Anfang 1604 kehrte Rubens nach Mantua zurück, wo seine Haupt

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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1895 erschienenen Buchausgabe

so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische

Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und

altertümliche Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original

unverändert; fremdsprachliche Zitate wurden nicht korrigiert.

Einige Abbildungen wurden zwischen die Absätze verschoben und zum

Teil sinngemäß gruppiert, um den Textfluss nicht zu beeinträchtigen.

Das Original wurde in Frakturschrift gesetzt. Besondere

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folgenden Sonderzeichen gekennzeichnet:

Fettdruck: =Gleichheitszeichen=

gesperrt: +Pluszeichen+

Antiqua: ~Tilden~

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Liebhaber-Ausgaben

[Illustration]

Künstler-Monographien

von

H. Knackfuß

Professor an der K. Kunstakademie zu Kassel

II

Rubens

=Bielefeld= und =Leipzig=

Verlag von Velhagen & Klasing

1895

Rubens

Von

H. Knackfuß

Mit 99 Abbildungen von Gemälden und Handzeichnungen

[Illustration]

=Bielefeld= und =Leipzig=

Verlag von Velhagen & Klasing

1895

Druck von Fischer & Wittig in Leipzig.

[Illustration: +Rubens’ Söhne Albert und Nikolas.+ In der fürstlich

Liechtensteinschen Bildergalerie zu Wien.

(Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun, Clément & Cie. Nchfl.,

in Dornach i. Els. und Paris).]

[Illustration]

Peter Paul Rubens.

An einem stattlichen alten Haus in der Sternengasse zu Köln verkündet

eine marmorne Inschrifttafel dem Vorübergehenden, daß hier Peter

Paul Rubens geboren sei. Aber weder Köln noch auch das mit dem

gleichen Anspruch auftretende Antwerpen hat das Anrecht auf die Ehre,

Geburtsstätte des belgischen Malerfürsten zu sein, behaupten können.

Als diese ist vielmehr das westfälische Städtchen Siegen mit nicht

anzutastenden Gründen nachgewiesen worden.

[Illustration: Abb. 1. +Die Apostel Petrus und Paulus.+ Handzeichnung

in der Albertina zu Wien. (Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co.,

Braun, Clément & Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und Paris.)]

Die Vorfahren des Rubens waren seit Jahrhunderten als ehrsame Bürger

in Antwerpen ansässig. Sein Großvater war Inhaber einer Apotheke

und Spezereiwarenhandlung; dessen Sohn Johannes aber wurde zu einem

gelehrten Beruf erzogen. Johannes Rubens, geboren im Jahre 1530,

studierte die Rechte zu Löwen und zu Padua und bestand zu Rom im

Jahre 1554 mit Auszeichnung die Prüfung als Doktor des bürgerlichen

und kirchlichen Rechts. Darauf kehrte er in die Heimat zurück, wo er

sich am 29. November 1561 mit der Kaufmannstochter Maria Pypelinckx

vermählte. Er wurde 1562 zum Schöffen ernannt und bekleidete

dieses Amt fünf Jahre hindurch, in jener schwierigen Zeit, wo der

Aufstand der vereinigten Niederlande gegen die spanische Herrschaft

sich vorbereitete. Als die Geschicke des Landes in die Hände des

unerbittlichen Herzogs von Alba gelegt worden und als die Häupter

von Egmont und Hoorn auf dem Blutgerüst gefallen waren, hielt

Johannes Rubens, der der Hinneigung zum Protestantismus dringend

verdächtig war, es für geraten, die Heimat zu verlassen; ausgerüstet

mit einem Schreiben der Stadtobrigkeit von Antwerpen, welches seine

Ehrenhaftigkeit bezeugte, flüchtete er nach Köln, wo er gegen Ende 1568

ankam. Dort weilte damals die Gemahlin Wilhelms von Oranien, des großen

Führers der niederländischen Erhebung, Anna von Sachsen. Durch deren

Rechtsbeistand, den gleichfalls flüchtigen Rechtsgelehrten Johannes

Betz aus Mecheln, lernte Johannes Rubens die launische und krankhaft

erregte Fürstin kennen; er ward ihr Vertrauter und bald ihr Geliebter.

Das sträfliche Verhältnis ward offenkundig, und im März 1571 ließ der

Bruder des gekränkten Fürsten, der Graf Johann von Nassau, Rubens auf

dem Wege nach dem damals nassauischen Städtchen Siegen, wohin sich

Anna, die ihrer Niederkunft entgegensah, zurückgezogen hatte, verhaften

und nach Dillenburg ins Gefängnis bringen. Nach dem Landrecht hatte

Rubens das Leben verwirkt; da seine Schuld durch Geständnis erwiesen

und da die Verhaftung auf nassauischem Boden erfolgt war, so hätte

nichts den Grafen von Nassau daran hindern können, durch Vollziehung

des Todesurteils die Ehre seines Bruders zu rächen, wenn nicht die

beiden Fürsten der Erwägung Raum gaben, daß hierdurch das ganze

Vorkommnis in unliebsamer Weise an die Öffentlichkeit gezogen worden

wäre. Zudem fand der Schuldige eine beredte Fürsprache von einer Seite,

von welcher er es am wenigsten verdient hatte. Maria Pypelinckx, seine

beleidigte Gattin, bot alles auf, um seine Begnadigung zu erwirken.

Zwei Briefe, durch welche sie ihren gefangenen Mann zu trösten suchte,

sind auf die Nachwelt gekommen, rührende Zeugnisse des hochherzigsten

weiblichen Edelmuts. „Mit Freude ersehe ich,“ heißt es in dem einem,

„daß Euer Liebden, gerührt von meiner Vergebung, nun beruhigt sind. Ich

dachte nicht, daß Ihr glaubtet, ich würde dabei so große Schwierigkeit

machen, wie ich auch nicht gethan habe. Wie könnte ich so hart gewesen

sein, Euch in Eurer großen Bedrängnis und Bangigkeit noch mehr zu

beschweren, während ich Euch doch gern, wenn möglich mit meinem Blut

heraushelfen würde... Sollte ich sein, wie der schlechte Verwalter im

Evangelium, dem so viele große Schulden von seinem Herrn nachgelassen

worden waren und der seinen Bruder eine kleine Summe bis auf den

letzten Pfennig zu zahlen zwang? Seiet daher darüber beruhigt, ob

ich Euch gänzlich vergeben habe: gebe Gott, daß Eure Befreiung damit

zusammenhinge, wir würden bald wieder glücklich sein!.... Ich hoffe,

daß Gott mich erhören wird, daß sie uns schonen, daß sie Mitleid mit

uns haben mögen; sonst ist es gewiß, daß sie mich zugleich mit Euch

töten werden; ich werde sterben mit gebrochenem Herzen, denn ich könnte

die Nachricht von Eurem Tode nicht hören; nein, das Leben würde sofort

in mir stille stehen. Aber die Worte Ihrer Gnaden (wahrscheinlich

der Mutter der oranischen Prinzen), die ich in einem anderen Briefe

geschickt habe, geben mir noch Hoffnung.... Mein Herz kann es nicht

fassen, daß wir so gänzlich und so kläglich getrennt werden sollten...

O mein Gott, möge das nicht geschehen! Meine Seele ist solchermaßen

vereinigt und verbunden mit der Eurigen, daß Ihr keinen Schmerz

erleiden könnt, ohne daß ich ebensoviel davon leide wie Ihr. Ich

glaube, wenn diese guten Herren meine Thränen sähen, sie würden,

selbst wenn sie von Holz oder Stein wären, Erbarmen mit mir haben:

ich will auch, wenn mir kein anderes Mittel mehr bleibt, hierzu meine

Zuflucht nehmen, obgleich Ihr mir geschrieben habt, daß ich das nicht

thun solle. Ach, wir verlangen nicht Gerechtigkeit, wir bitten nur um

Gnade, Gnade, und wenn wir die nicht erlangen können, was bleibt uns

zu thun übrig? O himmlischer und barmherziger Vater, hilf du uns dann!

Du willst nicht den Tod des Sünders, du willst ja im Gegenteil, daß er

lebe und sich bekehre. Gieß in die Seele dieser guten Herren, die wir

so sehr gekränkt haben, deinen Geist der Milde, daß wir bald befreit

werden von diesen Schrecknissen und dieser Trostlosigkeit; sie dauern

nun schon so lange!...“ Der Schluß des Briefes lautet: „Jetzt empfehle

ich Euch dem Herrn, denn ich kann nicht weiter schreiben, und ich bitte

Euch so sehr, nicht das Schlimmste zu gewärtigen: das Schlimmste kommt

früh genug von selbst; immer an den Tod zu denken und ihn zu fürchten

ist härter als der Tod. Deshalb verbannet diese Gedanken aus Eurem

Herzen. Ich hoffe und vertraue auf Gott, daß er Euch gnädiger strafen

und uns noch zusammen für all diesen Kummer Freude verleihen wird, um

was ich ihn aus dem Grunde meines Herzens bitte. Und ich befehle Euch

dem allmächtigen Herrn, daß er Euch trösten und stärken möge mit seinem

heiligen Geist. Ich werde all mein Bestes thun, den Herrn für Euch zu

bitten; und desgleichen thun auch unsere Kinderchen, die Euch sehr

grüßen lassen und so sehr verlangen, Euch zu sehen, wie -- das weiß der

Herr -- ich selbst. Geschrieben den 1. April nachts zwischen 12 und 1.

-- Und schreibt doch nun nicht mehr ‚unwürdiger Mann,‘ da dies doch

vergeben

Euer Liebden getreue Gattin

Maria Ruebbens.“[*]

Der Seelenadel der Mutter spiegelt sich wieder in der vornehmen Größe

der Anschauung und Gesinnung, welche den berühmten Sohn ausgezeichnet

hat.

Nachdem die hochherzige Frau sich zwei Jahre lang vergeblich bemüht

hatte, durch persönliche und schriftliche Bitten den Grafen Johann zur

Freilassung ihres Mannes zu bewegen, erlangte sie es endlich gegen eine

Sicherstellung von 6000 Thalern, daß er aus dem Dillenburger Gefängnis

entlassen und ihm ein Aufenthalt mit beschränkter Freiheit in Siegen

gestattet wurde. Hier sahen die Gatten sich im Frühjahr 1573 zum

erstenmal nach so schweren Prüfungen wieder. Während des Aufenthalts

in Siegen schenkte Frau Maria ihrem Manne zwei Söhne, von denen der

ältere, Philipp -- das fünfte Kind der Ehe --, geboren im Jahre 1574,

sich später im städtischen Dienst von Antwerpen einen angesehenen Namen

machte; der andere, der das Licht der Welt am 29. Juni 1577 erblickte

und nach seinem Geburtstage, dem Fest der beiden Apostelfürsten, in der

Taufe die Namen Peter Paul erhielt, war bestimmt, dem Namen Rubens die

Unsterblichkeit zu verleihen.

Gegen Ende 1577 starb die Prinzessin Anna, die inzwischen von ihrem

Gemahl geschieden worden war. Johannes Rubens hielt den Zeitpunkt, da

seine Mitschuldige aus dem Leben geschieden war, während der Prinz von

Oranien einer neuen, glücklicheren Ehe sich erfreute, für geeignet

zu einem Versuche, volle Begnadigung zu erlangen. Ein im Anfang des

Jahres 1578 abgesandtes Gnadengesuch, welches unterstützt wurde durch

die Verzichtleistung auf einen ansehnlichen Teil der hinterlegten

Sicherheitsgelder -- von deren Zinsen die Rubenssche Familie bis dahin

bescheiden lebte --, hatte den Erfolg, daß der Bitte des Rubens, in

einer den Niederlanden näher gelegenen Stadt wohnen zu dürfen, damit

er in der Heimat Hilfsquellen zur anständigen Ernährung von Frau und

Kindern aussuchen könne, Gewährung zu teil wurde, unter der Bedingung,

daß er sich, so oft es verlangt wurde, den nassauischen Behörden

stellen mußte, daß er die persönlichen Besitzungen des Prinzen Wilhelm

von Oranien nicht betreten und daß er sich niemals vor diesem Prinzen

sehen lassen durfte.

[Illustration: Abb. 2. +Demokritos+, aus einer von Rubens gezeichneten

Folge antiker Charakterköpfe, Stich von L. Vorstermann.]

Die Familie Rubens kehrte nunmehr nach Köln zurück und bezog wieder das

Haus in der Sternengasse. Allmählich begannen ihre Verhältnisse sich

wieder zu bessern; da kam im Herbst 1582 eine jähe Störung durch den

Befehl, daß Johannes Rubens nach Siegen zurückkehren und sich wieder

ins Gefängnis begeben solle. Wieder verwendete sich Frau Maria in ihrer

rührenden und eindringlichen Weise für den Gatten, und wieder mußte

sie ihre Bitte durch ein Geldopfer unterstützen. Der Graf von Nassau

gebrauchte viel Geld, um seinem Bruder im Kampfe gegen die spanische

Herrschaft Beihilfe zu leihen; gegen Verzichtleistung auf den Rest des

Bürgschaftsgeldes -- bis auf 800 Thaler, die ihm verblieben -- erhielt

Rubens endlich im Januar 1583 seine volle Freiheit. Doch verließ er

Köln nicht mehr; er starb daselbst am 1. März 1587 und ward in der St.

Peterskirche begraben. Wenn man die traurigen Erlebnisse der Familie

kennt, so kann man nicht ohne Rührung die Lobesworte lesen, welche

seine Witwe ihm in der Aufschrift des hinter dem Altar der genannten

Kirche befindlichen Grabsteins gespendet hat. Des Aufenthalts in

Siegen geschieht in der Grabschrift keine Erwähnung. Es ist leicht zu

begreifen, daß die Familie es gern vermied, davon zu sprechen; gewiß

hat die liebende Mutter die düsteren Ereignisse und ihre schweren

Bekümmernisse nach Kräften vor den Kindern verborgen zu halten gesucht,

und so konnte Peter Paul Rubens später in gutem Glauben sagen, daß er

die ersten zehn Jahre seines Lebens in Köln zugebracht habe, und es ist

nicht zu verwundern, daß Jahrhunderte lang Köln als sein Geburtsort

gegolten hat. Von dem Knaben erfahren wir aus jener Zeit, daß er mit

großer Leichtigkeit lernte und in den Anfangsgründen der Wissenschaften

seine Altersgenossen schnell überholte; die bedeutsamste Grundlage für

die spätere Größe des Mannes war zweifelhaft dasjenige, was Herz und

Seele des Knaben von der hochherzigen und liebevollen, im Trauerspiel

zur Heldin gewordenen Mutter empfingen.

Im Juni 1587 erhielt die Witwe die Erlaubnis, mit ihren Kindern nach

Antwerpen zurückzukehren; im folgenden Jahre traf sie dort ein. Peter

Paul erhielt zunächst seine weitere wissenschaftliche Ausbildung in

der sogenannten Pfaffenschule. Er erwarb sich ausgedehnte Kenntnisse,

sieben Sprachen, das Vlämische, Deutsche, Lateinische, Spanische,

Französische, Italienische und Englische lernte er mit voller

Geläufigkeit sprechen. Daß er in der Schule ebenso sehr um seiner

Liebenswürdigkeit, wie um seiner geistigen Anlagen willen geschätzt

wurde, hat ein Schulgenosse von ihm, der berühmte Buchdrucker Balthasar

Moretus, bezeugt. Zur Ausbildung in der guten Lebensart wurde Peter

Paul auf einige Zeit von seiner Mutter als Page zu einer Frau

Margarete von Ligne, Witwe des Grafen Philipp von Lalaing, geschickt.

Bald trat seine Neigung zur Malerei ungestüm hervor. In Antwerpen

blühte damals die Malerei, obgleich die Stadt infolge der schweren

Belagerung durch den Prinzen von Parma (1584-1585) verarmt und verödet

war; es war, als ob die unglückliche Stadt für den Verlust der Freiheit

und den unaufhaltsamen Niedergang unter der spanischen Herrschaft --

in der Zeit von 1584 bis 1589 sank die Zahl der Bevölkerung von 85000

auf 55000, Gras wuchs auf den Straßen, man begegnete weder Reitern noch

Kutschen -- in der schönen Traumwelt der Kunst einen Ersatz gesucht

hätte. Peter Paul Rubens’ erster Lehrmeister war der Landschaftsmaler

Tobias Verhaeght, bei dem er indessen nur kurze Zeit blieb; vier Jahre

lang lernte er dann in der Werkstatt des Adam von Noort, eines von den

Zeitgenossen wegen seiner Geschicklichkeit gepriesenen Malers, über

dessen Können wir uns heute schwer ein Urteil bilden können, da kein

einziges Gemälde vorhanden ist, welches ihm mit unbedingter Sicherheit

zugeschrieben werden könnte; vier weitere Jahre lernte Rubens bei Otho

van Veen (Venius), dem „Fürsten der belgischen Malerei jener Zeit,“

einem sehr gelehrten und vornehmen Manne -- sein Geschlecht, das den

Titel der Herren von Hogeveen, Desplasse, Vuerse, Draakensteyn u. s.

w. führte, stammte von Herzog Johann III von Brabant und Isabella von

Veen ab, -- der als vollendeter Hofmann bei dem Prinzen von Parma,

dessen Hofmaler er war, in gutem Ansehen stand und der als Maler in

dem „manieristischen,“ die Italiener nachahmenden Stil der Zeit recht

achtbare Werke geschaffen hat. 1598 wurde Peter Paul Rubens als Meister

in die St. Lukasgilde aufgenommen.

[Illustration: Abb. 3. +Demosthenes+, aus einer von Rubens gezeichneten

Folge antiker Charakterköpfe, Stich von H. Withouc.]

Wir wissen nicht viel von den Erstlingsschöpfungen des jungen

Künstlers. Als eines seiner frühesten Gemälde gilt die Darstellung der

heiligen Dreieinigkeit im Museum zu Antwerpen: zwischen Engeln mit den

Marterwerkzeugen ruht der Leichnam Christi in den Armen Gott Vaters,

und darüber schwebt der heilige Geist. Das Bild leidet an unleugbaren

Unschönheiten; aber es bekundet schon in überraschender Weise die

selbständige Eigenart des Meisters: seine überschäumende Kraft,

welche alle Formen schwellen macht, sich in gewagten Verkürzungen

gefällt und den Raum mit üppigem Formenreichtum ausfüllt, sowie den

unvergleichlichen Sinn für malerische und farbige Wirkung und die

Vorliebe für hellleuchtendes, weiches Fleisch, in dessen Schatten das

Blut glühend durchzuschimmern scheint. -- Eine Verkündigung Marias in

überlebensgroßen Figuren, welche sich im kunsthistorischen Hofmuseum zu

Wien befindet, wird gleichfalls als ein frühes Jugendwerk von Rubens

betrachtet.

Als ein unerläßliches Haupterfordernis für die Ausbildung eines

Malers galt damals ein längerer Aufenthalt in Italien. Rubens trat am

9. Mai 1600 seine italienische Reise an. Zuerst wandte er sich nach

Venedig; die Werke der großen Meister der Farbe, die dort zu sehen

waren, mußten ihn besonders anziehen. Durch die Vermittelung eines

mantuanischen Edelmannes, den er in Venedig kennen lernte, wurde er

noch in demselben Jahre an den Hof zu Mantua berufen. Der Herzog zu

Mantua, Vincenzo Gonzaga, unter den vielen kunstliebenden Fürsten der

Zeit der eifrigste Gönner und Förderer der Künste, stellte den jungen

Niederländer mit einem Jahresgehalt von 400 Dukaten als Hofmaler

an. Wir erfahren, daß Rubens ihm zuerst außer verschiedenen anderen

Bildern eine Anzahl schöner Bildnisse malte. Zur Anfertigung von

Kopien berühmter älterer Meister wurde er dann im Jahre 1601 nach Rom

geschickt. Hier ward ihm auch von der Heimat aus ein Auftrag zu teil.

Erzherzog Albrecht von Österreich, den König Philipp II von Spanien

im Angesicht des Todes mit seiner Tochter Isabella vermählt hatte

und der seit 1598 die Regierung der spanischen Niederlande mit einer

gewissen Selbständigkeit führte, trug den Titel eines Kardinals der

Kirche Sta. Croce in Gerusalemme zu Rom. Er benutzte die Anwesenheit

seines kunstbegabten Unterthanen, der ihm sicherlich schon durch Otho

van Veen vorgestellt worden war, in der ewigen Stadt, um seiner Kirche

drei Altargemälde zu schenken. Die Dornenkrönung, die Kreuzigung und

die Auffindung des heiligen Kreuzes durch die Kaiserin Helena waren

die Gegenstände, welche Rubens im Auftrage seines Landesherrn für die

genannte Kirche malte. Die drei Gemälde, welche sehr bewundert wurden,

blieben bis 1811 an ihrem Platz; dann kamen sie nach England, wurden

im folgenden Jahre wieder verkauft und blieben seitdem verschollen;

vor einigen Jahren sollen sie irgendwo in Südfrankreich wiederentdeckt

worden sein.

[Illustration: Abb. 4. +Tiberius und Agrippina.+ In der fürstlich

Liechtensteinschen Bildergalerie zu Wien. (Nach einer Aufnahme von

Ad. Braun & Co., Braun, Clément & Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und

Paris.)]

Die unbegreifliche Schnelligkeit des Schaffens, in welcher Rubens

ohnegleichen war, muß er damals schon besessen haben. Bereits am 20.

April 1602 war Rubens nach Erfüllung der vom Erzherzog Albrecht und vom

Herzog von Mantua ihm gestellten Aufgaben wieder am Hof des letzteren.

Es versteht sich von selbst, daß Rubens den Aufenthalt in Rom nicht

unbenutzt ließ, um die Werke des Altertums und der großen Meister

der italienischen Renaissance zu studieren; in der reichen Sammlung

von Gemälden und Bildwerken, welche Vincenzo Gonzaga besaß, hatte er

Gelegenheit vollauf, solche Studien fortzusetzen. Die Louvresammlung

zu Paris bewahrt treffliche Zeichnungen von Rubens nach den Propheten

Michelangelos in der sixtinischen Kapelle; von seinen Bemühungen,

in selbstgeschaffenen Gestalten der wuchtigen Größe des gewaltigen

Florentiners nahe zu kommen, legt eine Handzeichnung in der Albertina

zu Wien, welche die beiden Namensheiligen des Künstlers darstellt,

Zeugnis ab (Abb. 1). Anziehend ist die Betrachtung der Art und

Weise, wie Rubens italienische Gemälde kopierte. Das kunsthistorische

Hofmuseum in Wien besitzt von ihm die Kopie des Bildnisses der

Markgräfin Isabella d’Este nach Tizian, die Dresdener Galerie das Bild

einer jungen Venezianerin nach demselben Meister. Da sieht man, wie

sorgfältig Rubens den großen Meister der Farbe studiert hat, zugleich

aber auch, wie selbständig er demselben gegenüberstand; es sind nicht

sowohl Kopien im strengsten Sinne, als vielmehr getreue Übersetzungen

in die eigene Formen- und Farbensprache; namentlich bei dem Dresdener

Bild glaubt man unter der schönen Venezianerin das flandrische

Schönheitsideal des Niederländers durchleuchten zu sehen. In anderen

Fällen verfuhr Rubens noch viel freier mit seinen Vorbildern; seine

in der Londoner Nationalgalerie befindliche Nachbildung eines Teils

von Mantegnas Triumphzug Cäsars ist mehr als eine Übersetzung, es

ist eine freie Umdichtung. Unter den Bildwerken des klassischen

Altertums fesselten den jungen Meister besonders die charaktervollen

Bildnisköpfe; da sah er nicht den kalten Marmor, sondern sie beseelten

sich vor seinen Augen zu lebenden Menschen. Aus solcher Anregung

heraus schuf er auch frei erdachte Bildnisse von Persönlichkeiten des

Altertums, welche später (1638) von Kupferstechern der Rubensschen

Schule, L. Vorstermann, P. Pontius, H. Withouc und Schelte a Bolswert,

vervielfältigt und veröffentlicht wurden (daraus Abbild. 2 u. 3).

Mit welchem feinen Verständnis Rubens die klassische Schönheit der

antiken Bildwerke anzufassen wußte, bekundet am sprechendsten das in

der fürstlich Liechtensteinschen Sammlung zu Wien befindliche Bildnis

eines römischen Ehepaares (Abb. 4). Auf einem Studienblatte in der

Albertina (Abb. 5) erblicken wir einen nach der Antike gezeichneten

Frauenkopf neben einem prächtigen Männerkopf nach dem Leben und zwei

Studien gefalteter Hände. Neben diesen lebensvollen Zeichnungen mag der

in der Dresdener Galerie bewahrte schöne Kopf eines bärtigen Alten, der

wohl zu irgend einem heiligen Bischof als Modell gedient hat, die Art

und Weise veranschaulichen, wie der junge Rubens Studien nach dem Leben

malte (Abb. 6).

[Illustration: Abb. 5. +Studienzeichnungen.+ In der Sammlung der

Handzeichnungen der Albertina zu Wien. (Nach einer Aufnahme von Ad.

Braun & Co., Braun, Clément & Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und

Paris.)]

[Illustration: Abb. 6. +Ein Bischofskopf.+ In der kgl. Gemäldegalerie

zu Dresden. (Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun, Clément &

Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und Paris.)]

Im Frühjahr 1603 unternahm Rubens im Auftrag des Herzogs von Mantua

eine Reise nach Spanien. Der Herzog hielt ihn für die geeignetste

Persönlichkeit zur Überreichung von Geschenken, die er dem König

Philipp III und dessen Minister, dem Herzog von Lerma, zugedacht

hatte. Die Reise war vom Wetter nicht begünstigt, zwanzig Tage lang

regnete es ununterbrochen. So brachte Rubens zwar die übrigen Geschenke

-- darunter als Hauptstück einen Wagen mit einem Gespann von sieben

neapolitanischen Pferden -- unversehrt an ihren Bestimmungsort, aber

die von ihm gemalten Bilder, welche einen Bestandteil der Sendung

ausmachten, waren durch die Nässe zu Grunde gerichtet. Den Vorschlag

des mantuanischen Gesandten, die Bilder mit Hilfe mehrerer spanischer

Maler schnell auszubessern, wies Rubens mit großer Entschiedenheit

zurück, weil er „sich mit niemand anders vermengen lassen“ wollte. Der

Umstand, daß das Zusammentreffen mit dem König sich verzögerte, kam

ihm zu statten, daß er nicht nur eigenhändig die Schäden ausbessern,

sondern auch noch zwei neue Bilder, Heraklit, den weinenden, und

Demokrit, den lachenden Philosophen (vergl. Abb. 2) hinzufügen konnte;

diese beiden Bilder befinden sich noch im Madrider Museum. Nachdem

Rubens seine Sendung beim König von Spanien erfüllt hatte, arbeitete

er noch bis in den Spätherbst für den Herzog von Lerma; er malte unter

anderem dessen Reiterbildnis, sowie 13 Einzelfiguren: Christus und

die Apostel. Die Apostelbilder befinden sich im Museum zu Madrid, das

Christusbild ist verschwunden. Eine spätere, von Schülern ausgeführte

Wiederholung dieser 13 Bilder befindet sich im Palazzo Rospigliosi zu

Rom, eine inhaltsgleiche Reihe von Zeichnungen in der Albertina zu Wien

(daraus Abb. 7).

Anfang 1604 kehrte Rubens nach Mantua zurück, wo seine Hauptarbeit

in diesem und dem folgenden Jahre die Anfertigung dreier großer

Altarbilder für die Jesuitenkirche war; das Mittelbild stellte die

Dreifaltigkeit, die Seitenbilder die Taufe und die Verklärung Christi

dar. Bei der Einnahme von Mantua durch die Franzosen im Jahre 1797

wurden die drei Gemälde entführt; das mittlere kam später, in zwei

Stücke zerschnitten, in die Stadt zurück, wo es gegenwärtig in der

Bibliothek aufbewahrt wird, die Verklärung ist in das Museum zu Nancy

gekommen, die Taufe Christi befindet sich seit 1876, leider stark

übermalt, im Museum zu Antwerpen. -- Von Kaiser Rudolf II erhielt

Rubens im Jahre 1605 den Auftrag, zwei Gemälde von Correggio zu

kopieren.

1609 verweilte Rubens wieder in Rom. Er malte dort ein Altarbild

für die eben fertig gewordene Kirche der Oratorianer, die heute noch

gewöhnlich als die „neue Kirche (~Chiesa nuova~)“ bezeichnet wird.

Ehe aber dieses Bild vollendet war, wurde er vom Herzog von Mantua

zurückberufen, mit dem er im folgenden Jahre Genua besuchte. Hier

schenkte er den Werken der Baukunst besondere Aufmerksamkeit und faßte

den Plan, durch eine Veröffentlichung der genuesischen Prachtbauten

in seiner Heimat den Baugeschmack zu heben; später verwirklichte er

diesen Gedanken durch sein von N. Rykemans gestochenes Kupferwerk

von 136 Tafeln: „~Palazzi di Genova~,“ welches 1622 zu Antwerpen

erschien. Bemerkenswert ist das Wahrzeichen, welches der unablässig

und unermüdlich arbeitende Künstler auf den Titel des Werkes setzte:

eine brütende Henne mit der Unterschrift: ~Noctu incubando diuque~ --

brütend bei Tag und Nacht. -- Für die Jesuitenkirche (St. Ambrogio)

zu Genua malte er -- es ist nicht bekannt, zu welcher Zeit -- zwei

Altarbilder: die Beschneidung Christi und St. Ignatius Besessene

heilend und Kinder erweckend -- das letztere ein großes Prachtwerk. In

Mailand, wo Rubens sich sowohl auf der Rückreise von Genua, als auch

früher auf der Reise nach Spanien aufhielt, fertigte er sorgfältige

Zeichnungen nach Leonardo da Vincis Schlacht bei Anghiari und nach

desselben Meisters weltberühmtem Abendmahl an; beide Zeichnungen sind

in der Louvresammlung aufbewahrt. Wahrscheinlich auch in Mailand malte

er, gleichsam um mit Leonardo zu wetteifern, das heilige Abendmahl,

welches sich in der dortigen Gemäldesammlung in der „Brera“ befindet.

[Illustration: Abb. 7. +Christus+, aus einer Folge von Zeichnungen:

Christus und die zwölf Apostel, in der Albertina zu Wien. (Nach einer

Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun, Clément & Cie. Nchfl., in Dornach

i. Els. und Paris.)]

Wie verbreitet der Ruhm des dreißigjährigen Künstlers war, geht daraus

hervor, daß Erzherzog Albrecht im Jahre 1607 die Bitte an den Herzog

von Mantua richtete, er möge ihm sein Landeskind Peter Paul Rubens

zurückschicken; Gonzaga aber antwortete, er wünsche denselben noch zu

behalten. Wenn er dabei als Nebengrund anführte, daß Rubens gleichfalls

wünsche noch länger in Italien zu bleiben, so mochte er hierin wohl

recht haben. Rubens gab sich mit immer neuer Lust den Eindrücken hin,

welche die Meisterwerke der italienischen Malerei auf ihn ausübten.

Zahlreiche Gemälde seiner Hand legen Zeugnis davon ab. So erinnert ein

in der Ermitage zu Petersburg befindliches Gemälde: Christus im Hause

des Simon, an Veronese, eine mehrmals wiederholte Darstellung von

Venus und Adonis (im Haag, in München, in Petersburg) an Tizian, eine

Grablegung in der Liechtensteinschen Sammlung in Wien an Caravaggio,

anderes an andere italienische Meister; besonders wird der Einfluß

des Giulio Romano, der ja in Mantua seine bedeutendsten Schöpfungen

hinterlassen hatte, in vielen Gemälden und Zeichnungen (Abb. 8)

sichtbar. All diese Eindrücke aber hat der niederländische Meister mit

unwandelbarer Selbständigkeit zu verarbeiten gewußt.

[Illustration: Abb. 8. +Abraham und Melchisedech.+ Handzeichnung in der

Albertina zu Wien. (Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun,

Clément & Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und Paris.)]

Von den Gemälden, welche Rubens für den Herzog von Mantua malte,

besitzt die Dresdener Gemäldegalerie eins, welches allem Anschein nach

eine Verherrlichung dieses Fürsten darstellt; ein junger Held, der

Neid und Zwietracht niedertritt, empfängt von der Siegesgöttin den

Lorberkranz. Den nämlichen Gegenstand hat Rubens später noch oftmals

behandelt, ohne daß sich nachweisen ließe, ob er mit dem Helden eine

bestimmte Persönlichkeit gemeint hat und welche; wir finden derartige

Bilder, die sich durch mehr oder weniger unwesentliche Abweichungen

voneinander unterscheiden, in den Sammlungen zu Wien, Kassel, München

(Abb. 9). Wenn uns heute solche Allegorien ziemlich kalt lassen,

so waren sie doch in jener Zeit überaus beliebt. In das nämliche

Gebiet gehört das wirkungsvolle Prachtstück in der Pittigalerie zu

Florenz, welches den Kriegsgott darstellt, wie er aus den Armen der

Liebesgöttin sich losreißt, um stürmend dem Rufe der Furien zu folgen.

[Illustration: Abb. 9. +Die Siegesgöttin krönt einen Helden.+ In

der kgl. Pinakothek zu München. Nach einer Photographie von Franz

Hanfstängl in München.]

[Illustration: Abb. 10. +Der Flußgott Tiber (oder Tigris) mit der

Göttin des Überflusses.+ In der Ermitage zu St. Petersburg. (Nach einer

Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun, Clément & Cie. Nchfl., in Dornach

i. Els. und Paris.)]

Von in Deutschland befindlichen Gemälden aus Rubens’ italienischer

Zeit seien noch der schöne heil. Sebastian im Berliner Museum und die

übermütige Darstellung des trunkenen Herkules in der Galerie zu Kassel

(eine größere Wiederholung davon in der Dresdener Galerie) besonders

erwähnt.

[Illustration: Abb. 11. +Die Kreuzerhöhung.+ Nach dem Stich von

Wildoec.]

Im Jahre 1608 finden wir Rubens wieder in Rom. Hier entstanden

verschiedene Werke, welche unmittelbar auf die ewige Stadt Bezug

nahmen: eine Wölfin mit den Zwillingskindern Romulus und Remus und

eine Darstellung des Flußgottes Tiber, zur Seite die Göttin des

Überflusses. Das erstere Bild befindet sich in der Gemäldesammlung

auf dem Kapitol, das letztere, welches für den Fürsten Chigi gemalt

wurde, stimmt der Beschreibung nach überein mit dem schönen Bild in

der Ermitage zu Petersburg, welches bald als Tiber, bald auch -- wegen

des seitwärts sichtbaren Tigers -- als Tigris bezeichnet wird; die

Gestalt der Abundantia zeigt hier eine gefällige Schönheit, wie sie

später bei Rubens’ Frauengestalten nicht oft mehr vorkommt (Abb. 10).

-- Seine Hauptarbeit in Rom galt der Oratorianerkirche. Als das vor

zwei Jahren angefangene Gemälde vollendet und auf dem Altar der Chiesa

nuova aufgestellt war, erwies sich die Beleuchtung als so ungünstig,

daß Rubens beschloß, es durch ein anderes Werk zu ersetzen. Er malte

nunmehr die heute noch dort befindlichen drei Gemälde, von denen das

mittlere, auf dem Hochaltar, die Himmelskönigin, die beiden seitlichen

je drei Heilige zeigen. Jenes erste Gemälde, auf dem er die beiden

Schutzheiligen der Kirche, Maria und Gregor nebst mehreren anderen

Heiligen dargestellt hatte, behielt er für sich; er nahm es mit in die

Heimat, um damit das Grab seiner Mutter zu schmücken.

[Illustration: Abb. 12. +Die Kreuzerhöhung.+ Zeichnung mit schwarzer

Kreide und Rötel auf grauem Papier, mit Wasserfarben angetuscht und mit

weißen Lichtern erhöht. Im Louvre zu Paris. (Nach einer Aufnahme von

Ad. Braun & Co., Braun, Clément & Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und

Paris.)]

Im Herbst 1608 erhielt er bedenkliche Nachrichten über den

Gesundheitszustand seiner geliebten Mutter. Unverzüglich beurlaubte

er sich bei dem Herzog von Mantua und reiste auf dem kürzesten Wege

nach Antwerpen. Aber er traf seine Mutter nicht mehr lebend; sie hatte

bereits in der St. Michaelskirche ihre letzte Ruhestätte gefunden. Der

tieferschütterte Sohn soll sich mehrere Monate lang in der Abtei von

St. Michael ganz von der Welt abgeschlossen haben. Das römische Bild,

welches er über dem von ihm mit einer lateinischen Inschrift versehenen

Grabe aufstellte, befindet sich nicht mehr dort; es wurde in der

Franzosenzeit entführt und in das Museum zu Grenoble gebracht.

Rubens hatte die Absicht, alsbald nach Mantua zurückzukehren. Aber der

Erzherzog Albrecht und die Infantin Isabella wollten ihren berühmten

Unterthan nicht wieder davon lassen; sie bestellten ihm zunächst

ihre Bildnisse, und am 23. September 1609 ernannten sie ihn zu ihrem

Hofmaler mit allen Freiheiten und Vorrechten, welche mit diesem Titel

verbunden waren, und mit einem Jahresgehalt von 500 Pfund vlämisch. So

war Rubens an sein Vaterland gefesselt. Die Zeit seines Aufenthaltes

in Italien kann man, so bedeutende Werke er auch dort hervorbrachte,

immerhin noch als eine Art von Lehrzeit betrachten; in der Heimat

sammelte er sich, und es begann die Zeit seines unsterblichen Ruhmes.

Der Abschluß eines zwölfjährigen Waffenstillstandes im Jahre 1609 gab

den schwergeprüften Niederlanden Ruhe, die Kunst trat ungestört in ihre

Rechte, und der arbeitsfrohe Künstler fand Thätigkeit vollauf.

[Illustration: Abb. 13. +Rubens und seine Gemahlin Isabella Brant.+

In der kgl. Pinakothek zu München. Nach einer Photographie von Franz

Hanfstängl in München.]

Neben dem Willen des Fürstenpaares war es noch ein anderes Band,

welches Rubens festhielt. Sein Bruder Philipp, der einzige von vier

Brüdern des Malers, welcher noch lebte, war als Stadtsekretär in

Antwerpen angestellt. Sein Bild hat die Hand Peter Pauls uns zweimal

aufbewahrt; das eine dieser Bildnisse befindet sich in der Münchener

Pinakothek, das andere, welches die beiden Brüder zusammen, im Verein

mit den berühmten Gelehrten Justus Lipsius und Hugo Grotius zeigt, im

Pittipalast zu Florenz. Philipp Rubens war verschwägert mit Johannes

Brant, dem Stadtschreiber von Antwerpen. Mit dessen Tochter Isabella,

einer jugendlich zarten Schönheit, welche der artige Onkel mit dem

Weibe des Menelaos verglich, vermählte sich Peter Paul Rubens am

13. Oktober 1609; in der Michaelskirche fand die Trauung statt. In

einem köstlichen Gemälde, welches die Münchener Pinakothek besitzt,

hat Rubens sich selbst mit seiner jungen Frau abgebildet, wie sie

in stillem Glück unter einer Geisblattlaube sitzen (Abb. 13). Ein

vorzüglich schönes Bildnis der Isabella Brant, deren Züge uns in der

Folgezeit aus manchem Gemälde des Meisters entgegenblicken, finden wir

in der Uffiziengalerie zu Florenz.

[Illustration: Abb. 14. +Die Kreuzabnahme.+ Nach dem Stich von L. A.

Claeßens.]

Die erste große Bestellung empfing Rubens von der Stadt Antwerpen.

Für den Ratssaal der Stadt malte er eine Anbetung der drei Weisen

aus dem Morgenlande. Das umfangreiche, farbenprächtige Gemälde blieb

nicht lange an seinem Platze; die Stadtobrigkeit verehrte es im Jahre

1612 dem Grafen von Oliva, um dessen Gunst zu gewinnen; dieser nahm es

mit nach Spanien, und aus seinem Nachlaß ging es, als er 1621 auf dem

Blutgerüst geendet hatte, in den Besitz König Philipps IV über; jetzt

schmückt es das Museum zu Madrid.

Im Auftrage seines Landesherrn schuf Rubens fast um dieselbe Zeit

ein Altarwerk, in welchem er sich auf einer Höhe der Meisterschaft

zeigte, die er auch selbst niemals überboten hat. Erzherzog Albrecht

hatte in Brüssel eine adelige Bruderschaft zu Ehren des heil. Ildefons

gegründet, welcher er einen Altar in seiner Hofpfarrkirche St. Jakob

„auf dem Kaltenberg“ zuwies. Den Auftrag, diesen Altar zu schmücken,

erhielt Rubens, der ungeachtet seiner bürgerlichen Abkunft in die

Bruderschaft aufgenommen wurde und der aus Dankbarkeit hierfür das

Altarwerk ohne jede Entschädigung gemalt haben soll. Er gab demselben

die althergebrachte Gestalt eines Flügelaltars. Auf dem Mittelbild

stellte er das Wunder des heil. Ildefons dar, über welches die Legende

folgendes berichtet: Der heil. Ildefons, der im VII. Jahrhundert

Erzbischof von Toledo war, verteidigte mit großem Eifer die unbefleckte

Empfängnis Marias gegen einige Leugner dieses Geheimnisses; dafür ward

ihm die Gnade zu teil, daß die Himmelskönigin in sichtbarer Gestalt in

seine Kathedrale herniederstieg und ihm ein Meßgewand aus himmlischem

Stoff überreichte. Wir sehen den Erzbischof niedergesunken vor einem

die Mitte des Bildes einnehmenden Thron, von dem aus die heilige

Maria ihm mit milder Freundlichkeit das wunderbare Gewand darreicht;

heilige Jungfrauen stehen als himmlischer Hofstaat der Gottesmutter

zu beiden Seiten, und über dem Thron flattern in einem Meer von

Licht jubelnde Kinderengel. Auf den Flügelbildern sind die Stifter

dargestellt, der Erzherzog und seine Gemahlin; in reiche fürstliche

Gewänder gekleidet, knieen sie da und nehmen als andächtige Zuschauer

an dem Wunder teil; ihre Namensheiligen stehen ihnen zur Seite, bei

dem Erzherzog Albrecht der heil. Albertus in Kardinalstracht, bei der

Erzherzogin Klara Eugenia Isabella die heil. Klara. In dem ganzen

Werk hat Rubens eine Vereinigung von zauberhafter Helldunkelwirkung

mit glühender Farbenpracht erreicht, die vielleicht ohnegleichen ist.

Auf die Außenseiten der Flügel malte er zum Schmuck des geschlossenen

Altars eine heilige Familie in idyllischer Auffassung, bekannt

unter dem Namen „die Madonna unter dem Apfelbaum“. -- Das prächtige

Altarwerk mußte im Jahre 1641 seinen Platz auf dem Hochaltar einem

wunderthätigen Muttergottesbild abtreten; bei dieser Gelegenheit

wurden die Flügel gespalten und die „Madonna unter dem Apfelbaum“ als

selbständiges Bild zusammengefügt. 1657 ging die Ildefons-Bruderschaft

ein, und die Gemälde kamen in den Besitz der Mönche vom Kaltenberg;

im Jahre 1743 brannte die Kirche ab, und die Mönche beschlossen, die

geretteten Bilder zu veräußern, um aus dem Erlös den Neubau der Kirche

zu bestreiten; Kaiserin Maria Theresia ließ dieselben 1776 durch ihren

Gesandten Fürst Starhemberg für 40000 Gulden ankaufen; so kam das

herrliche Werk nach Wien, wo es in der im Jahre 1777 eingerichteten

Gemäldesammlung im Belvedere einen Ehrenplatz bekam.

Das Jahr 1610, in welchem der Überlieferung nach Rubens den

Ildefonsaltar vollendete, sah auch die Vollendung eines Altarwerks,

welches für die Walpurgiskirche zu Antwerpen bei ihm bestellt wurde.

Das ist die berühmte Kreuzerhöhung, welche sich jetzt im Querschiff

der Antwerpener Kathedrale befindet. Die Louvresammlung bewahrt

eine Handzeichnung des Meisters, welche den Gedanken der ganzen

Komposition, die bei der Ausführung in drei Abschnitte zerlegt wurde,

zusammenfaßt; in der Mitte die Aufrichtung des Kreuzes, rechts

davon die klagenden Frauen, links der römische Hauptmann (Abb. 12).

Das Mittelbild des Altarwerks ist durch zahllose ältere und neuere

Kupferstiche vervielfältigt worden (Abb. 11). Dichte Finsternis

verhüllt den Himmel, zu dem der am Marterholze ausgestreckte Heiland,

den ein letzter, verscheidender Lichtstrahl streift, das leidende

Antlitz emporwendet; die ganze Aufmerksamkeit des Beschauers wird auf

diese eine Gestalt hingelenkt; denn die übrigen Figuren des Bildes

sind gleichgiltige Menschen, die an nichts anderes denken als daran,

mit Anspannung ihrer kräftigen Muskeln die Last des Kreuzes mit dem

Gerichteten emporzuheben, ohne daß der Kreuzesstamm von der Stelle,

wo er eingepflanzt werden soll, ausgleitet. Auf dem einen Flügelbilde

sieht man den Hauptmann, der, von anderen Reitern umgeben, mit

vornehmem Römerstolz seine Befehle erteilt, und im Hintergrunde die

beiden Schächer; auf dem anderen die ergreifende Gruppe der klagenden

Frauen mit dem Jünger Johannes, der die vom Schmerz überwältigte Mutter

Maria unterstützt. Ursprünglich gehörte zu dem Altarwerk noch ein

Bogenfeld über der Mitteltafel, mit der Erscheinung Gott Vaters, so daß

der Gekreuzigte auf diese seine Blicke zu richten schien, sowie eine

Staffel mit drei kleinen Bildern. Diese Wesensbestandteile des Ganzen

wurden im XVIII. Jahrhundert vom Kirchenvorstand verkauft.

[Illustration: Abb. 15. +St. Christophorus.+ In der kgl. Pinakothek zu

München. Nach einer Photographie von Franz Hanfstängl in München.]

Eine noch mächtigere Wirkung als in dem für die Walpurgiskirche

geschaffenen Werke erreichte der Meister in dem zwei Jahre später

vollendeten Altarwerk, welches jetzt als Gegenstück zu der

Kreuzerhöhung gleichfalls im Querschiff der Kathedrale von Antwerpen

aufgestellt ist, der Kreuzabnahme. Das Bild wurde 1611 von der

Schützengilde für 400 Pfund Groschen (2400 Gulden) bestellt; die

Rechnungen sind erhalten geblieben; für den heutigen Leser ist

es unterhaltlich, daraus zu ersehen, daß bei drei verschiedenen

Besichtigungen des Bildes während der Arbeit 9 Gulden 10 Stüber für

den Ehrenwein, der den Schülern des Meisters geschenkt wurde, und

nach der Vollendung 8 Gulden 10 Stüber für ein Paar Handschuhe für

dessen Gattin ausgegeben wurden. -- Rubens’ Kreuzabnahme (Abb. 14),

mit dem auf einem weißen Leintuch sanft herabgleitenden schönen

Leichnam, mit den liebevoll sich abmühenden Jüngern und Freunden,

mit der schmerzdurchdrungenen Gestalt der Mutter Maria im dunklen

Schleier und den anmutigen Erscheinungen der beiden anderen Marien ist

weltbekannt. Das Bild war berühmt vom Tage seiner Vollendung an. Es

ist ein Markstein in der Kunstgeschichte wie kaum ein anderes Werk.

Seitdem dieses gemalt war, wußten die niederländischen Künstler, daß es

nicht mehr nötig sei, nach Italien zu gehen, um Meisterwerke höchsten

Ranges kennen zu lernen. -- Auf den Flügeln des Altares brachte

Rubens die Heimsuchung und die Darstellung im Tempel zur Anschauung,

auf die Außenseite der Flügel malte er den heiligen Christophorus

-- einen Gegenstand, den er in einem in der Münchener Pinakothek

befindlichen Gemälde (Abb. 15) wiederholt hat. Daß in allen vier

Darstellungen Christus getragen wird -- als Menschgewordener bei der

Heimsuchung, als zur Welt geborenes Kind bei der Darbringung im Tempel,

als Gestorbener bei der Kreuzabnahme und als Herr der Welt auf den

Schultern des Christophorus -- soll der verbindende Gedanke des ganzen

Altarwerks sein; die Sage weiß zu berichten, die Schützengilde hätte

nichts weiter bestellt als einen Christophorus -- Christusträger --

und Rubens habe aus eigenem Antrieb den Gedanken in solcher Gestalt

erweitert.

[Illustration: Abb. 16. +Kreuzabnahme.+ In der Ermitage zu St.

Petersburg. (Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun, Clément &

Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und Paris.)]

Ihren jetzigen Platz haben die beiden Werke, die Kreuzaufrichtung und

die Abnahme vom Kreuz, erst im Jahre 1816 erhalten, nachdem sie im

Jahre 1794 nach Paris entführt worden waren.

Eine Wiederholung der Kreuzabnahme in veränderter Gestalt, die, wenn

sie auch als Ganzes dem Antwerpener Bild an Schönheit nachsteht,

doch auch wieder ihre eigenen Vorzüge hat, befindet sich in der

Ermitage zu Petersburg (Abb. 16). Mit großer Vorliebe ist hier Maria

Magdalena behandelt, für welche der Künstler sich eine ganz bestimmt

ausgeprägte Form geschaffen hat. Diese eigentümlich anziehende

Mädchenerscheinung mit ganz heller, zarter Haut und glattem,

lichtblondem Haar, der wir auf dem Antwerpener Bilde der Kreuzabnahme

zuerst begegnen, kehrt in Rubens’ Bildern unzähligemal wieder,

und zwar nicht ausschließlich als Magdalena. Häufig hört man die

Behauptung, daß diese echt niederländische Schönheit das Abbild von

Rubens’ erster Frau sei; aber sie hat, wenn man von den allgemeinen

vlämischen Stammeseigentümlichkeiten absieht, mit den Bildnissen der

dunkelhaarigen Isabella Brant gar keine Ähnlichkeit. Es ist überhaupt

nicht anzunehmen, daß diese Lieblingsfigur des Meisters, ungeachtet der

festen Ausbildung ihrer nie zu verkennenden Persönlichkeit, das Abbild

eines bestimmten Modells sei, schon deswegen nicht, weil sie Jahrzehnte

lang in ganz unveränderter Gestalt auftritt; sie ist Rubens’ weibliches

Schönheitsideal, gleichgiltig, ob dasselbe eine freie Schöpfung seiner

Einbildungskraft sein mag oder ob der Gedanke an ein wirkliches, durch

die Erinnerung verklärtes Wesen zu Grunde liegt.

[Illustration: Abb. 17. +Bildnis eines Unbekannten.+ In der kgl.

Galerie zu Kassel. Nach einer Photographie von Franz Hanfstängl in

München.]

Während der ersten Jahre seiner Verheiratung wohnte Rubens bei seinem

Schwiegervater. 1611 bezog er eine eigene Wohnung, die er sich mit

großem Aufwand durch den Umbau eines 1610 erworbenen geräumigen

Hauses herstellte; er schuf sich im Stil der barocken italienischen

Spätrenaissance einen wahren Palast, den er mit fürstlicher Pracht

ausstattete; im Garten errichtete er einen reichgeschmückten Rundbau

zur Aufnahme seiner großartigen Sammlung von Kunstwerken und

Altertümern; überaus prächtig stellte er sich seinen Arbeitsraum

her. Heute zeigt das an der breiten, ~Place de Meir~ genannten

Straße liegende Haus nur noch einzelne Überbleibsel der ihm von Rubens

gegebenen Gestalt; das einzige Wohlerhaltene ist ein mit Bildwerken

geschmückter Gartenpavillon in Gestalt eines triumphbogenähnlichen

Thorbaues. An diesem Pavillon ließ Rubens zwei Inschriften anbringen,

welche für seine Lebensphilosophie bezeichnend sind; auf der einen

Seite las man die Verse des Juvenal:

Überlaß es den Göttern, dafür zu sorgen, was unser

Bestes sei und was uns ein gutes Gedeihen bereite;

Lieber ist ihnen der Mensch als sich selbst.

Auf der anderen Seite (aus dem nämlichen Dichter):

Daß ein gesunder Geist in gesundem Körper dir wohne,

Darum bete; erflehe ein starkes Gemüt, das den Tod nicht

Fürchtet, den Zorn nicht kennt und die Begierde vermeidet.

[Illustration: Abb. 18. +Perseus und Andromeda.+ In der Ermitage zu St.

Petersburg. (Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun, Clément &

Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und Paris.)]

Von Rubens’ Haus und Einrichtung haben zeitgenössische Künstler

Abbildungen überliefert. Van Dyck selbst hat es nicht verschmäht,

des Meisters Speisesaal abzumalen; das Bild befindet sich im Museum

zu Stockholm. -- Wenn Rubens die Absicht hegte, die italienische

Renaissance in seiner Vaterstadt einzubürgern, so blieb dieses

Bestreben nicht ohne Erfolg. Manche Antwerpener Bauten des XVII.

Jahrhunderts bekunden in ihren üppigen Formen die Wirkung der von ihm

gegebenen Anregungen. Seiner persönlichen Mitwirkung verdankt die

Jesuitenkirche zu Antwerpen (erbaut 1611-21) ihr prunkvolles Aussehen;

namentlich läßt die stolze Fassade die Erfindung des großen Malers

erkennen.

[Illustration: Abb. 19. +Perseus und Andromeda.+ Im kgl. Museum zu

Berlin.]

Daß dem Meister sofort nach seiner Niederlassung in Antwerpen

zahlreiche Schüler zuströmten, versteht sich von selbst. Im Jahre

1611 war der Andrang so groß, daß er die Lernbegierigen auf Jahre

hinaus an andere Maler verweisen mußte; er hatte schon, wie er einem

befreundeten Kupferstecher schrieb, Hunderte zurückgewiesen, darunter

gute Bekannte von ihm und seiner Frau.

[Illustration: Abb. 20. +Engelstudien+; Federzeichnung in der Albertina

zu Wien. (Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun, Clément &

Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und Paris.)]

[Illustration: Abb. 21. +Madonna mit den unschuldigen Kindlein.+ In der

Galerie des Louvre. (Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun,

Clément & Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und Paris.)]

[Illustration: Abb. 22. +Das Bild der Ceres.+ In der Ermitage zu St.

Petersburg. (Nach einer Aufnahme von Ad. Braun & Co., Braun, Clément &

Cie. Nchfl., in Dornach i. Els. und Paris.)]

Rubens(#60502) · 第 1 / 9 段