Nun stand sie auf der Höhe, und das Leben war ihr tributpflichtiger
denn je. Nach der Sklavenrolle der ersten Ehe die Herrscherrolle der
zweiten. Unumschränkte Freiheit, und die Gesellschaft ihr zu Füßen.
Jetzt erst wollte sie das Leben erschöpfen, jetzt war sie erst ganz
gerüstet, denn über ihr hing der Schild.
»Meine liebe Bettina,« sagte der Prinz feierlich, »ich huldige als
erster der Gräfin Bettina Wallberg.«
»Ich danke dir, Georg. Die Gebieterin wird nicht allzu strenge sein.«
Er steckte ihr einen reich gefaßten Brillantring an die Hand, und sie
ließ es sich lachend gefallen, daß er alle Ringe, die sie trug, abzog
und anprobierte, bis er sich für einen Rubin entschied.
»Das ist Herzblut,« erklärte er, »dein rotes, feuriges Herzblut.«