Es ist schmeichelhaft für die Maori, daß die britische Regierung,

statt sie auszurotten wie die Australneger und die Tasmanier, sich mit

ihrer Unterwerfung begnügt hat. Auch nahmen die Engländer ihnen nicht

alles gute Land fort, sondern ließen ein großes Stück in ihrem Besitz

und schützten sie sogar vor den Landwucherern, wie es die Regierung

von Neuseeland noch heutigen Tages tut. Am schmeichelhaftesten für

die Maori ist jedoch, daß sie ihre eingeborenen Vertreter sowohl im

Ministerium wie im gesetzgebenden Körper haben, und daß auch das

weibliche Geschlecht wahlberechtigt ist. Die Regierung ehrt sich selbst

durch diese Einrichtungen, denn bisher war es in der Welt nicht Sitte,

daß ein Eroberer mit den Besiegten auf so weitherzige Art verfuhr.

Die gebildetsten Weißen, die zuerst unter den Maori lebten, hatten

wirkliche Zuneigung für sie und eine hohe Meinung von ihrer Gesittung.

Ich will nur den Verfasser des ›Alten Neuseeland‹ anführen, sowie

~Dr.~ Campbell von Auckland. Letzterer hatte mit mehreren Häuptlingen

große Freundschaft geschlossen und wußte viel Gutes von ihrer Treue,

Hochherzigkeit und Großmut zu berichten. Er erzählte auch, was sie sich

für wunderliche Begriffe von der Zivilisation der Weißen machten und

wie komisch sie dieselben beurteilten. Einer von ihnen meinte unter

anderm, der Missionar greife alles am unrechten Ende an und kehre das

Unterste zu oberst. »Hat er doch sogar gesagt, wir sollten aufhören,

die bösen Götter anzubeten und um ihren Schutz zu flehen; wir brauchten

uns mit Verehrung und Bitten nur noch an den guten Gott zu wenden. Das

hat ja weder Sinn noch Verstand! Ein _guter_ Gott wird uns doch keinen

Schaden tun!«

Unter den Maori herrschte das ›Tabu‹ in so großartigem Umfang, wie es

für Polynesien paßte. Von einigen Verboten hätte man glauben können,

sie stammten aus Indien oder Judäa. Weder bei den Maori noch bei

den Indern durfte der gemeine Mann an einem Feuer kochen, das von

einem Mitglied der höheren Kasten benutzt worden war. Ebensowenig

gestattete man dem vornehmen Maori oder dem vornehmen Inder sich des

Feuers zu bedienen, an dem der gemeine Mann seine Speise bereitet

hatte. Trank ein Maori oder ein Inder niederen Ranges aus dem Gefäß,

das einem Höhergestellten gehörte, so war das Gefäß verunreinigt und

mußte zerschlagen werden. Auch noch in mancher Beziehung erinnert das

Maori-Tabu an den Kastengeist der Inder.

* * * * *

_8. Dezember._ Hier in Wanganui stehen ein paar sonderbare

Kriegerdenkmäler. Das eine ist zum Andenken an die Weißen errichtet,

die bei »der Verteidigung von Ordnung und Gesetz gegen Barbarei und

Fanatismus« gefallen sind. -- Fanatismus -- das Wort sollte unverweilt

entfernt werden, denn es ist sicher nur aus Irrtum und Mangel an

Ueberlegung auf das Denkmal gesetzt worden; wenigstens möchte ich

das zur Ehre der uns stammverwandten englischen Nation annehmen. Man

verpflanze einmal die Inschrift: »welche zur Verteidigung von Gesetz

und Ordnung gegen den Fanatismus gefallen sind,« an den Ort, wo

Winkelried starb, an die Thermopylen oder auf das Bunker-Hill-Monument

-- da wird man einsehen, was das Wort bedeutet und wie verkehrt es in

jenem Fall angewendet ist. Patriotismus bleibt Patriotismus. Nichts

kann ihn herabwürdigen, mag man ihn auch Fanatismus nennen, so viel

man will. Selbst wenn er vom politischen Standpunkt aus tausendmal im

Irrtum ist, so ändert das nichts an der Sache. Der Patriot ist und

bleibt ehrenhaft, edel und groß, er darf getrost das Haupt erheben! Mit

Recht preist man die tapfern Weißen, die im Maorikrieg gefallen sind --

sie verdienen alles Lob. Aber das Wort ›Fanatismus‹ stellt die Sache

so dar, als hätten sie ihr Blut in keinem würdigen Kampfe vergossen,

in einem Kampfe gegen unedle Feinde, die des Opfers nicht wert waren.

Und doch standen sie wackern Männern gegenüber, mit denen zu fechten

keine Schande war, Männern, die für ihre Heimstätten und ihr Vaterland

als tapfere Feinde stritten und einen ehrenvollen Tod fanden. Es würde

dem Ruhm der braven Engländer, die unter dem Denkmal liegen, keinen

Abbruch tun, sondern ihn nur erhöhen, wenn die Inschrift besagte, daß

sie in Verteidigung des englischen Gesetzes und ihrer englischen Heimat

gefallen sind, im Kampf mit Gegnern, die aller Achtung wert waren --

mit den für ihr Vaterland sterbenden Maori.

An dem zweiten Denkmal läßt sich nichts verbessern -- außer mit

Dynamit. Es ist ein Irrtum durch und durch und ein Beweis von großer

Gedankenlosigkeit. Die Engländer haben es zur Erinnerung an die Maori

aufgestellt, die auf Seiten der Weißen _gegen ihre eigenen Landsleute_

kämpften. »Dem Andenken der wackeren Männer gewidmet, die am 14. Mai

1864 gefallen sind etc.,« lautet die Inschrift. Auf der Rückseite

stehen die Namen von ungefähr zwanzig Maori.

Es ist kein Phantasiegebilde von mir; das Denkmal steht wirklich da

und ich habe es gesehen. Welche Lehre für die kommenden Geschlechter!

Es fordert mit dürren Worten zu Verrat, Untreue und Verleugnung des

Patriotismus auf: »Verlasse deine Fahne,« ruft es, »erschlage deine

Landsleute, verbrenne ihre Häuser, sei eine Schande für dein Volk --

solchen Leuten erweisen wir Ehre!«

* * * * *

_12. Dezember._ Nach zehnstündiger Eisenbahnfahrt von Wanganui aus,

erreichten wir Wellington ... Eine schöne Stadt, in stolzer Lage;

reger Handel, viel Leben und Bewegung. Ich habe hier drei Tage teils

mit Spazierengehen und angenehmem geselligem Verkehr zugebracht, teils

bin ich in dem herrlichen Garten von Hutt umhergeschlendert, der eine

Strecke weiter am Ufer liegt. Dergleichen sehen wir gewiß sobald nicht

wieder!

Wir packen heute abend unsere Koffer zur Rückreise nach Australien. Der

Aufenthalt in Neuseeland ist zu kurz gewesen, doch sind wir froh, daß

wir es wenigstens flüchtig sehen durften.

Die tapfern Maori haben es den Weißen ziemlich schwer gemacht, sich

im Lande anzusiedeln. Anfangs jedoch empfingen sie die Engländer

freundlich und machten gern Geschäfte mit ihnen. Besonders kauften sie

Flinten, denn sie führten oft zum Zeitvertreib Krieg unter einander,

und die Waffen der Weißen gefielen ihnen weit besser als ihre eigenen.

Ich brauche den Ausdruck ›Zeitvertreib‹ mit gutem Bedacht; sie kamen

wirklich häufig zusammen, ohne daß irgend ein Streit vorlag und

erschlugen einander bloß zum Vergnügen. Der Verfasser des ›Alten

Neuseeland‹ erwähnt einen Fall, wo das siegreiche Heer nur seinen

Vorteil auszunutzen brauchte, um den Feind zu vernichten und es

gleichwohl unterließ. »Denn,« lautete die naive Erklärung, »täten wir

das, so gäbe es keinen Kampf mehr.« Ein andermal ließ die eine Armee

dem Heer, das ihr feindlich gegenüberstand, sagen, ihr sei das Pulver

ausgegangen und sie müsse das Schießen einstellen, falls sie nicht

neuen Vorrat erhalte. Man schickte ihr, was sie brauchte, und die

Schlacht nahm ihren Fortgang.

Wie gesagt, als die Engländer sich zuerst in Neuseeland niederlassen

wollten, ging alles gut. Die Eingeborenen verkauften ihnen Strecken

Landes, ohne die Bedingungen des Vertrages zu verstehen, und die Weißen

kauften von ihnen und kümmerten sich nicht darum, daß die Maori nicht

wußten, was sie taten. Als dann letztere allmählich einsahen, daß

ihnen unrecht geschah, begannen die Zwistigkeiten. Kein Maori hätte

ein Unrecht, das ihm widerfuhr, ruhig erduldet oder sich mit Klagen

begnügt. Das Volk besaß dieselbe Ausdauer wie die Tasmanier und daneben

noch allerlei militärische Kenntnisse; es stand gegen seine Bedrücker

auf und die tapfern ›Fanatiker‹ entfachten einen Krieg, dessen

schließliche Entscheidung erst erfolgte, nachdem mehrere Generationen

zu Grabe gegangen waren.

Dreiunddreißigstes Kapitel.

Es gibt mancherlei Schutzwehr gegen die Versuchung, aber

die wirksamste ist Feigheit.

_Querkopf Wilsons Kalender._

_Freitag 13. Dezember._ Um drei Uhr nachmittags in der ›Mararoa‹

abgesegelt. Eine Sommersee und ein gutes Schiff -- was kann es Besseres

auf Erden geben? --

* * * * *

_Montag._ Drei Tage im Paradies. Die See war sonnig, glatt und glänzend

blau wie das Mittelmeer ... Man liegt den ganzen Tag lang auf Deck im

Klappstuhl unter dem Sonnenzelt und liest und raucht im wohligsten

Behagen.

* * * * *

_17. Dezember._ Wir sind in Sydney.

* * * * *

_19. Dezember. Auf der Eisenbahn._ Ein Mensch von dreißig Jahren stieg

mit vier Reisetaschen ein. Der Mund des schmächtigen Kerlchens sah aus

wie ein verfallener Kirchhof, so vernachlässigt waren die Zähne; sein

Haar bestand aus einer festen Schicht, die mit Pomade zusammengeklebt

war. Er rauchte die wunderbarsten Zigaretten, die wohl aus einer Art

Dung bestehen mußten, denn sie strömten zusammen mit dem Haar einen

ganz ›eingeborenen‹ Geruch aus. Unter seiner tiefausgeschnittenen

Weste kam ein großes Stück des verknitterten, zerrissenen und

beschmutzten Hemdeinsatzes zum Vorschein, mit Knöpfen von Talmigold,

welche schwarze Ringel auf der Leinwand gemacht hatten. Dazu trug er

große unechte Manschettenknöpfe, bei denen man das Kupfer durchsah

und eine schwere Talmi-Uhrkette, die ihm vermutlich nicht verriet,

was die Glocke geschlagen hatte, denn er fragte Smythe, wieviel Uhr

es sei. Einstmals mochte sein Rock wohl auch jung und hübsch gewesen

sein, jetzt war er aber außerordentlich schmutzig, und die hellen

Sonntagnachmittags-Beinkleider, die er anhatte, desgleichen; sein

gelber Schnurrbart war an den Enden kühn in die Höhe gewirbelt, seine

Schuhe von unechtem Glanzleder sahen fuchsig aus. Er war für mich eine

völlig neue Erscheinung -- ein nachgemachter Gigerl; hätten es ihm

seine Mittel erlaubt, so wäre er ein echter gewesen. Jedenfalls war er

mit sich selbst zufrieden, das konnte man an seinem Gesichtsausdruck

sehen, an jeder Bewegung, die er machte, an jeder Stellung, die er

einnahm. Er lebte in einem Gigerl-Traumland, wo all sein schmutziges

Scheinwesen echt und er selbst keine Lüge war. Wenn man sah, wie er

seine kleinen nachgeäfften Künste und Gebärden, seinen falschen Schmuck

und jede seiner gezierten Bewegungen mit Wonne genoß, so verlor die

Kritik ihren Stachel und der Zorn besänftigte sich. Mir schien es

klar, daß er sich einbildete, er wäre der Prinz von Wales und sich

ganz so benahm, wie er glaubte, daß sich der Prinz benehmen würde.

Dem Dienstmann, der ihm seine vier Reisetaschen nachtrug und ins Netz

legte, gab er vier Cents für die Bemühung und entschuldigte sich wegen

der geringfügigen Summe, mit einem leisen Anflug der königlichsten

Herablassung. Dann rekelte er sich auf dem Vordersitz, legte den Arm

unter seinen pomadisierten Kopf, steckte die Füße zum Fenster hinaus

und begann die Rolle des Prinzen zu spielen, wie sie ihm vorschwebte.

Mit erkünstelter Abgespanntheit sah er den blauen Qualm sich von seiner

Zigarette emporkräuseln, sog den Gestank ein und machte ein beglücktes

Gesicht; dann streifte er mit einem zierlichen Schwung die Asche fort

und ließ dabei ganz unabsichtlich seinen Messingring am Zeigefinger mit

der größten Auffälligkeit funkeln. Kurz, er machte alles so täuschend

nach, daß man sich wirklich nach Marlborough House versetzt glaubte.

Auf der Fahrt war auch sonst viel zu sehen: Die wunderschöne Gegend im

Nationalpark am Hawksbury-Fluß, wo die Waldberge einen stolzen Rahmen

um die von See und Strom bewässerte Landschaft bilden und dem Beschauer

in immer neuer Gruppierung die entzückendste Szenerie vorführen.

Weiterhin grüne Ebenen, spärlich mit Gummiwäldern bedeckt; hie und

da eine vereinzelte Hütte, wo die Farmer sich fleißig der Kinderzucht

widmeten; dann dürre, trübselige Strecken ohne Leben. Endlich Newcastle

mit reger Geschäftstätigkeit, die Hauptstadt des reichen Kohlenbezirks.

In der Nähe von Scone viel Landwirtschaft und Weideland, dazwischen

häufig ein sehr lästiges Gewächs, eine kleine stachlichte Birnensorte,

welche der Farmer täglich zu allen Teufeln wünscht. Sie soll von einer

gefühlvollen Dame eingeführt und der Kolonie zum Geschenk gemacht

worden sein ... Den ganzen Tag über eine wahre Siedehitze.

* * * * *

_20. Dezember._ Wieder nach Sydney zurück. Noch eben solche Glut. Ich

habe mir in der Zeitung und auf der Landkarte eine Menge absonderlicher

Namen von Städten Australiens zusammengesucht, um ein Gedicht daraus zu

machen. Hier ist die Liste:

~Tumut~

~Takee~

~Murwillumba~

~Bowral~

~Ballarat~

~Mullengudgery~

~Murrurundi~

~Wagga-Wagga~

~Wyalong~

~Murrumbidgee~

~Wollongong~

~Woolloomooloo~

~Bombola~

~Coolgardie~

~Bendigo~

~Coonamble~

~Cootamundra~

~Woolgoolga~

~Mittagong~

~Jamberoo~

~Goomaroo~

~Wolloway~

~Wangary~

~Wanilla~

~Worrow~

~Koppio~

~Yaranyacka~

~Yankalilla~

~Waitpinga~

~Goolwa~

~Nangkita~

~Myponga~

~Penola~

~Nangwarry~

~Kongorong~

~Comaum~

~Killanoola~

~Naracorte~

~Binnum~

~Wirrega~

~Kondoparinga~

~Kuitpo~

~Tungkillo~

~Onkaparinga~

~Talunga~

~Yatala~

~Parawirra~

~Moorooroo~

~Munno Parah~

~Kapunda~

~Keoringa~

~Koolywurtie~

~Muloowurtie~

~Wallaroo~

~Yackamoorundie~

~Mundoora~

~Woolundunga~

~Coomooroo~

~Booleroo~

~Pernatty~

~Geelong~

~Paramatta~

~Toowoomba~

~Taroom~

~Goondiwirdi~

~Narrandera~

~Jerrilderie~

~Deniliquin~

~Oohipara~

~Whangerou~

~Kawakama~

~Whangarei~

~Kaiwaka~

~Hauraki~

~Rangiriri~

~Tauranga~

~Teawamut~

~Taranaki~

~Tongariro~

~Kaikoura~

~Wakatipu.~

Vielleicht tue ich am besten, gleich mit dem Aufbau des Gedichts zu

beginnen; das Wetter soll mir dabei behilflich sein:

Gluthitze in Australien.

(In leisem Flüsterton zu lesen, wenn die Lichter gelöscht

sind.)

Die ~Bombola~ schmachtet im ~Bowral~ Baum,

Wo ~Mullengudgerys~ Feuerbrand

Vom Hauch ~Coolgardies~ berührt wie im Traum

Gespenstisch noch glüht’, als der Tag verschwand.

Und ~Murriwillumbas~ Klagelied

Tönt in den Lauben von ~Woolloomooloo~

~Wollongong~ sehnt sich im öden Gebiet

Nach den wonnigen Gärten von ~Jamberoo~.

Das ~Wallaby~ seufzt nach dem ~Murrumbidgee~,

Nach dem samtweichen Rasen von ~Munno Parah~,

Wo die heilenden Wasser von ~Muloowurtie~

Vorüberfluten bei ~Yaranyacka~.

Um ~Wolloway~ trauert des ~Koppios~ Herz,

Er sehnt sich heimlich nach ~Murrurundi~.

Der ~Whangerou Wombat~ in bitterm Schmerz

Sieht sich verbannt aus ~Jerrilderie~.

Der ~Teawamut Tumut~ vom ~Wirrega~-Tal,

Die ~Nangkita~ Schwalbe, der ~Wallaroo~ Schwan,

Sie hoffen auf ~Timarus~ Schatten zumal,

Auf ~Mittagongs~ Duft und der Ruhe Nahn.

Der ~Keoringa~ Büffel verschmachtet schier,

Der ~Hauraki~ keucht in der Sonnenglut,

Der ~Kongorong~ floh ins Schattenrevier,

Doch im Todesschlaf der ~Goomaroo~ ruht.

Auf ~Moorooroos~ Flur in dem Höllenbrand

Stirbt, ach! der ~Yatala Wangary~ hin;

Und den ~Worrow Wanilla~ zum Waldesland

Von ~Woolgoolga~ sieht man verzweifelnd fliehn.

~Nangwarry~ irrt einsam, ~Coonamble~ vergeht,

~Tungkillo Kuitpo~ legt Trauerkleid an.

Kein rettender Windhauch aus ~Whangarei~ weht,

Kein West zieht aus ~Booleroo~ kühlend heran.

~Myponga~, ~Kapunda~, o schlummert nicht mehr!

~Yankalilla~, ~Parawirra~, erwacht!

Vernimm’s ~Killanoola~ -- der Tod schleicht umher

Auf ~Penolas~ Warnung gib acht!

Schon sind ~Tongariro~ und ~Wakatipu~,

~Cootamundra~, ~Kaikoura~, verbrannt,

Von ~Onkaparinga~ bis ~Oamarou~

Steht in Flammen ~Toowoombas~ Land.

~Paramatta~ und ~Binnum~, sie gingen zur Ruh’,

~Mundoora Taroom~ ward ihr Grab.

~Kawakama~, ~Takee~ -- der Rasen deckt zu,

Was es Schönstes auf Erden einst gab.

~Narrandera~ trauert; dem liebenden Laut,

Gibt ~Camaroo~ Antwort nicht mehr;

Wo einst man ~Goolwa~, ~Woolundunga~ erschaut,

Ist alles öde und leer.

Die Wörter sind für die Poesie wie geschaffen; bessere habe ich mein

Lebtag nicht gehört. Die Liste umfaßt einundachtzig Stück, aber ich

habe nicht alle gebraucht und mir nur vierundsechzig herausgegriffen.

Mir scheint, das ist ein gehöriges Bündel für jemand, der nicht Dichter

von Beruf ist. Vielleicht wäre es einem Hofpoeten besser gelungen,

aber ein Hofpoet bezieht auch Gehalt. Wenn ich Verse mache, bekomme

ich nichts dafür, im Gegenteil, es kostet mich oft noch Geld. Das

beste Wort im ganzen Verzeichnis, das auch am melodischsten girrt und

gluckst ist Woolloomooloo. So heißt ein Ort in der Nähe von Sydney, ein

Lieblingsziel für Vergnügungsausflüge. Es sind nicht weniger als acht o

in dem Namen.

_Schluß der 1. Abteilung._

Fußnoten:

[1] Forbes, Zwei Jahre auf den Fidschi-Inseln.

[2] N.S.W. Blaubuch.

[3] D. M. Luckie.

[4] Ebda.

[5] N.S.W. Blaubuch.

[6] Der berühmte Detektiv in den C. Doyle’schen Erzählungen;

siehe die _Sherlock Holmes-Serie_, illustr. Ausgabe in 6

Bänden.

[7] Die Marsupialia sind Sohlengänger und Wirbeltiere, deren

Eigentümlichkeit in ihrem Beutel besteht. In einigen

Ländern sind sie ausgestorben, in andern kommen sie nur

selten vor. Die ersten amerikanischen Beuteltiere waren

Stephen Girard, Jakob Astor und das Opossum; auf der

südlichen Halbkugel sind die hauptsächlichsten Cecil Rhodes

und das Känguruh. Ich selbst bin das neueste Marsupial,

auch könnte ich damit prahlen, daß ich den größten Beutel

von allen habe -- aber, es ist nichts darin.

Verlag von =Robert Lutz= in =Stuttgart=.

Klassische Dramen

und ihre Stätten.

Von =Robert Kohlrausch=.

Mit Text- und Vollbildern von _Peter Schnorr_.

18 Bogen Großoktav. Brosch. M. 5.--, eleg. in Lwd. geb. M. 6.--.

_Aus dem Vorwort_:

»Weit umher bin ich gewandert, um die Blätter zu sammeln, die nun

hier vereinigt sind. Stets hatte ich Begleitung von bester Art. Denn

unsere großen Dichter waren an meiner Seite und ihre Gestalten wiesen

mir den Weg. Die Erdenheimat dieser Gestalten aufzusuchen und sie zu

vergleichen mit ihrer Dichterheimat, das war mein Ziel. Wo der Poet

seinem Werk einen realen, fest bezeichneten Ort zum Hintergrunde

gegeben hatte, da wallfahrtete ich zu dieser durch eine große Dichtung

geheiligten Stätte, um sie auf ihren eigenen Charakter und auf ihre

Beziehung zu jener Dichtung zu prüfen. Mit einem reichen Schatz von

Anregung und Genuß bin ich heimgekehrt und ich hoffe, daß etwas davon

durch dieses Werk auch auf andere übergeht.«

Die Abhandlungen sind mit feinem kritischem Verständnis und

großer Wärme geschrieben, und der schöne, formvollendete Stil

Kohlrauschs trägt noch besonders dazu bei, die Lektüre des Buches

zu einem wirklichen Genuß zu machen. Dazu kommt eine ganze Anzahl

von stimmungsvollen Federzeichnungen nach =Originalaufnahmen des

Verfassers=, so daß die »Klassischen Dramen und ihre Stätten« ein =Buch

von dauerndem Wert= darstellen.

Mark Twains

Ausgew. humoristische Schriften.

Inhalt:

Bd. I. Tom Sawyers Streiche und Abenteuer.

Bd. II. Abenteuer und Fahrten des Huckleberry Finn.

Bd. III. Skizzenbuch.

Bd. IV. { Leben auf dem Mississippi.

{ Nach dem fernen Westen.

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Preis aller 6 Bände, zusammen bezogen, M. 13.50 gebunden.

_Neue Folge_:

Bd. I. Tom Sawyers _Neue_ Abenteuer.

Bd. II. Querkopf Wilson.

Bd. III./IV. Meine Reise um die Welt. 2 Abt.

Bd. V. Adams Tagebuch u. a. Erzähl.

Bd. VI. Wie Hadleyburg verderbt wurde u. a. Erzähl.

Preis des _einzelnen_ Bandes M. 3.-- gebunden.

Preis _aller_ 6 Bände, zusammen bezogen, M. 17.-- gebunden.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die

Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.

Korrekturen:

S. 143: die → die der

stärker sind oder {die der} anderen Völker

S. 214 durchschritten → durchschnitten

ausgetrockneten Flußbett {durchschnitten} wird

Meine Reise um die Welt. Erste Abteilung · 第 17 / 17 段