Ihr Brief meine Beste hat mich beschämt, und mich meine
Nachlässigkeit verwünschen gemacht.
Zu Anfang des Jahrs redete ich mit der kleinen Schardt ab, Ihnen
ein Portefeuille zu mahlen und es zum Geburtstag zu schicken. Es
stand lange gestickt in meiner Stube und ich konnte nicht dazu
kommen, daß endlich der 15te verstrich. Wäre es fertig geworden
so hätten Sie es den Tag drauf als Ihr Brief abgegangen war
erhalten. Nun hat es Frau v. Stein gemahlt, ist aber auch nicht
glücklich gewesen der Atlas floss, er war zu dünne, es ist eben
kein Glück und Segen dabey.
Behalten Sie mich lieb, grüsen Sie die Brüder! alles Glück
dem neuen Paare! Ich bin wohl und noch immer in meinem Thale.
Geniesen Sie des Lebens.
Weimar den 4. März 82. Goethe.
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