (vgl. S. 17) hatte sich am 10. September mit

Rachel Gertrud du Fay, der Tochter eines Frankfurter Kaufmanns,

vermählt. Zur Hochzeitfeier hatte Goethe das »Bundeslied« (»In

allen guten Stunden«) gedichtet. -- _iunge Frau liegt auf

dem Bette_: Frau André, die am 6. Oktober einen Knaben (Joh.

Anton) zur Welt brachte. -- _Verliebelte ... mit einem Mädgen_:

Lottchen Nagel, ein Mädchen anscheinend niederen Standes, in

ärmlicher, kellerartiger Behausung wohnend, aber wohl durch

Anmut, Ursprünglichkeit und urwüchsigen Geist den naturhungrigen

Genossen der Frankfurter Geniezeit ein Gegenstand verliebter

Bewunderung. Goethe hat sogar die Grafen Stolberg bei ihr

eingeführt, an sie das Gedicht »An Lottchen« (»Mitten im Getümmel

mancher Freuden«) gerichtet. -- _Ratte die Gift gefressen_:

Umschreibung des Liedes »Es war eine Ratt im Kellernest« in der

Szene »Auerbachs Keller« des »Faust«. Aus dieser Übereinstimmung

ist nicht zu schließen, daß die »Faust«-Szene, die Goethe am

Morgen gedichtet, eben die Szene »Auerbachs Keller« gewesen sei.

-- _war Lili hier_: zum Hochzeitfeste Ewalds. -- _süsen Geschöpfe

zu lieb_: unbestimmbare Persönlichkeit; vgl. S. 33. -- _Geist der

reinheit_: man gedenkt der Worte, die Goethe in sein Weimarer

Tagebuch unterm 7. August 1779 eingeschrieben: »Möge die Idee des

Reinen, die sich bis auf den Bissen erstreckt, den ich in Mund

nehme, immer lichter in mir werden.«

_Der neunte Brief._ Unmittelbare Fortsetzung des achten, begonnen

am 20. September. In den letzten Tagen des Septembers scheint

sich das Verhältnis zu Lili endgültig gelöst zu haben. Lili hat

sich 1778 mit dem Bankherrn Bernhard Friedrich v. Türckheim in

Straßburg vermählt. Die Charakterstärke und Seelengröße, die sie

später in den Stürmen der Französischen Revolution als Gattin und

Mutter bewährt hat, zeigen, daß Goethe die Liebeskraft seines

Dichterherzens an keine Unwürdige verschwendet hat. Sie ist 6.

Mai 1817 gestorben. -- _Prinzen von Meinungen_: Herzog August

Friedrich Karl von Sachsen-Meiningen (1754-1782) und sein Bruder

Georg Friedrich (1761-1803), die mit ihrer Mutter (vgl. S. 28) in

Frankfurt weilten. -- _ums Thor_: um die Stadtmauer. -- _Manns

von Geist_: nicht bestimmbar. -- _tolles Zeug_: vermutlich jenes

Mißverständnis, das Goethe (mit irrtümlicher Festsetzung des

Zeitpunktes?) im 20. Buch von »Dichtung und Wahrheit« erzählt.

Am 11. Dezember 1774 hatte Goethe den Erbprinzen Carl August von

Sachsen-Weimar und Eisenach (1757-1828) kennen gelernt. Am 3.

September 1775 großjährig geworden und zur Regierung gelangt,

weilte Herzog Carl August wiederum etwa 20.-22. September in

Frankfurt, auf der Durchreise nach Karlsruhe, wo am 3. Oktober

seine Vermählung mit der Prinzessin Luise von Hessen-Darmstadt

(1757-1830) stattfand. Für den 22. September nun hatte Goethe

eine Einladung zur Tafel von den Prinzen von Meiningen erhalten,

glaubte jedoch, es handele sich um eine Einladung zu Carl August.

Er suchte diesen auf, fand ihn bei den Prinzen von Meiningen,

von denen sich Carl August zur Weiterfahrt verabschieden wollte,

und verließ mit ihm die Prinzen nach kurzem Besuch, um dann

selbst auf der Straße vom Herzog, der den Reisewagen bestieg,

entlassen zu werden. -- _erwarte den Herzog v. Weimar_: der mit

seiner Gemahlin am 12. Oktober wiederum in Frankfurt eintraf. --

_nach Hamburg_: Goethe wollte mit den Grafen Stolberg, die, von

ihrer Schweizer Reise (vgl. S. 23) zurückkehrend, ihn in Weimar

abholen sollten, Klopstock und Gustchen besuchen. -- _Weimar_:

hier war er am 7. November angekommen. -- _erwarte deine Brüder_:

sie langten am 26. November in Weimar an und verließen es am

3. Dezember 1775, ohne Goethe, der, vom Herzog zurückgehalten,

dann am 11. Juni 1776 aus einem Gaste des Herzogs als Geh.

Legationsrat sein vertrauter Beamter geworden ist.

_Der elfte Brief._ -- _Kranck_: die Nachricht von der schwerem

Erkrankung Gustchens im März 1776 hat Goethe vermutlich

durch Fritz Stolberg erhalten; noch Ende April war sie nicht

ganz wiederhergestellt; vgl. S. 22. -- _Stella_: vgl. S. 16;

Ende Januar 1776 hatte Goethe die gedruckten Exemplare dieses

»Schauspieles für Liebende« erhalten und wird alsbald eines an

Gustchen gesendet haben. -- _Mittwoch nach Ostern_: 10. April.

_Der zwölfte Brief._ -- _das ist alles was ich thun kann_:

um sie, die in ihrem Briefe vermutlich ihrer Sorge über

das angeblich wilde Weimarer Treiben (vgl. S. 40) Ausdruck

gegeben hatte, durch genaue Darstellung seines Lebens von der

Haltlosigkeit des bösen Gerüchtes zu überzeugen.

_Der dreizehnte Brief._ -- _In meinem Garten_: in unmittelbarer

Nähe des Parks, am Abhang eines mäßigen Höhenzuges, unweit des

rechten Ilmufers gelegen, ein Geschenk des Herzogs, das Goethe

am 21. April 1776 in Besitz genommen hat. -- _Rittmeister_:

Friedr. Ernst v. Lichtenberg, Rittmeister des weimarischen

Husarenkorps. -- _Frau v. Stein_: Goethe hat sie Mitte November

1775 kennen gelernt. -- _Ihr Mann_: Oberstallmeister des

Herzogs Frhr. Gottlob Ernst Josias Friedrich v. Stein auf

Kochberg (1735-1793). -- _ihr Bruder_: der Regierungsrat Ernst

Karl Constantin v. Schardt. -- _Ilten_: Karoline v. Ilten und

ihre Schwester Sophie. Karoline stand in leidenschaftlichen

Beziehungen zum Prinzen Constantin, die vom Herzog mißbilligt

wurden: Sophie ist 1778 Gattin des Rittmeisters v. Lichtenberg

geworden. -- _Herzoginn Mutter_: Anna Amalia (1739-1807). -- _dem

Prinzen_: Carl Augusts jüngerer Bruder Constantin (1758-1793).

-- _Ich hab das ausgestrichen_: ausgestrichen ist im Briefe

von »mich dahin zu stellen« (Seite 36, 3. Zeile v. u.) bis

»als Vorbereitung an«. -- _Philipp_: Goethes vertrauter Diener

Philipp Seidel. -- _Krause_: Georg Melchior Kraus, der Leiter der

Weimarer Zeichenschule. -- _Guiberts Tacktick_: des französischen

Generals und Militärschriftstellers Jacques Antoine Hippolyte

Grafen v. Guibert (1743-1790) damals vielbeachteter zweibändiger

#»Essai général de tactique«#. -- _eines meiner Freunde_:

vielleicht Joh. Heinrich Jung, gen. Stilling (1740-1817), der,

ursprünglich Schneidergeselle, in Straßburg, wo er Goethes

Tischgenosse gewesen, Medizin studiert hatte und damals als Arzt

in Elberfeld lebte. Goethe hat seine von tiefster religiöser

Empfindung getragene Selbstbiographie 1777 zum Druck befördert.

-- _Tiefurt_: unterhalb Weimars am linken Ilmufer. -- _Friz wird

gute Tage mit uns haben_: vom Herzog zum Kammerherrn ernannt,

wurde er zum Antritt seines Amtes in Weimar erwartet; vgl. S.

40. -- _in ihrer Einsamkeit_: Cornelia fühlte sich in ihrer Ehe

nicht glücklich. -- _Habe viel ausgestanden_: durch den leitenden

Minister Jacob Friedrich v. Fritsch, der sich der Anstellung

Goethes widersetzte, und durch die Liebe zu Charlotte v. Stein.

_Der vierzehnte Brief._ -- _Von Friz .. noch keinen Brief_: Fritz

wurde von der Übernahme seiner Weimarer Verpflichtung durch

Klopstock abgehalten, den übertreibende Gerüchte vom zügellosen

Leben des Herzogs und seines Freundes erregt hatten. -- _kleine

Reise_: nach Ilmenau.

_Der fünfzehnte Brief._ -- _Todt meiner Schwester_: Cornelie

war am 8. Juni 1777 gestorben. -- _Henrietten_: die Gräfin

Bernstorff, Gustchens Schwester (vgl. S. 23, 27). -- _Christels

Frau_: Luise, geb. Gräfin Reventlow.

_Der sechzehnte Brief._ -- _Jungen_: der Weimarer Kammerherr Karl

Friedr. Sigismund Frhr. v. Seckendorff (1744-1785).

_Der siebzehnte Brief._ -- _Schardt_: Sophie Friederike Eleonore

v. Schardt, als Gattin des Regierungsrates v. Schardt (vgl.

S. 36) Schwägerin der Frau v. Stein, war als Tochter des

Kanzleidirektors Andreas v. Bernstorff in Hannover mit Gustchens

Schwager und späterem Gatten, dem Grafen Andr. Petr. Bernstorff

verwandt.

_Der achtzehnte Brief._ -- _kleinen Schardt_: vgl. S. 42. --

_Geburtstag_: 7. Januar. -- _neuen Paare_: Fritz Stolberg hatte

sich mit Agnes v. Witzleben verlobt.

_Gräfin Auguste an Goethe._ -- _heiß beweinten, so vermißten

Brüder_: Friedrich Leopold war am 5. Dezember 1819, Christian am

18. Januar 1821 gestorben. -- _#the Songs of other times#_ --

_die Harfe von Selma_: Anspielung auf die Ossian-Übersetzung,

die Goethe seinem »Werther« eingefügt hatte. -- _das Geliebte

Weib_: sie hatte am 8. August 1783 den Grafen A. P. Bernstorff,

ihren verwitweten Schwager, geheiratet. -- _Kinder_: Stiefkinder,

sieben Söhne und drei Töchter. -- _verlohr ... den Gatten_: Graf

Bernstorff starb 21. Juni 1797. -- _Ein Sturm riß den Jüngern

hin_: Fritz, schon lange schwer leidend, starb, wie man sagte

in der Erregung über den grimmigen Angriff, den sein einstiger

Studienfreund Joh. Heinr. Voß in der Schrift »Wie ward Fritz

Stolberg ein Unfreier?« 1818 gegen ihn anläßlich seines (schon

1. Juni 1800 vollzogenen) Übertritts zum Katholizismus und

der dadurch bedingten schriftstellerischen und praktischen

Wirksamkeit zugunsten katholisch-aristokratischer Tendenzen

gerichtet hatte.

_Letzter Brief Goethes._ -- _viel Provinzen_: Ev. Johannis 14,2.

-- _wider Wissen und Willen verletzt_: am 2. Februar 1789 hatte

Goethe, als am 15. November 1788 Fritz die geliebte Gattin

Agnes (vgl. S. 43) verloren hatte, ihm geschrieben: »Wenn ich

auch gleich für meine Person an der [materialistischen] Lehre

des Lucrez mehr oder weniger hänge und alle meine Prätensionen

in den Kreis des Lebens einschließe, so erfreut und erquickt

es mich doch immer sehr, wenn ich sehe, daß die allmütterliche

Natur für zärtliche Seelen auch zartere Laute und Anklänge

in den Undulationen ihrer Harmonien leise tönen läßt und dem

endlichen Menschen auf so manche Weise ein Mitgefühl des Ewigen

und Unendlichen gönnt.« -- _tödtlichen Krankheit_: am 17. Februar

1823 war Goethe plötzlich an Herzbeutelentzündung erkrankt, die

ihn innerhalb einer Woche an den Rand des Grabes stellte; er

erholte sich langsam im Verlauf des März.

_Gedruckt bei Breitkopf und Härtel in Leipzig_

* * * * *

Die folgende Liste enthält die vorgenommenen Änderungen.

S. 28 eingeschlafuen -> eingeschlafnen (dem eingeschlafnen Krieger)

S. 30 sieben -> sieben. (Offenbach! Abends sieben. In einem)

S. 32 üsen -> süsen (einem süsen Geschöpfe zu lieb)

S. 45 iu -> in (mich oft geschmerzt, wenn ich in Ihren)

S. 53 Ich _litt -> _Ich litt (_Ich litt mit ihm_: in Straßburg)

Goethes Briefe an Auguste zu Stolberg · 第 30 / 30 题