es verschiedene Bienen, die Honig und Pollen eintragen. Auch die
pollentragenden Bienen verkünden einen reichen Fund durch Tanzen, aber
in anderer Weise. Sie führen keine kreiselnden, sondern schlängelnde
Bewegungen aus. Die Art des Tanzes zeigt also an, ob es sich um Honig
oder Pollentracht handelt, und jede Biene ersieht hieraus, ob die zu
verrichtende Arbeit für sie in Betracht kommt.
Das Mittel, welches +Frisch+ anwandte, um in diese intimsten Vorgänge
des Bienenlebens Einsicht zu gewinnen, ist ebenso sinnreich wie
einfach. Er zeichnete die einzelnen Bienen mit Farbflecken auf den
Flügeln, die sich, während die Biene saugt, mit einem kleinen Pinsel
unschwer auftragen lassen. Auf diese Weise vermochte er, die einzelnen
Bienen zu unterscheiden und ihr Verhalten genau zu beobachten.
So verdanken wir den mühsamen und gründlichen Forschungen von +Frisch+
eine überaus wertvolle Aufklärung über das Seelenleben der Bienen, das,
so kompliziert es auch auf den ersten Blick erscheint, schließlich nur
auf einfachen Sinneswahrnehmungen beruht.
„Eine Zeichensprache hat sich uns erschlossen,“ sagt unser Gewährsmann
am Schluß seiner lehrreichen Ausführungen, „die in ihrer Einfachheit
auf jeden Beschauer Eindruck macht. Ein paar Bewegungen, ein bißchen
Duft, den die Biene von den Blüten in den Stock hineinträgt, ein
bißchen Duft, den sie draußen am Schauplatz ihrer Entdeckung selbst
in die Luft entströmen läßt, vermitteln eine Verständigung, die kaum
besser funktionieren und nicht einfacher gedacht werden könnte.“
[6] Eduard Reichenow, Biologische Beobachtungen an Gorilla und
Schimpanse. Sitzungsberichte der Gesellschaft Naturforschender
Freunde, Berlin. Jahrgang 1920.
[7] K. v. Frisch, Sinnesphysiologie und „Sprache“ der Bienen. Die
Naturwissenschaften, Jahrgang 12.