Eine Geschichte der Sehnsucht

Von der Sehnsucht des Menschen nach der unendlichen Ferne, von der

Sehnsucht nach dem +einen+ Menschen erzählt dieses Buch. Aus zwei

Erlebnissen, die sich in der Grundstimmung finden, ist es

herausgewachsen. Dasselbe Gefühl der Sehnsucht läßt den Findling Tho

wandern und wandern, vorüber an den weißen Bergen hin nach der

Stelle, wo der Himmel die Erde berührt, läßt den Künstler träumen von

der unbeschreiblichen Schönheit von Thos Tochter. Tho findet nicht

Funchal, das Ziel seiner Wanderung, und resigniert; das habsüchtige

Meer erfaßt das braune, schöne Mädchen und zieht es hinab und läßt

dem Künstler nur den schlanken Bornholmer Granit, um daraus das Bild

der Geliebten zu formen: süß betörend, errettend. — Norbert Jacques

schreibt seinen eigenen Stil. Etwas Schweres, Erdrückendes liegt in

ihm. Die Fülle überraschender Bilder erinnert an Gottfried Keller, an

den die Sprache überhaupt gemahnt. Und es scheint mir kein Zufall,

daß die Schweiz das zweite Vaterland des Dichters geworden ist: seine

Verwandtschaft mit den großen Schweizer Poeten, von Keller bis zu

Hesse und Walser, ist unverkennbar.

(Berner Rundschau)

Piraths Insel · 第 93 / 96 题